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Digital Zeichnen: Welches Grafiktablett sollte ich kaufen?

Von Anna, veröffentlicht am 17/07/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Die besten Grafiktabletts zum Zeichnen und Malen!

In unserer heutigen Zeit ist es ganz normal, dass man als Künstler*in, insbesondere im Bereich Zeichnen, auch digitale Hilfsmittel verwendet. Wenn man also digital zeichnen möchte, um die Zeichnungen direkt auf dem PC zu haben (z.B. für Comics oder Illustrationen) oder digital Bilder und Kunstwerke bearbeiten möchte, kommt man um ein professionelles Grafiktablett fast nicht herum.

Animation, Illustration, Kommunikation (Werbung) – es gibt zahlreiche Verwendungszwecke, für die sich ein Grafiktablett eignet, um künstlerische Werke, Logos usw. digital zu erstellen. Spielst auch Du mit dem Gedanken, ein Grafiktablett anzuschaffen? Dann tauche jetzt ein in die Welt der Vektoren, Pen Tablets und Digitizer und leg los mit Deinem nächsten Projekt.

Wir von Superprof haben Dir hier die wichtigsten Informationen zusammengefasst, sodass Du die wichtigsten Faktoren an der Hand hast, um ein Grafiktablett zu finden, dass Deinen Bedürfnissen, aber auch Deinem Budget entspricht.

Welche Vorteile hat ein Grafiktablett?

Fangen wir mal ganz am Anfang an: Ein Grafiktablett ist ein Computerzubehör, das über Kabel (USB) oder kabellos (z.B. WLAN) verbunden wird. So kann man am PC zeichnen oder Bildbearbeitungen betreiben und dabei einen Stift (Pen) benutzen, was eine genauere Arbeit ermöglicht als eine Maus oder ein Touchpad.

Wie sieht ein klassisches Grafiktablett aus? Das klassische Grafiktablett hat kein eigenes Display, sondern wird mit einem Computer verbunden. | Quelle: Pixabay

Wenn man also beruflich im künstlerischen Bereich tätig ist (Fotografie/Bildbearbeitung, Grafikdesign, Zeichnen usw.), ist ein Grafiktablett fast unverzichtbar. Aber auch Hobbykünstler*innen profitieren von einem Zeichentablett, denn die Möglichkeiten sind endlos!

Doch Vorsicht! Die Grundlagen müssen vorhanden sein. Wenn Du nicht zeichnen kannst, wird das Grafiktablett keine Wunder bewirken. Wenn Du allerdings schon gut zeichnen kannst, wird der Effekt durch das Grafiktablett noch verstärkt und es bieten sich viele verschiedene Optionen, die Du analog so nicht hast.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll … Schon allein die Möglichkeiten für den Hintergrund sind riesig, aber natürlich kannst Du auch alle anderen Bereiche bearbeiten, unterschiedlich einfärben, verschiedene Effekte erzielen, freistellen usw. Im Endeffekt hast Du alle Möglichkeiten, die Photoshop oder sonstige Bildbearbeitungsprogramme bieten!

Was natürlich auch leichter ist, ist das Korrigieren von Fehlern und falschen Strichen. Während Du auf dem Papier mühsam radieren musst und das Ergebnis nicht immer zu 100% auslöschbar ist bzw. Kollateralschäden mit sich bringen kann, ist es auf dem Grafiktablett einfacher, falsche Aktionen einfach rückgängig zu machen oder virtuell zu „radieren“. Manche Modelle sind auch so designed, dass Du mit der Rückseite des Pens radieren kannst, ganz wie bei einem echten Bleistift, der hinten einen Radiergummi drauf hat.

Die vielen Optionen und Möglichkeiten zur Erstellung, aber auch Nachbearbeitung von Zeichnungen und Illustrationen machen ein Grafiktablett zu einem wertvollen Werkzeug für Hobbykünstler und Profidesignerinnen. Du kannst Deine Arbeiten direkt mit dem Grafiktablett erstellen oder erstmal analog beginnen und der Zeichnung dann am PC den letzten Schliff geben. Auch ein beliebter Verwendungszweck von Grafiktabletts ist das Retuschieren von Fotos. Das Foto der Meeresoberfläche ist schon schön, aber ein paar mehr Lichtreflexe wären gut? Kein Problem: Mit einem Grafiktablett kannst Du diese leicht im Nachhinein hinzufügen!

