Gleich mal vorweg: Die Geige ist sicherlich nicht das leichteste Instrument und es braucht viel intensive Arbeit und Übung, um sie zu beherrschen. Du solltest also hochmotiviert sein!

Musikmachen ist auf jeden Fall ein beliebtes Hobby in Deutschland: 14 Millionen Deutsche greifen regelmäßig zum Musikinstrument. Du denkst, dass seien nur alte Damen und Herren in ihren kleinen Kammern und Musizieren sei uncool? Weit verfehlt! Denn: Auch 1,5 Mio. Jugendliche zupfen, streichen, flöten und drummen in über 1.000 Musikschulen in ganz Deutschland!

Ein beliebtes Instrument ist nach wie vor die Violine. In den letzten Jahren hat sie dank bekannten Violinisten und Violinistinnen wie David Garret und Vanessa Mae an Bekanntheit und Beliebtheit gewonnen.

Da immer wieder betont, wird das die größten Virtuosen und Virtuosinnen bereits seit frühstem Kindesalter über die Saiten streichen, fragen sich viele Eltern, ab welchem Alter ihr Kind Geigenunterricht besuchen sollte, damit es ein Chance hat, das Instrument eines Tages auch wirklich zu beherrschen.

Schauen wir uns also mal an, was man beachten sollte, wenn man zur Violine greifen möchte.

Eine Geige kaufen, Notenlesen lernen, ganze Partituren entziffern, Grifftabellen nutzen können, schwierigere Techniken wie das Vibrato erlernen, Musiktheorie verinnerlichen, die vier Jahreszeiten von Vivaldi meistern … Und vor allem: wie alt sollte man sein, um mit dem Geige spielen anfangen? Ist es irgendwann zu spät dafür?

Wie lange dauert es, Geige zu lernen? Welches Buch kann einen dabei unterstützen? Und kann man auch übers Internet Geige lernen?

Fragen über Fragen, die wir in diesem Artikel zu beantworten versuchen …

Wie lange braucht man zum Geige Lernen?

Eine der ersten Frage, die man sich vielleicht stellt, wenn man mit dem Geigenspielen beginnt, ist: Wie lange braucht man um Geige zu lernen? Lass Dir gesagt sein: Bis man die Violine wirklich beherrscht, vergeht Zeit, viel Zeit …

Manche Musiker können immer noch kein mittelschweres Stück ohne Fehler durchspielen, obwohl sie sich dieser Disziplin schon seit fünf Jahren widmen.

Das schreckt Dich nicht ab?

Umso besser! Denn Du musst bereit sein, Dich mehrere Jahre mit diesem Instrument auseinanderzusetzen, wenn Du es wirklich schön klingen lassen können willst. Im Gegensatz zu manchen Sportkursen kannst Du Geigenunterricht nicht ein paar Monate nehmen und dabei erfolgreich sein – es braucht einfach viel Übung!

Wie schnell und gut Du vorankommst, ist vor allem von Deiner Motivation abhängig. Ohne einen starken Willen geht es nicht.

Wenn Du Dir das Geige spielen selbst beibringen willst, ist dieser Punkt noch wichtiger! Denn dann hast Du keine*n Lehrer*in, der*die Dir Hausaufgaben gibt und Deine Fortschritte kontrolliert.

Und natürlich gilt auch hier: Je öfter und intensiver Du übst, desto schneller wirst Du Dich verbessern …

Wie lange es dauert, bis Du einigermaßen schön Violine spielen kannst, hängt auch von Deiner Vorerfahrung ab. Wenn das Dein erstes Musikinstrument ist, wird es Dir natürlich schwerer fallen. Insbesondere, weil Du dann vielleicht noch keine Ahnung vom Notenlesen und von Musiktheorie hast.

Menschen, die bereits musizieren, werden sich etwas leichter tun. Spielst Du schon ein Blasinstrument, singst Du in einem Chor (nach Noten)? Oder spielst Du vielleicht sogar schon ein anderes Streichinstrument? Dann sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus …

Ein weiterer Vorteil, wenn Du schon Musik gemacht hast: Dein Gehirn ist es gewohnt, Melodien wahrzunehmen und zu reproduzieren. Vielleicht kannst Du auch schon vom Blatt abspielen und musstest bestimmte Stücke auswendig lernen. All das wird Dir auch beim Geigen helfen.

Solltest Du noch nie Musik gespielt haben, musst Du Dir gewisse Dinge erst aneignen. Das wird einige Zeit dauern, aber keine Angst, das ist absolut möglich!

