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DFH, Erasmus, DFJW, Studium in Frankreich – so könnt Ihr zweisprachig Französisch Deutsch studieren

Von Nelly, veröffentlicht am 14/09/2018 Blog > Sprachen > Französisch > Bilinguales Studium Deutsch Französisch: Das Angebot im Überblick

« Frankreich und Deutschland machen Europa wesentlich aus. Deutschland ist das Herz, Frankreich der Kopf »

Obwohl dieses Zitat auch heute noch hochaktuell ist, stammt es tatsächlich aus dem Jahre 1842. Victor Hugo hatte bereits damals die Wichtigkeit der beiden Länder begriffen.

Auch zwei Jahrhunderte, Wirtschaftskrisen und selbst Weltkriege später könnte dieses Zitat nicht treffender formuliert sein.

Die dunklen Zeiten und die Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland gehören nunmehr der Vergangenheit an. Die beiden Länder haben auf vielen Ebenen zueinander gefunden und neue Partnerschaften gegründet.

Dies gilt für den wirtschaftlichen Aspekt genauso wie für das kulturelle oder schulische bzw. universitäre Umfeld.

Viele Deutsche interessieren sich stark für Frankreich und wünschen sich, dort beruflich durchzustarten. Und auch auf der anderen Seite des Rheins besteht das Interesse am Nachbarland.

Aus ebendiesem Grund sind binationale deutsch-französische Partnerschaften zwischen Universitäten und Hochschulen wichtig für Studenten aus beiden Ländern.

Diese Kooperationen bieten Studenten die Möglichkeit, deutsch-französische Doppeldiplome zu erwerben. Auch die Universitäten profitieren dabei vom Zuwachs an internationalen Studenten und dem dadurch gesteigerten Interesse an der Einrichtung.

Die Deutsch-Französische Hochschule ist in diesem Bereich die wichtigste Organisation. Sie bildet ein Netzwerk aus deutschen und französischen Hochschulen und ist Experte in universitären Kooperationen.

Hier ein kurzer Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, die Euch die Deutsch-Französische Hochschule und weitere Anbieter zur Verfügung stellen.

Die Deutsch-Französische Hochschule („DFH“)

Wenn es um schulische oder universitäre Kooperationen zwischen den beiden Ländern geht, ist die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) der erste Ansprechpartner.

Sie wurde bereits 1997 von Deutschland und Frankreich gegründet und verfolgt seitdem das Ziel, die deutsch-französische Zusammenarbeit auf Hochschulebene zu fördern.

Die geschieht durch das Initiieren und Fördern von binationalen Studiengängen.

Finanzielle Unterstützung erhält die Organisation dabei in gleicher Höhe von Bund und Ländern der Bundesrepublik Deutschland sowie von der Französischen Republik.

Der Sitz der DFH liegt nur einen Steinwurf von Frankreich entfernt in Saarbrücken.

In den binationalen Programmen können Studenten verschiedene Fachrichtungen (bspw. Jura oder Wirtschaftswissenschaften) mit einem Französischkurs kombinieren.

Studieren in Frankreich - der Traum vieler Deutscher Lust auf ein Studium im Ausland? Was haltet ihr von Frankreich? | Quelle: Visualhunt

Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Universitäten ermöglichen es, binationale Abschlüsse (Doppeldiplome) zu erwerben, welche auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind.

Die Deutsch-Französische Hochschule in Zahlen:

  • 6.500 Studenten aus den verschiedensten Fachbereichen
  • Über 1.000 Absolventen pro Jahr
  • 185 teilnehmende Hochschulen in Deutschland und in Frankreich
  • 150 Hochschulstandorte in beiden Ländern
  • 270 € durchschnittliche monatliche Mobilitätsbeihilfe für Studenten in der Auslandsphase

Um in der Welt der Zahlen zu bleiben: Entdeckt hier auch die vielfältigen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und Frankreich!

Konkrete Beispiele zu deutsch-französischen Doppeldiplom-Studiengängen

Wie bereits erwähnt, bieten Hochschulen und Universitäten in 150 Städten deutsch-französische Studiengänge an.

Ob in Paris, Lyon, Dijon, Lille, Nantes, Marseille oder im westlichsten Winkel der Bretagne in Brest – bei der vielseitigen Auswahl an Studiengängen und Programmen ist für jeden etwas dabei.

In der Tat bietet die Organisation Studienprogramme in den verschiedensten Fachrichtungen an:

  • Geistes- und Sozialwissenschaften
  • Ingenieur- oder Naturwissenschaften
  • Mathematik und Informatik
  • Rechtswissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Auch die Lehrerbildung/ Lehramt wird in binationalen Studienprogrammen angeboten.

So könnt Ihr beispielsweise den Studiengang “Angewandte Politikwissenschaft” an der Universität Freiburg und an der hoch renommierten französischen Universität Sciences Po in Aix-la-Provence studieren.

