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Die wichtigsten Kunstepochen Europas

Von Anna, veröffentlicht am 03/07/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Die Geschichte der Malerei: Ein Überblick!

„Die Malerei nähert sich immer mehr der Poesie an, jetzt, da sie dank der Fotografie keine Geschichten mehr erzählen muss.“ –Georges Braque

Von der Höhlenmalerei bis zur Ölmalerei – die Kunstgeschichte und insbesondere Geschichte der Malerei hat sich über die Jahrhunderte stark weiterentwickelt und wurde ein aufs andere Mal auf den Kopf gestellt. Mit Strömungen und Kunstrichtungen wie dem Klassizismus, der Romantik, dem Symbolismus, dem Barock, Pop-Art und vielen weiteren brachten Künstlerinnen und Künstler ein ums andere Mal Meisterwerke hervor: „Das Floß der Medusa“, die „Guernica“ oder die „Mona Lisa“ sind nur wenige Beispiele.

Und auch heute noch zu Zeiten des Computers und Fernsehens, von Netflix und Spotify strömen Tausende, ja Millionen von Menschen tagtäglich in die verschiedenen Museen auf der Welt und lassen sich von den größten Werken der Menschheit berühren und inspirieren. Ob im Louvre in Paris, im Museum of Modern Art in New York oder dem NAMOC in Peking – es gibt viel zu entdecken!

Die Urzeit und die Anfänge der Malerei

Die Kunst der Malerei ist viel älter, als man vielleicht meinen mag. Die Menschen der Urzeit begannen schon während der Periode des Magdalénien zu malen, also ca. 17.000-10.000 v. Chr.! Damals gab es allerdings nur drei Farben: Ockergelb, Ockerrot und Kohleschwarz. Diese wurden aus Stoffen wie Mangan oder Eisen gewonnen.

Wann begannen die ersten Malereien? Schon die Höhlenmenschen malten! | Quelle: Pixabay

Zu dieser Zeit wurden natürlich noch keine Porträts oder Stillleben gemalt. Die Menschen in der Urzeit zeichneten hauptsächlich Tiere auf Höhlenwände: Pferde, Büffel oder auch Mammuts. Um einen Reliefeffekt zu erzielen, machten sich die „Urkünstler“ die natürlichen Formen (Vertiefungen und Vorsprünge) in den Wänden, auf die sie zeichneten/malten zunutze.

Bis heute ist man sich in der Forschung nicht ganz einig, ob es sich dabei um bestimmte Rituale, Botschaften oder wirklich „einfach nur Kunst“ handelte. Archäologen beschäftigen sich mit der Frage, aber letztlich wird sie wohl nie ganz geklärt werden. Die wichtigsten Höhlenmalereien finden sich in Frankreich und Spanien, insbesondere dafür bekannt ist die Höhle von Lascaux in der Dordogne (Frankreich).

Die Malerei in der Antike

Die Malerei entwickelt sich mit der Zeit weiter, aber der Maluntergrund blieb zunächst gleich: Im Antiken Griechenland malte man immer noch auf Wände und Mauern, nun allerdings, um Villen und andere Bauwerke zu verzieren. Zu dieser Zeit war man immer noch weit entfernt vom perspektivischen Zeichnen und Malen. Und auch die Motive blieben recht simpel: Menschen, Tiere und Gebäude, oft mit religiösem bzw. rituellem Charakter (z.B. Opferszenen).

Die Malerei der griechischen Antike ist vor allem auch durch Töpferwerk bekannt. So wurden Vasen und sonstige getöpferte Behälter durch Malerei verziert. Die wichtigsten Farben waren dabei Rot und Schwarz. Dieser Stil beeinflusst später auch die römische Antike. Im alten Rom (bzw. Im gesamten Römischen Reich) wurden außer Vasen auch Villen, also ganze Wände bemalt. Damals kam entsprechend die Landschaftsmalerei auf und dies waren auch die Anfänge optischer Täuschungen.

Das Mittelalter und die Kunst der Manuskripte

Im Mittelalter ist die Malerei im Alltag der Menschen noch sehr wenig verbreitet. Meist findet sie sich nur im religiösen Kontext, z.B. im sogenannten Stundenbuch (auch Horarium) genannt. Dabei handelte es sich um eine Art Gebetsbuch für Katholiken, die mit Bildern veranschaulicht war.

Eine der wichtigsten Formen der Malerei im Mittelalter ist die Buchmalerei. So wurden später auch andere Bücher mit Verzierungen (Bordüren usw.), aber auch ganzen Bildern verziert bzw. der Text ergänzt.