Das gilt natürlich hauptsächlich für Erwachsene und ältere Jugendliche. Bei Kindern kann man erstmal weniger Selbstständigkeit und natürlich auch keine große musikalische Vorerfahrung erwarten, dafür erlernen sie manche Dinge schneller.

Geigenunterricht gibt es für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Zum Geige spielen ist an nie zu alt. Aber kann man zu jung dafür sein? | Quelle: David Vilches via Unsplash

Geigenunterricht für Kinder wird weit weniger theoretisch ausfallen als der Kurs für Erwachsene. Hier geht es erstmal darum ein Gefühl für das Instrument und eine Musikalität zu entwickeln. Die Musiktheorie kommt dann erst später in behutsamen Schritten dazu.

Aber auch Kinder müssen fleißig üben, um Fortschritte zu machen. Und auch bei ihnen ist die Motivation und die Leidenschaft ein entscheidender Faktor für den Erfolg.

Gibt es ein ideales Alter um Geige zu lernen?

3 Jahre? 10 Jahre? 25 Jahre alt? 50 Jahre alt? Oder sogar 80? Sicher ist, dass man in jedem Lebensalter anders lernt.

Erwachsene Geigenanfänger

Auch in Altersheimen kann man manchmal noch ein Musikinstrument erlernen. So wird die Kreativität der Senioren gefördert und das Gedächtnis fit gehalten – Musik als Kunst und Gehirnjogging!

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich ein Stück einzuprägen und einzuüben. Nur weil man nicht mehr ganz jung ist, heißt das nicht, dass man nicht noch Neues dazulernen kann. Es dauert vielleicht nur etwas länger. Aber ab wann Geige lernen? Es wurde inzwischen gezeigt, dass man in jedem Alter mit dem Geige spielen anfangen kann. Es ist nur eine Frage des Ansatzes und der Motivation.

Erwachsenen fällt das Lernen oft schwerer. Die abnehmende Formbarkeit des Gehirns ist dabei nur ein Faktor. Schwerer ins Gewicht fällt in der Regel, dass Erwachsene weniger Zeit haben, sich auf das neue Hobby zu konzentrieren und regelmäßig zu üben.

Für Kinder ist der Geigenunterricht in der Musikschule einfach ein weiterer Punkt im Stundenplan. Sie sind es gewohnt, die Schulbank zu drücken und zu Hause Hausaufgaben (in diesem Fall Übungen für die nächste Lektion) zu machen.

Für Erwachsene ist das schon schwieriger, sie haben andere Pflichten und einen strengeren Alltagsrhythmus. Unser Tipp: Sei realistisch und such Dir ein kleines Zeitfenster in Deinem Wochenplan aus, das Du auch wirklich einhalten kannst. Denk dran: Lieber öfter und kürzer als seltener und länger … Es ist auch einfacher, sich einmal die Woche 1-2 Stunden Zeit zu nehmen als gleich 4 oder 5 Stunden am Stück. Und eben auch effizienter!

Geigenunterricht Kinder und Jugendliche

Beim Geigenunterricht für Kinder und Jugendliche gibt es dafür wieder andere Herausforderungen. Es ist wichtig, das Interesse hoch zu halten und kleinere Motivationstiefs zu überbrücken.

Entsprechend empfiehlt es sich nicht, Jugendliche und Kinder Violine spielen lernen, ohne professionelle Unterstützung. Geigenunterricht in der Gruppe oder mit einem Privatlehrer ist eigentlich fast schon ein Muss. So stellt man auch sicher, dass die Lehrmethode an die Altersstufe angepasst ist und die Kinder nicht den Spaß an der Sache verlieren.

Geigen Noten lesen lernen gehört zum Geigenunterricht.
Noten lesen lernen ist für kleine Kinder noch zu schwierig. | Quelle: Kin Li via Unsplash

Für Kinder gibt es auch die Möglichkeit der musikalischen Früherziehung, um sie erstmal heranzuführen. Und manchmal werden in solchen Kursen auch verschiedene Musikinstrumente vorgestellt und ausprobiert. So können sie selbst entscheiden, was ihm am besten liegt (Blockflöte, Klarinette, Gitarre, Violine oder doch Schlagzeug?).

Sollte das Kind ein besonderes Interesse für Streichinstrumente zeigen, kann man erst einmal mit einer kleinen Kinder Violine anfangen. Das ist für die kleinen Kinderfinger am Anfang einfacher.

Und was ist mit Jugendlichen?

Teenager sind manchmal schwerer für ein Musikinstrument im Allgemeinen oder Streichinstrumente im Speziellen zu begeistern.

