Russland ist ein Land mit einer langen, bewegten Geschichte und sich häufig verschiebenden Landesgrenzen. Im 18. und 19. Jahrhundert betrieb das Russische Kaiserreich eine rigorose Expansionspolitik, durch die es schließlich fast einen Sechstel des gesamten Festlandes der Erde umfasste.

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Russischen Revolution wurde die Sowjetunion gegründet, die aus 15 Unionsrepubliken bestand. Die größte und einflussreichste davon war die Russische Sowjetrepublik, die nach der Auflösung der Sowjetunion nach und nach in die Russische Föderation, das Land, das wir heute Russland nennen, umgewandelt wurde.

Wenn wir über bekannte russische Persönlichkeit aus der Gegenwart und der Vergangenheit sprechen, müssen wir die russische Geschichte immer etwas im Hinterkopf behalten. So werden beispielsweise auch viele berühmte Personen, die aus anderen Sowjetrepubliken stammen, zu den russischen Berühmtheiten gezählt.

Wir wollen dir in diesem Artikel ein möglichst breites Feld an Persönlichkeiten aus verschiedensten Bereichen vorstellen.

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Iwan IV. Wassiljewitsch („Iwan der Schreckliche“)

Iwan IV. Wassiljewitsch („Iwan der Schreckliche“)
1530 in Kolomenskoje, † 1584 in Moskau
Tätigkeit
Erster Zar des russischen Reiches
Bekannt für
Die Zentralisierung der russischen Herrschaft und sein autoritäres Regime
Bedeutende Leistungen
Einführung des Zarentitels, territoriale Expansion Russlands, Eroberung der Tataren-Khanate

Iwan IV. war der erste Herrscher, der sich offiziell zum Zar von Russland krönen ließ. Während seiner Regierungszeit wurde die Macht des Herrschers gestärkt und das russische Reich durch militärische Feldzüge erheblich erweitert.

Besonders in seinen späteren Regierungsjahren errichtete er ein von Gewalt und Repression geprägtes Herrschaftssystem, das ihm den Beinamen „der Schreckliche“ einbrachte.

Peter I. („Peter der Große“)

Peter I. („Peter der Große“)
* 1672 in Moskau, † 1725 in Sankt Petersburg
Tätigkeit
Zar und erster Kaiser Russlands
Bekannt für
Die Modernisierung Russlands und die Gründung von Sankt Petersburg
Bedeutende Leistungen
Gründung von Sankt Petersburg, Reformen nach westlichem Vorbild, Zugang zur Ostsee durch den Frieden von Nystad

Durch umfassende Reformen in Verwaltung, Militär und Gesellschaft orientierte Peter der Große Russland stärker an den Staaten Westeuropas und stärkte die Stellung des Landes als Großmacht.

1703 gründete er Sankt Petersburg, das später zur Hauptstadt des Russischen Reiches wurde. Nach dem Sieg im Großen Nordischen Krieg und dem Frieden von Nystad nahm er 1721 den Titel des Kaisers von Russland an und sicherte seinem Reich den dauerhaften Zugang zur Ostsee.

Katharina II. („Katharina die Große“)

Katharina II. („Katharina die Große“)
* 1729 in Stettin, † 1796 in Sankt Petersburg
Tätigkeit
Kaiserin von Russland
Bekannt für
Die Modernisierung und territoriale Erweiterung des Russischen Reiches
Bedeutende Leistungen
Förderung von Bildung und Kultur, Expansion des Reiches, Ansiedlung der Wolgadeutschen

Katharina die Große regierte Russland von 1762 bis 1796 und zählt zu den bedeutendsten Herrscherinnen der europäischen Geschichte. Unter ihrer Führung entwickelte sich das Russische Reich zu einer politischen und kulturellen Großmacht.

Sie förderte Reformen in Verwaltung, Bildung und Wissenschaft und orientierte sich dabei an den Ideen der Aufklärung. Gleichzeitig weitete sie das Staatsgebiet erheblich aus und prägte die Entwicklung Russlands nachhaltig.

