Du möchtest malen lernen, weißt aber nicht, welcher Pinsel die richtige Wahl ist? Kein Wunder: Im Fachgeschäft oder online ist die Auswahl riesig.

Grundsätzlich hängt die richtige Wahl vor allem davon ab, womit und wie du malen möchtest. Für feine Linien brauchst du einen anderen Pinsel als für große Flächen, für Aquarellfarben ein anderes Material als für Acryl- oder Ölfarben.

PinselartEigenschaftenGeeignet für
Rundpinselspitze Form, vielseitig, für Linien und DetailsAquarell, Acryl, Öl, feine Motive
Flachpinselbreite, gerade KanteFlächen, Hintergründe, klare Kanten
Borstpinselkräftig, steif, strukturgebendAcryl, Öl, pastose Farbe
Haarpinsel/Naturhaarpinselweich, saugfähig, geschmeidigAquarell, Lasuren, feine Übergänge
Synthetikpinselrobust, elastisch, pflegeleichtAcryl, Mixed Media, Anfänger
Katzenzungenpinselflach und abgerundetFlächen, Kurven, Übergänge
Fächerpinselaufgefächerte FormGras, Haare, Wolken, Strukturen
Schlepperpinsel/Liniererlange, feine SpitzeLinien, Schrift, Zweige, Details
Grundierpinselbreit und kräftiggroße Flächen, Grundierungen
Wassertankpinselintegrierter WassertankAquarell unterwegs, Skizzen

Wir geben die einen Überblick über die wichtigsten Pinselarten, ihre Eigenschaften und typischen Anwendungsbereiche.

Möchtest du allgemein mehr über die Grundausstattung zum Malen erfahren?

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Woraus besteht ein Malpinsel?

Jeder Teil des Pinsels hat einen Einfluss auf den Stil und die Maltechnik. Ein Malpinsel besteht grundsätzlich aus drei Teilen: dem Pinselgriff, der Zwinge und dem Pinselhaar beziehungsweise den Borsten.

Einige Pinsel auf einer Malpalette voller Farbe.

Der Pinselgriff besteht in der Regel aus Naturholz. Wichtig ist natürlich, dass er beim Malen gut in der Hand liegt. Das Holz kann von verschiedenen Bäumen stammen und entweder naturbelassen, also etwas rauer, oder lackiert und glatt sein.

Bei der Aquarellmalerei benutzt man oft Pinsel mit kürzerem Griff, weil man näher am Papier arbeitet. Beim Malen mit Acrylfarben oder Ölfarben auf Leinwand sind dagegen längere Pinselgriffe beliebt.

Die Zwinge ist die Metallhülse zwischen Griff und Pinselhaar. Sie verbindet beide Teile miteinander, hält die Haare oder Borsten fest zusammen und gibt dem Pinselkopf seine Form. Je nachdem, wie die Zwinge gearbeitet ist, entsteht zum Beispiel ein Rundpinsel, Flachpinsel oder Schrägpinsel.

Das Pinselhaar hat den größten Einfluss auf die Technik und Qualität des Farbauftrags. Es entscheidet, wie viel Farbe der Pinsel aufnimmt, wie weich oder kräftig der Strich wirkt und ob sichtbare Strukturen entstehen.

Pinselmaterialien: Naturhaar, Borsten oder Synthetik?

Beim Pinselhaar gilt es zunächst einmal zwischen Naturhaarpinseln, Borstpinseln und Synthetikpinseln zu unterscheiden. Das Material hat großen Einfluss darauf, wie viel Farbe ein Pinsel aufnehmen kann, wie weich der Farbauftrag wirkt und für welche Maltechnik er sich besonders gut eignet.

Naturhaarpinsel

Naturhaarpinsel werden aus Tierhaaren hergestellt. Sie sind oft besonders weich, saugfähig und elastisch. Deshalb eignen sie sich gut für flüssige Farben, feine Linien, Lasuren und weiche Übergänge.

  • Fehhaar/Eichhörnchenhaar: sehr fein, weich und saugfähig; ideal für Aquarellmalerei und Verwaschungen
  • Rotmarderhaar/Kolinsky: hochwertig, elastisch und formstabil; gut für präzise Linien, Details und kontrollierte Aquarelltechniken
  • Iltishaar: weich und elastisch; geeignet für Aquarell- und Ölmalerei, besonders bei geschmeidigem Farbauftrag
  • Rindsohrhaar/Ochsenhaar: kräftiger, aber ebenfalls farbaufnahmefähig; gut für Ölmalerei, Tempera und stärkere Farbaufträge

Hast du auch schonmal versucht auf einem digitalen Whiteboard zu malen?

