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Mit diesen fünf Faustregeln lernst Du schneller Geige spielen

Von Anna, veröffentlicht am 22/02/2019 Blog > Musik > Violine > Wie lange dauert es, Geige zu lernen?

Hast Du Freunden und Familie erzählt, dass Du gerne Geige spielen lernen willst und sie wollten Dir abraten?

„Geige lernt man nicht einfach so, das braucht mindestens 10 Jahre!“

„Mein Cousin hat nach einem Jahr aufgegeben …“

Wie lange braucht man denn nun wirklich, um Violine spielen zu lernen und nicht mehr ständig schiefe Töne von sich zu geben?

Superprof gibt Dir einige Erklärungen, Tipps & Tricks …

Regel Nr. 1 fürs Geige Lernen: Geduld ist der Schlüssel zum Erfolg

Kennst Du vielleicht auch jemanden, der Violine spielt und bei den ersten Aufführungen kaum einen geraden Ton herausgebracht hat? Umso peinlicher, wenn diese Person eigentlich schon seit fünf Jahren Violine lernt …

Aber die Violine ist eben ein schwieriges Instrument, weit entfernt von der Blockflöte, auf der man leicht und schnell eine Melodie flöten kann. Man muss sich erst daran gewöhnen und genug Zeit ist der Schlüssel.

Wie lange brauche ich zum Geige lernen? Es braucht Zeit und Geduld, wenn man richtig Geige spielen lernen möchte. | Quelle: Pexels

Natürlich gibt es Naturtalente, die schon nach zwei Jahren recht gut Violine spielen können. Andere brauchen aber eben länger – mehrere Jahre – bis sie ihr Können guten Gewissens zum Besten geben können.

Wie bei allen Instrumenten kann man deshalb keine genaue Zeitspanne nennen. Es muss einem aber bewusst sein, dass man folgende Dinge beherrschen muss, um ein Geigenstück spielen zu können:

  • Richtiges Halten und Bewegen des Bogens
  • Richtige Stellung und Bewegung des Handgelenks
  • Richtige Stellung und Bewegung der Finger
  • Richtige Stellung und Bewegung des gesamten Körpers

Aber natürlich musst Du auch die Musiktheorie können (vielleicht hast Du schon Vorkenntnisse durch ein anderes Instrument?):

  • Noten und ganze Partituren lesen können
  • Ein Gefühl für Rhythmus, Takt und Tempo (+ die entsprechenden Zeichen und Hinweise auf den Notenblättern erkennen und umsetzen können)
  • Tonleitern spielen können zur Übung

Falls Du gedacht hast, Du kannst in nur einem Jahr Geige spielen lernen, müssen wir Dich also enttäuschen. Vor Dir liegen auf jeden Fall mehrere Jahre, bis Du Dein Instrument einigermaßen beherrscht.

Aber lass nicht gleich den Kopf hängen!

Jede(r) Musiker(in) ist anders und es hängt auch stark von Deinem Anfangsniveau ab. Vielleicht bist Du ja supertalentiert und es geht doch schneller als erwartet! Man weiß nie und die Hoffnung stirbt zuletzt …

Regel Nr. 2 fürs Geige Lernen: Motivation muss Dein treuer Begleiter sein

Klar, ein bisschen musikalisches Grundtalent braucht es schon, aber danach kommt gleich ein Faktor, der ganz von Dir selbst abhängt und in jedem schlummert: Motivation!


Motivation ist DIE zentrale Antriebskraft eines jeden Musikers.


Wenn Du wirklich motiviert bist, kann Dich so leicht nichts umwerfen.

Denn der größte Fehler eines Violine-Neulings ist, gleich bei den ersten Schwierigkeiten alles hinzuschmeißen.

  • Du bekommst keine geraden Töne aus Deiner Geige?
  • Dein Rücken tut weh, weil Du irgendwie komisch sitzt und Dich beim Spielen verkrampfst?
  • Der Bogen gleitet nicht so über die Saiten, wie er sollte?

Wenn die Motivation fehlt oder sie nicht stark genug ist, ist dein Geige-Projekt dem Untergang geweiht.

Und Motivation hat natürlich auch einen direkten Einfluss darauf, wie regelmäßig und lange Du Geige spielen übst. Denn nur durch intensives und regelmäßiges Üben sind die großen Violinisten dort, wo sie heute stehen.

Was brauche ich außer Zeit zum Geige spielen? Motivation und Leidenschaft sind zwei Grundzutaten beim Geigespielen. | Quelle: Pexels

Gerade bei der Geige ist es besonders wichtig, dass man wieder und wieder übt und immer am Ball bleibt. Denn nur so können die Bewegungen automatisch werden, sodass man irgendwann die Noten spielen kann, ohne bewusst darüber nachzudenken. Das ist der gleiche Effekt wie beim Autofahren: Als Fahranfänger überlegt man noch ganz genau, wann man wie in welchen Gang schaltet, irgendwann geht das aber einfach automatisch.