Doch bei allen Vorteilen gilt es auch zu beachten, dass ein digitaler Stift sich nicht genau gleich anfühlt und verhält wie ein echter Stift. Man braucht erstmal ein wenig Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Lass Dich nicht entmutigen! Es ist alles eine Frage der Übung und schon bald wirst Du mit dem Digital Pen genauso gut umgehen können wie mit einem echten Bleistift, Kulli oder Kohlestift.

Woran man sich auch erst einmal gewöhnen muss, ist die Tatsache, dass das, was man zeichnet, nicht auf dem Grafiktablett erscheint, sondern direkt am PC. Im Gegensatz zu einem Blatt Papier sieht man das Ergebnis also nicht direkt vor sich, dort, wo man den Stift ansetzt. Das ist am Anfang etwas verwirrend, aber auch das ist Gewöhnungssache. Einzige Ausnahme: ein Grafiktablett mit Display. Auch das ist eine interessante Möglichkeit, auf die wir weiter unten genauer eingehen.

Grafiktabletts: die Basics

Technische Merkmale

Ein erster Aspekt, den man beachten sollte und der eine wichtige Rolle fürs Arbeiten mit einem Zeichentablett spielt, ist die Anzahl der Druckstufen. Diese sind wichtig, um möglichst genau arbeiten zu können. Es handelt sich dabei nicht etwa um das Drucken mit einem Drucker, sondern um das Aufdrücken des Stiftes. Je stärker man aufdrückt, desto dicker wird der Strich, den man zeichnet. Mit vielen Druckstufen hast Du also viele Möglichkeiten, den Strich genau so dick oder dünn, also fein oder breit zu machen, wie Du ihn möchtest. Auch das ist natürlich Übungssache! Das Minimum, das für den Anfängerbereich ausreicht, sind 1024 Druckstufen. Heutzutage haben aber viele Grafiktabletts mehr (2048 oder sogar 8192).

Was kann man mit einem Grafiktablett machen? Mit einem Grafiktablett kann man auch Fotos in Photoshop bearbeiten. | Quelle: Pexels

Der nächste Punkt ist die Auflösung. Diese ist deshalb wichtig, weil sie bestimmt, inwieweit Dein Werk skalierbar ist und wie genau Du arbeiten kannst (je größer der Monitor, auf dem Du arbeitest, desto größer muss auch die Auflösung sein). Das Minimum liegt hier bei 2540 lpi (lines per inch), wobei viele gute Grafiktabletts heutzutage eine Auflösung von 5080 lpi haben.

Weitere technische Merkmale, die bei Grafiktabletts eine Rolle spielen:

  • Die Größe des Geräts insgesamt
  • Die Größe der Grafikfläche („aktive Fläche“)
  • Die Möglichkeit, den Stift schräg anzusetzen, um andere Effekte zu erzielen
  • Expresskeys für verschiedene Optionen direkt am Grafiktablett
  • Multitouch-Funktionen
  • Qualität des Stifts (+ mit Batterien oder ohne?, Wechselspitzen inbegriffen?)

Anbieter

Im Bereich der Grafiktabletts gibt es eine Marke, die aus der Masse heraussticht und wie keine andere für diesen Bereich an Zubehör steht: Wacom. Mit verschiedenen Modellen für unterschiedliche Bedürfnisse bedient die Marke viele Kunden, und das auf hohem Niveau.

Weitere Marken, die es zu nennen gilt, sind Huion, GAOMON, Ugee oder auch XP-Pen. Wie in jedem Bereich an Elektronikartikeln gibt es natürlich zahlreiche Anbieter für verschiedene Qualitätsstufen und Preissegmente. Bevor Du Dich für ein bestimmtes Modell entscheidest, solltest Du Dir gut überlegen, wofür Du das Grafiktablett verwenden willst. Denn was bringt Dir das beste, neuste und teuerste Modell, wenn Du die Funktionalitäten am Ende gar nicht zu nutzen weißt?

Wenn Du allerdings weißt, was Du tust und ein qualitativ hochwertiges und langlebiges Modell suchst, kannst Du mit einem Grafiktablett von Wacom eigentlich nichts falsch machen. Gerade, wenn es für die Arbeit ist und das Ergebnis richtig gut werden muss, solltest Du Dich nicht mit einem Billigprodukt zufrieden geben.