Etwas später begannen die Menschen dann, auf Holztafeln zu malen. Pergament wurde zwar weiterhin verwendet, aber Holztafeln entwickeln sich quasi zur Leinwand der damaligen Zeit. Die Motive werden auch immer realistischer und die ersten Künstler beginnen, perspektivisch zu malen/zeichnen. Wichtige Namen dieser Zeit sind Giotto di Bondone und Cimabue.

Die Renaissance: Die ersten Gemälde

Die Kunstepoche der Renaissance stellt eine wahre Revolution in der Malerei dar. Nach und nach entfernen sich die Künstler von der rein religiösen Malerei und stellen die Welt um sich herum dar, beispielsweise auch in Form von Porträts.

Und auch eine wissenschaftlichere Sicht auf die Dinge und entsprechend auch Umsetzung in der Malerei, wie da Vinci sie an den Tag legte, beginnt zu dieser Zeit. Vor allem zu nennen ist dabei natürlich da Vincis Interesse an Anatomie, man denke nur an den Vitruvianischen Menschen. Allgemein wurden ab dieser Zeit Menschen realistischer dargestellt.

Die Erfindung der Leinwand bzw. die Entdeckung, dass man dieses Material als Malgrundlage verwenden kann, verändert die Malerei tiefgreifend. Auch wenn Holz noch beliebt bleibt, steigen immer mehr Künstler auf Leinenstoff um. Und es ist auch zu dieser Zeit, dass man begann, mit Staffeleien zu arbeiten.

Schließlich kommt auch immer mehr der Aspekt der Perspektive ins Spiel. Fra Angelico, Andrea Mantegna, Jacopo Tintoretto, Sandro Botticelli, Raphaël, Leonardo da Vinci, Michelangelo – die großen Künstler dieser Zeit sind zum Großteil Italiener (und allesamt Männer, aber das bleibt leider noch eine ganze Weile so …). Daneben schafft es allerdings auch die Niederländische Schule an Malern, sich einen Namen zu machen. Und auch Nordeuropa ist teilweise vertreten, mit Malern wie: Lucas Cranach der Ältere oder Pieter Bruegel der Ältere.

Kennst Du Bilder der Renaissance? In der Renaissance dominieren klassische und religiöse Motive. | Quelle: Pixabay

Die Hochrenaissance wird auf die Jahre zwischen 1500 und 1530 datiert und als der Höhepunkt der Malerei angesehen. Leonardo da Vinci hatte sich gerade in Frankreich angesiedelt, wohin er von König Franz I. gerufen worden war. Er entwickelte die Technik Sfumato, die Ölmalereien weicher erscheinen lässt als bisher. In der Folge entwickelt sich außerdem der Stil des Manierismus. Von da ist es nicht mehr allzu weit zur Barockzeit …

Die Malerei des Barock und Rokoko

Anfang des 17. Jahrhunderts verlassen die Maler eindeutig den Stil der Renaissance und läuten eine Epoche ein, die später als Barock bezeichnet werden wird.

Zahlreiche bekannte Künstler werden zu dieser Zeit gerechnet, z.B.:

  • Caravaggio
  • Rembrandt
  • Rubens
  • Vélasquez
  • Poussin
  • Georges de La Tour
  • Vermeer

Insbesondere die Werke von Caravaggio sind charakteristisch für die Malart des Barock. Im Gegensatz zu den Werken der Renaissance zeigen die barocken Kunstwerke die Tatsachen zum Zeitpunkt der tragischsten Ereignisse. Die Maler zensieren nicht und nutzen das Spiel zwischen Licht und Schatten, um die Emotionen auf die Leinwand zu bringen.

Kunsthistoriker betonen bei dieser Zeit insbesondere die Erfindung der Hell-Dunkel-Malerei, die bestimmte Details von Personen dank der Verwendung einer Kerze oder sonstigen Lichtquelle besonders deutlich herausstellen. So spielen diese Gemälde mit besonders starken Kontrasten. Allgemein sind die Bilder eher düster.

Etwas später erobert der Rokoko Europa. Diese Kunstrichtung ist eher leicht, oberflächlich schön, manchmal sogar erotisch. Der sehr dekorative (fürs heutige Verständnis fast etwas überladene) Stil bezieht sich auf die Malerei ebenso wie aufs Möbeldesign der Zeit und erobert die Herzen des königlichen Hofs und der Adligen. Watteau, Chardin oder auch Fragonard sind die Hauptrepräsentanten in Frankreich und werden im Rahmen von Malereikursen oft behandelt.

