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China: Welche Sprache lohnt sich am meisten zu lernen?

Von Elissa, veröffentlicht am 07/03/2019 Blog > Sprachen > Chinesisch > Warum es sich lohnt, Mandarin zu lernen?

Es kommt immer mehr in Mode und macht sich auch auf dem Lebenslauf sehr gut, Hochchinesisch zu lernen scheint heutzutage der Schlüssel zu sein, der die Türen in eine glänzende wirtschaftliche Zukunft öffnet. 

Anders als zum Beispiel Japan, hat es China geschafft, seine Amtssprache auch in westlichen Schulen zu etablieren und Hochchinesisch gehört mittlerweile in vielen Klassenzimmern zum Lehrplan, was auf die wirtschaftliche Stärke und Relevanz Chinas zurückzuführen.

So schwierig sie auch sein mag: Die Sprache des Konfuzius zieht immer wieder Menschen an, die Lust haben, die chinesischen Schriftzeichen und Töne zu lernen. 

Im Land von Kung-Fu, dem Shaolin-Tempel und Yin und Yang bilden Dutzende Sprachen und Dialekte eine bunte Ansammlung von unterschiedlichen Möglichkeiten.

Also, lasst uns herausfinden, welche chinesische Sprache am sinnvollsten zu lernen ist, wenn es um einen längeren Aufenthalt oder einen kompletten Umzug in das Reich der Mitte geht…

Um Mandarin kommt man nicht herum

Wer in China zurechtkommen möchte, sollte zunächst Mandarin beherrschen Mandarin ist die wichtigste Sprache in China! | Quelle: Marco Zuppone via Unsplash

Als weltweit erste gesprochene Sprache mit 20% der Weltbevölkerung ist es schwierig, das an das Mandarin angelehnte Hochchinesisch zu ignorieren, wenn ihr eine chinesische Sprache lernt …

Ihr fragt euch: Welche Sprachen sprechen die Chinesen?

Heute lernen schätzungsweise mehr als 30 Millionen Menschen Mandarin. Einige Studien gehen so weit zu sagen, dass Chinesisch in wenigen Jahrzehnten die am meisten unterrichtete Sprache der Welt sein wird.

Zurückzuführen auf die wirtschaftliche Bedeutung Chinas sind die Klassenzimmer in den 

Konfuzius-Instituten weltweit immer besser besucht. 

In Deutschland hinkt man noch etwas hinterher, während in Frankreich 45.000 Schüler Chinesisch lernen, sind es hierzulande gerade einmal 5000.

Als zweite Weltwirtschaft – manche sagen sogar, es ist die erste – ist China nach den 

Vereinigten Staaten das zweite Handelsziel Europas mit einem Marktwert von über 160 Milliarden Euro.

Ursprünglich galt Hochchinesisch als schwierige und weit entfernte Sprache, aber sie gewinnt für internationale Unternehmer immer mehr an Bedeutung und das wird mit der wachsenden Wirtschaftskraft Chinas noch steigen. 

Kantonesisch im Vergleich zu Mandarin?

In Hongkong und seiner Umgebung spricht man Kantonesisch. Kantonesisch wird vor allem im Süden Chinas gesprochen, in der Region um Hongkong herum. | Quelle: Pixabay

Wie in allen Geschichten gibt es eine Hauptfigur und seinen Compagnon, der immer ein wenig im Schatten bleibt, weniger beliebt. Batman und Robin oder Asterix und Obelix.

Seitdem Mandarin im Jahr 1956 als Amtssprache des Landes festgelegt wurde, wird Kantonesisch im Land der Mitte als zweite Sprache verwaltet, die weder für die meisten Chinesen noch für viele Ausländer eine große Rolle spielt.

Dabei repräsentiert Kantonesisch einer der vielen Elemente der reichen Kultur des Landes, die über die Grenzen des Kantons hinausreichen. 

Entgegen der allgemein herrschenden Klischees (Knusprige Ente im Mittagstisch für 8€) hat die kantonesische Kultur eine große Bedeutung in Film, Musik und Gastronomie im Land.

Das ist alles schön, aber was ist der eigentliche Grund Kantonesisch zu lernen?

