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Wie viel kostet eine Geigenausrüstung?

Von Florence, veröffentlicht am 07/02/2019 Blog > Musik > Violine > Wie viel kostet eine Geigenausrüstung?

„Ein Geiger zerreißt viele Saiten, eh‘ er Meister ist.“ Deutsches Sprichwort

Das Geige spielen lernen ist keine einfache Angelegenheit. Die Geige ist eines der schwierigsten Streichinstrumente. Außerdem gilt: Wenn Du ein Instrument lernen willst, musst Du Dir ein eigenes Exemplar kaufen, und das kann manchmal teuer sein.

Einer repräsentativen Hausaltsbefragung der Gesellschaft für Konsumforschung zufolge, spielt in fast jedem 5. deutschen Hausalt ein Familienmitglied ein Instrument. Das Klavier, die Gitarre und die Flöte sind meist noch beliebter als die Geige, es gibt jedoch auch viele gute Gründe, um Geige spielen zu wollen.

Du gehörst zu den Geigenfans. Gut. Dann brauchst Du jetzt die richtige Ausstattung: Hier findest Du einen Mini-Guide, um Deine Geige sowie das passende Zubehör zu kaufen. 

Wir stellen vor: die komplette Anatomie der Geige

Was Du zuallererst wissen solltest: Der Geigenbau dauert in der Regel bis zu drei Monate. Bei sehr guten Instrumenten kann es sogar länger sein. So viel Zeit muss sein, um die Einzelteile anzufertigen, sie zusammenzufügen, den Geigenlack aufzutragen, der aus verschiedenen  Baumharzen besteht und die verschiedenen Einstellungen vorzunehmen.

Warst Du schon einmal bei einem Geigenbauer? Der Geigenbau ist ein traditionsreicher Beruf. | Quelle: Visualhunt

Die Geige gehört zu den Streichinstrumenten. Zur gleichen Familie gehören die Bratsche, das Violoncello und der Kontrabass.

Die Geige besteht aus 70 bis 85 Teilen Holz, die verklebt oder eingekeilt und zu den drei großen Teilen der Geige werden: der Korpus, der Hals und das Griffbrett, und der Wirbelkasten und die Schnecke.

Der Wirbelkasten besteht aus vier konischen Wirbeln, mit denen die Saiten des Instruments gestimmt werden. Über dem Wirbelkasten, am Ende der Violine, befindet sich die fein geschnitzte Schnecke, die oft ein Erkennungsmerkmal des/r Geigenbauer/in ist.

Zwischen Wirbelkasten und Korpus befindet sich der wichtigste Part für den Geigenspieler: Der Hals und das Griffbrett der Geige. Wie bei der Gitarre, egal ob es sich nun um eine E-Gitarre oder eine klassische akustische Gitarre handelt, ist das Griffbrett der Teil des Instruments auf dem der Musiker die Finger seiner linken Hand spielen lässt. Hier spielt sich also ein Großteil der Musik ab!

Dieser Teil der Geige braucht auch am meisten Pflege, da er nicht durch Geigenlack geschützt ist.

Zu guter Letzt kommen wir zum Korpus des Instruments. Der Korpus ist der Resonanzkörper indem die Töne entstehen.

Das ist aber noch nicht alles!

Der Korpus besteht ebenfalls aus mehreren Teilen:

  • Die Decke: Die Decke ist der obere Teil, der mit zwei F-Löchern versehen und aus Fichtenholz gefertigt ist.
  • Der Boden: Der Boden wird meist aus Ahorn gefertigt, ist genauso wie die Decke gewölbt und ist einteilig oder zweiteilig (in diesem Fall werden die zwei Teile verleimt).
  • Die Zargen: Die Zargen sind die Seitenteile des Korpus und sind mit Boden und Decke verleimt und fügen so das Ganze zu einem Hohlkörper zusammen. Die Zargen sind meistens aus dem selben Holz wie der Boden.
  • Das Innere: Auch im Inneren der Geige befinden sich wichtige Bauteile. Der Bassbalken ist eine Fichtenholzleiste, die die Steifigkeit der Decke verstärkt. Der Stimmstock ist ein zylindrischer Fichtenholzstab, der den Klang der Geige erheblich beeinflusst und der zwischen Decke und Boden eingepasst, aber nicht verleimt wird. Außerdem gibt es im Inneren noch mehrere Klötze und Reifchen, die die Zargen stabilisieren.

