Auf die Frage warum die Welt und die Lebensverhältnisse so sind und nicht anders, kann es viele Antworten geben. Die meisten werden einen geschichtlichen Hintergrund haben. Denn Persönlichkeiten, Erfindungen, Entdeckungen, große Taten aber auch Kriege, Schicksalsschläge und Katastrophen, haben Menschen, Länder, Kontinente  und letztlich die Weltgeschichte geprägt

Doch die Welt befindet sich in einem ständigen Wandel und die Spirale der Veränderungen dreht sich immer schneller. Wichtige historische Ereignisse liegen nicht nur in der fernenVergangenheit, in der Steinzeit, in der Antike, im Mittelalter oder im dritten Reich. Nein, historische Ereignisse, egal ob mit positiven oder auch negativen Auswirkungen für die Welt finden ständig statt, eben auch in der jüngeren Vergangenheit und jetzt.

Denken wir nur an Hiroshima, die Perestroika, den Berliner Mauerfall, an Fukushima oder den 11. September 2001 mit dem Anschlag auf das World Trade Center. Viele denken, dass aktuelle Themen wie der Klimawandel oder auch die Flüchtlingswelle wichtige geschichtliche Ereignisse sind, die jetzt, aber auch unsere zukünftige Welt und unser globales Zusammenleben beeinflussen werden.

Umso wichtiger ist es darum, geschichtliche Ereignisse chronologisch, neutral und im richtigen  Kontext als Weltgeschichte oder wichtige geschichtliche Daten von Historikern in allen medialen Formen und aus allen Blickwinkeln dokumentieren zu lassen.

Solche Publikationen tragen dazu bei, wichtigste Ereignisse der Geschichte zu verstehen, nicht zu vergessen und an nachfolgende Generationen weiter geben zu können. Die Geschichte könnte uns lehren, begangene Fehler nicht zu wiederholen und Kriege, Naturkatastrophen und soziale Missstände zu vermeiden .

Was sind wichtige Ereignisse in der Geschichte und wie haben sie unsere Welt beeinflusst? Welche Persönlichkeiten nahmen Einfluss und wann fanden sie statt?  Hier bekommst Du Antworten - also bleib dran!

Die Amerikanische Revolution

Die Amerikanische Revolution kam nicht von ungefähr, sondern war das Resultat einer langwierigen Entwicklung. Man sollte auch hier zwischen kurzfristig akuten und langfristig latenten Ursachen unterscheiden. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich eine koloniale Verwaltung der amerikanischen Bevölkerung etabliert, die durch eine Laissez-faire Politik Englands begünstigt wurde.

Die englische Krone hingegen sah die Kolonien hauptsächlich als wirtschaftlichen  Umschlagplatz und Rohstoffquelle, die ihr Profit bescheren sollten. Mit Bestimmungen wie  dem Iron Act von 1750 oder die Navigations Acts wurden die Amerikaner massiv in ihrer wirtschaftlichen Freiheit eingeschränkt, was zu einem  ökonomischen Interessenskonflikt führte.

Hinzu kam, dass die britische Krone infolge des Siebenjährigen Krieges hoch verschuldet war und versuchte über neue Steuern in den Kolonien die Defizite auszugleichen. Deshalb forderte die amerikanische Bevölkerung und einflussreiche Persönlichkeiten “no taxation without representation”, das heißt keine Besteuerung ohne eine Möglichkeit der politischen Mitsprache.

George Washington General der Kontinentalarmee | Quelle: Visualhunt
George Washington in Feldherrenpose | Quelle: Visualhunt

Die Kolonisten reagierten mit Boykotts und der permanenten Weigerung die erhobenen Steuern zu akzeptieren. Es kam zu der berüchtigten Boston Tea Party. Das britische Parlament sah sich kompromittiert und erließ die Intolerable Acts.

Dies führte zur Solidarisierung aller Kolonien und zum ersten Kontinentalkongress. Am 19. April 1775 stellte sich eine Miliz den britischen Truppen  in Lexington entgegen. Während dieser Konfrontation fiel ein Schuss, und dieses Ereignis markiert den Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg fand von 1775 bis 1783 und wurde durch das aktive Eingreifen Frankreichs entschieden. Er endete im Jahre 1781 mit der britischen Niederlage in der Schlacht von Yorktown. Die Unterzeichnung des Friedens von Paris am 3. September 1783 war die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika.

