Der Nominativ ist in der deutschen Grammatik der 1. Fall von vieren und der am häufigsten verwendete. In jedem Satz kommt mindestens einer vor, welches das Subjekt ist. Der kürzeste Satz besteht aus einem Subjekt und einem Prädikat, zum Beispiel: „Der Vater liest.“ Hier ist „der Vater“ das Subjekt (Nomen) und „liest“ das Prädikat (Verb).

Der Nominativ ist die Grundform der Substantive, das heißt, wenn Du Nomen auf Deutsch lernst, lernst Du sie immer im 1. Fall, also nicht dekliniert.

Wie dekliniert man eigentlich im Genitiv?

Bedeutung

Der 1. Fall gibt an, welche Person oder Sache spricht oder handelt und sagt Dir somit, in welcher Person und in welcher Form Du das Verb (Tätigkeitswort) konjugieren musst. Sie gibt auch die Beziehung an, die das Nomen zu den anderen Satzteilen hat.

Wie fragt man auf Deutsch nach dem Nominativ? „Wer oder was?“ Deshalb wird der 1. Fall auch als „Wer-Fall“ bezeichnet.

Beispiel: „Die Mutter kocht.“

Hier fragt man: „Wer kocht?“ Antwort: „Die Mutter.“ Die Mutter steht also im 1. Kasus.

Was riecht denn hier so gut?
Wenn die Mutter kocht, riecht es herrlich! | Quelle: unsplash

Der absolutive Nominativ

Daneben gibt es in der deutschen Grammatik den absolutiven Nominativ, der ohne Prädikat auskommt und allein stehen kann.

Beispiele:

„Die ganze Wohnung steht unter Wasser. Die reinste Katastrophe!“

„Er will in eine andere Stadt ziehen. Eine schwierige Entscheidung.“

Nominativ als Prädikativ

Manchmal ist das Nomen nicht das Subjekt, da wird der Nominativ zum Prädikativ (nach sein, werden und bleiben), zum Beispiel: „Sie ist eine treue Seele.“ oder „Ich werde später Pilot.“

Hier ist der Prädikativ nicht das Subjekt, weist ihm jedoch eine Eigenschaft zu. Deshalb steht er im 1. Kasus.

Ein Tipp: Prädikative gibt es nur, wenn „sein“, „werden“ oder „bleiben“ das Hauptverb sind. Diese Verben können niemals alleine stehen, das heißt, es folgt auf ihnen ein Prädikativ.

Position des Nominativ

Wo steht in einem Nominativ-Satz das Nomen?

In der Regel steht es an erster Stelle. Manchmal kann es aber auch in die Mitte des Satzes hinter das Tätigkeitswort rücken, wenn etwas anderes betont werden soll.

Beispiel:

Der Spieler tritt in den Ball.“ wird zu „In den Ball tritt der Spieler.“ Hier soll „der Ball“ betont werden, um zu verdeutlichen, dass der Spieler den Ball kickt und nicht in das Bein eines Mitspielers zum Beispiel!

Möchtest Du mitspielen?
Mit genauso viel Einsatz wirst Du den Nominativ bald beherrschen! | Quelle: unsplash

Wie bildet man eine Nominativ-Frage?

Dazu vertauscht man einfach das Nomen mit dem Tätigkeitswort.

Beispiele:

„Der Hund schläft.“ Hier musst Du fragen: „Schläft der Hund?“

„Der Busfahrer fährt den Bus.“ Hier lautet die Frage: „Fährt der Busfahrer den Bus?“

Nominativ Deklination (Beugung)

Artikel im Nominativ

SingularBestimmtUnbestimmt
Maskulinder Fußballein Fußball
Feminindie Pfeifeeine Pfeife
Neutraldas Spielein Spiel
Pluraldie Zuschauer- Zuschauer

Beispiele:

Der Fußball fliegt über das Spielfeld.“

„Schwarz ist die Pfeife.“

Die Zuschauer jubeln.“

Wie Du siehst, werden die Geschlechtswörter im 1. Kasus nicht dekliniert! Du musst nur aufpassen, dass Du die Verben richtig konjugierst.