Geige spielen erfordert eine sehr gute Technik sowie ein perfekt gestimmtes Instrument. Es gibt keine Bundstäbchen wie bei der Gitarre z.B., dank derer du Dich orientieren könntest. Du spielst mit einem Bogen oder mit den Fingern (pizzicato). Die Praxis fordert außerdem zusätzlich zu dem Instrument noch den Kauf vieler weiterer Accessoires, die wir Dir im Folgenden vorstellen werden.

Brauchst Du einen Geigenkurs für Anfänger?

Eine Geige kaufen: Tipps für das Geigenzubehör

Bevor Du zum nächsten Musikladen gehst, solltest Du Dich daran erinnern, dass der Preis nicht immer eine Garantie für Qualität ist. Bevor Du Dir eine Geige kaufst, solltest Du Dein Niveau kennen und einige weitere Kriterien beachten.

Wie groß ist die Geige Deines Kindes? Die Größe der Geige muss zur Größe der Musikerin passen. | Quelle: Visualhunt

Du kannst natürlich eine neue Geige kaufen, aber auch eine antike oder eine schon gebrauchte Geige. Der Klang wird nicht der gleiche sein! Bei einer neuen Geige muss sich der Klang erst entwickeln und das Instrument muss noch optimal eingestellt werden.

Wenn Du eine Geige kaufst, die schon gebraucht ist, wird der Klang theoretischer Weise besser sein. Allerdings kann der Korpus oder der Lack schon erste Schäden aufzeigen. Der Preis ist bei einer Second-Hand Geige natürlich etwas geringer.

Wenn Du noch ein Anfänger bist, solltest Du erst einmal mit einer neuen Einsteiger-Geige spielen. Du kannst nach einigen Jahren immer noch eine Geige besserer Qualität kaufen.

Das andere Kriterium ist das Alter und vor allem die Größe des/r Musikers/in (frage hier am Besten nach Rat bei Deinem Geigenlehrer oder direkt im Musikladen).

Die Preise für eine Geige können ganz unterschiedlich sein: von 50 € – bei industriell hergestellten Instrumenten-, bis zu wahren Meistergeigen, die mehrere Millionen Euros kosten können (siehe Stradivari).

Wenn Du eine Geige siehst, die 50 € kostet, raten wir Dir eines: Lass die Finger davon! Das ist weniger ein Instrument, als ein Dekoobjekt.

Du kannst ein Instrument aus massivem Holz, aus Ahorn und Fichte, nicht zu einem so geringen Preis erhalten.

Wenn Du eine Geige kaufen willst, mit der Du auch tatsächlich spielen kannst, solltest Du mit einem Einsteigerpreis von 150 € bis 400 € rechnen. Bei diesen Preisen bekommst Du eine Geige aus massivem Holz, die von Hand lackiert und von einem Geigenbauer eingestellt wurde.

Im mittleren Preisbereich, zwischen 500 € und 2 000 €, klingen die Geigen noch präziser und feiner. Diese Geigen sind für fortgeschrittene Musiker konzipiert. Der Hersteller Gliga Gems ist hier zum Beispiel ein guter Anbieter.

Professionelle Geigenspieler werden sich eher traditionell hergestellten Violinen zuwenden. Der Geigenbauer baut jedes Teil und fügt sie es mit den anderen zusammen. Er inspiriert sich dabei von antiken Geigen oder den Instrumenten berühmter Violinisten. Die Preise können hier 10 000 € übersteigen.

Du möchtest wie ein Virtuose auf einer Stradivari Geige spielen oder eine Meistergeige von einem Geigenbauer haben… das Geld dazu fehlt Dir aber?

Warum leihst Du Dir dann nicht eine Geige aus, bei Geigenverleih.de z.B.!

Wie viel kostet das Geigenzubehör?

Welches Geigenzubehör brauchst Du… und zu welchem Preis?

Eine Geige alleine reicht nicht. Zum Spielen und auch für die richtige Pflege brauchst Du Zubehör.

Hast Du ein gutes Geigenetui? Du nimmst Deine Geige mit in den Park? Vergiss nicht das Etui! | Quelle: Pexels

Das sind die Must-Haves des Geigenzubehörs:

  • Der Geigenbogen,
  • Kolophonium oder Bogenharz,
  • Ein Geigensaitensatz zum Auswechseln,
  • Eine Schulterstütze,
  • Ein Dämpfer,
  • Ein Metronom,
  • Ein Stimmgerät,
  • Ein Mikrofon.