Welches Grafiktablett für welches Niveau?

Einsteigermodelle

Wenn man noch am Anfang steht und als Anfängerin zeichnen lernen möchte, kann man natürlich erstmal am unteren Ende des Spektrums anfangen: mit einem Basic-Grafiktablett, das zum Zeichnen und zur Bildbearbeitung geeignet ist. Wichtig ist, dass man dabei nicht die Grundlagen des Zeichnens vernachlässigt! Wenn Du gerade erst mit dem Zeichnen-Lernen beginnst, solltest Du auch Stift und Papier zur Hand nehmen, um das Handwerk von der Pike auf zu lernen …

Auch vom bekannten Hersteller Wacom gibt es Modelle, die für Einsteiger geeignet sind, z.B. die Modelle der Reihe Intuos. Es gibt sie in den Größen S, M und L, wobei für Anfängerinnen die Größe S ausreicht. Außerdem gibt es noch das Wacom Bamboo Slate Smartpad, das eher wie ein normaler Block, aber eben mit Digitalisierungsfunktion daherkommt.

Mit diesen Einsteigermodellen kannst Du Fotos retuschieren, Notizen in Dokumenten machen, kleine Skizzen und Zeichnungen anfertigen uvm. Doch natürlich gibt es auch andere Anbieter, die Modelle für Anfänger anbieten: Huion (z.B. h950p), XP-Pen (z.B. die Star- und Deco-Serien) oder auch GAOMON (z.B. M10K).

Wofür verwendet man ein Grafiktablett? Grafiktabletts werden auch gerne für Comics verwendet. | Quelle: Pixabay

Zu beachten ist, dass für Anfänger und Hobby-Künstlerinnen in der Regel ein kleines Zeichentablett reicht. Lieber eine bessere Qualität und dafür kleiner als ein größeres Gerät, aber eine schlechtere Qualität! Denn seien wir mal ehrlich: Als Einsteigerin brauchst Du keine riesige Arbeitsfläche für großformatige Drucke, oder?

Der YouTuber Roger Hassler hat sich auf dieses Thema spezialisiert und lädt immer wieder Videos rund ums Thema Grafiktabletts hoch. Auf seinem Channel findest Du auch Tests von verschiedenen Einsteigermodellen, z.B. dem Gaomon M10K 2018, dem XP-Pen Grafiktablett Deco 02 oder dem Wacom Intuos (Modell 2018).

Und wie viel kosten solche Einsteigermodelle? Das hängt natürlich immer davon ab, welche Marke, wie alt das Modell ist und was für Angebote Du findest. Auf Amazon sieht es momentan (Sommer 2019) wie folgt aus:

  • Wacom Bamboo Slate Smartpad A4: 119,90 € (statt 149,90 €)
  • Wacom Intuos S: 62,90 € (statt 79,90 €)
  • XP-Pen Grafiktablett Deco 02: 89,99 €
  • GAOMON M10K 2018: 69,59 €

Zeichentabletts für Fortgeschrittene & Profis

Die größten Unterschiede im Vergleich zu Einstegermodellen beziehen sich auf die oben genannten technischen Merkmale: Modelle für Fortgeschrittene sind in der Regel größer, haben eine höhere Auflösung, mehr Druckstufen und  mehr Optionen, was Expresskeys, Software usw. angeht.

Ein Beispiel für ein Grafiktablett für Fortgeschrittene und Profis ist das Wacom Intuos Pro (in M oder L). Das Modell in der Größe L ist 487 × 318 × 12 mm groß, wobei die aktive Fläche 299 × 190 mm beträgt. Das sind die weiteren technischen Details:

  • Auflösung: 5080 lpi
  • 2048 Druckstufen (Stiftspitze und Radierer), Effekte durch Stiftneigung möglich
  • Multi-Touch
  • 8 Expresskeys mit anwendungsabhängiger Belegung
  • TouchRing mit 4 einstellbaren Funktionen
  • Geeignet für Links- und Rechtshänder, Windows und Mac
  • Grip Pen mit 2 Funktionstasten, ohne Batterie

Die UVP liegt bei 529,90 €, auf Amazon bist Du momentan für 347,99 € mit dabei.