Sophie de Ségur

Sophie de Ségur
* 1799 in Sankt Petersburg, † 1874 in Paris
Tätigkeit
Französische Schriftstellerin russischer Herkunft
Bekannt für
Ihre Kinder- und Jugendbücher
Bedeutende Werke
Sophies Missgeschicke, Erinnerungen eines Esels, Die kleinen Mädchen als Vorbild

Sophie de Ségur, geboren als Sofia Fjodorowna Rostoptschina, entstammte einer russischen Adelsfamilie und verbrachte ihre Kindheit in Russland, bevor sie nach Frankreich übersiedelte. Dort wurde sie als Comtesse de Ségur zu einer der bekanntesten Autorinnen ihrer Zeit.

Mit ihren insgesamt 25 Büchern prägte sie die französische Kinder- und Jugendliteratur des 19. Jahrhunderts.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Fjodor Michailowitsch Dostojewski
* 1821 in Moskau, † 1881 in Sankt Petersburg
Tätigkeit
Russischer Schriftsteller des Realismus
Bekannt für
Psychologische Romane über Schuld, Moral und Glauben
Bedeutende Werke
Schuld und Sühne, Die Brüder Karamasow, Der Idiot, Der Spieler

Dostojewski zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des russischen Realismus. Seine Romane und Erzählungen beschäftigen sich mit existenziellen Fragen nach Gut und Böse, freiem Willen, Schuld, Mitgefühl und Glauben. Dabei zeichnete er psychologisch vielschichtige Figuren, deren innere Konflikte bis heute faszinieren.

Sein eigenes Leben war von schweren Schicksalsschlägen geprägt: Epilepsie, der frühe Tod seiner Eltern, eine Verurteilung zum Tode und mehrere Jahre im Straflager. Diese Erfahrungen sowie seine spätere Spielsucht verarbeitete er in vielen seiner Werke und schuf damit einige der einflussreichsten Romane der Weltliteratur.

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Lew Nikolajewitsch Tolstoi

Lew Nikolajewitsch Tolstoi
* 1828 in Jasnaja Poljana, † 1910 in Astapowo
Tätigkeit
Russischer Schriftsteller und Gesellschaftskritiker
Bekannt für
Romane über das Leben im zaristischen Russland sowie seine Lehre der Gewaltlosigkeit
Bedeutende Werke
Krieg und Frieden, Anna Karenina, Auferstehung

Lew Nikolajewitsch Tolstoi, häufig auch nur Leo Tolstoi genannt, ist ebenfalls einer der bedeutendsten Schriftsteller der russischen Literatur. Er beschreibt in seinen Werken den Alltag des russischen Volkes zur Zeit der Zaren und nimmt dies als Ausgangspunkt für seine Kritik am Patriotismus, der sozialen Ungleichheit und der Kirche. Seine Ideologie der „Gewaltlosigkeit im Angesicht der Gewalt“ inspirierte und beeinflusste unzählige Philosophen und pazifistische Freiheitskämpfer wie Mahatma Gandhi.

Tolstois Leben war geprägt von einer Zerrissenheit, die aus dem Widerspruch zwischen seinen von Idealen von Gleichheit und Gerechtigkeit und seiner Lebensrealität als wohlhabender Gutsbesitzer entsprang.

Dmitri Iwanowitsch Mendelejew

Dmitri Iwanowitsch Mendelejew
* 1834 in Tobolsk, † 1907 in Sankt Petersbug
Tätigkeit
Russischer Chemiker und Naturwissenschaftler
Bekannt für
Die Entwicklung des Periodensystems der Elemente
Bedeutende Leistungen
Periodensystem der Elemente, Forschungen zu Atomgewichten und Flüssigkeiten

Mendelejew zählt zu den bedeutendsten Chemikern der Wissenschaftsgeschichte. Dank seiner außergewöhnlichen Begabung erhielt er eine umfassende Ausbildung und studierte mit Unterstützung von Stipendien an verschiedenen Hochschulen des Russischen Kaiserreichs sowie im Ausland.

