"Das Einzige, was besser ist als singen, ist mehr zu singen." Ella Fitzgerald

"99 Luftballons", "Atemlos durch die Nacht"... diese Lieder kann in Deutschland fast jeder mitsingen. Der Liebe zur deutschen Musik wird oft beim Singen unter der Dusche oder Trällern im Auto zum Ausdruck gebracht. Doch manche wagen auch den Schritt und stürzen sich ins Abenteuer, indem sie Gesangsunterricht nehmen, um an ihren Stimmbändern zu arbeiten.

Für alle, die gerade mit dem Gesangsunterricht begonnen haben oder alle, die gerne Singen lernen möchten, haben wir hier aufgeführt, was man über die Atmung beim Singen wissen sollte.

Wie lernt man, aus dem Bauch heraus zu singen?

Gesangsunterricht zu nehmen ist keine leichte Aufgabe. Wenn der Gesangslehrer dann auch noch von euch erwartet, "aus dem Bauch heraus" zu singen, dann staunt ihr sicherlich nicht schlecht! Was will er damit bloß sagen?

Aus dem Bauch heraus zu singen hat nichts mit der Kunst des Bauchredens zu tun. Wirklich gar nicht. Aus dem Bauch heraus zu singen ist eine Gesangstechnik, bei der die Bauchatmung genutzt wird, um der Stimme mehr Kraft zu verleihen und gleichzeitig die Stimmbänder zu schonen.

Bauchatmung ist der Schlüssel zum Erfolg beim Singen.
Für eine erfolgreiche musikalische Darbietung ist es wichtig zu wissen, wie man richtig atmet. | Quelle: Fabian Møller via Unsplash

In der Tat kann ein übermäßiger Gebrauch der Stimmbänder schließlich zu Knötchen auf den Stimmbändern führen. Diese Knötchen können zu Heiserkeit oder komplettem Verlust der Stimme führen.

Aus dem Bauch heraus zu singen ist also wichtig, um seiner Gesundheit nicht zu schaden.

Aber wie genau funktioniert das?

Sängerinnen und Sänger müssen ihr Zwerchfell nutzen, eine Muskel-Sehnen-Platte, die die Brust- und die Bauchhöhle voneinander trennt. Das Zwerchfell zieht sich beim Einatmen zusammen und entspannt sich beim Ausatmen. Wenn Sänger es gut trainieren, dann können sie ihren Atmen zu kontrollieren und die zum Singen verwendete Luft auszustoßen.

Auch als Autodidakt kann man lernen, beim Singen in den Bauch zu atmen.  In diesem Fall ist es notwendig, einige Atemübungen zu machen und das Zwerchfell zu stärken. Es wird jedoch allgemein empfohlen, mit einem Gesangslehrer zu beginnen, um sich gute Gewohnheiten anzueignen.

Er wird Euch einige Atemübungen beibringen und Euch mehrere Monate begleiten können.

Durch regelmäßiges Trainieren des Zwerchfells kann jeder Sänger seine Technik verbessern, lauter singen und mehr Ausdauer entwickeln. Aus diesem Grund wird das Singen aus dem Bauch heraus von einer Vielzahl professioneller Sängerinnen und Sänger empfohlen.

10 Tipps, um Eure Atmung beim Singen zu kontrollieren!

Wie Ihr es mittlerweile sicher verstanden habt, ist die Atmung die Grundlage für eine gute Stimmtechnik. Wer ein guter Sänger werden will, muss daher unbedingt an der Atmung arbeiten und sein Zwerchfell trainieren.