Um den Musikunterricht interessanter zu gestalten, bietet sich vielleicht ein Gruppenkurs an. So kann man mit Gleichaltrigen musizieren und sich durch kleine Wettbewerbe und Challenges gegenseitig pushen. Weitere Übungen und Spiele in Form von Apps können auch helfen …

Ab welchem Alter Geige lernen?

Wenn die Motivation vorhanden ist, ist es nie zu spät mit dem Geigelernen anzufangen. Aber natürlich wird ein 60-jähriger Anfänger bis zu seinem Lebensende ziemlich sicher nie dasselbe Niveau erreichen, wie jemand, der bereits als Kleinkind angefangen und über Jahre hinweg an seinem Geigenspiel gearbeitet hat.

Das kann natürlich die Ambition erwecken, seinen Sprössling so früh wie möglich in den Unterricht schicken zu wollen, damit er auf dem Weg zum hervorragenden Musiker keine Zeit verliert. Aber ab wann ist das überhaupt möglich und sinnvoll?

Im Vorschulalter Violine spielen lernen?

Es gibt es die 1/16 Geige für Kinder, die bereits mit drei Jahren anfangen. Manche Hersteller haben sogar Geigen für Kinder unter 3 Jahren im Angebot. Am passenden Instrument wird der frühe Einstieg also nicht scheitern.

Bei Kleinkindern sind aber die motorischen Fähigkeiten, die nötig sind, um mit dem Geigenbogen im idealen Winkel, richtigen Tempo und perfektem Druck über die Saiten zu streichen, noch nicht unbedingt ausgebildet. Denke einfach daran, wie die Zeichnungen von vierjährigen Kindern aussehen und Du wirst verstehen, was ich meine.

Natürlich gibt es, wie überall, auch diesbezüglich Ausnahmen. Oder vielleicht erhoffst Du Dir gerade durch das Geigenspiel ein Training der Feinmotorik für Dein Kind?

Warum auch immer Du Dein Kind in die Geigenstunden schicken möchtest: das Wichtigste ist, dass es das selbst auch gerne möchte; unabhängig vom Lebensalter.

Ohne den Spaß am Musik machen vergeht die Lust sehr schnell und die erhofften Fortschritte stellen sich trotz Fleiß nicht ein. Gerade kleine Kinder, können ihre Wünsche noch nicht so differenziert äußern. Sie haben aber ein sehr feines Gespür dafür, was die Eltern gerne möchten und tendieren dazu, dass „nachzuplappern“.

Sei also ehrlich mit Dir selbst und beobachte Dein Kind genau: ist es von selbst auf die Idee gekommen, oder hast Du sie ihm nicht vielleicht doch in den Mund gelegt?

Kleine Kinder sind können im Musikunterricht schnell überfordert sein.
Das beste Alter um mit der Geige anzufangen, ist dann, wenn das Kind bereit dafür ist. | Quelle: Ben White via Unsplash

Ein zu früher Einstieg in den Musikunterricht kann nämlich genau das Gegenteil von dem bewirken, was Du Dir eigentlich wünschst. Wenn ein Kind noch nicht bereit ist, wird es sich schnell überfordert fühlen. In der Folge könnte es entweder das Üben und den Unterricht verweigern, oder einen Schutzschild aufbauen, der zu einer Lernblockade führen kann.

Die vermeintlich gewonnen Jahre, gehen dadurch wieder verloren. Im schlimmsten Fall, wird es die Freude am Musizieren komplett verlieren und sich nie wieder einem Instrument widmen sollen.

Wann ist mein Kind bereit für Geigenunterricht?

Viele Geigenlehrer empfehlen mit frühstens 6 Jahren den Unterricht zu beginnen. Dann sind die motorischen Fähigkeiten weit genug entwickelt und, wenn nach der klassischen Methode gelehrt wird, können Schüler auch von Anfang ans Notenlesen und die grundlegende Musiktheorie herangeführt werden.

Statistische gesehenen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kinder über viele Jahre hinweg mit Freude Musik machen wird am Größten, wenn sie zwischen 8 und 10 Jahren angefangen haben.

Schlussendlich ist das ideale Einstiegsalter jedoch immer eine sehr individuelle Angelegenheit. Wenn Dein Nachwuchs den Wunsch, Geige spielen zu lernen über längere Zeit hinweg immer wieder von sich aus äußert, kannst Du ihn auch ernst nehmen.

