"Sogar um schlecht Geige zu spielen, muss man Unterricht nehmen und üben.“

William Somerset Maugham

Die Geige hat den Ruf, eines der am schwierigsten zu erlernenden Instrumente zu sein. Die Violine – dieses oft melancholische Instrument, das gleichermaßen in der klassischen Musik, Gypsy Music sowie in Folksongs eingesetzt wird – klingt unter dem Bogen von Anfänger*innen bekanntermaßen oft nicht besonders schön.

Trotzdem kann in jedem Alter Geige lernen und ihr mit etwas Übung wunderschöne Klänge entlocken. Drei wissenschaftliche Studien (2013) haben bestätigt, dass die neuronale Plastizität in jedem Alter stimuliert wird, wenn man ein Musikinstrument spielt.

Laut Dr. Gottfried Schlaug (Harvard Medical School und Beth Israel Deaconess Medical Center, Boston), Musikologe und Experte für Neuroimaging sowie die Plastizität des Gehirns „erzeugt intensives Musizieren zu verschiedenen Zeitpunkten im Leben neue Prozesse im Gehirn, was eine Reihe an Einflüssen auf die Kreativität, die Kognition und das Lernen hat.“

Wenn Du Geige spielen lernen möchtest, gibt es also keinen Grund, es nicht zu probieren. Ein erster Schritt zu einem sauberen und wohlklingenden Geigenspiel ist, die Violine zu stimmen. Wie Du dabei vorgehst und worauf Du achten solltest, erklären wir Dir in diesem Artikel.

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Was Du vor dem Geige stimmen wissen musst

Wenn eine Geige verstimmt ist, klingen die einzelnen Saiten zu hoch oder zu tief. Wenn Du nun eine Melodie über mehrere Saiten spielen willst, wird es sich anhören, als würdest Du immer wieder danebengreifen und falsche Töne spielen.

Noch schlimmer wird es, wenn Du über mehrere Saiten gleichzeitig streichst. Das hört sich auf einer verstimmten Geige schrecklich schief an und quält nicht nur musikalisch geschulte Ohren. Auch wenn Du mit anderen zusammenspielst, müsst ihr alle eure Instrumente stimmen, damit sie mit einander harmonieren.

Nur wenn Instrumente richtig gestimmt sind, kann man in einer Band oder in einem Orchester mit anderen Geigen oder anderen Instrumenten (z. B. Kontrabass, Cello, Klavier, Gitarre, Klarinette usw.) zusammenspielen – sonst entstehen Dissonanzen.

Das Stimmen einer Geige ist keine große Kunst, aber es gibt einige Dinge, die man beachten muss, damit man es nicht, im wahrsten Sinne des Wortes, vergeigt …

Hast du schon einmal darüber nachgedacht selbst Geigenunterricht Berlin zu nehmen?

Was genau heißt eigentlich "eine Geige stimmen"?

Auf einer Violine entsteht der Klang dadurch, dass eine Geigensaite in Schwingung versetzt wird, entweder indem man mit dem Bogen darüber streicht, oder sie mit dem Finger zupft. Dieser Ton wird dann durch den Resonanzkörper verstärkt, sodass wir ihn klar und deutlich hören können.

Dickere Saiten klingen tiefer als Dünne. Die genaue Tonhöhe wird dann durch die Länge der Geigensaite bestimmt. Je näher am Korpus Du eine Saite greifst, umso kürzer ist der Teil, der frei schwingen kann, umso höher wird der Ton.

Beim Geigestimmen geht es nun darum, dass die leer angeschlagene (oder gestrichene) Geigensaite genau auf der richtigen Tonhöhe erklingt. Die Saiten untereinander müssen exakt den richtigen Tonabstand zu einander haben.

Die richtige Tonhöhe erreicht man dadurch, dass man die Länge der Saite an den Wirbeln oder den Feinstimmern verändert. Ist der Ton zu tief, muss die Saite gespannt, ist er zu hoch, muss sie gelockert werden. Diesen Vorgang nennt man „Stimmen“, weil man das Instrument damit in die richtige Stimmung bringt.

Auf der Geige, wie übrigens auch der Bratsche und dem Cello, beträgt der Tonabstand (das Intervall) von einer Geigensaite zur nächst höheren eine Quinte. Das entspricht sieben Halbtonschritten. Angefangen bei der dicksten Saite wir die Geige auf die Töne G – D – A – E gestimmt.

Exakte Tonhöhen werden durch Frequenzen angegeben. International hat man sich im Jahr 1939 darauf geeinigt, dass der Vergleichston, der Kammerton A, bei 440Hz liegt. In deutschen und österreichischen Sinfonieorchestern sind jedoch 443Hz, in der Schweiz 442Hz üblich.

