Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport
Teilen

Wie sieht eine typische Yogastunde aus?

Von Nadine, veröffentlicht am 23/05/2018 Blog > Sport > Yoga > Wie läuft ein Yogakurs ab?

Yoga wird in Deutschland immer beliebter.

Laut einer Studie des Bundesverbandes der Yogalehrenden (BDY) gab es im Jahr 2017 hierzulande 2,7 Millionen Anhänger der indischen Entspannungstechnik, Tendenz steigend.

Die Praktik ist längst mehr als eine reine Modeerscheinung.

Sie wirft bei vielen Menschen Fragen auf, macht neugierig, begeistert und lässt niemanden gleichgültig!

Falls Ihr bei Yoga automatisch an Hippies in Wollsocken denkt, die bei „kollektivem Verbiegen“ und Räucherkerzenduft auf die Erleuchtung warten, ist es Zeit, Euch euer eigenes Bild zu machen.

Yoga Übungen beruhen auf folgenden Grundprinzipien:

  • Entspannung
  • Meditation
  • Körperliche Übungen
  • Atemübungen

Dadurch lernt Ihr, den Alltagsstress besser zu bewältigen.

Anders ausgedrückt: Yoga ist ein wahres Wundermittel für das körperliche und seelisches Wohlbefinden!

Aber keine Angst: Selbst wenn Ihr keine durchtrainierten Athleten seid, könnt Ihr mit genügend Motivation und Durchhaltevermögen rasch die ersten Erfolge feststellen.

Was lernt man in einem Yogakurs?

Yoga ist ein „Darsana“, das heißt eines der sechs klassischen Philosophiesysteme Indiens.

Wahrscheinlich fragt Ihr Euch, warum Yoga in der westlichen Welt so beliebt ist, zumal die Praxis, die von manchen als neuer Trend angesehen wird, in Wirklichkeit mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung in Indien ihre Geburtsstunde hatte.

Wie man Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht bringt, um dadurch schwierige Momente des Lebens besser bewältigen zu können, wurde bereits in alten Schriften erwähnt und nimmt als Weltanschauung beispielsweise in der Bhagavad Gita einen zentralen Platz ein.

Zugegeben, seitdem hat Yoga hat viele Veränderungen erfahren und wurde im Laufe der Zeit durch zahlreiche moderne Strömungen ergänzt.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Yoga Arten, weshalb Ihr Euch zunächst überlegen solltet, welche Variante am besten zu Euch passt.

Vielleicht erscheint Yoga für Anfänger genau deshalb so esoterisch…

Warum ist Yoga in Deutschland so beliebt? Die Wurzeln des Yoga liegen in Indien. | Quelle: unsplash

Aber was bedeutet eigentlich „Yoga“?

Das Wort stammt aus dem Sanskrit und lässt sich durch „Joch“ übersetzen, ein anderes Wort für Zuggeschirr, das aber auch „Verbindung“ bedeuten kann.

Erklärung gefällig?

Diese indische Philosophie, deren Wurzeln im Hinduismus und Buddhismus liegen, sieht das Individuum als Reisenden und seinen Körper als Wagen.

Der Verstand ist der Kutscher, der Fahrgast ist die Seele, die fünf Pferde stehen für die Sinnesorgane und das Geschirr, das alle miteinander verbindet, heißt „Yoga“.

Anders ausgedrückt geht es im Yogakurs darum, das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele zu verbessern.

Ziel ist es:

  • Momente bewusster wahrzunehmen und vollkommen im Hier und Jetzt zu leben
  • die Atemtechniken und das Körpergefühl zu verbessern
  • die Gelenkigkeit des Körpers zu erhöhen
  • Muskelkraft und Ausdauer zu trainieren
  • ein Körperliches und seelisches Gleichgewicht herzustellen

Bevor Ihr mit den Kursen beginnt, empfehlen wir Euch eine Sprechstunde beim Haus- oder Sportarzt, um abzuklären, ob Ihr Euch in ausreichender körperlicher Verfassung befindet.

Denn auch wenn Yoga an sich nicht gefährlicher als andere Sportarten wie beispielsweise Marathon, Gewichtheben oder Fußball ist, erweisen sich manche Übungen als problematisch, wenn bereits Beschwerden und Vorbelastungen vorliegen.

Beispielsweise wird Menschen mit Augenerkrankungen vom Kopfstand abgeraten.

