Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Auf Englisch Gedanken Fassen: Ist das Wirklich Möglich?

Von Franziska, veröffentlicht am 05/11/2017 Blog > Sprachen > Englisch > Auf Englisch Denken Lernen, um Bilingual zu werden

Dieser Artikel wendet sich an Menschen aller Englischniveaus. Seid versichert, wir haben den Text nicht auf Englisch verfasst.

Trotzdem ist dies etwas, das Ihr früher oder später regelmäßig tun werdet: ohne Mühe vom Deutschen ins Englische zu „gleiten”.

Das ist unverzichtbar, wenn man mit Englisch zweisprachig werden will.

Wie macht man das? Warum ist es wichtig?

Wir geben Euch einige Ratschläge dafür, um Euch im Englischen zu verbessern. Am einfachsten ist es, indem man lernt, auf der Sprache von Shakespeare zu denken.

Stellt Euch vor, wie wichtig es ist, auf Englisch zu denken

Auf Englisch zu denken: Was für eine lustige Idee!

Aber ja, es ist nötig, wenn Ihr das Englische voll und ganz meistern wollt.

Denken in der Fremdsprache bedeutet auch ein gutes Hirntraining. Laut einer Studie der York University sind mehrsprachige Menschen sogar erst später als ihre Altersgenossen von Alzheimer betroffen.

Es stimmt übrigens nicht, dass Fremdsprachen und die Muttersprache in verschiedenen Hirnregionen verarbeitet werden.

In den 1960er und ’70er Jahren war man sogar davon ausgegangen, dass die linke Hirnhälfte für die Erstsprache zuständig ist, während die rechte für Fremdsprachen zuständig ist. Das ist inzwischen widerlegt.

Wenn man eine Fremdsprache lernt, schalten sich zusätzliche Regionen im präfrontalen Kortex ein. Diese sind für das kontrollierte Verarbeiten von Informationen zuständig. Das Gehirn hat sozusagen mehr Arbeit.

So viel zur Wissenschaft.

Wie so oft liegt das Geheimnis in der Regelmäßigkeit. So auch beim Lernen, in der Fremdsprache zu denken. Versuche doch, dies in eine Wartezeit einzubauen, zum Beispiel beim Bus- oder Bahnfahren.

Und wenn Ihr es dauernd vergesst: Stellt Euch doch einfach den Wecker oder hängt Euch zu Hause oder in der Arbeit Notizen an Orte, die Ihr oft zu Gesicht bekommt.

Nach und nach bekommt Ihr es hin, immer glattere Sätze zu bilden. Sie auszusprechen, ist der nächste Schritt.

Verwendet KEIN Englisch-Deutsches Wörterbuch

Ein deutsch-englisches Wörterbuch zu benutzen (sei es beim Online Englisch Lernen oder Offline) empfinden manche als unumgänglich.

Verbanne das Wörterbuch am besten erst einmal ganz aus deiner Reichweite, bis du dir abgewöhnt hast, jedes Wort nachzuschauen. Auch wenn du es gewohnt bist: Versuche in Zukunft, nicht immer sofort ein Wort nachzuschauen oder zu googeln. | Quelle: Pixabay

In der Tat kann Euch so ein Werk helfen.

Euch zu sehr darauf zu stützen kann aber kontraproduktiv sein.

Warum?

Aus dem einfachen und guten Grund, dass Ihr Euch nicht die Zeit nehmen werdet, zu überlegen, ob Ihr das Wort schon kennt.

Außerdem werdet die Vokabeln so nicht langfristig im Gedächtnis bleiben. Das Gehirn muss sich nämlich anstrengen, um Informationen zu behalten.

Nehmen wir ein Beispiel, das Ihr mit Sicherheit am eigenen Leib erfahren habt: die Benutzung eines GPS.

Indem Ihr Euer GPS bedient, lasst Ihr Euer Gehirn nicht mehr arbeiten und Ihr folgt den Instruktionen des Geräts, ohne zu überlegen.

Wenn Ihr dagegen kein GPS verwendet, werdet Ihr Eurer Umgebung bewusster. Das erste Mal verlauft oder verfahrt Ihr Euch bestimmt. Das zweite Mal vielleicht auch.