Der 1.Weltkrieg

Das politische Verhältnis zwischen Österreich und Serbien war durch Spannungen geprägt. Der Schweinekrieg von 1906 war der Höhepunkt eines lang anhaltenden Zollkonflikts. Eine weitere schwere Provokation stellte 1908  die Annexion  Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn dar. Die Balkankriege  in den Jahren 1912 und 1913 verschärften die instabile Situation weiter.

Im diesem Umfeld ereignete sich das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914. Ein Mitglied der  revolutionären Untergrundorganisation Mlada Bosna, ermordete den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Gemahlin.

Am 23. Juli forderte Österreich-Ungarn eine gerichtliche Untersuchung gegen die Teilnehmer des Komplotts vom 28. Juni und stellte Serbien ein Ultimatum. Die serbische Regierung sah das Ultimatum als unannehmbare Beeinträchtigung ihrer Souveränität an. Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg.

Deutsche Truppen griffen Frankreich an und verletzten dabei die Neutralität Belgiens und Luxemburgs. Dies nahm Großbritannien als Schutzmacht zum Anlass gemeinsam mit seinen Dominions  militärisch einzugreifen, womit der Konflikt sich zu einem Weltkrieg ausweitete. Der U-Boot-Krieg war ein bedeutender Aspekt des Seekrieges und Anlass für den Kriegseintritt der Vereinigten Staaten.

Der bewaffnete Konflikt endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918.  Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und in Ozeanien geführt. Etwa 17 Millionen Menschen verloren dabei ihr Leben.

Grabenkämpfe im 1. Weltkrieg | Quelle: Visualhunt
Soldat im 1. Weltkrieg | Quelle: Visualhunt

Am 18. Januar 1919 begann die Pariser Friedenskonferenz. Die europäischen Siegermächte Frankreich, Großbritannien, Italien sowie die Vereinigten Staaten bildeten den Rat, der über das Schicksal und die Konsequenzen des unterlegenen Deutschland beriet.

Am 7. Mai 1919 beantwortete der Versailler Vertrag  die Kriegsschuldfrage. Als Verursacher wurden Deutschland und seine Verbündeten für alle Verluste und Schäden  zur Verantwortung gezogen. Die hohen Reparationszahlungen, die die Weimarer Republik zu leisten hatte, wurden von der deutschen Bevölkerung kritisch und als ungerecht empfunden.

Besonders hervorgehoben wurde im Versailler Vertrag der verbrecherische Charakter, die Kriegsgräuel beim Einmarsch in Belgien, der erstmalige Einsatz von Giftgas sowie die Eröffnung des Luft- und U-Boot-Krieges. Während an der Westfront der klassische Grabenkrieg tobte, hielt auf anderen Kriegsschauplätzen die Technisierung Einzug in die damalige Kriegsführung.

Nicht die Gewehrkugeln und Generäle machen Geschichte, sondern die Massen  | Nelson Mandela

Nazi Deutschland

Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. In den folgenden Monaten baute er mit der NSDAP einen totalitären Führerstaat auf, der alle Bereiche von Staat und Gesellschaft durchdrang. In der NS-Zeit gingen Antisemitismus und Judenverfolgung in die politische Praxis über. Außenpolitisch revidierte Hitler den Versailler Vertrag und entfesselte den Zweiten Weltkrieg.

Säulen des Nationalsozialismus

Die nationalsozialistische Ideologie lehnte Demokratie und Rechtsstaat ab. Die Nazis ersetzten sie durch das Führerprinzip . In Anlehnung an den Sozialdarwinismus stempelte sie bestimmte Ethnien als Volksschädlinge ab, die durch eine Rassenhygiene vernichtet werden sollten.

Die NS-Ideologie strebte eine einheitliche deutsche Volksgemeinschaft an, in der minderwertige Rassen keinen Platz hatten. Juden waren Antisemitismus, Verfolgung und Ausgrenzung ausgesetzt. Außenpolitisch setzten die Nazis auf „Lebensraum im Osten“ , wodurch neue Siedlungsgebiete für die arische Rasse erobert werden sollten.

Machtergreifung

Die im Jahr 1929 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise leitete die Endphase der Weimarer Republik ein. Seit 1930 regierten auf Notverordnungen beruhende Präsidialkabinette, die nicht mehr vom Reichstag abhängig waren. Die NSDAP erzielte in dieser Zeit beträchtliche Wahlerfolge und entwickelte sich zur stärksten politischen Kraft.

