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Wie klingt eigentlich Mandarin?

Von Elissa, veröffentlicht am 30/03/2019 Blog > Sprachen > Chinesisch > Mandarin Chinesisch: eine Tonsprache?

„Die Zunge stößt immer auf den Zahn, der schmerzt “
Chinesisches Sprichwort

Viele Deutsche haben schon Schwierigkeiten, sich mit Englisch zurechtzufinden, dessen Aussprache sehr spezifisch ist und nicht immer mit dem übereinstimmt, was wir zu lesen scheinen …

Chinesisch hat den Ruf, eine Sprache zu sein, die schwer zu beherrschen ist, wie der Spruch zeigt: „Ich verstehe nichts, das ist wie Chinesisch!“

Bereits das geschriebene Wort mit seinen Schriftzeichen verwirrt unsere Gemüter, denen die romanischen Sprachen vertraut sind. Aber es wäre falsch anzunehmen, dass das Mündliche einfacher zu lernen sei.

Um die chinesische Sprache zu lernen, muss man sich sehr schnell mit der Frage nach den Tönen beschäftigen.

Die meisten Chinaliebhaber, die ihren Chinesisch-Unterricht aufgeben, tun dies wegen der Töne, die für manche ein schier unüberwindbaren Hindernis darstellen.

Damit diese kleine Schwierigkeit nicht zu einem großen Problem wird, ist es wichtig, dass man sich von Beginn an darauf konzentriert, um so schnell wie möglich Herr der Lage zu werden!

Die Töne, was ist das?

Wenn ein Roboter auf Deutsch oder Englisch alle Wörter gleich betonen würde, bliebe die Bedeutung der Wörter trotzdem gleich. Anders ist dies bei Tonsprachen.

Im Mandarin zum Beispiel kann die Betonung den Sinn eines Wortes komplett verändern.

Denn Mandarin ist eine Tonsprache: Silben mit identischer Struktur werden nach der Betonung unterschieden.

Für gewöhnlich unterscheiden Sprachwissenschaftler 4 verschiedene Töne auf Chinesisch.

Die vier Töne im Hochchinesischen.

Dies sind also die vier Dimensionen der chinesischen Sprachen, die sich durch unterschiedliche Aussprachehöhen derselben Silbe unterscheiden.

Je nachdem wie wir unsere Stimmbänder bewegen, ergibt sich das folgende Schema zur 

Unterscheidung der vier großen Töne von Mandarin:

So kann die Silbe ma (wir nehmen das bevorzugte Beispiel von Mandarin-Lehrern) abhängig von der gegebenen Intonation mehrere Bedeutungen haben.

Die chinesischen Töne ermöglichen es daher, die Lautkombinationen mit den verfügbaren Zeichen zu vervielfachen.

Zum Vergleich: Das kantonesische Tonsystem ist mit 9 Tönen noch weiter entwickelt: Diese Komplexität macht es leichter, Missverständnisse zu vermeiden.

Die Bedeutung chinesischer Akzente

Die Beherrschung der Töne im Fernen Osten ist wesentlich, um sich verständlich ausdrücken zu können.

Dort wird die Betonung nicht verwendet, um Gefühle auszudrücken: Nein, sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Bedeutung eines Satzes, als gehörte sie zur Grammatik!

Stellt euch vor, ihr möchtet einer wichtigen Person gegenüber höflich sein und sagt aber aufgrund der falschen Aussprache ein Schimpfwort…

Das ist ein Fehler, den ihr vermeiden könnt, indem ich von Beginn an versucht beim Lernen der chinesischen Sprache auf die Aussprache zu achten.

Da es für Anfänger im ersten Jahr des Chinesisch-Unterrichts fast unmöglich sein wird, die chinesischen Schriftzeichen zu entziffern, ist es wichtig, die Übersetzung der Schriftzeichen in lateinischen Buchstaben zu verwenden, um sich mit der chinesischen Aussprache vertraut zu machen.

