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In welchem Alter sollte man mit dem Geige Lernen anfangen?

Von Anna, veröffentlicht am 22/02/2019 Blog > Musik > Violine > Kannst Du in jedem Alter Geigen spielen lernen?

Du willst selbst anfangen, Geige zu lernen oder willst Dein dreijähriges Kind zum Geigenunterricht anmelden, damit er/sie ein Violine-Star wird?

Doch spielt das Alter wirklich eine Rolle. Ist es mit der Liebe zur Musik nicht wie allgemein mit der Liebe: Sie kennt kein Alter?

Musiktheorie und Noten lesen lernen, den Bogen richtig halten, die Bewegung des Handgelenks und der Finger, wie spielt man Vibrato? Geige zu lernen, scheint eine enorm schwierige Aufgabe zu sein.

Und kann eigentlich jeder und egal wann Violine lernen? Hier einige Antworten …

Violine – ein schwieriges Instrument

Geige spielen zu wollen, ist durchaus nachvollziehbar, aber es ist sicher nicht das einfachste Instrument.

Es wird weitläufig angenommen, dass es kaum möglich ist, nach einem gewissen Alter noch richtig gut Geige spielen zu lernen, oder zumindest nicht mehr in relativ kurzer Zeit.

Dieses Instrument, das zu den mit dem Bogen gestrichenen Lauteninstrumenten gehört (umgangssprachlich auch „Fidel“ genannt) ist erst im 17. Jahrhundert in seiner heutigen Form in Erscheinung getreten.

Damals und bis ins 20. Jahrhundert hinein war das Instrument ausschließlich dem Adel und dem gehobenen Bürgertum vorbehalten. Wenn wir ganz ehrlich sind, hat die Geige (im Gegenteil zur Gitarre zum Beispiel) auch heute noch ein bisschen einen elitären Ruf, oder?

Zu früh darf man auch nicht anfangen mit dem Geige Lernen. Der Spaß an der Musik ist und bleibt das Wichtigste. | Quelle: Pexels

Wobei Musiker wie David Garrett natürlich dazu beitragen, dass das Instrument als cooler wahrgenommen wird und auch andere Spielweisen und andere Stücke als Klassik möglich sind.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren Geigen außerdem ausgesprochen teuer, es konnte sich schlicht nicht jeder leisten, ein solches Instrument zu besitzen. Heute gibt es eine einfache Geige neu schon ab ca. 80 €, gebraucht natürlich noch günstiger. Aber natürlich kann man für eine gute und besondere Violine auch mehrere Tausend Euro liegen lassen. Aber das ist wohl in vielen Bereichen so …

Und dann gibt es heutzutage auch E-Geigen, auch das hat dazu beigetragen, dass mehr Leute aus unterschiedlichen Schichten zu diesem Instrument greifen (wollen).

Damals gingen abgesehen vom Instrument an sich natürlich auch die zahlreichen Stunden an Geigenunterricht mit einem Privatlehrer oder am Konservatorium ins Geld.

Die Lage hat sich also stark verändert, doch eins bleibt – es ist nach wie vor eins der schwierigeren Instrumente, die es zu erlernen gibt. Wenn Du gerade erst mit dem Geigenunterricht angefangen hast, stell Dich darauf ein, dass Du noch einige Jahre vor Dir hast …

Das hängt natürlich auch davon ab, wie viel Vorerfahrung Du hast, wie viel Du übst usw. Und auch, ob Du mit einem Lehrer/einer Lehrerin lernst oder Dir das Geige Spielen selbst beibringst.

Doch egal wie, es wird immer etwas Zeit brauchen, bis man die Bewegungen verinnerlicht hat und sie zu Automatismen werden.

Vibrato, Glissando, die Finger auf die richtige Stelle am Griffbrett legen, den Bogen richtig streichen … Es gibt vieles, was es zu beachten und lernen gilt.

Geige spielen lernen im Kindesalter – Vorsicht ist geboten!

Es ist weithin bekannt, dass es schwierig ist und lange dauert, Geige spielen zu lernen. Also je früher man beginnt, desto besser, oder?

Diese Frage stellen sich viele Eltern, wenn sie ihr Kind in die Musikschule schicken wollen. In Deutschland nehmen Musikschulen Kinder in der Regel ab dem Grundschulalter auf, also wenn sie 6 oder 7 sind.

Der Hintergedanke ist, dass sie für die Schule sowieso die nötige Reife und Konzentration entwickeln müssen, und auch das Prinzip der Hausaufgaben (in dem Fall bestimmte Übungen bis zur nächsten Geigenstunde) ist dann bekannt.

Falls die Eltern unbedingt wollen, dass das Kind schon früher anfängt, gibt es ab dem Kindergartenalter Kurse zur musikalischen Früherziehung. Das ist allgemein ein guter, spielerischer Einstieg ins Thema Musik, ohne sich gleich auf ein bestimmtes Instrument zu fokussieren.