Das dritte Mal habt Ihr aber schon einige Orientierungspunkte, die Euch helfen, die richtige Richtung zu finden. Und je öfter Ihr die gleiche Route nehmt, desto leichter wird es, Euch ohne Hilfsmittel zurechtzufinden.

Laut Experten ist es eine Mischung aus Wiederholungen und praktischen Bedingungen, die für ein besseres Erinnerungsvermögen sorgt.

Ein deutsch-englisches Wörterbuch ist eine Stütze, die Euch im jeweiligen Moment kurzfristig weiterhilft, aber es hindert Euer Gehirn am Arbeiten.

Indem es Euch hilft, ohne dass Ihr Euch etwas einprägen müsst, behaltet Ihr nichts im Gedächtnis.

Wenn Ihr also schnell fließend Englisch sprechen lernen wollt und deshalb auch auf Englisch denken wollt, begebt Euch in einen Kontext, der es begünstigt, dass Ihr Vokabeln eine Weile im Gedächtnis behalten müsst – ohne externe Hilfe.

Lernt ganze Sätze (und nicht nur einzelne Wörter)

Wisst Ihr, dass es besser ist, ganze Sätze zu lernen als nur Wörter, die aus dem Kontext gerissen sind?

Indem Ihr etwas auswendig aufsagt, werdet Ihr mehr Probleme haben, die Wörter langfristig zu behalten. Wenn Ihr die Vokabeln dagegen in einen Satz packt, gebt Ihr ihnen eine Bedeutung und einen Sinn.

Forscher haben bewiesen, dass das mentale Bild, das Ihr damit schafft, beim Erinnern an das Wort hilft.

Übrigens erlauben Euch einige Englischsprachkurse, Satzkonstruktionen zu üben.

Interrogative Sätze, deklarative Sätze oder Ausrufe-Sätze werden nämlich alle anders gebaut.

Wenn Ihr das schon mal wisst, hilft es Euch, die Metasprache des Englischen zu verstehen (all das steht in Verbindung mit dem Satzbau).

Das ist die Grundlage der englischen Grammatik.

So werdet Ihr einen Automatismus haben und Ihr wisst immer instinktiv, wie man Sätze konstruiert.

Man muss sie im Folgenden mit dem angepassten Vokabular ergänzen. Indem Ihr das macht, baut Ihr Sätze und habt es leichter, Wörter in ihren linguistischen Kontext zu setzen.

Das ist ein ganzes Stück effektiver, als eine Liste mit Begriffen auswendig zu lernen.

Fangt so früh wie möglich mit dem Englischlernen an

Es ist ein Fakt: Je jünger der Mensch, desto größer seine Tendenz, Informationen im Kopf zu behalten, die an seine Umgebung geknüpft sind.

Man spricht von neuronaler Plastizität. In anderen Worten: Ein kleines Kind nimmt besser Sprachlaute wahr, die nicht aus seiner Muttersprache stammen.

Ab 12 Jahren verlieren wir diese „Gabe”. Deshalb lernen Erwachsene schlechter als Kinder.

Beim Sprachenlernen ist die Regal ganz simepl: Je früher man anfängt, desto besser. Es ist einfach nur erstaunlich, wie unterschiedlich einfach wir Sprachen lernen – je nach Alter. | Quelle: Pixabay

Macht Euch keine Sorgen, ungeachtet des Alters kann man jederzeit beginnen, eine neue Sprache zu lernen.

Nichts ist unmöglich, wenn Ihr die richtige Methode habt.

Das Beste ist natürlich, einen englischen Muttersprachler als Sprachaustauschpartner zu finden, der Euch hilft, so viel wie möglich zu üben.

Ihr könnt Euch allerdings sehr gut selber Listen kreieren, die mit verschiedenen semantischen Feldern verbunden sind, die Ihr lernen und meistern wollt.

Zwingt Euch, diese Wörter in einem bestimmten Satz zu verwenden.

Macht dies in jedem Fall ziemlich schnell (eigentlich schon am Anfang Eures Lernunternehmens für die neue Sprache).

So könnt Ihr Euch jeden Tag einer kurzen Liste mit einigen Wörtern widmen, die Ihr verwenden müsst. Das wird viel einfacher sein, als Euch zu zwingen, Euch 20, 30 oder 100 Wörter auf einmal zu merken.

Um Englisch zu lernen und Fortschritte zu machen ist es besser, wenig auf einmal, aber dafür regelmäßig zu arbeiten.

Ihr werdet sehen, dass sich Euer Englischniveau langsam aber sicher hebt.

Findet einen anglofonen Freund

Es ist kein Hexenwerk, in Englisch zweisprachig zu werden. Die Hauptsache ist, man übt. Aber alleine üben ist schwierig.

Also, sofern Ihr nicht geplant habt, einen Sprachaufenthalt zu absolvieren, raten wir Euch, Euch einen Partner zum Sprachaustausch zu suchen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um mit ihm oder ihr zu kommunizieren:

  • Ihr könnt Euch per Mail oder im Chat austauschen. (Sogar per Brief, wenn Ihr gerne mit der Hand schreibt.)
  • Ihr könnt per Skype telefonieren.

Wir raten Euch, beides zu tun. Ihr könnt damit anfangen, Mails zu schreiben. Das wird Euch helfen, Euren schriftlichen Ausdruck zu verbessern. Außerdem könnt Ihr Euch mit dieser Methode Zeit nehmen, Sätze zu formulieren und sie noch einmal durchzulesen, bevor Euer Konversationspartner sie zu sehen bekommt.

Zögert nicht, ihn oder sie zu bitten, Euch zu korrigieren.

Als nächste Stufe könnt Ihr zum Chat übergehen, um Eure Fähigkeiten zu verbessern. Man verständigt sich so zwar immer noch schriftlich, aber man führt einen Dialog in Echtzeit. Es ist also natürlicher.

Das Ziel bei diesen beiden Methoden ist, Euer Vokubular und Eure Rechtschreibung zu verbessern.

Fühlt Ihr Euch dazu in der Lage, geht zur mündlichen Konversation über.

Wenn Ihr erst anfangt, zögert nicht, Eurem Gesprächspartner mitzuteilen, dass er oder sie langsamer sprechen soll. So könnt Ihr besser seinen Akzent und seine Aussprache wahrnehmen/aufnehmen und nachmachen.

Dann liegt es an Euch, zu entscheiden, ob Ihr es vorzieht, dass er sich natürlich, d.h. für ihn „normal“ ausdrückt oder weiterhin langsam und sehr deutlich spricht.

Triff dich doch einfach mal auf einen Spaziergang oder im Park mit deinem Sprachpartner. An der frischen Luft ist das Gehirn meist aufnahmefähiger. Das Tolle an einem Sprachaustauschpartner ist, dass im Idealfall beide etwas von der Konversation haben – und nicht zuletzt Spaß. | Quelle: Pixabay

Das Interessante an der Konversation mit einem guten Sprachpartner ist, dass Ihr Euch verbessern werdet, ohne es überhaupt zu merken.

Einfach nur, indem Ihr mit ihm redet, verbringt Ihr eine gute Zeit (als würdet Ihr mit einem Freund reden). Ihr könnt ihm auch Fragen stellen über kulturelle Aspekte seines Landes (sei es England oder ein anderes). So öffnet Ihr Euch einer anderen Kultur – auch wenn sie so wie die englische Eurer nicht gerade konträr gegenübersteht.

Das kann für Euch nur ein Plus bedeuten.

Was den Rythmus anbetrifft, regen wir Euch dazu an, Euch so oft wie möglich zusammenzusetzen. Es liegt an Euch, zu wissen, ob Ihr sogar eine tägliche Diskussion in Eurem Tagesplan unterbringen könnt.

Macht es je nach Belieben. Aber seid Euch im Klaren darüber, dass Ihr Euch auf ein langfristiges Vorhaben einstellen müsst.

Wir denken, dass es besser ist, über die Jahre hinweg ein oder zwei Treffen pro Woche zu organisieren als über Monate hinweg ein Treffen täglich, das Ihr aber langfristig nicht weiterführen werdet.

So viel wie möglich reisen

Ihr könnt natürlich einerseits ein Abenteuer wagen und einfach einen Rucksack packen, um durch die Welt zu tingeln. Ihr könnt aber auch derjenige sein, der alles plant oder gleich in einen Club-Urlaub fährt, in dem man z.B. Gruppenexkursionen machen kann.