Ebenso sind Power Yoga  oder Stellungen wie der Lotussitz für Personen mit Gelenkschäden ungeeignet.

Ärztliche Rücksprache hilft Euch daher, Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

In der Ruhe liegt die Kraft: Alles beginnt mit Entspannung

Yoga hat das Ziel, Euer Wohlbefinden zu steigern.

Und das kommt im stressigen Alltag leider oft zu kurz.

Also gönnt Euch eine Pause!

Auf Eurer Yoga Matte liegend oder manchmal auch sitzend beginnt Ihr Euren Yoga Kurs mit Tiefenentspannung.

Dabei bringt Ihr Euren Körper zur Ruhe, es werden Spannungen abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet.

Dieses „Vom Alltag Loslassen“ ist ein wichtiger Bestandteil des Yoga-Kurses, der selbst bei Zeitmangel nicht zu kurz kommen sollte.

Falls die Yogastunde ausnahmsweise etwas kürzer ausfällt, ist es daher besser, eine Asana (Yoga-Übung) weniger zu machen, anstatt auf die Ruhephase zu verzichten.

Natürlich muss zwischen Euch und Eurem Yogalehrer die Chemie stimmen, damit  Ihr Euch komplett entspannen könnt!

Wie kann Yoga Eier Wohlbefinden steigern? Vertrauen und Wohlfühlatmosphäre sind unerlässlich für den Erfolg Eurer Yogastunde. | Quelle: unsplash

Meditation: die Kunst, sich selbst zu finden

Dieser Bestandteil der Yoga-Lehre mag Anfängern etwas komisch vorkommen, und doch ist es wert, einen Versuch zu wagen.

Das Meditieren geschieht im Anschluss an die Entspannungsphase und soll Euch helfen, Euer Leben intensiver wahrzunehmen.

Hier steht die Selbsterkennung im Vordergrund.

Als spirituelle und bewusstseinserweiternde Praxis hat die Meditation zunächst das Ziel, Euch von Euren Gedanken zu befreien.

Besonders Menschen, die im Berufs- und Familienleben unter Dauerstress stehen, nutzen diese Technik, um besser ihren Alltag zu bewältigen.

Im heutigen vernetzten Zeitalter, wo der Terminkalender kaum Freiraum für persönliche Aktivitäten lässt, ständig das Telefon klingelt, und  man seine Gedanken überall gleichzeitig haben muss, ist es eine wahre Wohltat, regelmäßig abzuschalten.

Aber das ist leichter gesagt als getan!

Euer Yogalehrer wird Euch durch eine Reihe von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen dabei unterstützen, den gegenwärtigen Moment bewusster zu erleben und positive Gedanken zu tanken.

Meditation ist gut für die Seele.

Anstatt sich an Erinnerungen festzuklammern oder gedanklich schon etliche Schritte voraus zu sein, lernt Ihr, jeden einzelnen Moment viel intensiver zu erleben.

Wenn dieser Schritt erreicht ist, habt Ihr es wesentlich leichter,

  • Nervosität und Depression entgegenzuwirken,
  • Euren Gesundheitszustand und Euer Immunsystem zu verbessern,
  • Muskelspannungen zu lösen,
  • in stressigen Situationen Anstand zu nehmen und einfach mal loszulassen,
  • Angstzustände zu bewältigen und
  • mehr Selbstvertrauen zu haben.

Wie hilft Yoga bei der Stressbewältigung? Durch Yoga lernt Ihr, Euch auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. | Quelle: unsplash

Bewegung für einen geschmeidigen Körper

Nach einer Reihe von Meditationsübungen wird es Zeit für den sportlichen Teil.

Es gibt unzählige Yoga Positionen von einfach bis akrobatisch und komplex, wobei Euch Euer Yogalehrer, auch Yogi genannt, behilflich sein wird, Stück für Stück den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen und ein gesundes Mittelmaß zu finden.

Ein Wechselspiel aus Anstrengung und Entspannung verhelfen Euch zu mehr Vitalität.

Dazu wurden eine Reihe von Asanas erfunden.

Manche Positionen konzentrieren sich auf den Muskelaufbau, andere erfordern Balance oder Durchhaltevermögen.

Wenn Euch Asanas wie der Yoga Skorpion, die Krähe, der Hand- oder Kopfstand zu waghalsig erscheinen, gibt es sanftere Übungen, die eher Gymnastik ähneln.

