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Diese Stifte eignen sich am besten zum Zeichnen

Von Anna, veröffentlicht am 10/07/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Welche Stifte eignen sich zum Zeichnen?

Man sagt: “Gutes Werkzeug, guter Handwerker.” Also auch „Guter Stift, guter Zeichner“?

In gewisser Weise schon, aber natürlich gibt es nicht DEN einen magischen Stift, mit dem alles wie von alleine läuft. Doch natürlich wird das Ergebnis besser, wenn Du nicht nur gut malen kannst, sondern auch die für Deine Bedürfnisse richtigen Stifte zur Verfügung hast.

Wenn Du also zeichnen lernen willst, musst Du wissen, welche verschiedenen Stiftarten es gibt und Dir folgende Fragen stellen:

  • Welchen Stift nehme ich am besten bei Zeichnungen mit Bleistift für Anfänger?
  • Welche Stifte sind gut zum Zeichnen und Malen lernen, aber auch welcher Radiergummi?
  • Wie funktionieren Techniken wie Estompe (Verwischen) usw.?
  • Und für welche Zeichnungen ist eine Minenbleistift besser und für welche ein Kohlestift?
  • uvm.

Es ist ganz klar: Als Anfänger im Zeichnen hat man natürlich viele Fragen. Mit der Zeit entwickelt dann jeder Zeichner so seine ganz eigen(en) Technik(en) und damit auch Vorlieben für bestimmte Stifte.

Gehen wir mal einen Schritt zurück und schauen uns ganz genau an, wie der Bleistift entstanden ist und woraus er besteht. Zwar füllten wohl schon die alten Ägypter Bambusrohre mit flüssigem Blei, um damit zu schreiben und zu zeichnen, der Bleistift, wie wir ihn heute kennen – also eine Graphitmine in einem hölzernen Schaft – fand allerdings erst im 16. Jahrhundert mit der Entdeckung von Graphitvorkommen in England Verbreitung.

Achtung: Auf Deutsch sagen wir gemeinhin zwar „BLEI”-Stift, aber das gefährliche Element war in der modernen Version des Schreibgeräts nie enthalten. Es handelt sich dabei um ein Missverständnis: Bei der Entdeckung von Graphit dachte man zunächst, es handle sich um das Bleierz Galenit. So entstand der Name und irgendwie ist er geblieben.

Ein Name, den es im Zusammenhang mit der Erfindung des Bleistifts zu nennen gilt, ist übrigens Konrad Steiner, der 1565 ein erstes Konzept eines Bleistifts entwickelte. Doch das war nur der Anfang, zahlreiche Personen haben den Bleistift weiterentwickelt und immer weiter verbessert.

Weitere große Namen sind entsprechend:

  • Nicolas-Jacques Conté: Da es 1794 aufgrund einer Handelsblockade mit England schwierig war für den Franzosen, reines Graphit zu erhalten, erfindet er eine Mine, die aus einer Mischung aus herkömmlichem Graphit und Ton besteht. Diese wurde unter Druck und hoher Temperatur gebrannt. Noch heute werden Bleistiftminen nach diesem Prinzip hergestellt. Nicolas-Jacques Conté ließ seine Idee patentieren und begann mit der industriellen Fertigung von Bleistiften in seiner Fabrik. Noch heute steht die Marke Conté à Paris™ für hochwertige Graphitstifte.
  • Lothar Faber: Einige Jahre später, im Jahr 1840, kommt der zweite große Name im Bereich Bleistifte (und später Holzmalstifte) ins Spiel, um das Konzept weiter zu verbessern: Faber. Er versucht seinerseits, die Härte der Minen zu verbessern und entwickelt entsprechend mehrere Konzepte bzw. Rezepte. Außerdem war er es, der dem Bleistift statt einer runden eine sechseckige Form gab, sodass sie nicht mehr von den schrägen Zeichenpulten rollen.

Der Buntmalstift wiederum wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden. Davor verwendete man Pastellstifte bzw. -kreiden, die man vorne zuspitzen konnte. In diesem Zusammenhang spielt übrigens ein weiterer bekannter Name eine Rolle: Johann Sebastian Staedtler.

Selbst heute, in einer Zeit, in der immer mehr auch am Tablet und Computer gezeichnet und entworfen wird, geht doch nichts über einen guten, alten Bleistift.

Welche Art von Bleistift für welchen Zweck?

Auch heute noch ist der Bleistift in vielen Berufen nicht wegzudenken. Für die Architekten, technischen Zeichner, Comiczeichner, Schreiner usw. ist es wichtig, verschiedene Arten von Bleistiften zur Verfügung zu haben, sodass sie immer zum richtigen Modell für den jeweiligen Zweck greifen können.