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Als promovierter Chemiker forschte er unter anderem zu Atomgewichten sowie der Wärmeausdehnung von Flüssigkeiten. Seine große internationale Bekanntheit erlangte er aber durch die Arbeit am Periodensystem der Elemente, das er 1869 erstmals der Öffentlichkeit vorstellte.

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
* 1840 in Wotkinsk, † 1893 in Sankt Petersburg
Tätigkeit
Tätigkeit
Bekannt für
Die Verbindung russischer Musiktraditionen mit der westeuropäischen Romantik
Bedeutende Werke
Schwanensee, Der Nussknacker, Dornröschen

Bereits zu seinen Lebzeiten erreichten viele Kompositionen von Pjotr Tschaikowski internationale Bekanntheit. Heute zählt er zu den bedeutendsten Vertretern der Romantik und gilt als der wichtigste Komponist Russlands im 19. Jahrhundert.

Nach einer Ausbildung an der Petersburger Rechtsschule wurde er zunächst Beamter im Justizministerium, beendete allerdings nach nur zwei Jahren seine Karriere im Staatsdienst, um am von Artur Rubinstein gegründeten Petersburger Konservatorium zu studieren. Bereits sechs Jahre nach Aufnahme des Studiums feierte Tschaikowsky internationale Erfolge als Komponist.

Als Tschaikowsky 1893 unerwartet und unter ungeklärten Umständen starb, wurde er mit einem Staatsbegräbnis geehrt, an der mehr als 8000 Menschen teilnahmen. Auf einer Reise nach Sankt Petersburg gehört der Besuch seines Grabes auf dem Friedhof des Alexander-Newski-Klosters zum Pflichtprogramm.

Sofja Wassiljewna Kowalewskaja

Sofja Wassiljewna Kowalewskaja
* 1850 in Moskau, † 1891 in Stockholm
Tätigkeit
Mathematikerin
Bekannt für
Erste Professorin für Mathematik und Pionierin der mathematischen Forschung
Bedeutende Leistungen
Arbeiten zur Kreiseltheorie und zu partiellen Differentialgleichungen

Da Frauen im Russischen Kaiserreich kein Universitätsstudium erlaubt war, ging sie zum Studium nach Deutschland und promovierte an der Universität Göttingen. Um überhaupt reisen zu dürfen, musste sie eine Scheinehe mit dem Studenten Wladimir Kowalewski eingehen.

Ab 1884 lebte Sofja Kowalewskaja in Stockholm, wo sie trotz des Widerstands vieler männlicher Kollegen, eine ordentliche Professur erhielt. Sie war damit die erste Professorin für Mathematik überhaupt.

Sofja Kowalewskaja leistete mit ihren Arbeiten zur Kreiseltheorie und zu partiellen Differentialgleichungen einen wichtigen Beitrag in der Mathematik. Bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 41 Jahren setzte sie sich außerdem politisch für das Recht aller Frauen auf Bildung und Ausbildung ein.

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Grigori Jefimowitsch Rasputin

Grigori Jefimowitsch Rasputin
* 1869 in Pokrowskoje, † 1916 in Petrograd
Tätigkeit
Wanderprediger, Mystiker und Heiler
Bekannt für
Seinen Einfluss auf die letzte russische Zarenfamilie
Bedeutende Stationen
Pilgerreisen durch Russland, Aufenthalt am Zarenhof, Ermordung 1916

Rasputin gehört zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten der russischen Geschichte. Nach Jahren als Wanderprediger und Pilger ließ er sich in Sankt Petersburg nieder, wo er sich als Heiler einen Namen machte und schließlich das Vertrauen der Zarenfamilie gewann.

Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine Verbindung zum kranken Zarewitsch Alexej. Sein wachsender Einfluss am Hof sowie seine politischen Äußerungen machten ihn jedoch zu einer umstrittenen Figur. Zahlreiche Legenden ranken sich bis heute um sein Leben und seine Ermordung im Jahr 1916.