Ermögliche ihm, besonders wenn es noch sehr jung ist, einen behutsamen Einstieg, ohne Verpflichtung. Die Herausforderung wird sein, das Gleichgewicht zu finden: immer wieder motivieren, ohne einen Druck aufzubauen.

Ein fünfjähriges Kind kann also durchaus schon Geigenunterricht nehmen, wenn die nötige Leidenschaft vorhanden ist. Im Vergleich zu älteren Schülern wird es wahrscheinlich die komplexen Bewegungsabläufe auch schneller erlernen.

Kinder, bei denen der Wunsch nicht so explizit und dringend ist, warten aber besser noch etwas mit der ersten Geigenstunde. Sie werden weit schneller und besser voran kommen, wenn sie dafür bereit sind.

Violine lernen für Kinder – die unterschiedlichen Ansätze

Noten lesen zu können gehört zum Instrumentalunterricht wie das Einmaleins zum Matheunterricht? Nicht ganz.

Natürlich gehören Notenkenntnisse zum klassischen Geigenspiel dazu, wie man für komplexere Rechenaufgaben einige Grundlagen der Mathematik kennen muss. Aber bis dahin kann man auch auf andere Art und Weise schon so einiges erlernen. Je jünger die Schüler, umso weniger Theorie kann man in den Musikunterricht einfließen lassen.

Über die Jahre wurde deshalb eine Herangehensweise entwickelt, die sich für Vorschulkinder, wie auch für ältere Geigenschüler*innen eignet: die Suzuki-Methode.

Die Suzuki Methode

Der japanische Violinist und Pädagoge Suzuki Shinchi begann bereits Mitte der 1940er Jahre mit der Entwicklung einer Unterrichtsmethode, die bereits für Kinder ab drei Jahren geeignet ist.

Seine Philosophie beruht darauf, dass Talent nicht angeboren ist, sondern im Laufe der Zeit erworben wird – genau wie die Fähigkeit, die eigene Muttersprache zu sprechen.

Die Suzuki Methode ist bereits für kleine Kinder geeignet.
Kinder lernen durch nachahmen - darauf basiert auch die Suzuki Methode. | Quelle: David Zhou via Unsplash

Die Methode beruht deshalb auch auf dem Prinzip, dass ein Musikinstrument auf die gleiche Art und Weise gelernt werden kann, wie die Muttersprache: durch beobachten, nachahmen und auswendiglernen. Den Kindern wird im Unterricht wiederholt und ohne große Erklärung immer wieder dasselbe gezeigt, bis sie anfangen es nachzumachen.

Die gestellten Aufgaben sind möglichst simpel. So sind ständige Erfolgserlebnisse gewiss und die Motivation kann langfristig aufrechterhalten werden. Der Umgang mit der Geige wird so eine Selbstverständlichkeit.

Kritiker der Methode führen an, dass die Geigenschüler*innen zu sehr zu einem mechanischen Nachspielen erzogen werden und bereits sehr jung in das „Erwachsenen-Repertoire“ eingeführt werden, für das sie „emotional noch nicht bereit“ seien.

Dadurch, dass das Spielen nach Partituren nicht geübt wird, werden die Interpretationsfähigkeiten nicht geschult. Die jungen Violinist*innen würden so nicht u eigenständigen Musiker*innen, sondern bloßen Nachahmer*innen erzogen.

Im Laufe der Jahre hat die Suzuki Schule jedoch einige großartige Geiger*innen hervorgebracht, die durchaus ihr eigenes Profil haben.

Die klassische Methode

Die klassische Methode vereint die Spieltechnik mit der Vermittlung musiktheoretischer Grundkenntnisse. Das Noten lesen lernen ist von Anfang an Bestandteil des Geigenunterrichts.

Die Lektionen sind systematisch aufgebaut und in der Regel sehr abwechslungsreich. Ein guter Geigenlehrer wird seine Schüler nicht nur trockene Theorie büffeln und komplizierte Fingerübungen machen lassen.

Schon nach kurzer Zeit können erste einfache Melodien nachgespielt werden. Dies hilft dabei das musikalische Gehör zu entwickeln und die Freude am Musik machen aufrecht zu erhalten.

Klassischer Geigenunterricht findet meist als Einzelunterricht statt. Bereits leicht fortgeschrittene Schüler haben in vielen Musikschulen die Möglichkeit, in einem kleinen Ensemble oder Orchester mitzuspielen.

Ohne Spaß macht Geigenunterricht keinen Sinn.
Das Geige spielen soll vor allem Spaß machen. | Quelle: Uriel Soberanes via Unsplash

Dort erlernen sie nicht nur das Zusammenspiel mit anderen, sondern können auch Freundschaften schließen und in der Gruppe erste Auftritte absolvieren.

