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Das chinesische System des Pinyin-Systems

Von Elissa, veröffentlicht am 30/03/2019 Blog > Sprachen > Chinesisch > Was ist Pinyin?

„Die Zeit öffnet ihre Türen denjenigen, die wissen, wie man wartet.“

Dieses chinesische Sprichwort fasst mit Poesie den langen Weg der Sprache zusammen, den Lernende der Sprache des Konfuzius vor sich haben…

In den chinesischen Sprachen unterscheiden sich die Töne, das Alphabet und die Grammatik sehr stark von den romanischen Sprachen…Chinesisch sprechen, verstehen und schreiben war also für die Lernenden gleichbedeutend mit Mut, Willen und Selbstaufopferung.

Obwohl die Sprache noch immer als schwierig zu erlernen gilt, hat sich das Lernen durch die Standardisierung der chinesischen Sprache und der Einführung von Pinyin, einem auf dem lateinischen Alphabet aufgebauten chinesischen Lautsystem, dramatisch verändert.

Der BBC zufolge waren in China vor der Einführung des Pinyin mehr als 85% der Bevölkerung Analphabeten. Heutzutage liegt die Rate der Alphabetisierung in China nach Angaben von UNICEF bei etwa 95%.

Das System sorgte auch dafür, dass die chinesischen Schriftzeichen in ihrer digitalen Version mit der Einführung von Computer, Smartphones und Tablets verwendet werden konnten.

Offiziell bekannt unter dem Namen „Hanyu Pinyin Fang’an“, ist Pinyin auch für die Einführung der Blindenschrift verantwortlich, die bis dahin nicht existierte oder nicht funktionierte.

Diese phonetische Umschrift wird von einigen Universitätsprofessoren für Mandarin als einfach, aber elegant bezeichnet. Schauen wir uns an, was dieses Sprachsystem ausmacht und was es denjenigen bringen kann, die Kurse in Chinesisch besuchen möchten …

Warum entwickelte die Volksrepublik China die Pinyin-Umschrift?

„Ich sehe das Pinyin immer noch als Brücke zwischen China und dem Rest der Welt, als Brücke zwischen den Kulturen.“

Der im Alter von 111 Jahren verstorbene Sprachwissenschaftler Zhou Youguang gilt als Vater des Pinyin-Systems, der dafür sorgte, die chinesische Sprache zu modernisieren und dem Westen zugänglich zu machen.

Sein Projekt zur Transkription der chinesischen Sprache – vom Staatsrat am 6. Februar 1956 offiziell beschlossen und Ende 1957 genehmigt – wurde besser angenommen als ältere Systeme zur Transkription wie:

  • Wade-Giles-System, 1859 erstellt und 1912 erneut modifiziert. Dieses britische System war im frühen 20. Jahrhundert am beliebtesten.
  • Bopomofo, ein in China verwendetes System.

    Pinyin wird in manchen chinesischen Gemeinschaften nicht verwendet. In einigen chinesischen Gemeinschaften, wie Taiwan oder Hongkong nutzt man Alternativen zum Pinyin | Quelle chrissuderman via VisualHunt

Durch die offizielle Bestätigung des Systems durch die Internationale Organisation für Standardisierung der Volksrepublik China im Jahr 1979 garantierte Pinyin eine Öffnung Chinas für den Rest der Welt. Denn Pinyin ist ein System zur Romanisierung des Hochchinesisch.

In einem zweiten Schritt wurde Pinyin Anfang 2009 auch in der Republik China auf Taiwan durch die Regierung als offizieller Standard festgelegt. Dies ist jedoch nicht zwingend im taiwanesischen Bildungssystem oder der Datenerfassung vorgeschrieben.

Egal wie man es nennt – Hanyu Pinyin Fang’an (chinesisch 漢語拼音方案 / 汉语拼音方案), Pinyin oder Hanyu Pinyin – es bleibt das am weitesten verbreitete System zur Transkription dieser Sprache.