Für die vier Geigensaiten ergeben sich daraus folgende Frequenzen:

 440442443
E660663664,5
A440442443
D293,33294,67294,67
G195,55196,44196,89

Zum Üben kannst Du selbst entscheiden, welche dieser Stimmungen Du verwenden möchtest. Wenn Du mit anderen zusammenspielst, werdet ihr euch kurz absprechen müssen, damit ihr auch alle dieselbe Stimmung verwendet.

Eine Violine verstimmt sich ziemlich schnell. Das liegt an der mechanischen Belastung der Saiten beim Spielen, aber auch an Veränderungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie beim Transport. Wenn Du Deine Geige aus dem Koffer holst, wirst Du sie immer erst einmal stimmen müssen, bevor Du anfangen kannst zu spielen.

Die Geigenstimmung richtet sich nach dem Kammerton A.
Beim Stimmen werden die Töne der Geigensaiten in das richtige Verhältnis gebracht. | Quelle: Providence Doucet via Unsplash

Sind die Saiten erst vor Kurzem gewechselt worden, werden sie sich erstmal etwas schneller verstimmen. Neue Geigensaiten müssen immer erst etwas eingespielt werden, bis sie die Stimmung halten.

Wenn sie sich während des Spielens verstimmt, musst Du zwischen zwei Stücken oder Übungen nachstimmen. Das geht aber dann meist etwas schneller. Mit der Zeit wirst Du auch schneller erkennen, wenn es anfängt nicht mehr ganz so sauber zu klingen.

Was musst Du vor dem Geige stimmen beachten?

Sein Musikinstrument richtig zu pflegen und zu unterhalten, ist fast genauso wichtig, wie es richtig spielen zu können. Auch das gehört zum Geigenunterricht (mit Geigenlehrer oder beim online Geige spielen lernen): verstehen, wie die Wirbel, die vier Saiten und der Klangkörper funktionieren, damit man eben selbst die Saiten stimmen kann.

Wenn es an das Stimmen der Geige geht, ist es wichtig, die richtige Haltung einzunehmen und einen möglichst sauberen Ton zu erzeugen.

Für Anfänger*innen empfiehlt es sich, dass sie die Violine flach auf ihren Schoß legen oder sie auf dem Oberschenkel aufstellen, sodass der Kopf mit den Wirbeln oben ist und leicht nach hinten (von Deinem Körper weg) gerichtet ist. Die Saiten sind dabei Dir zugewandt. Das lernt man im Violinunterricht.

Wenn Du noch nicht so weit bist, dass Du mit dem Bogen einen schönen sauberen Klang erzeugen und gezielt immer nur eine Saite anspielen kannst, stimmst Du Deine Geige am Besten durch Zupfen. Du legst also den Bogen mal kurz zur Saite und benutzt Deinen Zeigefinger, um die Saite in Schwingung zu versetzten.

Beim Stimmen mit den Wirbeln ist es besonders wichtig, sachte vorzugehen. Wenn Du die Saite überspannst, kann sie auch mal reißen und muss ersetzt werden. Besonders, wenn Du schon fortgeschritten bist und in der Spielhaltung die Geige stimmen willst, besteht die Gefahr, dass Dir die gerissen Saite ins Gesicht schnellen und Dich verletzen könnte.

Da sich beim Stimmvorgang die Spannung der Saiten verändert, kann es sein, dass der Steg nach unten kippt. Wenn Du von der Saite her auf die Geige schaust, sollte der Steg im rechten Winkel zur Decke stehen. Ist das nicht der Fall, kannst Du ihn auf beiden Seiten mit Daumen und Zeigefinger fassen und ganz vorsichtig wieder hochklappen.

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Die nötigen Utensilien zum Stimmen einer Geige

Da die meisten von uns kein absolutes Gehör besitzen, sind wir auf Hilfsmittel angewiesen, die uns den exakten Ton vorgeben. Die einfachste Variante ist mit Hilfe eines Stimmgerät, das den Ton mithört und uns anzeigt, ob er zu hoch oder zu tief ist.

Es ist aber auch möglich, die Geige mit Hilfe eines Referenztons zu stimmen. Auch den holen wir uns von einem Hilfsmittel und vergleichen ihn mit dem Ton, den unsere Geige wiedergibt.

Geige stimmen mit einem Stimmgerät

Stimmgeräte sind gerade für Anfänger*innen sehr zuverlässige Hilfsmittel, um eine Geige zu stimmen. Ein chromatisches Stimmgerät ist in der Lage alle Töne zu erkennen und die genaue Frequenz anzuzeigen.