Wladimir Iljitsch Lenin

Wladimir Iljitsch Lenin
* 1870 in Simbirsk, † 1924 in Gorki bei Moskau
Tätigkeit
Revolutionär, marxistischer Theoretiker und Politiker
Bekannt für
Die Führung der Oktoberrevolution und die Gründung der Sowjetunion
Bedeutende Leistungen
Oktoberrevolution 1917, Aufbau des sowjetischen Staates, Entwicklung des Leninismus

Lenin war die prägende Figur der russischen Revolutionen des frühen 20. Jahrhunderts. Als Führer der Bolschewiki spielte er eine entscheidende Rolle beim Sturz der provisorischen Regierung während der Oktoberrevolution von 1917.

Nach der Machtübernahme leitete er den Aufbau des ersten sozialistischen Staates der Welt und legte die politischen und ideologischen Grundlagen der späteren Sowjetunion.

Josef Wissarionowitsch Stalin

Josef Wissarionowitsch Stalin
* 1878 in Gori, † 1953 in Moskau
Tätigkeit
Sowjetischer Diktator
Bekannt für
Autoritäre Herrschaft über die Sowjetunion
Bedeutende Stationen
Machtübernahme nach Lenin, Industrialisierung der Sowjetunion, Sieg im Zweiten Weltkrieg

Stalin führte die Sowjetunion von den späten 1920er-Jahren bis zu seinem Tod 1953. Unter seiner Herrschaft wurde das Land durch forcierte Industrialisierung und Kollektivierung grundlegend umgestaltet.

Seine Regierungszeit war zugleich von politischer Verfolgung, Massenrepressionen und dem Ausbau des Gulag-Systems geprägt. Millionen Menschen wurden Opfer von Säuberungen, Deportationen und staatlicher Gewalt.

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Igor Fjodorowitsch Strawinsky

Igor Fjodorowitsch Strawinsky
* 1882 in Oranienbaum, † 1971 in New York City
Tätigkeit
Russischer Komponist der Moderne
Bekannt für
Wegweisende Kompositionen der Neuen Musik
Bedeutende Werke
Le sacre du printemps, Der Feuervogel, Petruschka

Igor Strawinsky wuchs in einem großbürgerlichen Elternhaus auf, das ihm von klein auf den Zugang zu Kunst und Kultur eröffnete, aber auch eine juristische Karriere für ihn vorsah. Aus diesem Grund absolvierte er zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften, wandte sich dann aber gänzlich der Musik zu.

Strawinskys expressionistische Kompositionen sorgten für große Skandale, wie beispielsweise die Uraufführung seines bekanntesten Werks Le sacre du printemps 1913 in Paris.

Seine Kompositionen sind einem breiten Publikum unter anderem aus den Disney-Filmen Fantasia und Fantasia 2000 bekannt.

Anna Andrejewna Achamtowa

Anna Andrejewna Achamtowa
* 1889 bei Odessa, † 1966 in Domodedowo
Tätigkeit
Russische Dichterin und Schriftstellerin
Bekannt für
Lyrische Werke über Liebe, Verlust und den Widerstand gegen politische Unterdrückung
Bedeutende Werke
Abend, Rosenkranz, Requiem

Anna Achmatowa wurde in der Nähe von Odessa als Anna Gorenko geboren. Bereits im Alter von elf Jahren schrieb sie erste Gedichte und wählte den Nachnamen ihrer Urgroßmutter, Achmatowa, als Pseudonym.

Nach abgeschlossenem Jurastudium veröffentlichte Anna Achmatowa 1912 und 1914 ihre ersten Gedichtbände, die innerhalb kurzer Zeit große Bekanntheit erlangten. Ihre kurzen lyrischen Gedichte behandelten zunächst Themen wie Liebe, Tod und Trennung. Später waren sie vor allem von einer scharfen Kritik an Stalin und Widerstand gegen sein Regime geprägt, woraufhin sie Schreibverbot erhielt.