Dominiert und teilweise unterdrückt vom Mandarin, entwickelt sich Kantonesisch mit einer gewissen Art von Diskretion in den Ländern, in denen es gesprochen wird.

Trotz der unterdrückten Geschichte der Sprache, breitet sie sich aufgrund der Stärke der Kultur und der wirtschaftlichen Macht der Regionen, in denen sie gesprochen wird – Guangdong, Hongkong, Macao und die vielen chinesischen Gemeinschaften in Übersee – , im Ausland aus und wird für viele Unternehmer immer attraktiver. 

Eine Sprache für Sprachwissenschaftler

Liebhaber von Sprachen und Dialekten lernen Kantonesisch nur für sich, um mit einem völlig neuen Rezept eine gute Mahlzeit zu genießen.

Dieser Aspekt beim Erlernen einer neuen Sprache verblasst beim Mandarin durch die Omnipräsenz der Angebote. Beim Kantonesisch allerdings nicht, da die Kurse weniger beliebt sind und daher auch weniger besucht sind.

Durch die Verwendung von 8 Tönen und vielen Ähnlichkeiten zum Vietnamesischen kann man sich so auch dem Land der Halong-Bucht annähern.

Eine Sprache für Historiker

Ohne die Geschichte des Mandarin zu vernachlässigen, ist die Präsenz des Kantonesisch in der Geschichte der Welt und Chinas viel zu bunt, als dass man sie übersehen könnte.

Guangzhou oder Kanton gennant, die drittgrößte Stadt Chinas, wird seit Jahrhunderten durch die Politik der verschiedenen Regime geprägt, die sie regierten. Dies macht es zu einer Region, deren Authentizität nicht mehr bewiesen werden muss.

Guangzhou wird auch die „Stadt der 5 Ziegen“ genannt, in Anlehnung an eine chinesische Legende, die von 5 Ziegen erzählt, die vom Himmel herunterkamen und Unsterbliche mitbrachten. Man kann durchaus sagen, dass Guangzhou in der Tat eine unsterbliche Stadt ist, die sich trotz der Jahrhunderte der Herrschaft immer weiterentwickelt hat. 

Eine Sprache für Kinoliebhaber

Die auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene beliebte Hongkong-Filmindustrie unterstreicht die Besonderheit der kantonesischen Sprache. In ihr finden wir all die Eigenschaften, die die Sprache ausmachen, die eigenen Klänge, der typische Gebrauch, die Verwendung bestimmter Begriffe, die die Leichtigkeit der Sprache verstärken …

Das Lesen von Mandarin zu beherrschen, ist hier nur ein Bonus, da die Untertitel zu den Filmen zwar auf Mandarin geschrieben sind, aber sie nur bedingt die kantonesische Sprache der Schauspieler widerspiegeln. Um die Dialoge und Spielfilme komplett verstehen zu können, sollte man also Kantonesisch sprechen oder verstehen. 

Eine Sprache für Ausländer

Schön, modern und historisch ist Hongkong – wie Shanghai – eine Stadt, die Menschen aus aller Welt anzieht. Obwohl die Stadt viele Jahre lang unter englischer Vormundschaft gestellt war und so verwestlicht ist, konnte sie sich jedoch ihre chinesische Identität beibehalten. Und wenn man über Chinesisch in Hongkong spricht … meint man eigentlich Kantonesisch.

Tatsächlich ist Kantonesisch, das von Hongkong als Amtssprache übernommen wurde, immer noch sehr relevant. Die Sprache ist daher ein nicht zu vernachlässigender Vorteil, wenn man der lokalen Bevölkerung näher kommen und Hongkong aus einem anderen Blickwinkel entdecken möchte, aber auch, um günstige wirtschaftliche Beziehungen für den Rest seiner unternehmerischen Karriere aufzubauen.

Erlernen des Shanghai-Dialekts

In Shanghai treffen viele Eindrücke aufeinander. Shanghai ist das wirtschaftliche Zentrum der Volksrepublik. | Quelle: Edward He via Unsplash

Als Drehkreuz der Weltwirtschaft mit dem Shanghai Tower, dem zweithöchsten Wolkenkratzer der Welt, wird Chinas bevölkerungsreichste Stadt nie müde, ihre Bedeutung in allen Sprachen auszudrücken.