Daneben gibt es auch besondere Geigenstimmer, die Dir anzeigen, welche Saite auf welchen Ton gestimmt werden muss und welcher Wirbel für die Tonhöhe der jeweiligen Saite zuständig ist.

Beide Typen von Stimmgeräten gibt es als kleine Geräte, die man vor sich auf den Tisch oder das Notenpult legen kann, als Clip Tuner, die an den Geigenkopf gesteckt werden oder auch als Apps.

Bei einem Clip Tuner ist die Besonderheit, dass der den Ton nicht über ein integriertes Mikrofon, sondern über die Vibration erkennt. Dies ist vor allem in einer lauten Umgebung sehr praktisch.

Wenn Du eine „Geige stimmen App“ verwendest, musst Du der App die Berechtigung erteilen, auf das Mikrofon Deines Smartphones zuzugreifen. Nur so kann sie hören, was Du spielst und anzeigen, ob der Ton stimmt.

Egal ob Clip Tuner, Geigen Stimmgerät oder App zum Geige stimmen, die Anwendung ist bei allen Geräten gleich: Du spielst eine Saite einzeln an und das Gerät zeigt Dir die Frequenz des Tons an.

Oben an der Anzeige wird ein Buchstabe angezeigt, der dem Noten Namen des gespielten Tons entspricht. Willst Du die A-Saite stimmen, sollte da also ein A stehen (bei einer sehr stark verstimmten Geige kann auch mal ein Halbton höher oder tiefer angezeigt werden, dann musst Du den Wirbel dementsprechend weiter drehen).

Ein kleiner Zeiger zeigt Dir dann an, ob der Ton stimmt. Zeigt er nach links ist der Ton zu tief, die Saite muss stärker gespannt werden, zeigt er nach rechts, ist er zu hoch und Du musst die entsprechende Geigensaite etwas lockern.

Stimmgeräte sind standardmäßig auf die Kammerstimmung 440Hz eingestellt. Wenn Du eine andere Geigenstimmung ausprobieren möchtest (oder mit Deinen Mitmusiker*innen verabredet hast), gibt es bei den meisten Geräten eine Taste, an der man die Frequenz einstellen kann. Dies betrifft immer den Ton A, die anderen Töne werden dann automatisch angepasst.

Die App Violin Tuner ist für iOS und Android verfügbar. Wenn Du ein Android Smartphone besitzt, steht Dir auch gStrings free kostenlos zur Verfügung. Für iOS gibt es außerdem die App Violine Stimmgeräte.

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Geige in Quinten stimmen

Das Stimmen mit einem Referenzton funktioniert so, dass man sich den Kammerton A von einem Hilfsmittel wie einer Stimmgabel, einer Stimmpfeife oder einem anderen, bereits gestimmten Instrument (beispielsweise einem Klavier) holt.

Die Stimmgabel ist der Vorläufer jeder Geige stimmen App.
Der Klassiker unter den Hilfsmitteln zum Instrument stimmen: die Stimmgabel. | Quelle: Bob van der Wilt via Pixabay

Du spielst dann die A-Saite und passt die Spannung an, bis exakt der gleiche Ton erklingt, wie von dem Hilfsmittel vorgegeben. Die weiteren Saiten werden dann von der A-Saite ausgehend nach Gehör in Quinten gestimmt.

Dazu streichst Du in einem ersten Schritt gleichzeitig über die A- und die D-Saite. Nun sollte eine reine Quinte erklingen. Wenn sich das Intervall schief anhört oder sehr ungleichmäßig, wellenförmig klingt, musst Du die D-Saite nachstimmen, bis es gleichmäßig klingt.

Um das zu üben musst Du natürlich, wissen wie eine reine Quinte klingen sollte. Du kannst das auf Webseiten oder mit Apps zur Gehörbildung üben.

Der zweite Schritt besteht darin, ausgehend von dem gestimmten D, die G-Saite anzupassen. Diese wiederum nutzt Du als Vergleichston für das E. Bei jedem dieser Schritte werden die beiden Töne gleichzeitig gespielt und der „neue“ soweit angepasst, bis eine reine Quinte zu hören ist.

Das Stimmen mit Referenztönen, braucht etwas Übung, schult aber Dein Gehör, was Dir wiederum beim schneller Geige lernen hilft.

Die Geige über die Wirbel stimmen

Wenn Du Dich nun für eine der Möglichkeiten Deine Geige zu stimmen entschieden und das entsprechende Hilfsmittel vor Dir liegen hast, kannst Du mit dem Violine stimmen anfangen.