Fehlende politische Alternativen veranlassten Reichspräsident Hindenburg am 30. Januar 1933 zur Ernennung Hitlers als Reichskanzler. Eine radikale Machtergreifung hat es nie gegeben. In den folgenden Monaten ließen die Nazis, vor allem nach dem Reichstagsbrand, die Grundrechte außer Kraft setzen und errichteten eine totalitäre Diktatur.

Gleichschaltung

Nach der Machtübernahme ließ die NSDAP alle Bereiche von Staat und Gesellschaft im Sinne der NS-Ideologie gleichschalten. Die Länderparlamente wurden aufgelöst und die Macht auf Berlin zentralisiert. Per Gesetz wurde die Neubildung von Parteien verboten.

Auch die Polizei entwickelte sich zum Machtinstrument der NSDAP, mit der politische Gegner verfolgt und verhaftet wurden. In der Justiz etablierten sich Sondergerichte, die die Gleichheit vor dem Gesetz außer Kraft setzten. Die NS-Massenorganisationen integrierten die Bürger in die Volksgemeinschaft.

Judenverfolgung & Holocaust

Der Antisemitismus ging seit 1933 in die politische Praxis über. Juden wurden zunehmend entrechtet, ausgegrenzt und zur Emigration bewegt. Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums schloss sie von öffentlichen Ämtern aus.

Die 1935 verabschiedeten Nürnberger Rassengesetze entzogen ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft und verboten die Eheschließung mit Nicht-Juden. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 erreichte die Judenverfolgung eine neue Dimension der Gewalt. Im Zweiten Weltkrieg organisierten die Nazis,  im Rahmen des Holocausts, die systematische Vernichtung der europäischen Juden.

 

Diffamierung der Juden im 3.Reich | Quelle: Visualhunt
Propagandabilder gegen die Juden im 3.Reich | Quelle: Visualhunt

Außenpolitik Hitlers

Zu Hitlers außenpolitischen Zielen gehörten die Revision des Versailler Vertrags und Eroberung von „Lebensraum im Osten“ . Dafür setzte er die Bestimmungen der bestehenden Verträge schrittweise außer Kraft. Hitler ließ 1935 die Wehrpflicht einführen und begann mit der geheimen militärischen Aufrüstung.

Nach dem Einmarsch ins entmilitarisierte Rheinland 1936 folgte zwei Jahre später der „Anschluss Österreichs“ . Mit dem Münchner Abkommen gewährten Frankreich und Großbritannien im September 1938 die Eingliederung des Sudetenlandes. Hitler setzte zunehmend auf Expansion. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg.

Der 2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg war der bislang größte und folgenreichste Krieg in der Geschichte der Menschheit. Nach Schätzungen wurden in den Jahren zwischen 1939 und 1945 etwa 60 Millionen Menschen getötet. Der Weltkrieg begann mit dem Angriff des Deutschen Reichs auf Polen am 1. September 1939. Bis 1945 traten fast alle Staaten der Welt in den Krieg ein. Die Hauptkampfplätze waren Europa und der Pazifikraum.

Ursache des Zweiten Weltkriegs in Europa war das Expansionsstreben des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Nach der Eroberung Polens besetzten deutsche Truppen 1940/41 die Benelux-Staaten, Frankreich, Dänemark, Norwegen und Teile des Balkans. Es gelang der Wehrmacht, diese Staaten meist in kurzer Zeit zu erobern. Diese Strategie wurde als Blitzkrieg bezeichnet.

Das wichtigste Ziel Hitlers war die Eroberung östlicher Gebiete, um neuen Lebensraum zu schaffen. Der Krieg wurde als Vernichtungskrieg geführt. Viele Millionen Menschen in Polen, der Sowjetunion oder in anderen eroberten Staaten wurden bei den Kämpfen oder Deportationen getötet. Im Sinne der NS-Ideologie als rassisch minderwertig bezeichnete Menschen, wie die europäischen Juden, die Sinti und Roma wurden systematisch ermordet.

Lagebesichtigung durch Hitler nach der Eroberung | Quelle: Visualhunt
Hitler in Paris nach der Eroberung | Quelle: Visualhunt

Nachdem Hitler größenwahnsinnig 1941 der USA den Krieg erklärte, begann sich das Blatt zu wenden. Ab 1943 wurden die Truppen der Wehrmacht an den zahlreichen Fronten im Osten und Westen zurückgeschlagen. Bis zum Frühjahr 1945 eroberten Amerikaner und Briten im Westen, die Rote Armee im Osten alle von den Deutschen besetzten Länder zurück.