In beiden Fällen habt Ihr immer die Chance, Euer Englisch zu perfektionieren.

Natürlich ist das totale Eintauchen ein absolutes Muss.

Indem Ihr Euch in ein anglofones Land begebt und Euch dort aufhaltet, vielleicht sogar dort arbeitet – und deutschsprachige Menschen vermeidet – werdet Ihr in atemberaubender Geschwindigkeit Fortschritte machen.

Ihr werdet keine andere Möglichkeit haben, als Englisch zu reden, aber Menschen passen sich generell leicht an neue Umgebungen an. Ihr werdet Euch also bald zurechtfinden.

Das Gute am Englischen ist, dass es die Universalsprache ist. Sobald Ihr euch auf Englisch ausdrücken könnt, werdet Ihr (fast) überall verstanden.

Zu den Zielen, die wir Euch zum Entdecken ans Herz legen, gehören:

  • (natürlich) England
  • die USA
  • Australien
  • Irland
  • Kanada
  • Südafrika

Von London nach New York, über Kapstadt, Melbourne oder Dublin werdet Ihr keine Zeit haben, Euch zu langweilen

Und London oder Dublin sind nicht mal so weit weg. Ein oder zwei Stunden Flug genügen.

Die anderen Städte sind weiter weg, aber lohnen die Mühe. Und schließlich kann man beim Reisen nicht nur neue Sprachen lernen und jede Menge Entdeckungen machen, sondern sich auch noch gut auf andere Gedanken bringen.

Du kannst auch deinen Rucksack packen und Dich nach Asien aufmachen. Auch dort gibt es Orte, an denen vor allem Englisch gesprochen wird. Auch Singapur lohnt die weite Anreise. Und da dort so viele Kulturen zu Hause sind, ist eine der Geschäftssprachen Englisch. | Quelle: Pixabay

Es ist fast egal, wohin Euch der Wind weht. In allen Fällen werdet Ihr mit einem Kopf voller Erfahrungen und Erinnerungen zurückkehren.

Und wer weiß?

Vielleicht wollt Ihr ja auch ein bisschen länger bleiben als Ihr geplant hattet. Und es könnte sich sogar die Idee entwickeln, ganz dort hinzuziehen.

Wenn es nach uns ginge, würden wir auf jeden Fall sagen: Das Beste, was man tun kann, um Englisch zu lernen, ist, einige Monate im Land zu bleiben – und ganz einzutauchen.

Es wird der Moment kommen, in dem Ihr automatisch zwischen Deutsch und Englisch wechseln werdet und Euch in beiden Sprachen zu Hause fühlt.

Und wenn Ihr nicht reisen könnt (wenn Euch die Zeit oder das Geld fehlen oder, weil Ihr gerade keine längere Pause einlegen könnt), dann ist es eine exzellente Idee, sich einen Sprachaustauschpartner zu suchen.

Weitere Tipps, um quasi von zu Hause aus fließend Englisch sprechen zu lernen, erhaltet Ihr hier.

Wenn Ihr zusätzlich noch regelmäßig an Euren Sprachkenntnissen arbeitet und Euch damit in Theorie und Praxis übt, haltet Ihr die Schlüssel für schnellen Fortschritt in der Hand.

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (durchschnittlich 5,00 von 5 bei 1 Bewertungen)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar
neuste älteste beste Bewertung
GanzNormal
Gast
Franziska Vielen DANK! Ich lerne Deutsch ab vier Jahren. VIER JAHREN! und der Fortschritt war sehr langsam. So langsam, dass ich habe fast ganze Hoffnung für Deutsch verloren. Ich habe vor ein paar Tagen gelesen was du hast geschrieben und das war der Schlüssel. Denken auf Fremdsprache. Ohne Kompromissen, ohne Zweifeln und Scham dass ich fast nur Fehler mache. Ich bin jetzt wie ein Neugeborene, dass lernt sich zu denken. Und das funktioniert! Ich fühle eine große Verbesserung mit jedem Tag! Verzeihung für den garstigen Text aber ich musste darüber schreiben. Ich denke auf Deutsch seit ein paar Tagen und… Read more »