Borstpinsel

Borstpinsel bestehen meist aus Schweineborsten. Streng genommen gehören sie nicht zu den feinen Haarpinseln, denn Borsten sind deutlich kräftiger, härter und steifer als weiches Naturhaar. Genau das macht sie aber so nützlich.

Sie eignen sich besonders gut, wenn sichtbare Pinselstriche, Strukturen oder ein pastoser Farbauftrag gewünscht sind. Auch für größere Flächen, dicke Farbe und robuste Maltechniken sind Borstpinsel eine gute Wahl.

Deshalb werden sie häufig für Acrylfarben, Ölfarben, Impasto-Techniken und expressive Malerei verwendet.

Synthetikpinsel

Gerade in einer Zeit, in der Tierschutz für viele Menschen eine wichtige Rolle spielt, sind Synthetikpinsel sehr beliebt. Sie bestehen aus Kunstfasern wie Nylon, Taklon oder anderen synthetischen Materialien und sind oft robust, elastisch und leicht zu reinigen.

Eine Auswahl verschiedener Pinsel.
Synthetikpinsel gibt es in allen Formen und Größen. | Credits: Debby Hudson

Gute Synthetikpinsel stehen Naturhaarpinseln heute in vielen Bereichen kaum noch nach. Sie können weich und saugfähig sein, behalten aber gleichzeitig gut ihre Form. Besonders für Acrylmalerei, Mixed Media, Schule, Hobby und Anfänger sind sie deshalb eine praktische Wahl.

Ein weiteres Plus: Im feuchten Zustand lassen sich Synthetikpinsel meist leichter reinigen als Naturhaarpinsel.

Übrigens: Wenn du ein Zeichentablet benutzt, musst du gar keinen Pinsel kaufen.

Mischhaarpinsel

Neben reinen Naturhaar- und Synthetikpinseln gibt es auch Mischhaarpinsel. Dabei werden natürliche Haare mit synthetischen Fasern kombiniert. So sollen die Vorteile beider Materialien verbunden werden: gute Farbaufnahme, angenehme Elastizität und eine stabile Form.

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Pinselformen: Welche Form eignet sich wofür?

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Pinselformen, deren Eigenschaften zu verschiedenen Malergebnissen führen.

Und das ist auch logisch: Für feine Gesichtszüge brauchst du natürlich eine andere Pinselform als für große Farbflächen, weiche Übergänge oder abstrakte Strukturen.

Rundpinsel

Der Rundpinsel ist der Klassiker unter den Pinseln und aus keinem Künstlersortiment wegzudenken. Durch seine spitz zulaufende Form eignet er sich besonders gut für Linien, Konturen, Details und kleine Flächen.

Größere Rundpinsel können aber auch viel Farbe oder Wasser aufnehmen und sind deshalb praktisch für weiche Übergänge, Aquarellflächen oder schwungvolle Pinselstriche.

Welche Stifte du zum Malen brauchst, erklären wir dir übrigens in einem Anderen Artikel.

Flachpinsel

Ein Flachpinsel besitzt eine breite, gerade Kante. Damit lassen sich Flächen, Hintergründe, Grundformen und klare Kanten gut malen. Besonders bei Acryl- und Ölfarben ist er ein echter Allrounder, weil du mit der breiten Seite große Bereiche füllen und mit der Kante auch schmalere Linien ziehen kannst.

Katzenzungenpinsel

Der Katzenzungenpinsel ist, wie der Name schon sagt, wie eine Katzenzunge geformt. Er verbindet die Vorzüge eines flachen und eines runden Pinsels.

Damit kannst du sowohl Flächen als auch Kurven, weiche Konturen, Übergänge und Details malen. Genau deshalb ist er für viele Maltechniken besonders vielseitig.

Schrägpinsel

Ein Schrägpinsel.

Beim Schrägpinsel ist die Malkante abgeschrägt. Mit der Breitseite lassen sich gut Flächen malen, wenn du den Pinsel drehst und die Spitze verwendest, sind aber auch Details möglich.

Besonders praktisch ist diese Form für Kanten, Schrift, Blätter, dekorative Formen oder präzise Linien.

Fächerpinsel

Der Fächerpinsel ist flach und aufgefächert. Er eignet sich ideal für natürliche Strukturen wie Gras, Haare, Fell, Wolken, Laub oder weiche Farbübergänge. Auch für trockene Pinseltechniken ist er spannend, weil er nicht eine geschlossene Fläche, sondern viele feine Spuren hinterlässt.