Am 8. Mai 1945 unterzeichnete die Wehrmachtführung die bedingungslose Kapitulation. Im Pazifikkrieg versuchte  Japan seine Vormachtstellung weiter auszubauen. Der Krieg wurde hauptsächlich in China und in europäischen Kolonien Südostasiens ausgetragen. Im Pazifik dauerte der Weltkrieg noch drei Monate länger und endete mit der Kapitulation Japans nach dem Abwurf zweier Atombomben im August 1945.

Die russische Revolution

Das russische Reich erlebte unter Peter dem Großen und seiner Nachfolgerin Katharina der Großen seine Blütezeit. Bereits während der Herrschaft Alexanders II. machten sich soziale Unzufriedenheit und Unruhen in der Bevölkerung breit.

Russland hatte in vielen Bereichen wie Wirtschaft, Infrastruktur, Bildungswesen bis hin zur Heeresorganisation  den Anschluss an Europa verpasst. Die Rückständigkeit zeigte sich in fast allen Bereichen . Korruption in der Bürokratie, Ungleichbehandlung und Ungleichheit in der Bevölkerung sorgten für weitere Frustration.

Sozialistische, kommunistische und nihilistische Ideen gewannen an Bedeutung. Um die Lage zu entschärfen,  verfügte die Monarchie die Leibeigenschaft aufzuheben.

Revolution von 1905

Andauernde revolutionäre Unruhen sowie der russisch-japanische Krieg und der  Petersburger Blutsonntag waren die Auslöser für die Russische Revolution von 1905. Um die Lage zu beruhigen stimmte Nikolaus II. der Einberufung eines Parlaments, der Duma, sowie bürgerlichen Freiheiten und einem allgemeinen Wahlrecht zu.

Die Regierung des Zaren Nikolaus II.  besänftigte die Revolutionäre vorerst. Doch unbeabsichtigt schufen die Errungenschaften der Revolution Bedingungen, die zu seinem Untergang führen sollten. Durch den 1.Weltkrieg verschärfte sich der Versorgungsnotstand in der Bevölkerung und die Stimmung gegen den Kaiser verschärfte sich.

Das Land stürzte in einen Bürgerkrieg zwischen den Anhängern der Revolution und den Anhängern der Monarchie. Revolutionäre, wie Wladimir Lenin und Leo Trotzki nutzten die politische Schwäche Russlands. Im März 1917 kam es durch die Februarrevolution zum Ende der Zarenherrschaft. Alexander Kerenski rief eine demokratische Republik aus.

Am 15. März wurde der Kaiser als Oberbefehlshaber abgelöst. Noch im selben Jahr übernahmen die Bolschewiki gewaltsam durch die Oktoberrevolution die Macht in Russland. Die Zarenfamilie wurde am 17. Juli 1918 mit Billigung der bolschewistischen Partei- und Staatsführung von Soldaten hingerichtet.

Die grosse Depression

Börsenlärm lauter als Glockenläuten

Das Chaos begann ziemlich genau um 11 Uhr. Schon seit der Eröffnung der New Yorker Börse  an diesem Donnerstag, dem 24. Oktober 1929, standen die Händler unter Druck. In den vorangegangenen Wochen hatte der Dow-Jones-Index, das wichtigste Aktienbarometer, deutlich nachgegeben.Die Kurse sackten so weit durch, dass Aktienwerte von vier Milliarden Dollar verpufften.

Viele Investoren hatten im trügerischen Vertrauen auf stetig steigende Kurse in den vergangenen Jahren Aktien auf Pump gekauft. Die Anleger, hoffnungslos durch Wertpapierkäufe verschuldet, hatten keinerlei liquide Mittel mehr und mussten Aktienpakete verkaufen, um an Bargeld zu kommen

Es sollte noch 22 Jahre dauern, bis die Börse wieder auf das Niveau der Vorkriegszeit gelangte. Damals  ist das Vertrauen in den Markt und in die Solidität der Banken verlorengegangen. In den Vereinigten Staaten schrumpfte die Wirtschaft zwischen 1929 und 1933 um fast ein Drittel, die Arbeitslosenquote stieg von 3 auf fast 25 Prozent.

Ursachen der Wirtschaftskrise

Die Menschen die das Leid und die Entbehrungen des Ersten Weltkriegs noch in frischer Erinnerung hatten, sehnten sich nach Frieden und Wohlstand. Sie waren fasziniert vom Fortschritt und den bahnbrechenden Produkten, die er hervorbrachte. Autos, Flugzeuge, Radiogeräte und Telefone  waren Errungenschaften, an denen die große Masse  teilhaben konnte. Einem Arbeiter reichten zwei Monatslöhne, um sich ein Ford Modell leisten zu können.