Wichtig ist auch, dass Du beim Üben Geduld beweist. Wenn Du zu viel auf einmal willst, bleibt nicht alles hängen. Widme Dich lieber einer Übung richtig und wiederhole sie so oft, dass sie Dir schon fast zum Hals raushängt. Dann eine Pause und danach oder sogar erst am nächsten Tag mit einer neuen Übung beginnen. So hat das Gelernte Zeit, auch wirklich einzusickern.

Dein Gehirn muss lernen und automatisieren:

  • Wo man welche Note spielt
  • Wie die Bewegung fürs Vibrato richtig ausgeführt wird
  • Wie die Technik des Pizzicato geht
  • Wie die Technik des Glissando geht

Regel Nr. 3 fürs Geige Lernen: Vorerfahrung im Gepäck ist ein echtes Ass

Wie lange man braucht, um Geige spielen zu lernen, hängt auch von der Persönlichkeit und der Vorerfahrung ab.

Jemand, der in seinem Leben noch kein Instrument in den Händen gehalten hat und beim Thema Musiktheorie und Notenlesen bei Null anfängt, hat sicherlich mehr Schwierigkeiten als ein Pianist, Gitarrist oder Saxofonist.

Musikerinnen und Musiker (auch wenn es nur im Hobbybereich ist) haben schon gewisse Kenntnisse und Automatismen über Musik verinnerlicht – das Gehirn ist quasi schon vorgeformt und empfänglicher für Lernmethoden zu einem neuen Instrument.

Wenn man zudem Klavier oder Gitarre spielen kann, hat man die Fingerleichtigkeit schon etwas trainiert. Bei Letzterem hatte man sogar schon mit Saiten und entsprechenden Griffen zu tun.

Das ist natürlich sehr hilfreich, denn auch bei der Violine muss man die Saiten an den richtigen Stellen „abklemmen“, um eine bestimmt Tonhöhe zu erzeugen. Diese Bewegungen müssen schnell und präzise sein – ein Grund, warum Geige spielen so schwer ist.

Gute Nachrichten also, solltest Du schon ein anderes Instrument spielen …

Doch selbst wenn man kein Musikinstrument spielt, weiß man vielleicht etwas über Musiktheorie. Im Musikunterricht werden die verschiedenen Noten, Intervalle usw. behandelt, oder vielleicht hat man sich selbst mal damit auseinandergesetzt. Im Internet gibt es zahlreiche Videos und Tutorials zum Notenlesen Lernen.  Notenlesen zu können, ist also natürlich ein Startvorteil, aber das alleine reicht nicht, um gut Geige spielen zu lernen.

Schauen wir uns jetzt einmal das Grundvokabular der verschiedenen Geigenteile an:

  • Schnecke
  • Wirbel
  • Sattel
  • Hals
  • Griffbrett
  • Decke
  • Saiten
  • Schallloch
  • Saitenhalter
  • Stachel
  • Zarge
  • Boden

Kannst Du die verschiedenen Teile der Geige benennen? Als Musiker/-in ist es wichtig, sein Instrument in- und auswendig zu kennen. | Quelle: Pexels

Und natürlich muss man auch die verschiedenen Begriffe der Musiktheorie und deren Bedeutung auf dem Notenblatt kennen (Violinschlüssel, Takt, Crescendo, Forte, Fis, b usw.).

Wenn man gut Notenlesen kann und nicht zu lange nachdenken muss, lernt man auch schneller vom Blatt spielen.

Wenn es aber darum geht, was für ein Musiktyp man ist und wie lange man braucht, um ein bestimmtes Instrument zu lernen, spielt natürlich auch das Alter eine Rolle.

Auch wenn eine amerikanische Studie aus dem Bereich der Neurowissenschaften erst kürzlich belegt hat, dass man auch nach 60 noch ein Instrument erlernen kann, gestaltet es sich doch etwas schwieriger als in einem jüngeren Alter.


Das Gehirn eines Kindes ist sehr viel formbarer als das eines Erwachsenen.


Auch wenn es für Kinder und Jugendliche deutlich einfacher ist, eine Sprache oder ein Musikinstrument zu lernen, sollte man nicht gleich verzweifeln, wenn man schon etwas älter ist. Es dauert vielleicht länger, aber das heißt nicht, dass es nicht möglich ist!

Übrigens: Wenn Du super motiviert bist und gleich loslegen willst, kannst Du ja schonmal ein wenig das Internet durchstöbern und erste Tipps zu Musiktheorie und Geige abgreifen.

Regel Nr. 4 fürs Geige Lernen: Man lernt ein Leben lang

Wie bereits erwähnt, ist Violine ein schwer zu erlernendes Musikinstrument und man braucht Jahre, um es richtig zu beherrschen.

Doch was bedeutet eigentlich, ein Musikinstrument richtig zu „beherrschen“? Heißt es einfach, ein Stück ohne Fehler (also falsche Töne) spielen zu können? Oder die richtige Stellung der Finger, Schultern und Kinns einnehmen zu können? Oder alles zusammen? Und welche Rolle spielt der Schwierigkeitsgrad des Stücks?

Da hat jeder Musiker und jede Musikerin seine/ihre eigenen Kriterien. Denn man kann ja auch ganz gut Geige spielen und schöne Musik machen, ohne gleich das Niveau zu haben, in einem Orchester zu spielen oder professionelle(r) Violinist(in) zu werden.