Wie dekliniert man im Akkusativ?

Willst Du fließend Deutsch sprechen und bald mitjubeln?
Du machst tolle Fortschritte im Deutschen, bravo! | Quelle: unsplash

Beugung von Artikel, Adjektiv und Nomen

Wie das Adjektiv dekliniert wird, ist von der Form des Geschlechtsworts (bestimmt, unbestimmt, Nullartikel), dem Numerus (Einzahl, Mehrzahl), dem Genus (maskulin, feminin, neutral) und von dem Fall abhängig. Hier konzentrieren wir uns nur auf den Nominativ:

SingularBestimmtUnbestimmtKein Artikel
Maskulinder runde Fußballein runder Fußballrunder Fußball
Feminindie schwarze Pfeifeeine schwarze Pfeifeschwarze Pfeife
Neutraldas spannende Spielein spannendes Spielspannendes Spiel
Pluraldie jubelnden Zuschauer- jubelnde Zuschauerjubelnde Zuschauer

Die Adjektivbeugung der unbestimmten Artikel lässt sich relativ einfach zu merken, da der letzte Buchstabe des bestimmten Artikels derselbe wie der letzte Buchstabe des Adjektivs des unbestimmten Artikels ist (siehe fett geschriebene Markierungen).

Bei Adjektiven ohne Geschlechtswort (ganz rechts in der Tabelle) sind die Endungen wie bei den Adjektiven mit unbestimmtem Geschlechtswort.

Beim bestimmten Begleiter endet das Adjektiv immer auf -e, nur im Plural auf -en. Dies nennt man schwache Deklination.

Es gibt auch einige Adjektive, die in ihrer Beugung nicht regelmäßig sind. Die Endungen der Adjektive bleiben aber gleich.

Beispiele:

hoch („das hohe Haus“)

dunkel („der dunkle Wald“)

sauer („der saure Apfel“)

teuer („die teure Uhr“).

Wie wäre es mit einem Happen Deutsch?
Saure Äpfel machen lustig! | Quelle: unsplash

Wie dekliniert man Adjektive im Dativ?

Deklination nach Begleitern

Nach diesen Begleitern werden Adjektive schwach dekliniert, genau wie nach dem bestimmten Artikel:

  • dieser („Dieser alte Mann ist nett.“)
  • jeder („Jede gute Tat zählt.“)
  • mancher („Manche kleinen Kinder lachen viel.“)
  • welcher („Welcher graue Hund ist entlaufen?“)
  • keiner („Keine grüne Birne schmeckt ihm.“)
  • meiner („Meine jüngeren Geschwister sind artig.“)

Zusammenfassung:

Der 1. Fall ist der einfachste Kasus im Deutschen. Er ist die Grundform aller Substantive, die Du nicht zu deklinieren brauchst.

Die einzige kleine Schwierigkeit besteht in der Beugung der Adjektive, aber auch das ist relativ einfach zu meistern: Die Endungen der bestimmten Begleiter sind dieselben wie die Endungen der Adjektive nach dem unbestimmten Begleiter!

Wie dekliniert man in allen vier Fällen (Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ)?

Wie wäre es jetzt mit einer kleinen Nominativ-Übung? Die Lösungen findest Du am Ende des Textes!

  1. „Der Schüler hört zu.“ Welches Wort ist das Nomen, welches das Verb?
  2. Bilde mit „Lehrer“ und „werden“ einen Satz mit Prädikativ.
  3. Wie muss man nach dem Nom. fragen?
  4. Dekliniere „groß“ und „Haus“ im Nom. mit bestimmtem, unbestimmtem und ohne Art.
  5. Dekliniere „teuer“ und „Uhr“ im Nom. mit bestimmtem, unbestimmtem und ohne Art.

Lösungen:

  1. Der Schüler“: Nomen, „hört zu“ (von „zuhören“): Tätigkeitswort
  2. Später möchte ich Lehrer werden.“
  3. Mit „wer oder was“.
  4. das große Haus“, „ein großes Haus“, „großes Haus“
  5. die teure Uhr“, „eine teure Uhr“, „teure Uhr“

 

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Christiane

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