Der Zauber der Moderne übertrug sich auf die Aktienmärkte. Mehr und mehr Bürger begeisterten sich für die Börse und legten ihre Ersparnisse dort an, das Fieber erfasste alle Schichten. Nicht wenige spekulierten mit geliehenem Geld im festen Glauben, mit den Kursgewinnen ihre Schulden tilgen zu können.

Der Hang der Amerikaner, auf Pump einzukaufen, verfestigte sich zum Lebensstil. Mehr als die Hälfte aller Autos und drei Viertel aller Möbel waren durch Kredite finanziert. Die Massenflucht in eine Scheinwelt, wichtiger Bestandteil jeder Spekulationsorgie, begann ernsthafte Formen anzunehmen.

Es wurden neue Investmentgesellschaften gegründet. 1927 verkauften sie den Anlegern Papiere im Wert von 400 Millionen Dollar, zwei Jahre später war das Volumen auf drei Milliarden Dollar gewachsen. Alle waren überzeugt: Der Aktienboom in "God's own country" sollte noch viele Jahre weitergehen.

Die modernen Unternehmen trugen scheinbar noch gewaltige Potentiale in sich. Sie nutzten ihre Gewinne nur noch selten für Investitionen. Stattdessen spekulierten sie an der Börse, weil dies lukrativer und müheloser zu sein schien

Die Harvard Economic Society erklärte im November 1929, dass eine große Depression illusorisch sei. Präsident Hoover versicherte im Dezember 1929, dass es die starke und gesicherte Lage der Banken sei, die das gesamte Kreditsystem ohne Schwächung des Kapitals sicher durch die Krise getragen hatte. Da stand die eigentliche Bankenkrise noch bevor.

Die Weimarer Republik und die Goldenen 20er Jahre

Hohe Staatsschulden, hervorgerufen durch die Reparationszahlungen des Versailler Vertrages führten 1923 zur Hyperinflation in Deutschland. Erst der US-amerikanische Dawes-Plan und die Rentenmark sorgten für einen wirtschaftlichen Aufschwung und leiteten die Ära der Goldenen 20er Jahre ein. In Kunst, Kultur und Wissenschaft gab es danach bedeutende Fortschritte.

Die Zeit zwischen 1924 und 1929 war von einer Abkehr der kaiserlichen Tradition geprägt. Im Mittelpunkt stand nun ein, auch von der US-amerikanischen Kultur übernommener, freizügiger Lebensstil. Frauen zeigten sich selbstbewusster und trugen den sogenannten Bubikopf. In der Kunst verbreitete sich die Neue Sachlichkeit. Die Filmindustrie gewann in den 1920er Jahren große Popularität und entwickelte sich zum Massenmedium.

Der Bubikopf in den 20er Jahren | Quelle: Visualhunt
Selbstbewusste Frau in den 20er Jahren | Quelle: Visualhunt

In Deutschland beobachtete man zwar den Crash, machte sich aber auf politischer Ebene keine allzu großen Sorgen. Man glaubte an eine glänzende Zukunft, was sich als eine dramatische Fehleinschätzung herausstellte. Denn statt weiteres Geld  zu investieren, zogen die angeschlagenen US-Banken ihre kurzfristigen Mittel aus Europa und Deutschland ab. Unternehmen und Kommunen, die auf Pump investiert hatten, ging buchstäblich das Geld aus.

Ab Anfang 1930 stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber 1929 um gleich 50 Prozent, von zwei auf drei Millionen, und es gab keine nennenswerte Unterstützung. Die Reichsregierung setzte auf ein radikales Sparprogramm, um die Krise zu bewältigen. Genau das falsche Rezept, wie man allerdings erst im Nachhinein wusste.

Dies war der  Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Präsidialkabinette setzten seit 1930 das Parlament außer Kraft und machten politische Stabilität unmöglich. Unterdessen gewann die rechtsextreme NSDAP großen Zulauf und wurde 1932 die stärkste Fraktion im Reichstag. Der Ausbau der nationalsozialistischen Diktatur beendete das freizügige Leben der Goldenen 20er Jahre.

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Karl Heinz

Hi, it`s me - Karl Heinz, not really new, but still active . My pasions are outdoor activities. I love the nature, riding the bike, hiking trough the mountains preferred with my wife and my dog . This are opportunities to let flow my thoughts and get inspiration for writing comments and blogs.