Aber muss man wirklich so früh anfangen?

Es gibt Argumente, die dafür sprechen, so früh wie möglich anzufangen. Kinder sind neugierig und wissbegierig und können sich schnell Neues aneignen. Das Gehirn ist noch leicht formbar.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der Großteil der Nervenverbindungen im Gehirn sich vor dem 7. Lebensjahr bildet. Das deutet darauf hin, dass sich in dieser Zeit viel abspielt in den kleinen Köpfen.

Außerdem wurde belegt, dass Schülerinnen und Schüler besser in der Schule abschneiden, wenn sie Musik gemacht haben oder noch machen. So lernen sie, sich zu konzentrieren und Arbeit zu investieren.

Je früher Kinder anfangen, Musikunterricht zu nehmen, desto weniger werden sie nur auf das schulische Lernen konditioniert. So sind sie offener für alternative Lernmethoden. Das gilt umso mehr, wenn man weiß, dass das Gehirn bis zum zwölften Lebensjahr extrem formbar bleibt.

Doch es hat nicht nur Vorteile, einem jungen Kind das Geige Spielen beizubringen. Denn am Anfang geht es zunächst einmal um trockene Musiktheorie und Notenlesen.

Dieser klassische Geigenunterricht beginnt zwar erst mit 6 oder 7 und die Kinder hatten vorher Zeit, sich spielerisch der Musik nähern, aber in diesem Alter könnten sie trotzdem schnell gelangweilt sein vom Thema Musiktheorie und so die Lust an der Violine verlieren.

Wenn man zu früh beginnt, könnte das Kind sich überfordert fühlen von den vielen theoretischen Dingen, die es zu lernen gilt. Man sollte eher beobachten, ob das Kind wirklich großes Interesse an Musik oder einem bestimmten Instrument zeigt und es nicht einfach aus Prinzip oder den eigenen Ambitionen heraus zum Geigenunterricht anmelden.

Eine gute Möglichkeit ist auch eine Schnupperstunde oder ein Schnupperkurs. So kann man sichergehen, dass das Kind sich nicht von der Musiktheorie abschrecken lässt und wirklich Interesse und Spaß daran hat.

ab wie viel Jahren kann man Geige lernen? Kindergehirne sind noch leichter formbar und lernen extrem schnell. | Quelle: Pixabay

Man muss natürlich auch auf die Motorik und Feinmotorik des Kindes achten. Geigenunterricht kann die Entwicklung in diesem Bereich entweder unterstützen oder behindern. Auch hier gilt es, aufmerksam zu sein und die Signale, die einem das Kind sendet, wahrzunehmen.

Egal wie, das Kind sollte unbedingt aus freien Stücken in den Musikunterricht gehen und nicht gezwungen werden, wenn es daran überhaupt keinen Spaß hat.

Geige spielen lernen im Jugendalter – auf die Motivation kommt es an!

Traditionell hat die Violine eher kein cooles Image. Erst in den letzten Jahren hat sich das etwas verändert, nicht zuletzt durch Künstler wie David Garrett beispielsweise. Auch die Erfindung und Verbreitung der E-Geige hat dazu beigetragen. Das Instrument kam wieder in Mode und viele Pop-Bands verwenden Geigenpassagen in ihren Songs.

So kommt es, dass auch wieder mehr Jugendliche Lust haben, dieses Instrument zu lernen – neben den Klassikern E-Gitarre und Schlagzeug natürlich.

Um also das Geige Spielen zu lernen, haben Jugendliche heutzutage die Qual der Wahl: YouTube-Videos, Geigenunterricht gratis online, Privatlehrer, Musikschule, sich Geige spielen mithilfe von Büchern selbst beibringen … Die Möglichkeiten sind zahlreich.

Doch ist es eine gute Idee, im Jugendalter mit dem Geige Lernen anzufangen?


Jugendlichen ist es wichtig, viel Zeit mit ihren Freunden zu verbringen und Dinge müssen sie wirklich interessieren, damit sie ihnen ihre Aufmerksamkeit widmen. Generell langweilen sie sich eher schnell.


Der Geigenunterricht sollte also kein Zwang und wie zusätzlicher Schulunterricht sein, sondern eher eine Möglichkeit, mit seinen Freunden zusammen zu sein und Spaß zu haben.

Eine gute Möglichkeit dafür sind Intensivkurse (z. B. in den Sommerferien). Während einer Woche können sie mit Jugendlichen in ihrem Alter musizieren und Zeit verbringen, das ist viel attraktiver als eine Art Nachhilfe einmal die Woche.

Natürlich sollte nicht jeder Tag von morgens bis abends aus Geige spielen bestehen. Verschiedene Aktivitäten bringen mehr Abwechslung und Spaß:

  • Allgemeine musikalische Erziehung
  • Improvisationsübungen
  • Rhythmusübungen
  • Notenlesen
  • Arbeiten mit dem Metronom
  • Orchester/zusammen spielen
  • Kleinere Stücke selbst komponieren
  • usw.