Als Wirtschafts- und Finanzzentrum Asiens stellt man sich eigentlich vor, dass Shanghai Hochchinesisch und Englisch nutzt, um den Markt abzutasten und Geschäfte abzuschließen.

Dieser Tatsache kann man auch nicht widersprechen, aber sie muss noch verfeinert werden. Denn genau genommen ist Hochchinesisch für die 20 Millionen Einwohner der Stadt nicht die Muttersprache. In Wirklichkeit es der Shanghai-Dialekt.

Obwohl Hochchinesisch ab dem Alter von 6 Jahren in den Schulen der Volksrepublik unterrichtet wird, ist der örtliche Dialekt dennoch eine Sprache, die in den Unterhaltungen im Alltag der Stadt mit vielen Wolkenkratzern eine große Bedeutung hat.

Ich weiß … Welchen Zweck hat es, einen lokalen Dialekt anstatt Hochchinesisch zu lernen?

Man sollte nichts vorenthalten…Diese Frage ist mehr als berechtigt. Man weiß mit Sicherheit, dass die gesamte in Shanghai lebende Bevölkerung Hochchinesisch spricht. Shanghai ist auch eine der asiatischen Städte, in der die meisten Menschen aus dem Ausland leben, die zunächst mit dem Dialekt der lokalen Bevölkerung nicht vertraut sind.

Unabhängig davon, ob ihr ein Austauschstudent in China seid, ein Mitarbeiter einer Firma oder ein einfacher Tourist auf einer Reise nach Shanghai, es ist von großem Vorteil, wenn ihr den Shanghai-Dialekt beherrscht.

Die Shanghaier ziehen es vor, unter sich zu bleiben und sprechen auch in Gegenwart anderer Chinesen lieber ihren Dialekt.

Um sich in Shanghai also mit den Einheimischen unterhalten zu können und dabei nicht als Ausländer abgestempelt zu werden, ist es also wichtig, ihre Sprache zu beherrschen. 

Bei der Sprachgruppe „Wu“, der zweitgrößten Sprachgruppe in China, kann man das wirtschaftliche und finanzielle Interesse an der Beherrschung dieses Dialekts deutlich erkennen.

Und schließlich ist das Erlernen der Sprache keine Einbahnstraße: Der Shanghai-Dialekt ist in gewisser Weise dem Mandarin nachempfunden und unterscheidet sich nur in der Verwendung der Töne. Daher erleichtern gute Kenntnisse in Hochchinesisch das Lernen des Shanghai-Dialekts und können somit Sprachkonflikte vermeiden.

Chinesische Dialekte

Das Altchinesisch weist eine sehr lange Geschichte auf. Das Altchinesisch ist die einzige Sprache, die in ihren Ursprüngen heute noch gesprochen wird. | Quelle: Pixabay

Der von den Sprachwissenschaftlern kategorisch abgelehnte Begriff „Dialekt“ für Sprachen wie Min (Fujian und Taiwan), Xiang (in Hunan) oder Manchu befeuert die Debatte, die darüber geführt wird, ob Mandarin als Amtssprache in China legitim ist.

Weit entfernt von der in Peking gesprochenen Sprache Putōnghuà oder Hànyu ist China voll von „Landessprachen“, die das Land ausmachen und reich machen.

Seine tausendjährige Geschichte, die durch die Abfolge der Dynastien veranschaulicht wird, kann durch Lernen oder einfach durch das Studium von Dialekten hervorgehoben werden, die den Lauf der Zeit überlebt haben, und die Standardisierung der Sprache.

Die meisten Regionen haben auch heute noch ihre eigene Landessprache, die von ethnischen Minderheiten verwendet wird!

Das Erlernen einer dieser „lokalen Sprachen“ eignet sich für diejenigen, die sich gezielt mit Sprachen, Anthropologie oder der Geschichte chinesischer Sprachen beschäftigen und deine diese Dialekte die Möglichkeit geben, ihr Wissen zu bereichern oder deren akademische Forschung voranzutreiben.

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