Das Beste daran? Das Doppeldiplom, das Euch beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt gibt.

Wollt Ihr lieber die Hauptstädte kennenlernen, so könnt Ihr die Kooperation “Management International“ zwischen der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Ecole Supérieure du Commerce Extérieur wählen.

Dieser Bachelorstudiengang mit konsekutivem Master (Ihr seid automatisch für das anschließende Masterprogramm angemeldet) verläuft folgendermaßen: Die ersten beiden Semester verbringen die Studenten in Berlin, das dritte und vierte an der Partneruniversität in Paris.

Im fünften Semester wird ein Praktikum im französischsprachigen Raum absolviert, welches es den Studenten ermöglicht, erste professionelle Erfahrungen zu sammeln.

Sowohl das sechste als auch das siebte und achte Semester werden wieder in Berlin verbracht, bevor es im neunten Semester zurück an die Pariser Universität geht. Das zehnte und letzte Semester wird wahlweise in Paris oder in Berlin verbracht.

An Universitäten kann man lebenslange Freundschaften schließen Die beste Art, ein Land kennenzulernen und internationale Freundschaften zu schließen | Quelle: visualhunt

Wer sich für Jura interessiert, der kann sich für “Deutsches und französisches Recht” an der Universität von Cergy Pontoise und der Universität Düsseldorf einschreiben.

Im ersten Studienjahr studiert ihr an der Heimatuniversität mit Schwerpunkt auf dem deutschen Recht und werdet auf das Studium im Partnerland vorbereitet. Im zweiten Jahr werdet ihr ebenfalls in Düsseldorf auf die Zwischenprüfung vorbereitet, bevor es im dritten Studienjahr nach Cergy geht und ihr den französischen Abschluss, die sogenannte licence erwerbt.

Auf diese Weise könnt Ihr innerhalb von drei Jahren ein tiefes Verständnis von den verschiedenen Bereichen (Zivilrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht) der beiden Rechtssysteme erlangen.

Neben der oben genannten Science Po hat Frankreich noch weitere sehr prestigeträchtige Hochschulen und Universitäten. Viele davon bieten Doppeldiplom-Programme in Kooperation mit deutschen Hochschulen an.

So könnt Ihr auch an der weltbekannten Sorbonne Universität in Paris in Partnerschaft mit der Universität Köln “Deutsch-Französische Rechtswissenschaften” studieren.

Diese Partnerschaft zählt zu den ältesten zwischen einer deutschen und einer französischen Universität.

Darüber hinaus bietet die Deutsch-Französische Hochschule auch Kooperationen in anderen Fachbereichen an. So könnt Ihr beispielsweise auch Mathematik, Informatik oder Physik im Bachelor oder Master studieren.

Sollte dies Euer Interesse geweckt haben, findet ihr weiter Informationen zu allen DFH-Studiengängen im Studienführer der Deutsch-Französischen Hochschule.

Hier könnt Ihr die Programme ganz einfach nach Fachbereich, Studienart (bspw. Bachelor oder Master), sowie Ort im Heimatland und Ort im Partnerland sortieren.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk: Motor der deutsch-französischen Mobilität

Das DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk) unterstützt die Annäherung junger Deutscher und Franzosen zwischen 3 und 30 Jahren durch Schul- und Hochschulaustausch, Praktika, Sprachkurse und interkultureller Events in den Bereichen der Kultur, Wissenschaft und im Sport.

Bereits im Jahr 1963 wurde die Gründung des DFJW mit der Unterschrift des Elysée-Vertrages durch den französischen Präsidenten Charles de Gaulle und den deutschen Kanzler Konrad Adenauer besiegelt.

Auch das Deutsch-Französische Jugendwerk wird gleichermaßen von Deutschland und Frankreich finanziert. Die Organisation hat einen Sitz in jedem der beiden Länder: der deutsche Sitz liegt in Berlin, der französische in Paris.

Ein Auslandsaufenthalt öffnet viele Türen Überschreitet Grenzen und punktet damit in Eurem Lebenslauf | Quelle: visualhunt

Die Mission des DFJW (im Französischen: OFAJ) ist es, die deutsch-französischen Beziehungen zu verstärken – dies geschieht in erster Linie durch das Initiieren und Ausbauen von interkulturellen Austauschprogrammen und Partnerschaften, aber auch durch das Organisieren verschiedener Veranstaltungen, beispielsweise kultureller oder sportlicher Natur.

Die zentralen Themen und Anliegen der Institution sind:

  • Die Berufsbildung junger Menschen, die es ihnen erlaubt, sich langfristig im Partnerland niederzulassen und in den lokalen Arbeitsmarkt einzusteigen;
  • Austauschprogramme für Universitäten und Schulen;
  • Interkulturalität, welche unter anderem durch Sprachkurse gefördert wird.