Vom Neoklassizismus zum Realismus

Das 19. Jahrhundert war sehr turbulent aus künstlerischer Sicht. Eine Epoche folgt auf die nächste und die verschiedenen Stilrichtungen machen das Jahrhundert zu einem der wichtigsten in der Kunstgeschichte.

Woran orientiert sich Neoklassizismus? Der Neoklassizismus orientiert sich an der Antike. | Quelle: Pixabay

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verspüren viele Künstler das Bedürfnis, wieder einfacher zu malen. Nach der Verspieltheit des Rokoko und der Dunkelheit des Barock wenden sich die Maler wieder einer klassischeren Weise der Malerei zu. Mitten in der Zeit der Aufklärung entfaltet sich die Strömung des Neoklassizismus, insbesondere zum Zeitpunkt der Entdeckung der Ruinen von Pompei. Der antike Kunststil wird so zum Vorbild für die Künstler, die zu den Wurzeln der Kunst zurückkehren wollen.

Nach und nach wird diese Epoche allerdings von der Romantik abgelöst.

Die Romantik von Eugène Delacroix

Die Kunstepoche der Romantik ist eine der prägendsten in der Kunstgeschichte. Große Maler wie Eugène Delacroix, Théodore Géricault oder auch Francisco de Goya werden zu dieser Richtung gezählt. Sie setzen auf Emotionen und Melancholie. Auf den Gemälden sind oft Landschaften dargestellt oder Ereignisse, bei denen die Natur zurückschlägt. Die Epoche reflektiert den Gedanken, dass die Natur stärker ist als der Mensch. So bewundert man nicht gerade fröhliche Gemälde von Massakern, Schiffbrüchen usw.

Der Realismus von Gustave Courbet

Fast wie Fotografien versucht der Realismus dagegen, die Welt, so wie sie ist, einzufangen und darzustellen. So werden auch aktuelle Geschehnisse in den Bildern behandelt. Ganz im Gegensatz zur Fantasie und Ästhetik der romantischen Strömung versuchen die Realisten Mitte des 19. Jahrhunderts, wieder den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Der Klassenkampf, das harte Alltagsleben, die Industrialisierung – die Bilder des Realismus zeichnen getreu des Namens realistische Bilder des 19. Jahrhunderts, fast wie Fotografien.

Doch mit der Erfindung der Fotografie Ende des 19. Jahrhunderts ist es nicht mehr nötig, dass Maler die Welt auf realistische Art und Weise darstellen. So entwickelt sich die Malerei weiter und wird vor allem zu einer Form des persönlichen Ausdrucks.

Moderne und zeitgenössische Malerei

Im Jahr 1872 wird im „Salon des Refusés“ Claude Monets „Impression, Sonnenaufgang“ ausgestellt. Das Gemälde bricht mit den Konventionen der Zeit und wird von Kritikern verhöhnt. Doch sie sollten im Nachhinein eines Besseren belehrt werden, denn damit wurde nicht weniger als eine neue Kunstepoche eingeleitet: der Impressionismus. Eine Art der Malerei, die in der Regel im Freien praktiziert wird und kleine, flüchtige Momente des Alltags einfängt, die eigentlich ganz nichtig erscheinen.

So wird also der Impressionismus geboren. Zahlreiche Werke und Künstler folgen und setzen so den Geist der Moderne um. Cézanne, Gauguin und Van Gogh setzen den Trend fort und malen Landschaften und Stillleben auf verschiedene Art und Weisen. Der Fauvismus sowie die Schule von Pont-Aven unterstützen den Eindruck, dass die Kunst der Moderne definitiv ihren Platz in der Kunstwelt gefunden hat und diese dominiert.

Einige Jahre später beginnt dann, was man heute „Zeitgenössische Kunst“ nennt. Der bekannteste Vertreter ist natürlich Pablo Picasso. Mit seinem Werk „Les Demoiselles d’Avignon“ prägt er die Kunstgeschichte mit seiner Dekonstruktion, nicht perspektivischen Malweise und ohne korrekte menschliche Proportionen. Er legt damit den Grundstein für den Kubismus.

Was ist Kubismus? Kubismus ist nur eine der vielen Strömungen im 20. Jahrhundert. | Quelle: Pixabay

Er macht sich einen Spaß daraus, gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Georges Braque die Grenzen immer weiter auszureizen. Darauf folgt die abstrakte Kunst Kadinskys, der Dadaismus von Marcel Duchamp und Francis Picabia  oder auch der Surrealismus von Dalí und Magritte – Kunstströmungen, die die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts auf immer und ewig geprägt haben.

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