Natürlich wurden ähnliche Systeme entwickelt, um die Standardisierung der vielen anderen chinesischen Dialekte Chinas und „Nicht-Han“ -Minderheiten zu erleichtern, aber diese waren auf internationaler Ebene nie so etabliert wie Pinyin.

Pinyin ist bei der Internationalen Organisation für Normung (ISO) als ISO 7098:1991 registriert und damit als internationaler Standard anerkannt.

Dies war auch ein Weg, der wachsenden Nachfrage von Ausländern, vor allem aus dem Westen, nachzukommen, um das Chinesischlernen zu erleichtern. Dies war früher noch komplizierter, da die Zeichen mit einem phonetischen Alphabet gelernt wurden, das auch aus Zeichen bestand: dem Bopomofo.

Außerdem gab es bei der Einführung auch ein nationales Ziel, denn durch Pinyin sollte die Lesekompetenz der Bevölkerung im Land der Mitte verbessert werden, deren Zahlen den Mitarbeitern im Bildungsministerium sogar den Appetit auf eine gute Pekingente verderben konnten.

Dank des Pinyin kennt man Peking auch als Beijing. Pinyin ist der Grund, warum die chinesisches Hauptstadt Peking international auch als Beijing bekannt ist. |Quelle: Ling Tang via Unsplash

Heute ermöglicht das Pinyin-System und seine vereinfachten Zeichen, die auf nationaler Ebene progressiv eingeführt wurden – eine endgültige Version wurde erst 1986 validiert – das Erlernen der Kalligraphie dem Volk und nicht nur den Eliten, wie es früher der Fall war.

Deshalb sollte sich ein Schüler heutzutage auch nicht zu sehr vor Älteren über die Schwierigkeit der chinesischen Sprache beschweren, da diese früher eine weitaus schwierigere Ausbildung durchmachen mussten!

Buchstaben und Töne des Pinyin

„Ohne ein Alphabet mussten wir von einem Mund zum anderen sprechen, von einem Ohr zum anderen.“ Zhou Youguang

Mit diesem Gedanken schuf der Vorreiter des langen Weges der Angleichung der chinesischen Sprache eine „Brücke zwischen den chinesischen Sprechern“.

Sein Pinyin-Lautsystem, das 25 der 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets verwendet, veränderte das Lernen von Hochchinesisch für Ausländer für immer.

Der Buchstabe „V“ ist der einzige, auf den verzichtet wurde und so ist das Hochchinesisch durch das Pinyin viel einfacher geworden, auch wenn sich diese offizielle Romanisierung nicht so liest und ausspricht wie das Deutsche.

Das Pinyin zu perfektionieren ist der erste Schritt auf dem Weg die chinesischen Schriftzeichen zu lernen, die nicht mit dem lateinischen Alphabet zu tun haben.

Die Töne des Pinyin

Man beginnt mit dem, was für die Lernenden am schwierigsten ist und was sie an Konfuzius-Instituten, an chinesischen Sprachschulen oder bei einem Aufenthalt in China lernen: chinesische Töne.

Die vier Töne einer Silbe sind sehr wichtig für die Aussprache. Um die chinesische Aussprache zu beherrschen, muss man die vier Töne einer Silbe verinnerlichen | Quelle: Unsplash

Was die mündliche Ausdrucksweise im Hochchinesisch angeht, kann jede Silbe durch vier verschiedene Intonationen ausgesprochen werden, denen noch der neutrale Ton hinzugefügt wird:

  • Der erste Ton ist ein hoher, flacher Ton. Die Stimme bleibt flach. Beispiel: mā (Mutter).
  • Der zweite Ton ist ein Ton, der zunimmt. Die Tonhöhe steigt von der unteren bis mittleren in die hohe Tonlage, ähnlich der Intonation einer Frage im Deutschen. Beispiel: má (Hanf).
  • Der dritte Ton ist ein Ton, der einbricht. Die Tonhöhe sinkt aus mittlerem Niveau nach unten und steigt in der Regel wieder in das mittlere Niveau. Beispiel: mǎ (Pferd).
  • Der vierte Ton ist ein absteigender Ton. Die Tonhöhe fällt scharf nach unten und die Silbe wird kürzer mit mehr Affekt ausgesprochen, vergleichbar mit der deutschen Betonung eines Befehls (z. B. „geh!“). Beispiel: mà (schimpfen).
  • Der fünfte Ton ist der neutrale Ton.