In Hinblick auf 2020 möchte das DFJW mehr Teilnehmer mit besonderem Förderbedarf ansprechen (Jugendliche mit Behinderung, sozialer oder geografischer Benachteiligung und Jugendliche, die unter Diskriminierung leiden), das Programm für Kinder unter 12 Jahren weiter ausbauen und regionale Kooperationen stärken.

Jährlich werden durch das DFJW über 9.000 verschiedene Programme subventioniert – seien es Austauschprogramme, interkulturelle Events oder Sprachkurse.

Jährlich nehmen über 200.000 junge Menschen und Studenten an den Programmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks teil und leben Mobilität und Interkulturalität.

Seit der Gründung der Organisation vor mehr als 50 Jahren hat sie über 8 Millionen jungen Deutschen und Franzosen die Möglichkeit gegeben, an insgesamt über 300.000 Projekten teilzunehmen.

Neben binationalen Studiengängen zwischen Deutschland und Frankreich fördert das DFJW auch trinationale Studiengänge.

Bereits seit den siebziger Jahren widmet die Organisation einen Teil ihres Budgets Programmen, die in drei verschiedenen Ländern stattfinden. So konnten bereits über 300 Projekte in rund 50 Ländern auf die Beine gestellt werden.

Weitere kulturelle Partnerschaften zwischen Frankreich und Deutschland findet Ihr hier.

Das ERASMUS-Programm als Symbol für den internationalen Austausch Studierender

Das Erasmus-Programm ermöglicht es Studenten, ein oder mehrere Hochschulsemester im Ausland zu verbringen. Dabei können an der Universität im Ausland Kurse belegt werden, die an der Heimathochschule anerkannt werden.

Im Rahmen des bekanntesten studentischen Austauschprogramms fahren jährlich mehr als 5.000 Studenten nach Frankreich. Insgesamt nehmen pro Jahr rund 250.000 Studenten an dem EU-geförderten Programm teil.

Französisch lernen und die Uni mit einem internationalen Abschluss verlassen? An Anreizen fehlt es den Austauschprogrammen nicht!

Das Erasmus-Programm schickt Studenten ins Ausland Mit dem Erasmus-Programm können Studenten einige Semester im Ausland verbringen | Quelle: pixabay

Natürlich ist es sehr attraktiv und bereichernd, einen Teil seines Studiums im Ausland zu verbringen und neue Erfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus ist das Erasmus-Programm auch dafür bekannt, das Erlernen lebendiger Sprachen zu fördern.

Neben dem Spracherwerb trägt ein solcher Auslandsaufenthalt auch dazu bei, Weltoffenheit, Interkulturalität und Neugierde zu erweitern. All das werden Recruiter später einmal aus Deinem Lebenslauf herauslesen.

Das Erasmus-Programm unterstützt Studenten während des Auslandsaufenthaltes auch finanziell. So wird es Studierenden aus allen sozialen Hintergründen ermöglicht, an diesem Programm teilzunehmen.

Nochmal zusammengefasst: Studieren in Frankreich – wie geht das?

Die Deutsch-Französische Hochschule ist der erste Ansprechpartner für binationale Hochschulkooperationen.

Jährlich werden Studenten der Kooperationen über 1.000 Abschlusszeugnisse ausgehändigt, was aus dieser Organisation die wichtigste in ihrem Bereich macht.

Diese Abschlüsse – die Doppeldiplome – werden auf beiden Seiten des Rheins anerkannt, und steigern die Attraktivität des Kandidatenprofils bei Bewerbungen um ein Vielfaches.

Aber neben den wirtschaftlichen Vorteilen, die diese Abschlüsse mit sich bringen, ist die Teilnahme an einem binationalen Programm auch eine unglaublich bereichernde Erfahrung.

Studieren in einem anderen Land, eine neue Kultur und Sprache kennenlernen – all das macht diese Programme so besonders.

Worauf wartet Ihr also noch?

Lasst Euch nicht die Chance entgehen, einen Bachelor in Kooperation zwischen Eurer deutschen Hochschule und einer Partnerinstitution in Frankreich zu studieren.

Wie wäre es beispielsweise mit der Kooperation zwischen Marseille und Hildesheim im Fach Kulturvermittlung?

Nicht Euer Ding? Was haltet Ihr dann von einem Geschichtsstudium in Hamburg und Bordeaux? Oder doch lieber Physik in Karlsruhe und Grenoble? Oder Architektur in Dresden und Straßburg? Oder Musikwissenschaft in Essen und Tours?

Die Möglichkeiten sind (fast) unbegrenzt!

Und was haltet Ihr danach von einem Doppeldiplom im Master? Nach Abschluss des Studiums könnt Ihr auf viele tolle Erinnerungen zurückblicken – und habt ganz nebenbei Euren Lebenslauf aufgewertet und Französisch gelernt!

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