Wie wär’s zum Beispiel mit dem Yoga Sonnengruß?

Hier sind einige positive Auswirkungen, die Yoga auf Eure Gesundheit haben kann:

  • Entspannung der Wirbelsäule und der Gelenke
  • Linderung von Rückenschmerzen
  • Stärkung der Muskulatur
  • Regulierung der Funktion der inneren Organe wie Leber, Gallenblase und  Magen
  • Belebende und harmonisierende Wirkung auf Hormondrüsen wie Schilddrüse, Nebennieren und Hirnanhangsdrüse
  • Entgiftung des Körpers
  • Bessere Versorgung der Zellen mit Sauerstoff
  • Stärkung der Abwehrkräfte und Erhöhen der Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen

Wie bei allen anderen Sportarten ist es wichtig, seine Grenzen zu kennen, da bei übermäßigem Training Muskelschmerzen und Verletzungen drohen.

Atemübungen  und Entspannung des Zwerchfells

Nach der Entspannung, der Meditation und den körperlichen Übungen rückt die Atmung in den Mittelpunkt.

Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt, warum man eigentlich Atmen lernen sollte? Immerhin geht das doch von ganz alleine…

Ganz so einfach ist es aber nicht!

Obwohl das Luft holen so selbstverständlich erscheint, atmen viele Menschen unvollständig und verkrampft, wodurch sie unbewusst ihre Gesundheit gefährden.

Während bei Kindern noch die tiefgründige, angeborene Bauchatmung beobachtet werden kann, beschränken wir uns im Laufe des Lebens immer mehr auf die oberflächliche Brustatmung, die den Körper mehr Energie kostet, aber mit weniger Sauerstoff versorgt.

Dies wird zum einen durch Stress begünstigt, lässt sich aber auch auf das heutige Schönheitsideal zurückführen.

Tricks wie permanentes Bauch einziehen und Brust herausstrecken verhelfen uns zwar zu einem flachen Bauch, aber verspannen das Zwerchfell, enge Kleidung tut ihr Übriges.

Durch eine solche Fehlatmung sammelt sich schädliches Kohlendioxid im Körper, was schlimme Folgen für die Gesundheit mit sich bringt:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Verdauungsstörungen
  • Immunschwäche
  • Durchblutungs- und Kreislaufstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Verspannungen
  • Gestresstheit und emotionale Schwäche

Wie kann Yoga Euch helfen, Eure Atmung zu verbessern? Den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff zu versorgen ist die natürlichste Sache der Welt. | Quelle: unsplash

Im Gegensatz dazu versorgt die Bauchatmung den Körper mit mehr Sauerstoff, senkt den Blutdruck und fördert die Verdauung durch eine Art Massage der Eingeweide.

Um auf diese viel gesündere Art der Atmung umzuschalten, konzentrieren sich Yoga-Sitzungen auf ein Organ, an das wir normalerweise kaum einen Gedanken verschwenden, solange es uns nicht mit Schluckauf plagt: das Zwerchfell.

Dabei verdient dieser Muskel durchaus unsere Aufmerksamkeit: Immerhin bewegt er zwei Drittel der Atemluft und ohne ihn wäre kein Lachen möglich!

Durch spezielle Atemübungen (sog. Pranayama) sowie Navasana, eine Asana zur Stärkung der Bauchmuskeln, lösen sich Verspannungen des Zwerchfells, was die Atmung und die Durchblutung fördert.

Und da eine gesunde Atmung Eure Gesundheit verbessert und Eure Körperenergie erhöht, sollte die tiefe Bauchatmung in der Entspannungsphase am Ende der Yogastunde auf keinen Fall fehlen.

Dies kommt nicht nur Sängern, Blasmusikern und Sportlern zugute, die dadurch gezielt ihr Lungenvolumen erhöhen, sondern hilft auch allen anderen, den Alltagsstress sprichwörtlich wegzublasen.

Um Eure Yogastunde harmonisch abzurunden, solltet Ihr diese so beenden, wie sie begonnen hat: mit Tiefenentspannung.

Dadurch habt Ihr die Gelegenheit, die positiven Auswirkungen Sitzungen noch einmal ganz bewusst zu spüren, damit Euch die innere Ruhe, die Ihr gerade erlangt habt, im hektischen Alltag wie ein Schutzschild umgibt.

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar