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Wo kann ich Gesang Unterrichten?

Von Florence, veröffentlicht am 22/11/2018 Blog > Musik > Gesang > Gesangsunterricht geben – Online von Zuhause aus oder vor Ort?

„Die Partitur ist eine Sache, der Gesang eine andere. Man muss die Musik im Kopf haben und sie mit dem Körper singen.“

Diesen Satz voller Sinn und Tiefe hat uns Luciano Pavarotti mitgegeben…

  • Gesang ist Deine Leidenschaft und Du willst daraus Deinen Beruf machen?
  • Du willst Deine Kenntnisse in Musik und Gesang weitergeben?
  • Du möchtest Schüler beim Erlernen von Gesangstechniken begleiten?

Dem Schüler beim Finden seiner Stimme, der Entwicklung seiner Gesangstechnik und seines Selbstvertrauens zu helfen… all das gehört zur Aufgabe des Gesangslehrers.

Es gibt mehrere Möglichkeiten den Beruf des Gesangslehrers auszuüben. Zuhause, in der Musikschule, an einer öffentlichen Schule… Man kann diesen Künstlerberuf auf verschiedene Arten und Weisen praktizieren, in den unterschiedlichsten Strukturen.

Welche Elemente solltest Du beachten, bevor Du Dich dazu entscheidest Gesangsunterricht zu nehmen? Hier unsere Tipps!

Gesangsunterricht Online Geben

Der schnellste und einfachste Weg, um mit dem Unterrichten anzufangen, ist Gesangsunterricht Online zu geben.

Dank dem Internet sind dem Unterrichten nun keine geographischen Grenzen mehr gesetzt. Das gilt auch für das Singen. Diese künstlerische Disziplin kann auch durch Skype erlernt werden. Wie beim normalen Nachhilfe Unterricht, wo Schüler und Lehrer von Angesicht zu Angesicht kommunizieren, könnt ihr hier über Webcam reden, und euch ebenfalls sehen und hören.

Hast Du schon an Online Gesangsunterricht gedacht? Mit einem Mikrofon und einem Laptop funktioniert der Gesangsunterricht über Webcam reibungslos. | Quelle: Visualhunt

Über Webcam kannst Du Dich mit Deinem Schüler austauschen, diskutieren, Ratschläge geben, Gesangstechniken vermitteln… Für den Lehrer wie für den Schüler bietet diese Unterrichtsoption mehrere Vorteile:

  • Die Organisation ist einfacher: Es gibt keinen Anfahrtsweg mehr, die Terminierung ist dadurch flexibler, auf beiden Seiten wird Zeit gespart…,
  • Du kannst mehr Schüler unterrichten: Vor allem wenn Du an einem Ort wohnst, wo die Nachfrage nach Gesangsunterricht begrenzt ist. Durch Fernunterricht erreichst Du ein größeres Publikum,
  • Der Unterricht ist günstiger: Natürlich musst Du zu Beginn erst einmal in gutes Material investieren, um eine optimale Tonqualität zu gewährleisten (Mikrofon, Computer, Webcam…).

Digitaler Fernunterricht stellt Dich jedoch auch vor bestimmte Herausforderungen. Du brauchst eine spezifische Didaktik. Du musst all Deine Kenntnisse, Singtechniken und Tipps ausschließlich mündlich vermitteln.

Es ist nicht immer einfach einem Schüler aus der Ferne zu erklären, wie er die richtige Körperhaltungen einzunehmen hat, wie er richtig atmet, seine Stimme positioniert und seine Gesichtsmuskeln nutzen kann… Du musst flexibel bleiben und Dich aber auch vergewissern, dass Dein Schüler über das nötige Material verfügt, vor allem ein gutes Mikrofon.

Privaten Gesangsunterricht Zuhause geben

Eine andere Alternative: Gib privaten Gesangsunterricht, der ist sehr einfach zu organisieren! Erfahre hier mehr zur Vorbereitung des Gesangsunterrichts…

Du musst natürlich ausreichende Kompetenzen und Erfahrungen haben, um Amateursänger und eventuelle zukünftige professionelle Sänger zu coachen, es werden jedoch kein Musikstudium oder eine musikalische Ausbildung von Dir gefordert.

Wenn Du Deine Leidenschaft des Coachens und Singens in einen Beruf umwandeln willst, wird der Weg des privaten Gesangslehrers Deine erste Option sein. Privat zu unterrichten bringt viele Vorteile mit sich.

Du kannst:

  • Deine Lehrertätigkeit in voller Autonomie gestalten, unabhängig bleiben,
  • Die Pädagogikform selbst wählen (nach Gehör singen oder von einer Partitur ablesen lernen?),
  • Die Schüler, die Du begleiten willst, selbst auswählen,
  • Die Tätigkeit in Vollzeit oder nur nebenberuflich ausführen,
  • Den Unterrichtstyp, den Du geben und in dem Du Dich spezialisieren willst, selbst auswählen.

Was den Status des Privatlehrers angeht, musst Du den Schritt in die Selbständigkeit wagen, also ein Gewerbe anmelden (Kleinunternehmerregelung, wenn Du mit weniger Einkommen rechnest). Du kannst natürlich erst einmal über ein Nachhilfeinstitut gehen, wenn Du noch keinen eigenen Kundenstamm hast. Der Stundentarif kann aber recht gering sein, weil meistens eine Kommission erhoben wird (bei Superprof allerdings nicht!).

Wenn Du Deine Preise selbst bestimmen willst, kannst Du Dich auch ganz selbstständig etablieren, einen Kundenstamm, eine Webseite usw. entwickeln, um dann aber auch ein höheres Honorar fordern zu können.

Spielst Du auch ein Instrument? Wenn Du Klavier spielen kannst, wirst Du Deine Schüler beim Gesang begleiten können. | Quelle: Visualhunt

Du kannst Deine Schüler bei Dir empfangen oder direkt zu ihnen nach Hause gehen, ganz abhängig davon was Deine Möglichkeiten und Wünsche sind. In der Regel ist es einfacher, den Unterricht beim Gesangslehrer stattfinden zu lassen, vor allem wenn ein Instrument, wie ein Klavier z.B., beim Gesangsunterricht benutzt wird. Im Gegensatz zum Schüler, hast Du als Profi außerdem alles Zuhause was ihr braucht: Mikro, Metronom, Instrumente, Partituren, Notenpult, usw.

Noch einmal zur Erinnerung: Als Privatlehrer brauchst Du keinen Musikabschluss. Du musst aber trotzdem die nötigen musikalischen Kompetenzen mitbringen und es schaffen Inhalte verständlich und mit Spaß zu vermitteln, damit dein Kundenstamm weiter wächst.

Gesangsunterricht in Musikschulen geben

Du möchtest Gesangsunterricht geben und dafür angestellt werden?

Dann musst Du Dich an eine Institution wenden, wie z.B. Musikschulen, oder lokale kulturelle Organisationen.

In Deutschland wird Gesangsunterricht hauptsächlich an Musikschulen gegeben. Als Lehrer an solchen Schulen werden Deine Schüler sehr divers sein (Kinder, Erwachsene, Amateure, angehende Profis…). Musikschulen bieten oft flächendeckenden Unterricht an, von der Musikinstrument-Praxis mit alten Instrumenten bis zur Tonstudio Nutzung und dem klassischen Gesangsunterricht. Die Herangehensweise ist meist eher klassisch, aber dafür sehr strukturiert und professionell.

Wer weitergehen will, kann sein Glück an einer Musikhochschule oder einem Konservatorium versuchen. Dort gibt es natürlich musikalische Früherziehung, sowie Solfeggio Unterricht, aber auch:

  • Individuellen Unterricht für die Gesangstechnik,
  • Kollektiven Gesangsunterricht,
  • Musiktheorie,
  • Chorgesang…

Als Musiklehrer in einer Musikschule (und erst recht an einer Musikhochschule) musst Du meistens ein Musikhochschulabsolvent sein. Es gibt verschiedene Arten der Ausbildung: Berufliche Ausbildung zum Musiker oder Fachlehrer an einer Berufsfachschule in Bayern, Ausbildung als Chorleiter(in) an einem Institut für Kirchenmusik, Ausbildung in Musikerziehung, usw.

Wenn Du in einer Organisation oder einer privaten Musikschule unterrichten willst, variieren die Einstellungsanforderungen von Einrichtung zu Einrichtung.

Würdest Du Schüler gerne für Vorsingen coachen? Wenn Du in einer Musikschule unterrichten willst, musst Du auch bereit dazu sein, Vorsingen und Veranstaltungen zu organisieren. | Quelle: Visualhunt

Musiklehrer im öffentlichen Schulsystem werden

Eine andere Möglichkeit bleibt natürlich immer, Musiklehrer im öffentlichen Schulsystem zu werden. Wenn Du diese Wahl triffst, muss Dir aber bewusst sein, dass sich Dein Unterricht nicht nur auf die Vermittlung von Gesangstechniken begrenzen wird.

Die Musikerziehung im Primarbereich, in der Sekundarstufe I oder Sekundarstufe II  folgt einem strikten Programm, dessen Ziel es ist die musikalische und künstlerische Bildung der Schüler zu entwickeln. Die Schule soll den Zugang zur Kultur für alle möglich machen und die Schüler in Gesang und Musik einführen.