Olga Stepanowna Chochlowa

Olga Stepanowna Chochlowa
* 1891 in Nischyn, † 1955 in Cannes
Tätigkeit
Ballerina
Bekannt für
Ihre Rolle bei den Ballets Russes und ihre Ehe mit Pablo Picasso
Bedeutende Stationen
Ballets Russes, Zusammenarbeit mit Sergei Djagilew, Ehe mit Pablo Picasso

Olga Chochlowa gehörte zu den führenden Tänzerinnen der berühmten Ballets Russes, die das moderne Ballett im frühen 20. Jahrhundert maßgeblich prägten.

Darüber hinaus wurde sie als Ehefrau und Muse von Pablo Picasso bekannt. Sie inspirierte mehrere seiner Werke, darunter das Gemälde Olga in Mantilla.

Gala Éluard Dali (geboren Jelena Djakonowa)

Gala Éluard Dali (geboren Jelena Djakonowa)
* um 1894 in Kasan, † 1982 in Portlligart
Tätigkeit
Muse, Künstlermanagerin und Persönlichkeit der Kunstszene
Bekannt für
Ihre enge Zusammenarbeit mit Salvador Dalí
Bedeutende Stationen
Ehe mit Paul Éluard, Muse und Ehefrau von Salvador Dalí, Management seiner Karriere

Jelena Djakonowa wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in Moskau auf, bis sie 1912 auf Grund ihrer Tuberkuloseerkrankung zur Kur in die Schweiz geschickt wurde. Dort begegnete sie ihrem ersten Ehemann, dem französischen Dichter Paul Éluard.

Im Jahr 1929 begegnete sie zum ersten Mal Salvador Dalí und wurde dessen Muse und Geliebte. Nach der Scheidung von Éluard heirateten Gala und Salvador Dali 1934. Fortan kümmerte sie sich als Managerin um seine Geschäfte.

Sergej Michailowitsch Eisenstein

Sergej Michailowitsch Eisenstein
* 1898 in Riga, † 1948 in Moskau
Tätigkeit
Sowjetischer Filmregisseur und Filmtheoretiker
Bekannt für
Die Entwicklung innovativer Montagetechniken im Film
Bedeutende Werke
Panzerkreuzer Potemkin, Alexander Newski, Iwan der Schreckliche

Sergej Eisenstein war ein prägender Regisseure der sowjetischen Filmgeschichte. Sein bekanntester Film Panzerkreuzer Potemkin wurde 1925 zum 20-jährigen Jubiläum der Revolution uraufgeführt. Die Handlung beschreibt den Aufstand der Matrosen eines Schlachtschiffes in Odessa, den die zaristische Armee blutig niederzuschlagen versuchen.

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Anastasia Nikolajewna Romanowa

Anastasia Nikolajewna Romanowa
* 1901 in Peterhof, † 1918 in Jekaterinburg
Tätigkeit
Tochter des letzten russischen Zaren
Bekannt für
Die Legenden um ihr angebliches Überleben nach der Ermordung der Zarenfamilie
Bedeutende Stationen
Zarenhof, Inhaftierung nach der Revolution, Ermordung 1918

Anastasia Romanowa war die jüngste Tochter von Zar Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna. Nach der Russischen Revolution wurde die Zarenfamilie gefangen genommen und in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 von den Bolschewiki in Jekaterinburg ermordet.

Internationale Bekanntheit erlangte Anastasia vor allem durch die zahlreichen Mythen um ihr angebliches Überleben. Obwohl DNA-Analysen inzwischen eindeutig belegen, dass sie 1918 starb, inspirierte ihre Geschichte zahlreiche Bücher, Filme und Legenden, darunter auch den Zeichentrickfilm Anastasia von 1997.

