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Kleiner Vergleich bespannte Keilrahmen und Leinwände

Von Anna, veröffentlicht am 10/07/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Das solltest Du beim Kauf einer Malleinwand beachten!

„Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens.“ – Jean Paul

Eine richtige Künstlerin der Malerei zu werden, braucht lange und kostet vor allem auch eine Stange Geld. Nicht nur, weil man zunächst vermutlich nichts mit seiner Leidenschaft verdient, sondern auch, weil man die verschiedensten Materialien braucht: Pinsel, Acrylfarben, Ölfarben, Wasserfarben, Staffelei, Farbpalette und natürlich Leinwände bzw. bespannte Keilrahmen – eben alles, was der Malerei-Bedarf so hergibt.

Wenn also auch Du malen lernen willst, lohnt es sich, sich vorher mal die verschiedenen Produkte anzusehen und zu vergleichen. Wir wollen uns im Folgenden mal die verschiedenen Optionen für Leinwände, also den Maluntergrund ansehen. Welche Möglichkeiten gibt es in diesem Bereich und welches Produkt passt am besten zu Deinen Bedürfnissen? Und welches Gewebe soll es sein? Baumwolle, Hanf, Leinen oder doch eine synthetische, also künstliche Textilart? Man denkt oft, Leinwand ist Leinwand, aber je nachdem, welche Farben man verwendet (Acryl, Aquarell, Öl), kann auf derselben Unterlage ein ganz anderer Effekt herauskommen.

Und welches Format passt am besten? Eine besonders lange Seite (Landschaft, Panorama), eine quadratische Form (z.B. Porträt) oder ein Standardverhältnis von 40×30, 70×55 oder 120×100? Und wie groß soll Dein nächstes Gemälde werden?

All diese Fragen musst Du Dir noch stellen, bevor es an den künstlerischen Inhalt geht. Möchtest Du in der Art des Pointilismus malen wie Van Gogh oder doch lieber impressionistisch wie Monet und Manet? Oder vielleicht liegt Dir eher das Abstrakte und Du möchtest Dich an geometrischen Formen à la Kubismus von Picasso versuchen?

Egal, wie Dein Stil aussieht und wie gut Deine Technik ist und welche Farben Du auch nutzt, es ist wichtig, dass Du eine qualitativ hochwertige Leinwand hast. Denn wenn der Stoff von minderer Qualität ist, kann die Spannung nachlassen und die Farbe bröckeln.

Heutzutage ist es recht einfach, günstige, aber solide Varianten im Handel zu finden (natürlich auch online). Die angebotenen Keilrahmen sind meist schon fertig bespannt. Wenn Du es aber ganz individuell möchtest, kannst Du auch einen leeren Keilrahmen und die Leinwand einzeln als Stoffrolle kaufen und dann den Rahmen selbst bespannen. Dann ist wirklich das Kunstwerk von Dir und die Malunterlage wird genauso, wie Du sie möchtest.

Die Preise für Leinwände je nach Format

Wenn Du schonmal einen Fotodruck auf Leinwand bestellt hast, weißt Du es – In der Regel haben die Anbieter ein paar bestimmte Standardformate und logischerweise gilt: je größer das Format, desto höher der Preis.

Was die Normierung angeht, sind unsere französischen Nachbarn beispielsweise noch genauer: Sie haben drei Kategorien an Formaten (Figure, Paysage und Marine) und entsprechend verschiedene Größen. In Deutschland ist man da etwas freier (und hat keine extra Namen), aber es sind schon auch immer ähnliche Seitenverhältnisse, die typisch sind.

Welche Leinwandarten gibt es? Und auf welcher Art von Leinwand willst Du malen? | Quelle: Pexels

Den bespannten Keilrahmen boesner Primus (Primus-Leinengewebe, Grammatur 440 g/m²) beispielsweise gibt es in folgenden Größen zu den folgenden Preisen:

Format Preis
30×30 13,45 €
30×40 16,65 €
40×50 22,28 €
50×60 30,55 €
50×70 33,97 €
60×80 43,65 €
70×100 58,50 €
80×100 60,30 €
50×150 67,50 €
100×100 70,20 €
80×120 72,00 €
100×120 83,70 €
120×140 110,71 €
120×160 123,30 €

Wir haben leider nicht die Kapazität, alle Preise auf dem Markt zu vergleichen, aber das gibt mal einen ersten Eindruck, was so ein bespannter Keilrahmen bei einem spezialisierten Anbieter für Malerei-Bedarf kostet. Zum Vergleich hier einige der Formate und die entsprechenden Preise für den Keilrahmen CLASSIC von kunstpark: 30×40 (8,99 €), 40×80 (20,99 €), 80×120 (46,39 €).