Schlepperpinsel oder Linierer

Ein Schlepperpinsel, auch Linierer genannt, hat lange, feine Haare. Er nimmt relativ viel Farbe auf und gibt sie gleichmäßig wieder ab. Dadurch eignet er sich besonders gut für lange Linien, Schriftzüge, Äste, Ranken, Schnörkel und feine grafische Elemente.

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Grundierpinsel und breite Pinsel

Zwei Grundierpinsel.
Grundierpinsel tragen Farbe gleichmäßig auf große Flächen auf. | Credits: Pedro Barros

Ein breiter Pinsel oder Grundierpinsel ist für große Flächen gemacht. Er kommt zum Einsatz, wenn du Hintergründe anlegen, Leinwände grundieren, Lasuren auftragen oder Firnis verteilen möchtest. Auch bei großen Formaten spart ein breiter Pinsel viel Zeit und sorgt für einen gleichmäßigeren Auftrag.

Stupfpinsel

Der Stupfpinsel eignet sich insbesondere – oh Wunder – zum Stupfen! Die Haare sind meist gleich lang und zu einer runden Fläche gebunden. Dadurch kannst du Farbe tupfend auftragen und interessante Strukturen, Muster oder Effekte erzeugen.

Wassertankpinsel

Ein Wassertankpinsel ist besonders praktisch für Aquarell, Skizzenbücher und unterwegs. Im Griff befindet sich ein kleiner Tank, der mit Wasser gefüllt wird.

Durch leichten Druck gelangt Wasser in die Pinselspitze. So kannst du Aquarellfarben vermalen, Farben verwischen oder kleine Skizzen kolorieren, ohne extra Wasserglas.

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Welcher Pinsel für welche Farbe?

Zunächst solltest du dir überlegen, welche Art von Malerei du ausprobieren möchtest. Malen mit Aquarellfarben, Acrylfarben oder Ölfarben? Davon hängt nämlich stark ab, welcher Pinsel für dein Projekt die beste Wahl ist.

brush
🖌️Welche Pinsel brauchen Anfänger?🖌️

Für den Einstieg brauchst du nicht sofort ein riesiges Pinselset. Viel sinnvoller ist eine kleine Grundausstattung, mit der du verschiedene Formen und Techniken ausprobieren kannst:

2–3 Rundpinsel in verschiedenen Größen für Linien, Details und kleinere Flächen
1–2 Flachpinsel für Hintergründe, Kanten und größere Farbflächen
1 Katzenzungenpinsel als vielseitiger Allrounder für Flächen, Kurven und Übergänge
1 breiter Pinsel für Grundierungen, große Flächen und lockere Hintergründe
Optional: 1 Fächerpinsel oder Stupfpinsel für Effekte, Strukturen, Gras, Wolken oder Muster

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Pinsel für Aquarellfarben

Für die Aquarellmalerei braucht man Pinsel mit einem eher kurzen Griff und Pinselhaar, das besonders gut Wasser und Farbe aufnimmt. Das ist wichtig, damit der Farbfluss kontrollierbar bleibt und du sowohl feine Linien als auch weiche Übergänge malen kannst.

Eine Aquarellpalette und ein Pinsel.

Gut geeignet sind weiche Rundpinsel, Verwaschpinsel, Fehhaarpinsel, Rotmarderpinsel oder hochwertige Synthetikpinsel. Fehhaar ist zum Beispiel sehr fein, elastisch und saugfähig.

Wenn du stärker aufdrückst, entstehen breitere Striche, bei leichter Berührung sehr dünne Linien. Borstpinsel sind für klassische Aquarellmalerei dagegen meist zu hart.

Pinsel für Acrylfarben

Acrylfarben trocknen schnell und können Pinsel stärker beanspruchen als Wasserfarben. Deshalb sind robuste und pflegeleichte Pinsel besonders wichtig.

Synthetikpinsel sind hier oft die beste Wahl: Sie lassen sich leicht auswaschen, behalten gut ihre Form und sind gleichzeitig elastisch genug für verschiedene Techniken.

Für Acrylmalerei eignen sich robuste Synthetikpinsel, Borstpinsel, Flachpinsel, Katzenzungenpinsel und Rundpinsel. Je nachdem, ob du große Flächen, klare Kanten, Details oder sichtbare Strukturen malen möchtest, kannst du zwischen unterschiedlichen Formen wechseln.

Pinsel für Ölfarben

Ölfarben sind meist dickflüssiger und trocknen deutlich langsamer. Dadurch lassen sie sich lange bearbeiten, mischen und in Schichten auftragen. Gleichzeitig können bei der Ölmalerei sichtbare Pinselspuren, Furchen und Reliefs entstehen und genau damit spielen viele Malerinnen und Maler gern.