Die Silben des Pinyin

Das Kernstück der chinesischen Sprache bildet die Silbe. Da die chinesischen Zeichen fast immer genau eine Silbe beschreiben, ist auch die Pinyin-Umschrift silbenbasiert. 

Jede Silbe ist dabei entweder eine „finale“ Silbe oder eine „initiale“ Silbe, der eine „finale“ Silbe folgt.

Im Allgemeinen Gebrauch gibt es nur 413 Silben, die wiederum tausende von chinesischen Schriftzeichen benennen. Hierbei gibt es einen unmittelbaren Bezug zwischen Pinyin und intuitiver englischer Aussprache.

Sollte man seinen Lernschwerpunkt auf Pinyin legen?

Ihr fragt euch sicherlich: Welche chinesische Sprache sollte ich zuerst lernen?

Als echtes Werkzeug, das das Erlernen der Chinesischen Sprache erleichtert, sollte man Pinyin nicht vernachlässigen

Ein echtes Werkzeug, das das Lernen der Chinesen erleichtert, kann der Pinyin nicht kritisiert werden.

Trotzdem ist diese Unterstützung für den Lernenden nicht immer förderlich.

Lasst mich erklären…sobald man die Töne, die Aussprache und das mündliche Verständnis dank der Romanisierung des Hochchinesisch verinnerlicht hat, sollte man sich schnell mit den chinesischen Schrift mit ihren jahrtausendealten Schriftzeichen befassen. 

Denn das Erlernen des Pinyin-Systems vor der Einführung in das Hochchinesisch dient zwar einem besseren Verständnis der Sprache, aber es ist auch nur der erste Schritt auf dem langen Weg, die Struktur der chinesischen Sprache vollends zu verstehen.

Dies alles können Schüler nicht nur mit dem Pinyin-System schaffen!

Ihr müsst nicht gleich alle Schriftzeichen lernen Die chinesischen Schriftzeichen haben es in sich! | Quelle: Pixabay

Sicherlich ist das Pinyin leichter zu lesen, einfacher zu schreiben und ermöglicht eine gewisse Kommunikation, aber es führt die ausländischen Schüler dazu, die Han-Schrift, also die chinesische Schrift, zu vernachlässigen.

Das kann nicht die beste Lösung sein! Das wäre so, als würde man einen chinesischen Film mit deutschen Untertiteln schauen oder ein wiederaufgewärmtes Essen zu sich nehemn. Es geht, aber es ist nicht optimal. 

Die Lösung wäre, Pinyin nach und nach zu verdrängen, während man die chinesischen Schriftzeichen lernt.

Verdängen heißt in dem Fall, dass man Pinyin so lange außer Acht lässt, bis die Schulhefte der Schüler nur noch mit chinesischen Schriftzeichen gefüllt sind.

Wenn ich Eliminieren sage, würde es bedeuten, das Pinyin zugunsten chinesischer Schriftzeichen bis zur Existenz der Zeichen im Notizbuch des Studenten vollständig zu ignorieren.

Das ist unabdingbar, wenn man Hochchinesisch lernen möchte: Man muss sein Gehirn daran gewöhnen, chinesische Schriftzeichen zu erkennen, zu entschlüsseln und zu verstehen.

Sich nur auf Pinyin zu konzentrieren, führt zu Sprachfehlern, begünstigt durch Vokale zum Lesen der Töne und die Ähnlichkeit zum lateinischen Alphabet. 

Sobald man das Klassenzimmer verlässt, wird Pinyin nicht mehr verwendet und die Schriftzeichen, mit denen man auf einer Reise nach China, bei einem Austausch oder einem beruflichen Aufenthalt konfrontiert ist, sind die der Ideogramme und der Kalligraphie.

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