Hier sind also einige Tipps, die Euch helfen sollen, eure Atmung beim Singen zu kontrollieren:

  • Nutzt euer Zwerchfell, um eure Atmung zu verbessern,
  • Wiederholt regelmäßig eure Atemübungen,
  • Nehmt eine aufrechte Haltung ein, um beim Singen besser atmen zu können,
  • Singt mit offenem Hals, um die Atmung zu erleichtern,
  • Arbeitet am Übergang zwischen den beiden Stimmen,
  • Macht Artikulationsübungen, um besser atmen zu können,
  • Lernt, euch zu entspannen, um besser atmen zu können,
  • Teilt Euch eure Atmung ein, um besser singen zu können,
  • Wärmt eure Stimme auf, um beim Singen länger durchzuhalten.
Oftmals hängt die Klarheit der Stimme nur von der Atemtechnik ab, daher sollte beim Singen bewusst die Methode der Bauchatmung eingesetzt werden.
Wenn man eine gute Sängerin oder ein guter Sänger werden möchte, dann gilt: Übung macht den Meister! | Quelle: Daniel Chekalov via Unsplash

Alle diese Tipps werden euch dabei helfen, während des Singens richtig zu atmen.

Tatsächlich ist aufrechtes Stehen eine der Prioritäten für einen Sänger. Wenn Ihr den Rücken gerade haltet und die Schultern zurücknehmt (achtet darauf, nicht ins Hohlkreuz zu fallen), dann kann die Luft leichter zu eurem Mund zirkulieren und schöne Töne produzieren.

Achtet darauf, den Mund weit zu öffnen, damit sowohl die Luft als auch der Ton entweichen können. Wenn ihr den Mund geschlossen haltet, dann kann das die Atmung und Vortragsweise beeinflussen. Ihr riskiert damit, das niemand euch hört.

Versucht auch immer, gut zu artikulieren. Die beste Übung besteht darin, Liedtexte laut vorzulesen und dabei auf übertriebene Weise zu artikulieren. Damit gewöhnt ihr es euch an, mit eurem Mund immer richtig zu artikulieren.

Entspannt zu sein ist auch ein Ratschlag, der von allen Sängern befolgt werden sollte! Im Stresszustand kontrahieren die Muskeln und die Luft strömt nicht ungehindert durch den Körper. Zögert also nicht, am Anfang einer Gesangsstunde ein paar Entspannungsübungen zu machen. Das kann man besonders gut mit dem Aufwärmen der Stimme kombinieren.

Wie kann man Atemübungen finden?

Wie übt man die Zwerchfellatmung und wo fängt man an? Auch wenn ihr über einige Grundlagen von Atemübungen verfügt, ist es wichtig, geeignete Übungen unter den besten Bedingungen zu trainieren und durchzuführen.

Es ist ratsam, mit den Atemübungen unter Anleitung von professionellen Sängern zu beginnen. Tatsächlich können sie euch die richtigen Schritte zeigen, , um nicht kontraproduktiv zu sein. Aber an wen kann man sich wenden?

In den Bauch atmen ist nichts anderes, als tief zu atmen.
Oftmals hängt die Klarheit der Stimme nur von der Atemtechnik ab, daher sollte beim Singen bewusst die Methode der Bauchatmung eingesetzt werden. | Quelle: Michael Maasen via Unsplash

Der erste Instinkt ist vielleicht, eine Musikschule oder ein Konservatorium zu besuchen. Eine solche öffentliche Einrichtung bietet u.a. Gesangsunterricht an und begleitet jeden Schüler bei seiner musikalischen Ausbildung.

Der Gesangsunterricht beginnt immer mit Aufwärmübungen für die Stimme, manchmal begleitet von Übungen zum Erlernen des richtigen Umgangs mit der Atmung.

Der Musikunterricht in diesen Einrichtungen ist renommiert, und ihr könnt sicher sein, dass ihr an der richtigen Adresse seid!

Aber dies sind nicht die einzigen Einrichtungen, in denen ihr Atemtechniken erlernen könnt. Es ist auch möglich, eine private Musikschule zu besuchen. Letztere bieten Musikkurse nach ihrem eigenen Lehrplan an (im Gegensatz zu öffentlichen Einrichtungen, die einem nationalen Lehrplan folgen). Es ist wichtig, über die Art der angebotenen Kurse gut informiert zu sein. Nutzt den Tag der offenen Tür, um mit den Gesangslehrern zu sprechen und mehr über ihre Unterrichtstechniken zu erfahren.