Ölfarben auf einer Malpalette.
Ölfarben sind dickflüssig und haben lange Trocknungszeiten.

Für Ölfarben eignen sich Borstpinsel, Rindshaarpinsel, Iltishaarpinsel oder Rotmarderpinsel. Borstpinsel sind besonders gut für pastose, kräftige Farbaufträge. Weichere Naturhaarpinsel wie Iltis oder Rotmarder kommen eher bei Lasuren, feinen Linien und Details zum Einsatz.

Nicht zu vergessen sind bei der Ölmalerei auch Malmesser und Spachtel, mit denen du zusätzliche Tiefe und Struktur erzeugen kannst.

Hast auch du Lust bekommen auf Malen lernen? Wie wäre es denn dann mit einem Malkurs München?

Pinsel für Gouache, Tempera und Mixed Media

Auch bei Gouache, Tempera und Mixed Media hängt die Pinselwahl stark vom gewünschten Effekt ab. Für deckende Farbflächen und klare Formen sind Synthetikpinsel eine gute Wahl. Wenn du kräftige Strukturen, trockene Effekte oder dickere Farbschichten erzeugen möchtest, können auch Borstpinsel sinnvoll sein.

Hier lohnt sich das Ausprobieren: Alte Pinsel, Fächerpinsel, Stupfpinsel oder Spachtel können spannende Strukturen erzeugen und deinem Bild mehr Ausdruck geben.

Pinsel kaufen: Worauf solltest du achten?

Wenn du Pinsel kaufen möchtest, musst du nicht automatisch zur teuersten Marke greifen. Wichtiger ist, dass der Pinsel zu deiner Farbe, deiner Technik und deiner Hand passt. Ein guter Pinsel verliert möglichst keine Haare, liegt angenehm in der Hand, behält seine Form und gibt die Farbe gleichmäßig ab.

brush
Pinselpflege: So halten deine Pinsel länger

🧼 Direkt reinigen
Aquarell- und wasserlösliche Farben mit Wasser ausspülen
Acrylfarbe sofort auswaschen, bevor sie antrocknet
Ölfarbe zuerst mit einem Tuch abstreifen, dann passend reinigen
🫧 Sanft auswaschen
Mit milder Seife oder Pinselseife reinigen
Vorsichtig in der Handfläche ausschäumen
Pinselhaare danach wieder in Form bringen
🌬️ Richtig trocknen
Nicht mit der Spitze nach unten im Wasserglas stehen lassen
Am besten liegend oder hängend trocknen lassen
🖌️ Gut aufbewahren
Trocken und sauber lagern
Nach dem Trocknen mit der Spitze nach oben aufbewahren

Marken können beim Pinselkauf natürlich eine Orientierung geben, sind aber nicht alles. Gerade als Anfänger reicht oft ein gutes Einsteiger-Set mit verschiedenen Größen und Formen.

So kannst du ausprobieren, ob du lieber mit Rundpinseln, Flachpinseln, Borstpinseln oder Synthetikpinseln arbeitest. Wenn du später öfter malst, kannst du einzelne hochwertige Pinsel gezielt ergänzen.

Achte außerdem nicht nur auf die Pinselnummer. Pinselgrößen sind nämlich nicht immer einheitlich und können je nach Hersteller unterschiedlich ausfallen.

Vergleiche lieber die sichtbare Haarlänge, die Breite des Pinselkopfs, die Form und das Material. So findest du eher den Pinsel, der wirklich zu deinem Projekt passt.

Willst du malen lernen (und suchst dafür z. B. Malkurse Berlin?) und den ganz großen Namen wie Van Gogh, Picasso, Dalí, Cézanne & Co. nacheifern?

Referenzen

  1. Tina. (2019, October 23). Pinsel – ein kleiner Überblick. KUNSTschön - Der Blog Für Kunst, Malen Und Zeichnen. https://kunstschoen.de/pinsel-ein-kleiner-ueberblick/
  2. Das große Handbuch für Künstler: Grundlagen, Materialien, Techniken. (2022).
  3. Tate, E. (2002). Handbuch der Maltechniken.

Mit KI zusammenfassen:

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Anna H.

Dank meiner langjährigen Erfahrung als Nachhilfelehrerin für Deutsch (als Fremdsprache), Englisch und Französisch ist mir der Bildungsbereich gut vertraut. Als professionelle Übersetzerin und Texterin liebe ich es aber auch, mich immer wieder in neue Themengebiete einzuarbeiten. So wird mir garantiert nie langweilig und ich lerne ständig Neues dazu ... 🤓