Im Instrumentalunterricht wird auf die klassische Methode Geige lernen mit Buch, das auf die Entwicklung und das Niveau des Kindes zugeschnitten ist.

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Eins sollte mittlerweile klar sein: ein Kind, das zum Unterricht überredet oder sogar gezwungen wird, wird wahrscheinlich nicht viel Spaß daran haben und auch über Jahre nicht die erwarteten Fortschritte erzielen.

Am besten unterstützen kannst Du Dein Kind also dadurch, dass Du ihm liebevoll zur Seite stehst. Probiere es zu motivieren, wenn es mal keine Lust hat zum Üben. Akzeptiere aber auch, dass es ab und zu mal einen Tag gibt, an dem nichts klappen will und man vielleicht doch besser etwas draußen rumtoben geht.

Du kannst Dein Kind motivieren, indem Du ihm zeigst, dass Dir auffällt wie viele Fortschritte es schon gemacht hat.

Damit das tägliche Üben zu einer Selbstverständlichkeit wird, sollte es in den gewohnten Tagesablauf integriert werden. Mache gemeinsam mit Deinem Kind einen Plan, wann der ideale Zeitpunkt dafür ist.

Beim Üben selbst solltest Du Dich, wenn nicht vom Kind ausdrücklich gewünscht, möglichst wenig einmischen. Der Geigenlehrer wird ihm ganz genau erklärt haben, was und wie es üben soll. Musikunterricht soll immer auch die Eigenständigkeit und Selbstverantwortung schulen.

Wenn Du das Gefühl hast, dass das überhaupt nicht funktioniert, dann kannst Du mit dem Lehrer Rücksprache halten. Ihr könnt dann gemeinsam einen Weg finden, wie Du das Kind am besten unterstützen kannst.

Es gibt mittlerweile unzählige Möglichkeiten, um online Geige spielen zu lernen. Das ist selbst für Erwachsene mit musikalischer Vorerfahrung eine riesige Herausforderung und verlangt eine Menge Disziplin.

Für Kinder und Jugendliche ist diese Methode nicht zu empfehlen, da sie noch nicht die nötige Übersicht haben, sich einen Kurs selbst zusammen zu stellen; einen gut strukturierten Übungsplan zu erstellen und vor allem: sich selbst kritisch zu beobachten und zu korrigieren (auch das ist eine Kompetenz, die man im Instrumentalunterricht lernt).

Du solltest auch davon absehen, durch online Tutorials zum Experten werden zu wollen, um Dein Kind korrigieren zu können. Überlasse das dem Geigenlehrer!

Die beste Unterstützung die Du dem Kind bei den täglichen Übungseinheiten bieten kannst, ist es üben zu lassen! Geigenspielen erfordert einiges an Konzentration. Schaffe für die verabredete Übezeit ein ruhiges Umfeld und vermeide es, das Kind zu stören. Auch wenn gerade die Oma anruft, ihr könnt später zurückrufen.

Beim Geige stimmen kannst Du Deinem Kind helfen.
Die vier Saiten müssen vor dem Üben gestimmt werden. | Quelle: Zach Doty via Unsplash

Eine Sache bei der Du, zumindest am Anfang, behilflich sein kannst, ist das Stimmen der Geige.

Die Saiten können sich durch Temperaturschwankungen, die Belastung beim Bespielen oder dem versehentlichen Berühren der Stimmwirbel, zum Beispiel beim Transport, verstimmen. Deshalb muss eine Geige vor jedem Bespielen gestimmt werden.

Ein verstimmtes Saiteninstrument klingt nicht nur schrecklich, sie reduziert auch den Lerneffekt: auch wenn man alles richtig spielt, wird es falsch klingen.

Beim Stimmen muss darauf geachtet werden, dass die Wirbel in die richtige Richtung gedreht werden. Wenn man die Saite locker, wird der Ton tiefer, spannt man sie, wird er höher.

Wenn man sie überspannt, können sie ganz plötzlich reißen. Junge Kinder haben noch nicht das nötige Gespür dafür und brauchen deswegen Hilfe beim Geige stimmen.

Wenn Dein Kind motiviert ist Violine zu lernen, kannst Du Dich jetzt auf die Suche nach dem passenden Geigenlehrer machen! Er wird Dir dann bestimmt noch weitere Hinweise geben, wie Du seine Lehrmethode am besten unterstützen kannst.

Wichtig ist, dass Eltern und Lehrer vertrauensvoll zusammenarbeiten!

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.