Auf Amazon findest Du natürlich auch zahlreiche Anbieter, wobei es da immer schwierig ist, die Qualität festzustellen. Aber vielleicht hast Du ja schon eine bestimmte Marke im Hinterkopf, die es auf Amazon auch gibt oder Du findest zu bestimmten Produkten hilfreiche Bewertungen. Klick Dich einfach mal durchs Angebot.

Und natürlich gibt es von verschiedenen Anbietern auch Sets mit mehreren gleichgroßen Keilrahmen oder in unterschiedlichen Größen. Das lohnt sich natürlich immer mehr, als die Leinwände einzeln zu kaufen. Und im Shop von kunstpark gibt es sogar extra die Kategorie „Keilrahmen selber bauen“. Dort findest Du alles, was Du brauchst, um Deinem Gemälde von A bis Z Deine eigene Note zu verleihen und vor allem natürlich Deine eigene Größe festzulegen.

Weiterer Faktor: der Keilrahmentyp

Mal ganz abgesehen von der Leinwandart gehen die Unterschiede schon beim Keilrahmen selbst los. Dabei ist die Frage, wie er hält, also gefertigt ist. Handelt es sich um einen Rahmen zum Zusammenstecken oder muss man ihn leimen?

Heutzutage sind die meisten Keilrahmen leicht ineinander zu stecken, Leim ist in der Regel nicht mehr nötig. Der Nachteil bei geleimten Rahmen ist auch, dass sie starr und weniger flexibel sind. Wenn der Rahmen Bewegung und Hitze/Feuchtigkeit usw. ausgesetzt ist und sich das Holz nicht mitbewegen kann, könnte es sein, dass er kaputt geht und die Leinwand sich ungewollt wellt.

Ein Steckrahmen dagegen, hat mehr Freiraum, Bewegungen mitzugehen und ist so letztlich stabiler. Wenn die Spannung der Leinwand mit der Zeit nachlässt, verstärkt man den Rahmen einfach in den Ecken mit speziellen Keilen. So hält die Holzkonstruktion auch, wenn sie nicht mehr durch die hohe Spannung der Leinwand zusammengehalten wird.

Wie funktioniert ein Keilrahmen? Keile stabilisieren die Rahmenkonstruktion. | Quelle: Pixabay

Und wie viel kostet so etwas?

Auf Gerstaecker z.B. findet man leere Keilrahmen, die fertig montiert geliefert werden ab 1,71 € (18×14 cm). Für 30×60 cm zahlt man 4,18 €. Man kann aber auch die Leisten und Keile einzeln kaufen und dann selbst zusammenbauen. Eine Leiste ohne Schlitz kostet dann zwischen 99 ct. Und 3 € und ist beispielsweise zwischen 12 und 59 cm lang. Mit einem Schlitz geht es ab 60 cm los (3,23 €) und geht in diesem Shop (Gerstaecker) bis 175 cm (9,07 €). Dann gibt es noch Leisten mit zwei Schlitzen (längste Variante 250 cm für 12,91 €).

Auch hier kann man sich stundenlang umschauen und Preise vergleichen. Es lohnt sich also, eine grobe Ahnung zu haben, was man sucht (zusammensteckbar, zum Leimen, einzelne Leisten, fertig montiert, fertige Sets zum selbst Zusammenbauen usw.).

Welches Leinwandgewebe soll ich kaufen?

Wir hatten es zu Beginn schon angesprochen: Auch bei der Leinwandart gibt es Unterschiede. Die gängigsten sind Baumwolle, Leinen und Synthetik, aber es gibt auch Hanfgewebe, Jutegewebe, Seide sowie Mischgewebe.

Synthetikgewebe wurden mit der Zeit immer besser und sind inzwischen so optimiert, dass sie für alle Maltechniken, also Farbenarten, geeignet sind: Ölmalerei, Acrylmalerei und Aquarellmalerei. Sie bestehen meistens aus Polyester (was ja auch bei der Kleidung oft eine Alternative zur Baumwolle ist).

In der Regel ist es so, dass die Leinwand an die Rückseite des Keilrahmens genagelt wird, damit sie besonders gut hält. Manche Künstler ziehen es aber auch vor, das Maltuch zum arbeiten in einen Rahmen zu spannen, dann aber so zu lassen. Das Vorteil ist, dass man das Bild dann einrollen und leichter transportieren kann. Möchte man es später doch aufhängen, kann man die Leinwand immer noch auf einen Rahmen spannen.