Um die Spannung der einzelnen Saiten anzupassen, verwendet man die sogenannten Wirbel, die am oberen Ende des Halses im sogenannten Wirbelkasten angebracht sind. Wenn Du genau hinschaust, kannst Du erkennen, wie jede Saite auf einem Wirbel aufgewickelt ist.

Mit den Wirbeln kann man auch große Verstimmungen korrigieren. Wenn der Ton mehr als einen Viertelton zu hoch oder zu tief ist, solltest Du auf jeden Fall erstmal mit dem Wirbel anfangen den Ton grob zu korrigieren.

Aber welcher Wirbel gehört zu welcher Saite? Wenn Du die Violine mit dem Hals nach oben auf Deinen Oberschenkel stellst, befindet sich der Wirbel für die G-Saite unten links, darüber liegt der Wirbel für die D-Saite, oben rechts wird die A-Saite gestimmt und rechts unten die E-Saite.

Beim Geige stimmen fängt man immer mit der A-Saite an. Als erstes wird überprüft, wie sehr sie verstimmt ist. Dazu spielst Du sie kurz an (leer!) und schaust auf die Reaktion Deines Stimmgeräts, danach wirst Du wissen, ob Du die Saite fester anziehen (höher stimmen) oder lockern (tiefer stimmen) musst.

Die Spannung erhöht man, indem man den entsprechenden Wirbel gegen den Uhrzeigersinn dreht. Mit einer Drehung im Uhrzeigersinn lockerst Du die Saite. Um die Rissgefahr zu vermindern, empfiehlt es sich immer erst die Saite etwas zu lockern; auch dann, wenn man sie eigentlich höher stimmen will.

Damit man den Wirbel drehen kann, muss man ihn erst ein kleines Stück herausziehen (ähnlich wie beim Einstellen einer analogen Armbanduhr). Dann kannst Du anfangen ihn in die gewünschte Richtung zu drehen. Mit der Drehung musst Du den Wirbel leicht hereindrücken, damit er sich nicht gleich wieder lösen kann.

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Die richtige Geigenstimmung erreicht man durch Drehen an den Wirbeln.
An den Wirbeln sind die Geigensaiten aufgewickelt und können hier gelockert oder gespannt werden. | Quelle: Chuttersnap via Unsplash

Drehe nur vorsichtig und in kleinen Schritten; überprüfe immer wieder mit dem Stimmgerät, ob Du Dich der gewünschten Frequenz bereits angenähert hast. Je näher Du ihr kommst, umso kleiner werden Deine Drehbewegungen, damit Du nicht über das Ziel hinausschießt.

Dieser letzte Teil des Stimmens einer Saite braucht etwas Fingerspitzengefühl und ist für Anfänger*innen nicht immer leicht zu meistern. Deswegen haben einige Geigen (insbesondere Schülergeigen) zusätzlich sogenannte Feinstimmer, eine kleine Schraube, die am Saitenhalter angebracht ist.

Wenn Du die Saite nur noch weniger als ein Viertelton von der Zielfrequenz entfernt ist, kannst Du am Feinstimmer die letzten Korrekturen vornehmen.

Die Geige über die Feinstimmer stimmen

Die Feinstimmer sind kleine Schrauben die am Saitenhalter direkt über der dazugehörigen Saite liegen. Während bei den meisten Anfängergeigen alle Saiten über einen Feinstimmer verfügen, ist es bei Geigen für Fortgeschrittene oft nur noch die E-Saite.

Im Grunde genommen machst Du genau gleich weiter, wie beim Stimmen mit den Wirbeln. Der Ton muss erst überprüft werden; ist er zu hoch, wird der Feinstimmer gegen den Uhrzeigersinn gedreht; ist er zu tief, wird im Uhrzeigersinn gedreht.

Die Tonhöhe verändert sich jetzt etwas weniger schnell, als beim Drehen der Wirbel. Du kannst Dich also ganz sachte dem gewünschten Ton annähern. Vergiss auch hier nicht immer wieder den Ton zu überprüfen.

An den Feinstimmern kannst Du die Feinheiten der Geigenstimmung einstellen.
Die Feinstimmer befinden sich am Saitenhalter. | Quelle: Tony Woodhead via Unsplash

Der Feinstimmer sollte immer etwas Abstand zur Decke haben und sich keinesfalls hineinbohren. Sollte er schon zu tief liegen, musst Du ihn lösen (also die Schraube ein gutes Stück herausdrehen) und dann die Saite erst wieder mit den Wirbeln vorstimmen.