Wie gut man ist und wann man gut Geige spielt, hängt also auch stark von den eigenen Zielen ab. Professioneller Musiker, ein nettes Hobby, in einer Musikgruppe/Band spielen?

Wenn Dein Ziel sich mit der Zeit anpasst und Du Dir von Jahr zu Jahr höhere Ziele steckst, lernst Du Dein Leben lang Geige. Selbst wenn Du schon 20 Jahre dabei bist, wenn Du Spaß daran hast und Dich immer wieder neu herausforderst, gibt es immer noch etwas zu lernen.

Das ist ja auch genau das Schöne an der Musik, wie auch an jeder Kunst: Man lernt nie aus!


Wahre Musiker lernen ein Leben lang.


Außerdem könntest Du Dir noch überlegen, ob Du nach der klassischen Geige vielleicht auch E-Geige lernen willst. Das ist mal was anderes und vielleicht macht es Dir ja auch Spaß, am PC etwas mit den Aufnahmen herumzuspielen?

Wichtig ist bei aller Motivation und Disziplin aber auch, dass Du Dich nicht zu sehr unter Druck setzt und in dem Tempo übst und vorankommst, mit dem Du Dich wohl fühlst!

Regel Nr. 5 fürs Geige Lernen: Feedback und Ratschläge sind ein Geschenk

Natürlich will man schnell vorankommen und am besten noch der neue David Garrett werden. Bedenke aber, dass Du dafür Zeit und Geduld brauchst und wenn es nicht ganz zum Profimusiker reicht, ist es ja auch nicht schlimm.

Und man darf auch nicht zu viel auf einmal wollen. Schritt für Schritt kommt man ans Ziel und jede Übung will erst einmal richtig ausgeführt und einige Male wiederholt sein, bevor es weitergeht. Dabei ist es immer hilfreich, sich Feedback einzuholen. Sonst können sich auch Fehler einschleichen und Du gewöhnst Dir eine falsche Technik an. Die dann wieder rauszubekommen, wird schwerer, als von Null an die richtige Technik zu lernen.

Doch es gibt einige Tricks, die dazu führen werden, dass Du unterm Strich schneller Geige spielen lernst, auch wenn Du Dir mehr Zeit für die Übungen nimmst. Klingt komisch, ist aber so!

Fingerübungen

Zunächst einmal muss man sich Fingerübungen und Handgelenkübungen widmen. Das gilt für alle Streich- und Saiteninstrumente (Cello, Kontrabass, Gitarre …).

Rechtshänder verwenden die linke Hand, um die Saiten zu greifen. Das Handgelenk muss also sehr beweglich sein und stark gekrümmt werden, um den Violinenhals zu umfassen und die Griffe richtig auszuführen. Auch die linken Finger müssen beweglich sein, damit man genau an der richtigen Stelle greift und schnell von einem Griff in den nächsten wechseln kann.

Deshalb ist es auch enorm wichtig, sich richtig aufzuwärmen und Handgelenke und Finger vor dem Spielen zu dehnen. Wenn Du regelmäßig übst, erreichst Du die nötige Grundbeweglichkeit.

Grifftabellen für Geige

Sie werden nicht so oft im Geigenunterricht verwendet, können aber eine Alternative sein: Grifftabellen. Sie zeigen Dir in Form von Grafiken, wo Du die Saiten greifen musst, um eine bestimmte Note bzw. dann ein ganzes Stück zu spielen, ohne, dass Du mit der Musiktheorie im Kopf wissen musst „Jetzt spiele ich ein a.“

Wie kann man ohne Noten Geige üben? Grifftabellen können helfen, wenn Du noch nicht so gut Noten lesen kannst. | Quelle: Wikipedia

Das ist natürlich einfacher, aber vielleicht nicht für jedes Lied verfügbar. Wenn Du in einer Gruppe oder einem Orchester mitspielen willst, reicht das auf keinen Fall – dann kommst Du ums Notenlesen nicht herum.

Privater Geigenunterricht

Neben Geigenunterricht in einer Musikschule (z. B. Geigenunterricht Berlin) kannst Du auch zusätzliche Übungen im Internet finden oder Du nimmst Privatunterricht, um Dich noch schneller zu verbessern.

Geigenunterricht für Anfänger in einer Musikschule ist vielleicht eher in einer Gruppe. Mit einem Privatlehrer bzw. Einzelunterricht kommst Du deutlich schneller voran, weil er/sie ganz individuell auf Dich und Deine Bedürfnisse eingehen kann.

Von Musiktheorie über bestimmte Geigentechniken bis hin zu Fragen zu Harmonie, Rhythmus oder ausgefallenere Spielweisen – Du kannst alles fragen und üben, was Dich am meisten interessiert.

So wird auch gleich von Anfang an kontrolliert, ob Du die Geige richtige hältst und auch eine rückenschonende Position einnimmst. Schlechte Angewohnheiten werden im Keim erstickt!

Na, bist Du bereit? Dann widme Dich jetzt diesem gefürchteten, aber eben auch so schönen und spannenden Instrument …

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