Welche Bleistifthärte brauche ich? Eine Architektin arbeitet mit einem anderen Stift als ein Modedesigner. | Quelle: Pexels

Bleistiftminen sind nach ihrer Härte kategorisiert (kann je nach Land etwas anders lauten und gleiche Begriffe wie „HB“ können in verschiedenen Ländern leider unterschiedliche Härten bedeuten):

  • H (Hart): Diese Bleistifte mit harter Mine sind für klare Linien geeignet und sind sehr robust. Sie werden gerne für technische Zeichnungen und mathematische Zeichnungen verwendet.
  • B (Weich, Tonsatt): Diese Bleistiftmine ist eher weich. Verwendungsgebiete sind Freihandzeichnen und eingeschränkt auch normales Schreiben.
  • HB (Mittel): Ein HB-Bleistift ist hierzulande der Standard, den man z.B. auch in der Schule verwendet. Man kann damit sehr gut schreiben und linear zeichnen. Pluspunkt: lässt sich besonders gut radieren.
  • F (Mittel): Auch F fällt noch in den Bereich “mittel”, ist aber noch einen Tick härter als HB (Stufe zwischen H und HB). Es ist Geschmacksache, ob man lieber mit einem HB- oder F-Bleistift zeichnet und schreibt.

In der Spektrumsmitte finden sich also (von weich nach hart) B, HB, F und H. Natürlich geht die Skala noch in beide Richtungen weiter: mit 2H, 3H, 4H usw. bis 9H für die harten Bleistifte (die vor allem im technischen Bereich, aber auch für Lithographie, Kartographie, Xylographie – also fast schon Gravuren – benutzt werden) und auf der anderen Seite mit 2B, 3B usw. bis 9B für die weichen Bleistifte die insbesondere für künstlerische Zwecke, also Skizzen, Studien und Entwürfe verwendet werden.

Du siehst also: Wenn Du in einem Schreibwarenladen oder Geschäft für Künstlerbedarf vor dem Bleistiftregal stehst, hast Du eine riesige Auswahl vor Dir und mit Sicherheit die Qual der Wahl. Wenn Du ungefähr weißt, in welche Richtung es gehen soll (eher weich oder eher hart), heißt es am Ende einfach: Probieren geht über Studieren.

Wenn man erst einmal einen Entwurf zeichnen möchte, ist es natürlich wichtig, dass man die Bleistiftlinien noch gut radieren kann, sonst wird es schnell unübersichtlich und hässlich auf dem Papier. Insbesondere die mittleren Härtegrade lassen sich gut radieren (also ca. der Bereich H1 bis B4). Am besten fängt man also mit einem solchen Bleistift an, bevor man dann mit einem superweichen Bleistift (z.B. B7) seine Zeichnung finalisiert. Zur Not kann man auch weichere Bleistiftstriche noch radieren, mit einem normalen Radiergummi kommt man dann aber nicht weit, es muss dann schon ein Knetgummi-Radierer sein.

Bei der Bleistiftwahl für Zeichnungen gibt es aber natürlich keine festgeschriebenen Regeln, jeder Künstler und jede Künstlerin findet das so ein bisschen für sich selbst heraus. Manche verwenden für ein und dasselbe Bild auch Bleistifte verschiedener Härten, um unterschiedliche Effekte zu erzielen.

Übrigens: Gerade die weichen Bleistifte haben ein großes Spektrum an Graustufen, je nachdem wie fest man aufdrückt und wie oft man über die gleiche Stelle fährt. Wenn man es oft und stark genug tut, wird es fast schwarz. Damit kann man gerade im künstlerischen Bereich super gut spielen und verschiedene Graustufen ausprobieren. Also weg von Schwarz und Weiß und hin zu Shades of Gray 🙂

Welche Marken gibt es für Buntstifte. Die großen Marken im Bereich Bleistifte und Buntstifte haben eine lange Tradition. | Quelle: Pixabay

Zeichenstifte: Bekannte Marken für Bleistifte und Buntmalstifte

Wenn man in einigermaßen hochwertiger Qualität zeichnen möchte, greift man schon besser zu Markenstiften und nicht gerade den günstigsten aus dem Discounter. Natürlich können auch unbekanntere Marken hervorragende Stifte herstellen, aber bei manchen Namen weiß man einfach, was man hat.

Bei schlechter Qualität kratzt der Stift auch zu sehr auf dem Papier und es entstehen keine gleichmäßigen Flächen. Außerdem kommt es öfter vor, dass die Mine bricht, dann muss man wieder spitzen und am Ende hat man unterm Strich weniger vom Stift, also auch mehr dafür ausgegeben.

Außerdem ist es auch trotz einheitlicher europäische Klassifizierung der Bleistiftminenhärten so, dass diese bei verschiedenen Herstellern trotzdem ein wenig unterschiedlich ausfallen. Wenn Du also einmal den perfekten Blei- und Zeichenstift für Dich gefunden hast, empfiehlt es sich, bei derselben Marke zu bleiben. Auch wenn das Angebot im Internet riesig ist, lohnt es sich doch, zumindest beim ersten Mal in ein Fachgeschäft zu gehen: Eine qualifizierte und persönliche Beratung ist einfach unbezahlbar.