Ist Geige nicht nur was für reiche Töchterchen? Geige spielen zu können, gilt wieder mehr als cool. | Quelle: Unsplash

Egal welches Niveau (Anfänger, Fortgeschritten, Erfahren) der/die Schüler/-in hat und welche Musikrichtung er/sie mag (Gypsy Music, Rock, Jazz, klassische Musik, Folk, Kammermusik, Filmmusik): Gemeinsam mit anderen Jugendlichen Musik zu machen, ist immer ein tolles Erlebnis, wenn man sich für Musik interessiert.


Musiktheorie lernen zu müssen, sollte einem nicht die Freude am Spielen verderben.


Der/Die Jugendliche ist schon etwas weiter fortgeschritten? Wie wäre es dann mit einer eigenen Band oder Musikgruppe?

Als junger Mensch in einer Band zu spielen, hat viele Vorteile. Man setzt sich ein gemeinsames Ziel und hat einen guten Grund, regelmäßig uns konzentriert zu üben (Auftritte, Konzerte). Nichts motiviert mehr als die Aussicht auf ein begeistertes Publikum, das „Zugabe, Zugabe!“ ruft.

Die Lust am Lernen und Üben wird auch dadurch gefördert, dass sich die Jugendlichen selbst aussuchen können, welche Lieder sie spielen. Diese Autonomie ist ein wichtiger Faktor, der nicht zu vernachlässigen ist.

Geige spielen lernen im Erwachsenenalter – nichts ist unmöglich!

Viele Menschen sind der Meinung, dass es keinen Sinn hat, als Erwachsener noch ein neues Instrument lernen zu wollen. Es sei schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, wenn man die 25 schon überschritten hat.

Die gute Nachricht ist: Das hängt ganz von Dir selbst ab!

Die größte Herausforderung ist wohl, im oft stressigen Arbeitsalltag die Zeit zu finden, sich mit einem neuen Instrument auseinanderzusetzen und oft genug zu üben. Deshalb brauchen manche Erwachsene Jahre, bis sie einen einigermaßen geraden Ton aus ihrem Instrument bekommen.

Außerdem fällt es manchen schwer, zur etwas verschulten Art zu lernen zurückzukehren, nachdem sie jahrelang keine Schulbank mehr gedrückt haben, keine Hausaufgaben mehr auf hatten.

Wenn man noch keine Notenlesen kann und keine Kenntnisse in Musiktheorie hat, kann auch das zum Hindernis werden.

Eine Möglichkeit gegen das Zeitargument könnte sein, die Grundlagen erst mal online über Videos, Tutorials usw. zu lernen. Das ist flexibel gestaltbar und man riskiert nichts, da es zahlreiche kostenlose Angebote gibt.

Man muss aber trotzdem am Ball bleiben, sonst verliert man schnell den Anschluss und die Lust. Am besten, man nimmt sich eine bestimmte Stundenanzahl pro Woche vor und dokumentiert diese auch (abhaken auf einer Art To-Do-Liste am Ende der Woche ist auch hilfreich). So hat man eine gewisse Selbstkontrolle, was zu mehr Disziplin verhelfen kann.

Das traust Du Dir nicht zu? Am Ende lässt man es doch wieder bleiben? Dann sind Privatstunden für Erwachsene vielleicht doch die bessere Lösung für Dich.

Manche Musikschulen bieten entsprechende Angebote oder wenn Du lieber in Deinem gewohnten Umfeld sein willst und nicht irgendwo hinfahren willst, ist auch Privatunterricht bei dir zu Hause eine Option.

Ist man irgendwann zu alt zum Violine lernen? Die Lieber zur Musik kennt kein Alter. | Quelle: Unsplash

Letzteres hat auch den Vorteil, dass Du die Zeiten mit dem Lehrer/der Lehrerin flexibel abmachen und anpassen kannst. Schau Dich doch mal um auf Superprof, vielleicht ist die richtige Lehrkraft für Dich dabei!

Die Liebe zur Musik kennt kein Alter

Man hört oft den Spruch „Die Liebe kennt kein Alter“. Die Lieber zur Musik im Allgemeinen und zur Geige im Speziellen ist da keine Ausnahme.

Ob man 5, 15, 35 oder 65 ist – wenn man wirklich eine Leidenschaft dafür hat, kann man in jedem Alter Geige spielen lernen. Es dauert vielleicht nur etwas kürzer oder länger. Das hat aber auch mit Begabung, Vorerfahrung usw. zu tun, also Allgemeinaussagen sind wie in anderen Bereichen auch: unmöglich.

Am Ende zählt Deine Motivation. Sie wird bestimmen, wie oft und lange du übst, und sie wird auch bestimmen, ob du aufgibst, wenn es mal nicht so läuft.

Also, bist Du bereit? Dann leg jetzt los – egal, wie viele Jahre Du schon hinter Dir hast!

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