In diesem Fall werden die verschiedenen Töne auf den Vokalen durch Akzente unterschieden, die man auch „diakritische Zeichen“ nennt.

Der beste Weg, um die Bedeutung der Töne im Chinesischen zu erkennen, besteht darin, sich ein Meisterwerk der chinesischen Literatur anzuschauen: den Text „赵元任 (Der Löwen-essende Dichter in der Steinhöhle)“.

In diesem Gedicht über 10 Verse kommt nur eine einzige Silbe vor: shi.

Ohne die Tonzeichen würde das Gedicht keinen Sinn ergeben. Das Gericht ist das beste Beispiel für die Bedeutung von Tonzeichen. | Quelle: Pixabay

Es wäre sinnlos, dieses Gedicht zu lesen und zu versuchen, es zu verstehen, wenn es nicht die berühmten chinesischen Töne gäbe, die jedem Begriff eine sehr genaue Bedeutung geben!

Zugegebenermaßen wurde das Kunststück dieses Gedichts dadurch erleichtert, dass der Dichter, um den es in der Geschichte geht, Shi heißt…

Alles was man über den ersten Ton wissen sollte (阴平)

Der erste Ton im Chinesischen ist der einfachste von allen: Die Tonhöhe des hohen Tons bleibt konstant und hoch, der Ton wird fast gesungen statt gesprochen. Die Tonstärke ist dabei gleichbleibend.

In der geschriebenen Form wir dieser Ton durch einen Balken über dem Vokal dargestellt.

Um unser Beispiel von vorher wieder aufzugreifen, würden wir für den ersten Ton mā (die Mutter) bekommen.

Das scheint nicht allzu schwer zu merken sein, aber man muss aufpassen: so wie es unmöglich ist, komplett still zu sein (die Muskeln zittern immer ein bisschen), so ist es auch nicht ganz so einfach, beim Sprechen die Stimme genau gleich zu halten.

Aber macht euch keinen Stress, wenn eure Stimme dazu neigt, zu zittern…denn Übung macht den Meister und je mehr man seine Stimme trainiert, desto leichter fällt es einem, den richtigen Ton zu treffen!

Der zweite Ton im Chinesischen (阳平)

Der zweite chinesische Ton folgt einer aufsteigenden Kurve: Man beginnt beim steigenden Ton unten und lässt die Stimme in eine hohe Tonlage kommen. Die Tonstärke nimmt im Verlauf der Silbe zu.

Im Schriftlichen wird er durch einen Akut dargestellt, also ein Akzent, der die Steigung der Tonhöhe darstellt.

In unserem Beispiel erhalten wir dann: má (Hanf).

Dieser Ton ist vergleichbar mit der Intonation einer Frage im Deutschen.

Der dritte Ton im Chinesischen (上声)

Der dritte chinesische Ton ist wahrscheinlich der für die Europäer ungewöhnlichste.

Dieser Ton folgt keiner geraden Kurve, vielmehr beschreibt er eine lange Strecke, die in der Mitte beginnt, bevor sie sinkt und dann wieder aufsteigt.

Ohne die chinesischen Töne, kann man sich nicht verständigen. Um sich auf Chinesisch verständigen zu können, muss man die Töne beherrschen. | Quelle: Pixabay

Beim fallend-steigenden Ton beginnt die Tonhöhe im mittleren Niveau und sinkt nach unten, bevor sie wieder auf das mittlere Niveau ansteigt. Die Tonstärke ist am Anfang am lautesten, fällt dann ab und steigt gegen Ende der Silber wieder an.

Dargestellt wird dieser Ton durch ein sogenanntes Hatschek, ein Akzent, der die Kurve des Tons darstellt.

In unserem Beispiel: mǎ (das Pferd).