Im Bereich des Zeichnens gibt es einige traditionelle, solide Marken, um die man kaum herum kommt (sie stellen z.T. übrigens auch Pinsel und sonstigen Künstler- und Schreibwarenbedarf her):

  • Faber-Castell: Die verschiedenen Bleistiftmodelle von Faber-Castell sind fast schon eine Institution.
  • STAEDTLER: Auch das Unternehmen, das auf den Nürnberger Bleistiftmacher Johann Sebastian Staedtler zurückgeht, bleibt seinem Kerngeschäft weiterhin treu.
  • Derwent: Auf speziellen Künstlerbedarfseiten ist auch die Marke Derwent beliebt und leicht erhältlich.
  • Koh-i-Noor Hardtmuth: Ebenfalls eine international angesehene Bleistiftmarke. Das Graphitstifte-Set 1500 ist das Aushängeschild.

Weitere Zeichenstifte

Auch wenn der Bleistift für passionierte Zeichnerinnen und Zeichner unumgänglich ist, verspürt man vielleicht doch auch mal die Lust, mit einem anderen Zeichengerät zu arbeiten. Nicht zuletzt sind auch einige Künstlerinnen wie z.B. Käthe Kollwitz für ihre Kohlezeichnungen bekannt.

Willst Du mit Kohle zeichnen lernen? Mit Kohle zu zeichnen ist schön, aber eine schmutzige Angelegenheit. | Quelle: Pixabay

Zeichenkohle

Wir hatten es schon angedeutet: Auch die Zeichenkohle ist aus der Welt der Kunst und insbesondere des Zeichnens nicht wegzudenken. Wie der Name schon besagt, handelt es sich dabei um Kohle, genauer um Holzkohle: Die Stifte bestehen entweder aus verkohlter Holzstäbchen oder aus gepresstem Holzkohlepulver. Sie bestechen natürlich besonders durch das tiefe Schwarz, das dadurch möglich wird (deutlich schwärzer als der intensivste Bleistift). Zugespitzt lassen sich wunderschön Details darstellen, mit der flachen Seite ist es aber auch möglich, große Flächen zu bemalen. Wenn Deine Zeichnung fertig ist, musst Du das Bild noch mit einem Fixativ behandeln (einsprayen), denn Kohle ist sehr flüchtig. Das führt im Übrigen auch dazu, dass das Zeichnen mit Kohle eine recht schmutzige Angelegenheit ist – also Wasser und Seife bereithalten!

Rötel

Rötel (oder auch “roter Ocker”) gehört zu den Mineralfarben und ist eine Mischung aus Ton, Kreide und Hämatit, einem Gestein, das Eisenoxid enthält, was ihm diese charakteristische rötliche Farbe verleiht. Die Farben können dabei von Rottönen über Ocker bis Beige variieren. Es gibt Rötel in Form von Holzstiften, aber auch Pastellstiften oder Kreiden. Rötel wird insbesondere für Porträts oder Zeichnungen von Objekten verwendet und gibt einer Zeichnung einen ganz bestimmten künstlerischen Touch. Probier es selbst aus!

Schwarzstein

Schwarzstein ist ein bestimmter Stein, der insbesondere aus der Bretagne kommt. Im Künstlerbedarf kommt er meist als Holzstift oder als Naturstift (ohne Holzschaft) vor. Er wird in der Trois-Crayons-Technik bestehend aus Schwarzstein, Rötel und weißer Kreide verwendet. Bei boesner ist er beispielsweise von der Marke Conté à Paris erhältlich.

Tinten und Tuschen

Eine weitere sehr interessante Möglichkeit ist das Zeichnen mit Tinte oder Tusche. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man die in diesem Fall flüssige Farbe schön aufs Papier bringt. Eine Möglichkeit ist, ganz old school eine Feder zu benutzen (so wie früher ja auch geschrieben wurde). Wenn es nicht gerade eine Vogelfeder (Kielfeder) ist, verwendet man Bambus- oder Rohrfedern. Heutzutage kommen aber natürlich auch insbesondere Stahlfedern zum Einsatz. Diese erinnern von Form und Material her an den klassischen Füllfederhalter, den viele unter uns sicher noch in der Grundschule verwenden mussten. Das Zeichnen mit dieser Art von Farbe ist besonders anspruchsvoll – nicht nur aufgrund des Schreibgeräts, das es gut einzusetzen gilt, sondern auch, weil Tinte und Tusche permanent sind. Also vielleicht doch vorher eine Skizze mit einem Bleistift machen?

Wie kann man noch zeichnen? Warum nicht auch mal zu Feder und Tinte greifen? | Quelle: Pixabay

Bist Du bereit? Dann leg jetzt los und lerne malen und zeichnen!

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