Dieses Zubehör findest Du in allen Musikläden, vor allem Online: arc-verona.de, paganino.de, saiten-versand.de, violin-musicstore.de, geige24.com, usw.

Das Kolophonium wird aus Baumharz gewonnen und wird auf das Rosshaar der Geigenbogens gerieben. Das Kolophonium erhöht den Haftgleiteffekt, der im Anschluss beim Reiben des Bogens gegen die Saiten entsteht und somit die Saiten zum Schwingen bringt. Ohne diese Schwingung gibt es keinen Ton! Die Preise variieren abhängig von der Marke zwischen 2 € und 20 €.

Tipp: Desto dunkler das Bogenharz, desto mehr wird es am Bogenhaar kleben bleiben.

Eine falsche Haltung kann zu Schmerzen führen. Deswegen wird Violinisten manchmal empfohlen eine Schulterstütze zu benutzen. So wird der Abstand zwischen Schulter und Kiefer sublimiert. Die Preise schwanken auch hier: Von 25 € bis 200 €.

Wenn Du in einer Wohnung wohnst – und Deine Nachbarn sensibel auf Geräusche reagieren  -, brauchst Du unbedingt einen Dämpfer oder eine elektrische Geige mit Kopfhörern. Der Dämpfer wird die Lautstärke sehr stark verringern.

Dämpfer für Streichinstrumente werden meist aus Ebenholz hergestellt, und können die Lautstärke um bis zu 80 % verringern. Selbst wenn Du also noch ganz am Anfang stehst und immer wieder die gleichen Noten spielen musst, oder Du im Gegenteil schon fortgeschrittener bist und Manouche Jazz oder Klezmer schmettern willst… Mit einem Dämpfer ist das ist kein Problem mehr!

Sogar symphonische Orchester nutzen Dämpfer.

Der Preis? Zwischen 2,50 € und 15 €.

Es gibt so viele unterschiedliche Geigensaiten-Produkte, dass wir hier unmöglich alle Preise aufzählen können. Du kannst zwischen Kunststoff- Darm- und Stahlsaiten wählen.

Jeder Saitentyp wird eine andere Klangart haben. Jeder Violinist muss einen Saitensatz zum Auswechseln Zuhause haben. Rechne für einen Violinsaitensatz mit einem Preis von 40 €.

Vergiss auch nicht, dass die Saiten zur Größe der Geige (1/4, 3/4, 1/2, 1/8, 4/4) passen müssen.

Hast Du ein Metronom Zuhause? Immer schön im Takt bleiben! | Quelle: Pixabay

Wie viel kostet ein Geigenbogen und ein Metronom?

Zwei Pfeiler des Geigenzubehörs: der Geigenbogen und das Metronom.

Ohne Bogen kannst Du ein Streichinstrument nicht spielen. Ein Bogen besteht aus Pernambukholz oder aus Verbundwerkstoffen (Glas-, Aramid- oder Kohlenstofffaser u. a. in Epoxidharz oder Polyester). Die Reibung zwischen den Saiten der Geige und dem Bogenhaar schafft die Vibration, die wiederum den Ton entstehen lässt.

Bögen werden für Geigen, aber auch für Bratschen, Violoncelli und Kontrabässe benutzt. Die Auswahl eines Geigenbogens ist sehr persönlich. Der Bogen muss Dir wirklich gefallen und zu Deiner Spielart passen.

Im Internet fangen die Preise für Bögen bei 15-20 € an (Woodbrass) und können bis zu 700 € steigen!

Zu guter Letzt: Wie kannst Du Musiker werden, wenn Du nicht im richtigen Tempo spielst? Es nicht immer angenehm, aber Du musst Dich daran gewöhnen, regelmäßig mit Metronom zu üben.

Es gibt inzwischen auch schon Metronom-Apps. Die traditionellen Metronome sind aber immer noch praktischer. Jeder Musiker braucht ein echtes Metronom Zuhause.

Wenn Du mit dem Geige Spielen anfangen willst, musst Du also ein konsequentes Budget einplanen. Das Gute ist: In der Musik investierst Du auf lange Sicht, denn das Material muss nicht allzu oft ausgewechselt werden!

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