Andrej Dmitrijewitsch Sacharow

Andrej Dmitrijewitsch Sacharow
* 1921 in Moskau, † 1989 in Moskau
Tätigkeit
Sowjetischer Physiker und Menschenrechtsaktivist
Bekannt für
Seine Arbeiten an der sowjetischen Wasserstoffbombe und sein Engagement für Menschenrechte
Bedeutende Leistungen
Mitentwicklung der Wasserstoffbombe, Friedensnobelpreis 1975, Einsatz für politische Freiheiten in der Sowjetunion

Als Physiker war Sacharow maßgeblich an der Entwicklung der sowjetischen Wasserstoffbombe beteiligt und spielte eine wichtige Rolle im nuklearen Wettrüsten des Kalten Krieges.

Später wurde er zu einem der bekanntesten Kritiker politischer Repressionen in der Sowjetunion. Für seinen Einsatz für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Abrüstung erhielt er 1975 den Friedensnobelpreis. Der nach ihm benannte Sacharow-Preis der Europäischen Union erinnert bis heute an sein Engagement für Freiheit und Menschenwürde.

Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch

Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch
* 1927 in Baku; † 2007 in Moskau
Tätigkeit
Cellist, Dirigent und Musikpädagoge
Bekannt für
Seine außergewöhnliche Cellokunst und sein Engagement für Freiheit und Menschenrechte
Bedeutende Leistungen
Uraufführung zahlreicher zeitgenössischer Werke, Förderung moderner Komponisten, Konzert an der Berliner Mauer 1989

Mstislaw Rostropowitsch gilt als einer der bedeutendsten Cellisten der Geschichte. Neben seiner Bedeutung als Musiker ist er auch für seine humanistische Einstellung und den unermüdlichen Einsatz für Freiheit und Demokratie bekannt.

Nachdem er den beim sowjetischen Regime in Ungnade gefallenen Schriftsteller Alexander Solschenizyn in sein Haus aufgenommen und in offenen Briefen verteidigt hatte, erhielt er Ausreiseverbot. Nach weiteren Spannungen mit der Regierung verließ er 1974 die Sowjetunion und lebte fortan in den USA.

Geschichtsträchtig ist Rostropowitschs spontanes Konzert vor der Berliner Mauer am 10. November 1989.

Michail Sergejewitsch Gorbatschow

Michail Sergejewitsch Gorbatschow
* 1931 in Priwolnoje † 2022 in Moskau
Tätigkeit
Sowjetischer Politiker und Staatspräsident
Bekannt für
Reformen der Sowjetunion und das Ende des Kalten Krieges
Bedeutende Leistungen
Glasnost und Perestroika, Friedensnobelpreis 1990, Förderung demokratischer Reformen

Gorbatschow war von 1985 bis 1991 der führende Politiker der Sowjetunion. Mit den Reformprogrammen Glasnost („Offenheit“) und Perestroika („Umbau“) trug er maßgeblich zum Ende des Kalten Krieges bei. Seine Reformen ermöglichten demokratische Entwicklungen in Osteuropa, beschleunigten jedoch zugleich den Zerfall der Sowjetunion.

Für seinen Beitrag zu Frieden und internationaler Verständigung erhielt er 1990 den Friedensnobelpreis. Nach seinem Rückzug aus der Politik engagierte er sich für Umweltschutz, Menschenrechte und nukleare Abrüstung.

Juri Alexejewitsch Gagarin

Juri Alexejewitsch Gagarin
* 1934 in Kluschino, † 1969 bei Nowosjolowo
Tätigkeit
Sowjetischer Kosmonaut
Bekannt für
Den ersten bemannten Raumflug der Geschichte
Bedeutende Leistung
Flug mit Wostok 1 am 12. April 1961

Juri Gagarin schrieb Raumfahrtgeschichte, als er am 12. April 1961 als erster Mensch die Erde umrundete. Sein Flug an Bord von Wostok 1 war ein Meilenstein der bemannten Raumfahrt und ein großer Erfolg für die Sowjetunion im Wettlauf ins All.

Gagarin wurde als Held verehrt und nach seinem Unfalltod wurde die Staatstrauer ausgerufen, zum ersten Mal in der Geschichte für jemand der kein Staatsoberhaupt war.