Es ist auch möglich, einer Gruppe wie einem Chor beizutreten. Liebhaber des Gesangs kommen zusammen, um gemeinsam Fortschritte zu machen und neue Techniken zu erlernen. Ob mit einem professionellen Gesangslehrer oder ohne, es ist immer eine weitere Gelegenheit, neue Atemübungen kennen zu lernen.

Ausserdem ist es auch möglich, einen privaten Gesangslehrer zu engagieren. Er kann entweder zu Euch nach Hause kommen oder Kurse in seinem eigenen Zuhause anbieten. Diese Möglichkeit bietet in jedem Fall Vorteile, da der Lehrer Euch bei euren Fortschritten, wie z.B. der richtigen Atmung, unterstützen wird. Er wird Euch eine Reihe von Übungen zeigen, die euch dabei helfen werden, nicht aus der Puste zu kommen.

Aber Achtung, es ist auch möglich, selbständig neue Atemübungen zu erlernen.

Die könnt ihr dank YouTube-Videos auch mühelos im Internet finden.  Zahlreiche Musik-Begeisterte und Experten teilen dort ihre Tipps, um beim Singen richtig zu atmen.  Soziale Netzwerke eignen sich auch hervorragend, um alle möglichen Übungen zu finden. Facebook, Instagram, Pinterest, eine wahre Goldgrube!

Und vergesst nicht Bücher zum Singen lernen. Diese Bücher vermitteln die Grundlagen des Gesangs und der richtigen Atmung. In Bibliotheken, aus zweiter Hand oder im Buchhandel findet man, was am besten zu einem passt!

Die Vor- und Nachteile der Bauchatmung beim Singen!

Ihr fragt euch immer noch, warum ihr aus dem Bauch statt aus dem Hals heraus singen solltet?

Fassen wir zusammen!

Der erste Grund, warum Ihr diese Gesangsmethode anwenden solltet, besteht darin, eure Stimme nicht zu schädigen. Was könnte für einen Sänger schrecklicher sein, als seine Stimme zu verlieren?

Prinzipiell gilt: für alle, die gerne Balladen und/oder hohe kräftige Rock-Pop-Songs singen möchten, ist eine intensive Einatmung wichtig.
Achtet darauf, einen Ton nicht zu sehr zu erzwingen, um eurer Stimme nicht zu schaden. | Quelle: Courtney Kammers via Unsplash

Es ist daher wichtig zu lernen, wie man singt, ohne die Stimme zu belasten, um Knötchen zu vermeiden.

Zweiter Grund: Lauter singen, damit euch alle hören können!

Ein sehr überzeugender Grund für Straßensänger, die nicht immer ein Mikrofon haben und manchmal lauter als eine Gitarre oder eine andere musikalische Begleitung singen müssen. Beim Ausatmen zu singen kann einen kraftvollen Ton freisetzen. Aber natürlich nur, wenn man nicht den Mund zukneift.

Mit der Bauchatmung zu singen ermöglicht es euch auch, eure Atemtechniken zu verbessern. Mit der Stohhalm-Übung könnt ihr ganz schnell Fortschritte feststellen. Bei dieser Übung blast ihr mit einem Strohhalm in ein Glas Wasser. Atmet 4 Sekunden lang ein und anschließend 10 Sekunden lang aus. Der Luftstrom muss vom Anfang bis zum Ende gleichmäßig sein.  Um dies zu überprüfen, solltet ihr darauf achten, dass die Anzahl der Luftblasen ungefähr gleich bleibt.

Aus dem Bauch heraus zu singen ermöglicht es euch auch, euch zu entspannen. Aber Vorsicht!  Es mag einige Vorbehalte gegen die Bauchatmung beim Singen geben.

Das Atmen ist ein natürlicher Prozess und sollte es auch bleiben. Es wird nicht empfohlen, die Atmung zu stark zu forcieren und zu kontrollieren. Deshalb ist es empfehlenswert, zunächst mit einem professionellen Sänger zu üben.

Und immer mit Leidenschaft singen!

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Stefanie

Sprachen sind meine große Leidenschaft! Da ich zweisprachig aufgewachsen bin, habe ich mich schon früh für Sprachen und Kulturen interessiert. Ich liebe Reisen und entdecke gerne neue Länder.