Die großen Themen und Lernziele der musikalischen Bildung an der Schule sind unter anderem:

  • Musik wahrnehmen und deuten,
  • Musik reflektieren und kontextualisieren,
  • Musik gestalten und aufführen, in Form von Chorgesang oder durch das Spielen eines Instruments,
  • Kulturelle Orientierung und Teilhabe.

Öffentliche Schulen haben meistens einen Chor, in dem Schüler, die Interesse zeigen, mitsingen und ihre musikalische Bildung erweitern können.

Als Musiklehrer an einem Gymnasium oder einer Realschule wirst Du nicht nur Gesangsunterricht geben, sondern den Schülern auch Musiktheorie und -kultur näher bringen.

Deine Schüler werden Kinder und Jugendliche sein, was sich auch in Deinem pädagogischen Ansatz widerspiegeln muss. Als Musiklehrer in einer öffentlichen Schule wirst Du Dich eventuell folgenden Herausforderungen stellen müssen:

  • Mangelnde Motivation und Selbstständigkeit bei Deinen Schülern, die Musik nicht unbedingt aus Leidenschaft machen und aus freien Stücken in Deinen Unterricht kommen,
  • Große Schülergruppen, was die Begleitung schwierig machen kann: Das hat definitiv nichts mehr mit Privatunterricht zu tun!

Als Privatlehrer oder Gesangslehrer an einer Musikschule wirst Du für die unterrichteten Stunden bezahlt, ein Lehrer an einer öffentlichen Schule hat im Gegensatz dazu ein gesichertes festes Einkommen.

Wie alle grundständig ausgebildeten Lehrer, musst Du einen Bachelor und Master of Education in der Tasche haben, also mindestens 5 Jahre studiert haben. Nach dem Master folgt noch ein Referendariat mit Seminaren und eigenem Unterrichstanteil. Anschließend machst Du das Staatsdiplom und bei Erfolg fängt für Dich dann die Lehrerkarriere an.

Deinen eigenen Chor gründen

Könntest Du Dir vorstellen Deine Leidenschaft für Musik als Chorleiter auszuleben? Die Umfrage, die von Singing Europe durchgeführt wurde, hat ergeben, dass Deutschland europaweit das Land mit den meisten aktiven Chorsängern ist! Die Studie zeigt ebenfalls, dass 2/3 der Chorleiter für ihre Arbeit bezahlt werden.

Hast Du schon einmal daran gedacht Chorleiter zu werden? Singen im Chor kann eine Menge Spaß bedeuten. | Quelle: Visualhunt

Chöre sind sehr beliebt (in der Schule, in Unternehmen, Organisationen…). Du könntest Deine beruflichen Träume also auch mit einem kollektiven Gesangsprojekt wahr werden lassen. Solch eine Tätigkeit hat viele positive Aspekte:

  • Den Chor immer weiterentwickeln und Konzerte aufführen,
  • Eventuell ein bestimmtes Musikgenre vertiefen (Klassik, Lyrischer Gesang, Gospel, Jazz, zeitgenössische Musik…),
  • Die Möglichkeit mit unterschiedlichsten Sängertypen zusammen zu arbeiten,
  • Studioaufnahmen mit dem Chor organisieren…

Einen Chor zu gründen und aufzubauen ist ein herausforderndes Abenteuer, bei dem Du sehr viel lernen wirst. Du wirst Vorsingen organisieren müssen, um Deine Chorsänger zu finden und die passenden Stimmen (vor allem den/die Solisten/in) zu finden. Du kannst Dich aber auch dafür entscheiden, den Chor für alle zu öffnen, also auch Amateure mit unterschiedlichsten Niveaus zusammen arbeiten zu lassen.

Die Sänger und Sängerinnen werden ihre Stimmtechnik immer weiterentwickeln und Deine Aufgabe als Chorleiter wird es sein, diese Entwicklung wahrzunehmen und zu fördern. Die Sänger werden sich aber auch gegenseitig Tipps geben, sich motivieren und viel Freude miteinander teilen. Menschen, die um ein gemeinsames Ziel versammelt sind, können viel erreichen!

Egal welche Unterrichtsform Du wählst, Du wirst in jedem Fall Deinen Schülern beibringen müssen ihre Stimme zu kontrollieren (mit Aufwärmübungen, der richtigen Atmung, Lockerungsübungen, Körperhaltung, Klangnuancen…). So werden sie sehr bald richtig singen und ihre Stimmbänder nicht überstrapazieren.

Wer weiß, vielleicht wird einer Deiner jungen Schüler der nächste Pavarotti?

Hier findest Du heraus, wie viel Gesangsunterricht kosten sollte…

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