Nette Alternative zum Klassiker: Grafiktablett mit Display

Auch eher für Fortgeschrittene und Profis sind Grafiktabletts mit Display. Auch in diesem Bereich gibt es verschiedene Anbieter und verschiedene Preisklassen. Ein Zeichentablett mit Display gleicht einem herkömmlichen Tablet mit eigener Software, eigenem Bildschirm usw. – es ist einfach ein eigener kleiner Computer, wie ein Smartphone oder Tablet eben auch.

Wenn man mit dem Pen auf dem Grafiktablett zeichnet, sieht man sofort auf dem Gerät selbst, was man gemalt hat. Es kommt also dem „normalen“ Zeichnen auf Papier näher vom Feeling her. Das ist insofern leichter, als man nicht auf dem Pad zeichnen muss, während man den Blick auf den Computerbildschirm gerichtet hat, wie das bei den traditionellen Grafiktabletts der Fall ist.

Auch hier dominiert Wacom den Markt – mit der Modellreihe Wacom Cintiq. Aber auch GAOMON hat in diesem Bereich etwas zu bieten, z.B. mit dem GAOMON PD1560.

Wie viel kostet ein Grafiktablett?

In den vorhergehenden Artikeln wurde es schon angedeutet: Es gibt viele unterschiedliche Marken und Modelle im Bereich Grafiktabletts und dementsprechend variieren natürlich auch die Preise.

Um sich einen richtig guten Überblick zu verschaffen, welches Modell den eigenen Bedürfnissen und Budget entspricht und dabei ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, ist es am besten, man probiert mehrere Modelle einmal selbst aus. Dies geht in verschiedenen Fachgeschäften für Computerzubehör und/oder Künstlerbedarf.

Für viele Amateure ist natürlich der Preis eins der wichtigsten Kriterien, denn wenn man gerade erst am Anfang steht, möchte man keine riesige Investition tätigen, sondern erst einmal mit einem Einsteigermodell testen, was möglich ist. Die gute Nachricht ist: Grafiktabletts für Einsteiger gibt es bereits ab ca. 60 €. Darunter gibt es noch die Pad-artige Produkte (digitale „Schreibtafeln“) ab ca. 20 €.

Im Profibereich sind natürlich kaum Grenzen gesetzt, was den Preis anbelangt (das ist man aus dem Elektrohandel ja auch bei anderen Produkten gewohnt, sei es bei PCs, Kameras, Fernsehern usw. – teurer und besser geht immer). Für ein Wacom Cintiq Pro-Modell kann man locker mehrere Tausend Euro ausgeben, gar kein Problem … Da bewegen wir uns dann aber auch im Bereich 24-32 Zoll.

Übrigens: Wenn es für den Anfang nicht so teuer werden soll, die Qualität aber trotzdem wichtig ist, gibt es natürlich auch die Möglichkeit, ein gebrauchtes Grafiktablett zu erwerben. So bekommst Du gute Qualität zum kleineren Preis! Auf ebay bekommst Du beispielsweise ein Wacom Intuos S ab ca. 60 € im Sofort-Kauf oder Du bietest bei Auktionen mit.

Mit welchen Betriebssystemen ist ein Grafiktablett kompatibel? Kreativ Schaffende verwenden gerne Apple-Produkte für ihre Arbeit. | Quelle: Pexels

Hier einige Grafiktablett-Modelle zum Preisvergleich:

MarkeModellPreis
WacomIntuos S79,90 €
WacomIntuos M199,90 €
WacomIntuos Pro M379,90 €
WacomIntuos Pro L529,90 €
GAOMONM10K 201869,59 €
HuionKAMVAS GT-191359,00 €
XP-PENArtist 12159,00 €
WacomCintiq 16599,00 €
WacomCintiq Pro 241.931,53 €

Natürlich ist diese Liste unvollständig und es gilt auch zu beachten, dass die aufgeführten Modelle aus ganz unterschiedlichen Qualitätssegmenten kommen und unterschiedlich groß sind. Um wirklich eine qualifizierte Entscheidung zu treffen, solltest Du genau wissen, was Du bezüglich der Größe, Auflösung, Druckstufen, mit Display oder nicht usw. möchtest, um dann ähnliche Modelle von verschiedenen Anbietern vergleichen zu können.

Bist Du bereit? Dann hol auch Du Dir jetzt ein Grafiktablett für Einsteiger oder Fortgeschrittene und leg los mit Deinem nächsten kreativen Projekt!

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