Der Dativ ist in der deutschen Grammatik der 3. Fall von vieren.

Wie beim Genitiv unterscheidet man auch hier zwei Gruppen: Verben, auf denen der Dativ folgt, sowie Präpositionen mit Dativ. Damit wollen wir uns nun im Folgenden beschäftigen! Doch zunächst zur Bedeutung des 3. Kasus.

Bedeutung

Wie fragt man nach dem Dativ? Hier stellt man die Frage „Wem oder was?“. Hier handelt es sich also um den „Wem-Fall“. Nach Objekten eines Satzes fragt man mit „wem oder was“.

Dativ Beispiel:

„Der Weihnachtsmann schenkt den Kindern Spielzeug.“

Hier stellt man die Frage: „Wem schenkt der Weihnachtsmann Spielzeug?“ Die Antwort lautet: „Den Kindern schenkt er Spielzeug.“

„Die Küken folgen der Entenmama.“

Man fragt: „Wem folgen die Küken?“ Antwort: „Sie folgen der Entenmama.“

Wer kann diesen Küken widerstehen?
Jetzt fühlen sich die Küken geborgen! | Quelle: unsplash

Wie dekliniert man eigentlich in der deutschen Grammatik den Genitiv?

Dativ Deklination (Beugung)

Dativ Artikel

SingularBestimmtUnbestimmt
Maskulindem Fußballeinem Fußball
Femininder Pfeifeeiner Pfeife
Neutraldem Spieleinem Spiel
Pluralden Zuschauern- Zuschauern

Beispiele:

„Die Spieler danken den Zuschauern für ihre Unterstützung.“

Die Spieler hören der Pfeife zu.“

Der Torwart ähnelt dem Schiedsrichter.“

Der Spieler folgt dem Fußball.“

Die Person schaut dem Spiel zu.“

Verben mit Dativ

Nicht viele Verben verlangen den 3. Kasus. Eine Regel gibt es nicht, Du musst diese Verben einfach auswendig lernen. Hier eine die Liste mit den wichtigsten Tätigkeitswörtern (natürlich unvollständig), nach denen der 3. Kasus steht: antworten, begegnen, entgegnen, erwidern, folgen, gehören, gratulieren, helfen, glauben, schaden, schmecken, danken, folgen, ähneln, glauben, passen, gleichen, zuschauen, zuhören, zusehen, vertrauen, drohen und widersprechen.

Beispiele:

„Der Arzt hilft der Patientin.“

„Er begegnete der Person im letzten Sommer.“

„Der Schüler antwortet den Eltern.“

„Der Professor gratulierte dem Studenten zu seinem Diplom.“

Die Torte schmeckt dem Kind sehr gut.“

Möchtest Du auch mal probieren?
Mmmh, so lecker kann der Dativ sein! | Quelle: unsplash

n-Deklination

Wie Dir sicherlich aufgefallen ist, haben einige Nomen die Endung -n oder -en („dem Studenten“ im Singular, „den Zuschauern“ im Plural).

Von der n-Deklination sind ausschließlich maskuline Nomen im Singular betroffen (schwache Nomen). Welche es sind, musst Du einfach auswendig lernen. Auch im Akkusativ, Genitiv und Plural bekommen sie ein zusätzliches -n/-en.

Das einzige Nomen, das nicht maskulin ist und dennoch zu den schwachen Nomen zählt, ist „das Herz“.

Auf den Nominativ hat die n-Deklination keine Auswirkung.

Wie dekliniert man im Nominativ?

Dativ Präpositionen

Nach bestimmten Präpositionen (Verhältniswörtern) wird der Dativ verwendet, wie auch nach mit, nach, von, seit, aus, zu, bei, zuliebe, ab (Ortsangaben), entsprechend, entgegen, laut, zufolge, fern, binnen, gegenüber und anderen.

Ein kleiner Merksatz, um sich sieben dieser Verhältniswörter zu merken:

„Aus, bei, von, nach, mit, zu, seit – der dritte Fall steht schon bereit“

Beispiele:

Nach den Ferien geht die Schule wieder los.“

„Sie geht immer mit der Zeit.“

Seit dem Konzert ist er ein berühmter Pianist.

„Sie leben der Stadt so fern.“

Dem Bericht zufolge besteht keine Gefahr mehr.“

Wechselpräpositionen

Daneben gibt es Wechselpräpositionen, die mal den Dativ, mal den Akkusativ verlangen. Diese lauten: an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen.

Woher weiß man, wann der 3., wann der 4. Kasus verwendet wird?

Man muss sich die Frage stellen, ob die Handlung zielgerichtet ist oder nicht. Ist sie zielgerichtet, wird der Akkusativ benutzt, wenn nicht der Dativ.

Beispiele:

DativAkkusativ
Der Stuhl steht neben der Tür.
Der Ball liegt unter dem Stuhl.
Die Katze sitzt auf dem Dach.
Ich stelle den Stuhl neben die Tür.
Der Ball rollt unter den Stuhl.
Er setzt die Katze auf das Dach.