Abgesehen vom Grundgewebe muss man sich beim Maltuch auch noch überlegen, ob man es grundiert oder naturell (ungrundiert) möchte. Die klassische Leinwand ist ja weiß (bzw. oft altweiß). So sehen Naturgewebe aber ja nicht aus (denk nur an einen Kartoffelsack oder einen Natur-Jutebeutel). Diesen Natureffekt kann man natürlich nutzen, aber dann kommen die Farben anders raus. Oder man bestellt eine weiße Leinwand, die dann eben mit einer Ölfarbe vorbehandelt ist.

Schauen wir uns mal die verschiedenen Materialien etwas genauer an …

Leinen wird aus Flachsfasern gewonnen und die Verarbeitung zu Gewebe ist schon über 9.000 Jahre alt (Entdeckung um 7.000 v. Chr.). Damit kleideten sich also nicht nur Generationen von Menschen, sondern auch die großen Künstler der Renaissance malten beispielsweise schon darauf. Das Gewebe ist extrem stabil, weswegen es auch heute noch gerne verwendet wird. Ein weiterer Aspekt, der geschätzt wird: Die Struktur ist etwas gröber und nimmt Farben so besonders gut auf. Dieser Effekt ist es auch, der zu diesem schönen Gemälde-Effekt führt, den man auf Papier einfach nicht so hinbekommt.

Leinengewebe grundiert erhält man auf Gerstaecker ab 132,87 € für eine Rolle von 5 m2 (1 m² = 25,31 €). Ungrundiert bist Du in diesem Shop ab 149,90 € dabei, allerdings für satte 16 m2 (1 m2 = 9,25 €). Doch natürlich gibt es auch da Unterschiede im Angebot, also Reinschauen und Vergleichen lohnt sich!

Baumwollgewebe wird in der Malerei seit dem 18. Jahrhundert verwendet, dem Jahrhundert der industriellen Revolution (und im Zusammenhang mit Baumwolle kommt einem leider auch gleich die Sklaverei in den Sinn). Baumwolle ist in einer Hinsicht schwierig: es reagiert auf Feuchtigkeit und dadurch, dass es recht stretchbar ist (was man in der Mode schätzt), hält die Spannung auf dem Keilrahmen nicht so lang an wie bei anderen Geweben.

Doch inzwischen hat man natürlich auch Möglichkeiten gefunden, die Baumwolle so zu behandeln, dass sie auch in der Malerei besser einsetzbar ist (wenn nicht in reiner Form, dann vor allem auch in Mischungen). Wiederum auf Gerstaecker (wir bleiben für die Maltücher dabei, damit die verschiedenen Materialien vergleichbar sind) findest Du das Standardmaltuch MUSEO® aus grundierter Baumwolle ab ab 83,44 € für 10 m² (1 m² = 7,95 €). Außerdem gibt es einen einzelnen Standardbogen (selbstklebend), den man z.B. auf einen Holzuntergrund kleben kann in verschiedenen Formaten ab 1,99 € (für 3 Bogen à 20×20 cm). Die günstigste Rolle ungrundierter Baumwolle kostet 48,97 € für 16 m2 (1 m² = 3,06 €).

Warum malt man auf Leinwänden? Nur Leinwände bringen die einzigartige Gemäldestruktur. | Quelle: Pexels

Die natürliche Bastfaser Jute gibt es dagegen nur ungrundiert: 58,31 € für 12 m2 (1 m² = 4,86 €). Beim Mischgewebe bist Du ab 138,11 € für 21 m2 (1 m² = 6,58 €) mit dabei.

Solche Rollen sind natürlich ganz schön happig vom Preis her, aber dafür handelt es sich auch um mehrere Quadratmeter. Vielleicht kannst Du Dich ja mit anderen Hobbykünstlern und fortgeschrittenen Malerinnen und Malern zusammentun, dann wird es pro Person natürlich günstiger!

Du hast den perfekten Keilrahmen mit der perfekten Leinwand für Deine Bedürfnisse gefunden und das gute Stück ist auch schon bemalt? Dann geht es jetzt vielleicht darum, interessierten Galerien oder Direktkunden das Meisterwerk zu zeigen. Aber wie transportiert man am besten Gemälde, ohne dass sie zu Schaden kommen? Auch dafür haben die großen Anbieter für Künstlerbedarf ein breites Angebot. Die meisten Shops haben dafür extra Kategorien, wie beispielsweise bei boesner „Taschen und Transportzubehör“.

Wie Du siehst, hast Du im Bereich Kunst und Malerei-Bedarf eine riesige Auswahl und die Preisspannen sind in der Regel auch nicht ohne. Am besten Du stöberst mal im Laden oder online rum und lässt Dich von einer Fachperson beraten. Dann weißt Du sicher, was Du da kaufst.

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