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Alla Borissowna Pugatschowa

Alla Borissowna Pugatschowa
* 1949 in Moskau
Tätigkeit
Russische Sängerin und Pop-Ikone
Bekannt für
Ihren prägenden Einfluss auf die sowjetische und russische Popmusik
Bedeutende Werke
Миллион алых роз (Million scharlachroter Rosen), Арлекино, Позови меня с собой

Alla Pugatschowa ist wohl der größte Star der russischen Pop-Musik. In den 1970er- und 1980er-Jahren prägte sie die sowjetische Popmusik maßgeblich und machte westlich inspirierte Musikstile einem breiten Publikum zugänglich.

Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie durch Kooperationen mit Künstlern wie ABBA, Udo Lindenberg und Joe Dassin sowie durch ihre internationalen Konzerttourneen. Nachdem ihr Ehemann, ein bekannter russischer Komiker, sich öffentlich gegen den Krieg in der Ukraine positionierte, verließ das Paar im März 2022 Russland und lebt seither in Israel.

Jelena Gadschijewna Issinbajewa

Jelena Gadschijewna Issinbajewa
* 1982 in Wolgograd
Tätigkeit
Russische Stabhochspringerin
Bekannt für
Zweifache Olympiasiegerin und mehrfache Weltrekordhalterin
Bedeutende Leistungen
Olympiasiege 2004 und 2008, erste Frau über fünf Meter im Stabhochsprung

Jelena Issinbajewa gehört ohne Zweifel zu den großen Sportler*innen Russlands. Die Stabhochspringerin ist doppelte Olympiasiegerin (2004 in Athen und 2008 in Peking), Welt- und Europameisterin und mehrfache Rekordhalterin. Während ihrer Karriere verbesserte sie dreißigmal ihren eigenen Weltrekord in der Halle und im Freien. Sie ist außerdem die erste Frau, die eine Höhe von fünf Metern übersprang.

Neben ihren sportlichen Erfolgen sorgten auch ihre politischen Äußerungen für Aufmerksamkeit. So wurde sie im Westen unter anderem für ihre Unterstützung des homophoben russischen Gesetzes gegen die „Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen“ kritisiert und gilt als Unterstützerin von Wladimir Putin. 2016 beendete sie ihre aktive Karriere.

Marija Jurjewna Scharapowa

Marija Jurjewna Scharapowa
* 1987 in Njagan
Tätigkeit
Russische Tennisspielerin
Bekannt für
Den Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere und ihre langjährige Stellung an der Weltspitze
Bedeutende Leistungen
Siege bei Wimbledon, US Open, Australian Open und den French Open, Olympia-Silber 2012

Marija Scharapowa ist die erste russische Spielerin, die alle großen vier Grand-Slam-Turniere gewann (Wimbledon 2004, US Open 2006, Australian Open 2008, Rolland Garros 2012 und 2014). Bei den Olympischen Spielen in London 2012 wurde sie Zweite.

2016 wurde sie für einige Monate gesperrt, da sie positiv auf die Substanz Meldonium getestet worden war, die seit Anfang desselben Jahres auf der Doping-Verbotsliste stand. Im Februar 2020 gab Scharapowa ihr sofortiges Karriereende bekannt.