Du siehst also, bewegt sich die Handlung, wird der Akkusativ benutzt, bei Stillstand der Dativ.

Wo steht der Stuhl?
Der Stuhl steht auf der Straße, ich habe ihn auf die Straße gestellt! | Quelle: unsplash

Verben + Präpositionen + Dativ

Da es Verhältniswörter gibt, die den Dativ verlangen (wie auch Präpositionen, nach denen der Akkusativ steht), musst Du aufpassen, wenn Du ein Verb siehst, das nur in Verbindung mit einem Verhältniswort zu benutzen ist. Da richtet sich der Fall nach der Präposition und nicht nach dem Verb!

Merke: Die Präpositionen bestimmen den Fall!

Z.B. arbeiten an, jemanden/etwas erkennen an, gewinnen an, sich beteiligen an, schreiben an, sich erfreuen an, basieren auf, bestehen auf, bestehen aus, folgern aus, machen aus, resultieren aus, schließen aus, sich beklagen bei, sich erkundigen bei, sich informieren bei, jemanden stören bei, jemanden unterstützen bei, sich täuschen in, sich üben in, anfangen/aufhören mit, sich befassen mit, diskutieren mit, rechnen mit, sich vertragen mit, sich erkundigen nach, riechen/schmecken nach, streben nach, leiden unter, abhängen von, sich erholen von, träumen von, sich hüten vor, jemanden warnen vor, beitragen zu, jemanden ermutigen zu, gehören zu, halten zu, jemanden überreden zu und so weiter.

Beispiele:

Der Film basiert auf einer wahren Gegebenheit.“

Die Journalistin informierte sich bei der Polizei.“

Das Kind störte die Mutter beim Putzen.“

Hier riecht es nach Schokolade.“

Das Mädchen vertrug sich mit ihrem Freund.“

Der Mann leidet unter der Hitze.“

Die Katze gehört zu der alten Frau.“

Einige Verben haben sogar zwei Ergänzungen mit zwei verschiedenen Verhältniswörtern, z.B. mit jemandem über etwas sprechen oder sich bei jemandem für etwas bedanken.

„Ich spreche mit meiner Freundin über unsere Reise.“ Hier steht „meine Freundin“ im Dativ (da mit den 3. Kasus verlangt) und „unsere Reise“ im Akkusativ.

„Der Sänger bedankt sich beim Publikum für den Applaus.“ Das „Publikum“ steht im Dativ (wegen mit), und nach für kommt der Akkusativ.

Adjektivdeklination

Die Beugung des Adjektivs ist von der Form des Geschlechtsworts (bestimmt, unbestimmt, Nullartikel), vom Numerus (Einzahl, Mehrzahl), vom Genus (maskulin, feminin, neutral) und vom Fall abhängig. Hier konzentrieren wir uns nur auf den Dativ:

SingularBestimmtUnbestimmtKein Artikel
Maskulindem runden Fußballeinem runden Fußballrundem Fußball
Femininder schwarzen Pfeifeeiner schwarzen Pfeifeschwarzer Pfeife
Neutraldem spannenden Spieleinem spannenden Spielspannendem Spiel
Pluralden jubelnden Zuschauern- jubelnden Zuschauernjubelnden Zuschauern

Beim bestimmten sowie beim unbestimmten Artikel und im Plural des Nullartikels endet das Adjektiv auf -n. Im Maskulin und Neutrum des Nullartikels endet es auf -m, im Femininum des Nullartikels auf -r.

Na, bist Du jetzt ein Dativ-Experte?
Der runde Ball liegt auf dem grünen Rasen - Nominativ und Dativ! | Quelle: unsplash

Zusammenfassung:

Der 3. Kasus ist der „Wem-Fall“. Den Dativ verwendet man nach bestimmten Verben, bestimmten Präpositionen und auch nach Wechselpräpositionen, wenn die Handlung nicht zielgerichtet ist, das heißt wenn Stillstand herrscht.

Bei der Adjektivdeklination enden die meisten Adjektive auf -n.

 

Wie wäre es jetzt mit einer kleinen Dativ-Übung? Die Lösungen findest Du am Ende des Textes!

1. Bilde einen Satz mit „Zucker“, „schaden“ und „die Zähne“.

2. Bilde einen Satz mit „der Vater“, „gratulieren“, „fleißig“ und „sein Sohn“.

3. Bilde einen Satz mit „ich“, „sich hüten vor“ und „dein fürchterlicher Geiz“.

4. Bilde einen Satz mit „der Schüler“, „sich informieren bei“, „die Lehrerin“, „über“, „der Lernstoff“.

5. „Der Hund liegt unter ____ Tisch.“ Wie heißt der fehlende Artikel? Welcher Fall ist das?

Lösungen:

  1. Zucker schadet den Zähnen.“
  2. Der Vater gratuliert seinem fleißigen Sohn.“
  3. Ich hüte mich vor deinem fürchterlichen Geiz.“
  4. Der Schüler informiert sich bei der Lehrerin über den Lernstoff.“
  5. dem“ = Dat.
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Christiane

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