Wenn die A-Saite einmal perfekt gestimmt ist, machst Du mit der D-Saite weiter, danach die G- und zum Schluss die E-Saite.

Tipps und Tricks zum Geige stimmen

Auch wenn Du die Anleitung ganz genau befolgst und sicher bist, alles richtig zu machen, kann es vorkommen, dass das Geige Stimmen einfach nicht klappen will. Wir haben Dir hier die häufigsten Probleme aufgelistet und verraten Dir natürlich auch, wie Du sie lösen kannst.

Damit sich die Wirbel nicht von alleine lösen können, muss man sie leicht in den Wirbelkasten hineindrücken. Dementsprechend muss man sie dann auch wieder herausziehen, um sie drehen zu können. Dies sollte aber mit zwei Fingern und ohne großen Kraftaufwand machbar sein.

Wenn sich die Wirbel nicht mehr bewegen lassen, solltest Du nicht probieren, sie um jeden Preis selbst zu lösen. Sie könnten abbrechen, was eine teure Reparatur zur Folge haben würde. Bringe die Geige lieber sofort zu einem*einer Geigenbauer*in. Er*sie wird schnell erkennen, wo das Problem liegt und es fachgerecht lösen können.

Sollten sich einmal die Feinstimmer nicht mehr bewegen lassen kannst Du das Problem in der Regel selbst beheben. Auch in diesem Fall solltest Du keine Gewalt anwenden, um die Schraube doch noch in Bewegung zu versetzen; Du könntest sonst Dein Instrument beschädigen.

Wie bereits oben angemerkt, kann es sein, dass die Feinstimmer einfach schon zu weit eingedreht sind und auf der Decke aufliegen. In diesem Fall musst Du sie einfach nur wieder herausdrehen und Du kannst die Geige danach ganz normal stimmen.

Wenn Du eine ältere Violine besitzt, die lange nicht gespielt wurde, kann es sein, dass die Feinstimmer verschmutzt oder gerostet sind und sich deshalb nicht mehr bewegen lassen. Versuche in diesem Fall, sie komplett herauszudrehen, um sie danach gründlich zu reinigen oder neue einzusetzen.

Auch das Gewinde muss gesäubert werden und kann mit Öl wieder geschmeidig gemacht werden. Dabei solltest Du darauf achten, dass nichts daneben tropft, da sonst die Lackierung beschädigt werden könnte.

Lässt sich die Geige nicht mehr stimmen, solltest Du einen Geigenbauer aufsuchen.
Im Zweifelsfall ist es immer besser einen Geigenbauer aufzusuchen, der mögliche Schäden am Instrument fachgerecht reparieren kann. | Quelle: Stefan Donchev via Pexels

Wenn die Violine sich kaum stimmen lässt oder sofort wieder verstimmt, kann das an den Wirbeln oder den Saiten liegen. Überprüfe als erstes, ob Du die Wirbel auch wirklich wieder soweit hereingedrückt hast, dass sie sich nicht von alleine lösen können.

Sollten sie trotzdem von alleine immer wieder rausrutschen, kann es sein, dass sich auf Grund von Temperaturschwankungen und Veränderungen der Luftfeuchtigkeit, das Holz zusammengezogen hat und die Wirbel dadurch nicht mehr satt im Wirbelkasten sitzen.

In diesem Fall kann Dir Kreide weiterhelfen. Dazu muss die Saite einmal komplett entspannt und der Wirbel aus dem Wirbelkasten herausgenommen werden. Du streichst ihn dann an den Stellen, an denen er in Kontakt mit dem Kasten kommt, mit Kreide ein. Danach kann er wieder eingesetzt und die Saite neu aufgezogen werden.

Für diese Operation musst Du natürlich in der Lage sein, selbst Geigensaiten aufzuziehen. Das wirst Du früher oder später aber sowieso lernen müssen, egal ob Du mit Geigenlehrer*in oder mit Büchern zum Geige spielen lernen übst.

Wenn sich eine Violine kaum mehr stimmen lässt, kann das nämlich auch daran liegen, dass die Saiten schon zu alt sind oder falsch aufgezogen wurden. Geigensaiten müssen bei gelegentlichem Spiel ungefähr alle ein bis zwei Jahre erneuert werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie an den Wirbel richtig aufgerollt werden und schön festsitzen.

Und dann hast Du es geschafft! Jetzt kannst Du gleich zu Deinen Notenheften greifen und schon kannst Du musizieren oder verschiedene Techniken üben. Ob Vibrato, Pizzicato oder verschiedene Tonleitern – die Tonhöhe sollte jetzt jeweils stimmen.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.