Bildquellen

  1. Iwan IV. Bild: Pyotr Korovin - Pyotr Korovin, Gemeinfrei.
  2. Peter I., Ölgemälde von Jean-Marc Nattier, 1717. Bild: Jean-Marc Nattier. http://img15.nnm.ru/3/c/9/6/9/3223e6d548f3dff6bc0cb50f947.jpg1. Eremitage, Sankt Petersburg, Gemeinfrei.
  3. Nach Roslin und Rokotow, Katharina II. von Russland (1780er-Jahre), Kunsthistorisches Museum, Wien. Bild: Von Nach Alexander Roslin - Kunsthistorisches Museum, Gemeinfrei.
  4. Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Bild: Porträt von Wassili Perow. Gemeinfrei.
  5. Sophie de Ségur. Bild: Von Louis Gaston Adrien de Ségur - http://expositions.bnf.fr/contes/grand/111.htm, Gemeinfrei.
  6. Leo Tolstoy. Bild: Sergei Prokudin-Gorskii. Public Domain.
  7. Dmitri Iwanowitsch Mendelejew (1897). Bild: Autor/in unbekannt. Gemeinfrei.
  8. Pjotr Tschaikowski (1893). Bild: Nikolai Kusnezow, Öl auf Leinwand. Gemeinfrei.
  9. Sofja Kowalewskaja um 1880. Bild: Gemeinfrei.
  10. Rasputin um 1916. Bild: Gemeinfrei.
  11. Wladimir Iljitsch Lenin (1920). Bild: Unbekannt. http://www.marxists.org/archive/lenin/photo/1920/015.htm, Gemeinfrei.
  12. Josef Stalin. Bild: Franklin D. Roosevelt Library Public Domain Photographs - https://www.flickr.com/photos/fdrlibrary/5692883651/in/photolist-9F4vYp-22ae5pb-pJ7JqW-K3WmE1-aLPLs-6Vabay-NqPyuh-HWjDm-c6vbJb-6nB5GV-2nz3Z3L-2ng3EXs-jPHsby-2mjXbtV-2mk35mZ-2mk1R6S-N3mAhq-badiTV-Tbz48z-8FEJKL-cW5Ai3-6DbnWC-2mk2hny-8r4J3U-rf4YtS-2mk2dbs-Pc4H6w-c7JERw-2mjTwCr-2mk2fmV-2mk33V2-2mjYipt-2mk27yL-c6v3hU-puHocy-2mjXmTY-2mjYHHd-2mk23wn-2mjTgEF-2mjTmiZ-2mk3cUj-2mk23vR-2mjYxkK-2mjX2vj-2mjTfnq-2mk3746-2mjYpQV-2mk33Uv-9qqUDz-2mawZaz, Gemeinfrei.
  13. Fotografie von Igor Stravinsky (1921). Bild: Robert Regassi. Gemeinfrei.
  14. Anna Andrejewna Achmatowa. Bild: Olga Della-Vos-Kardovskaya - Staatliche Tretjakow-Galerie, Gemeinfrei.
  15. Olga Chochlowa, um 1916. Bild: Autor/-in unbekannt - picassolive.ru, Gemeinfrei.
  16. Gala Dalí. Bild: Von Fen Labalme - https://www.flickr.com/photos/bcatch/35210870356/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=103704724.
  17. Sergei Eisenstein. Bild: Autor/-in unbekannt - Britannica. Gemeinfrei.
  18. Anastasia Nikolajewna Romanowa. Bild: Bain News Service - Library of Congress http://loc.gov/pictures/collection/ggbain/item/ggb2004001140/?sid=7a5f84ca25a4ca957044a096788b9db5, Gemeinfrei.
  19. Andrei Dmitrijewitsch Sacharow. Bild: Mariluna, Personal collection, Gemeinfrei.
  20. Rostropowitsch und seine Frau Galina Wischnewskaja. Bild: Wolfson, Stanley - Library of Congress Prints and Photographs Division. http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cph.3c15062, Gemeinfrei.
  21. Michail Gorbatschow (1987). Bild: Vladimir Vyatkin / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18955999.
  22. Juri Alexejewitsch Gagarin. Bild: Mos.ru, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=177890193
  23. Alla Pugatschowa. Bild: Serge Serebro, Vitebsk Popular News - File:Alla_Pugacheva_on_Slavianski_Bazaar_in_Vitebsk_01.jpg, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=72763522
  24. Yelena Isinbayeva. Bild: Augustas Didžgalvis - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34592092
  25. Marija Scharapowa. Bild: Shauna Clinton/Web Summit - https://www.flickr.com/photos/websummit/54915168433/, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=178253727

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Lea Ribbeck

hat einen Master in International Management und bloggt und übersetzt aufgrund ihres Wissensdursts und ihrer Affinität zu Sprachen unheimlich gerne.