Für Ungeübte ist der dritte Ton sicherlich der schwerste von allen. Manchmal wirkt es unmöglich, ihn in bestimmten Sätze zu verwenden 

Und in jeder Sprache gibt es Ausnahmen, die die Regel bestätigen!

So auch hier: Durch bestimmte Regeln, die in tonalen Sprachen, wie Chinesisch, die Aussprache verschiedener Töne beeinflussen, kommt es beim dritten Ton zu Ausnahmen.

Zum Beispiel gibt es die Regel, dass bei zwei aufeinanderfolgenden Silben im dritten Ton die erste der beiden Silben im zweiten Ton ausgesprochen wird. Die häufige Begrüßung nǐhǎo (你, ‚Du‘ + 好, hǎo ‚Gut‘) wird dann als níhǎo ausgesprochen.

Dies erleichtert die Verbindung der Silben, erschwert aber das Verständnis für alle Lernenden.

Der vierte Ton im Chinesischen (去声)

Der letzte chinesische Ton ähnelt in gewisser Weise dem zweiten Ton, er ist zumindest ein Spiegelbild dessen.

Hierbei beginnt der Ton auf einer hohen Tonhöhe, bevor diese scharf nach unten fällt. Die Silbe wird kürzer mit mehr Effekt ausgesprochen. Die Tonstärke fällt stark ab.

Passend dazu wird der vierte Ton im Schriftlichen durch einen Gravis, also einen absteigenden Akzent dargestellt.

In unserem Beispiel: mà (Schimpfen)

Vergleichbar ist der vierte Ton mit einem Befehl im Deutschen, zum Beispiel „Geh!“.

Ein fünfter Ton (轻声)?

Ihr glaubt jetzt, dass es das war? Nicht ganz!

Für gewöhnlich sprechen die Experten der chinesischen Sprache von vier Tönen im Hochchinesisch, wobei es eigentlich auch noch einen fünften gibt.

Um die Töne zu lernen, ist es wichtig, sich mit vielen Muttersprachler zu unterhalten. Je mehr ihr euch mit Chinesischen unterhaltet, desto schneller lernt ihr die richtige Aussprache der Töne | Quelle: Pixabay

Der neutrale Ton klingt kurz und leicht und wird deshalb so oft nicht als eigener Ton erwähnt.

Er tritt häufig bei mehrsilbigen Wörtern auf, bei denen die zweite Silbe weniger stark ausgesprochen wird als die erste. Er wird meistens ohne Tonzeichen über dem Vokal dargestellt.

Wie meistert man die Töne im Hochchinesisch?

Unsere Ausarbeitung über die chinesischen Töne war lang und nicht unbedingt Mut zusprechend…

Man muss den Stier bei seinen Hörnern packen (oder sollten wir von Drachen sprechen, schließlich geht es um das Reich der Mitte?) und man muss zugeben, dass es fast nicht möglich ist zu sagen, dass man das Erlernen der Töne abgeschlossen hat. Diese Fähigkeit zu perfektionieren ist eine Sache fürs Leben.

Aber ihr seid nicht alleine, denn heutzutage muss man nicht einmal das Haus verlassen, um Hilfe zu bekommen: das Internet ist eine Goldmine.

Die neuen Technologien bieten uns viele verschiedene Möglichkeiten, Chinesisch zu lernen: Hörverstehen, Interaktives Lernen und Schreibübungen, man findet fast alles im Internet.

Außerdem gibt es Sprachschulen oder Privatlehrer, die euch beim Lernen helfen können. Vor allem die Privatlehrer können sich an die Bedürfnisse der Schüler anpassen und auch auf den sprachlichen Hintergrund eingehen.

Die beste Methode, die Aussprache der Töne des Hochchinesisch zu perfektionieren, ist eine Reise in das Land (warum nicht mit einer beruflichen Pflicht verbinden?), auch wenn China weit weg ist.

Mit einem Muttersprachler zu reden ist immer noch der beste Weg, eine Sprache zu beherrschen.

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