Wir leben in einer Welt, in der es überwiegend Rechtshänder gibt, dementsprechend ist sie auch auf sie ausgerichtet und Linkshänder kennen das Problem mehr als gut genug. Sie sind oft dazu gezwungen, gedanklich alles umzudrehen, umständliche Bewegungen auszuführen oder sogar auf ihre schwächere rechte Hand zurückzugreifen.

Die Musikwelt macht da keine Ausnahme. Auf dem Klavier spielt man meistens mit der rechten Hand die Melodie, auf der Trompete drückt man die Ventile mit rechts und die linke Hand muss das Instrument nur festhalten.

Wie sieht es nun mit der Gitarre aus, wo zwar beide Hände stark gefordert werden, aber ganz unterschiedliche Aufgaben haben?

Welche Methoden, Techniken, Tricks und Tipps für Gitarrenlerner gibt es? Muss man sich eine Linkshänder Gitarre kaufen? Kann man bei einer Rechtshänder Gitarre einfach die Saiten andersrum aufziehen? Oder können Linkshänder einfach die Gitarre so halten wie Rechtshänder?

Wir gehen in diesem Artikel diesen Fragen nach und erklären Dir, wie Du als Linkshänder Gitarre spielen lernen kannst. Zum Schluss werde ich Dir noch einige linkshändige Gitarrist*innen und ihre ganz individuellen Methoden des „Gitarre spielen für Linkshänder“ vorstellen.

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Welche Aufgaben haben die Hände beim Gitarre spielen?

Wenn Du Dich bereits entschieden hast, mit Gitarre anzufangen, hast Du Dir das Instrument bestimmt schon mal genauer angeschaut oder zumindest Deine Lieblingsgitarrist*innen beim Spielen beobachtet.

Bei all den unterschiedlichen Modellen von Konzertgitarre über Westerngitarre bis hin zu den verstärkten E-Gitarren gibt es eine Gemeinsamkeit: Die Saiten werden am Hals gegriffen, um die Tonhöhe zu verändern und über dem Korpus angeschlagen, um sie in Schwingung zu versetzten. Deshalb spricht man auch von der Greifhand und der Schlaghand.

Beide Hände müssen fleißig trainiert werden, damit sie die ihnen gestellten Aufgaben souverän und präzise ausführen können und müssen schließlich auch noch perfekt aufeinander abgestimmt werden. Rechtshänder Gitarren sind so gebaut, dass mit der linken, schwächeren Hand die Saiten gegriffen und mit der rechten, stärkeren angeschlagen werden.

Die Greifhand braucht vor allem flinke, kräftige und bewegliche Finger. Die Saiten müssen stark genug runtergedrückt werden, damit sie sauber klingen können; selbst dann, wenn sie für den Gitarrengriff weit gespreizt werden müssen. Beim Melodiespiel sind schnelle und trotzdem präzise Bewegungen gefragt und jeder Finger muss unabhängig von den anderen funktionieren.

Das alles kann man natürlich nicht von heute auf morgen. Aber durch regelmäßiges Üben wird die Beweglichkeit verbessert, Kraft aufgebaut und die Bewegung automatisiert. So ist es mit der Zeit auch für die schwächere Hand kein Problem mehr, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Die Aufgaben der Schlaghand sind nicht weniger vielseitig und anspruchsvoll. Bei einer rhythmischen Begleitung bewegt sie sich in gleichmäßigem Tempo rauf und runter, streicht dabei immer im richtigen Moment über die Saiten und variiert die Schlagstärke je nach Betonung.

Beim Solospiel mit Plektrum ist das Feingefühl gefordert einzelne Saiten zu treffen. Beim Finger Picking werden die Saiten gezupft, alle gelichzeitig oder einzeln nach einem bestimmten Muster.

Du musst also jeden einzelnen Finger Deiner Schlaghand genau kontrollieren können und mit der ganzen Hand oder sogar dem Unterarm sehr präzise und gleichmäßige Bewegungen ausführen können. Diese Aufgaben sind etwas schwieriger zu trainieren als die der Greifhand, da sie weniger mechanisch sind und mehr mit Gefühl benötigen.

Deswegen wird üblicherweise die starke Hand als Schlaghand gewählt. Sie bringt das notwendige Feingefühl von Natur aus einfach mehr mit als die schwächere. Du kannst das ganz einfach selbst ausprobieren, in dem Du versuchst beim Musik hören zu dirigieren. Eine Hand besitzt ein deutlich besseres musikalisches Gefühl als die andere.

Wer mit links schreibt, lernt meistens auch mit links Gitarre spielen.
Die Schlaghand musst, Du wie beim Schreiben, gut kontrollieren können. | Quelle: Kelly Sikkema via Unsplash

Aus diesem Grund empfehlen heutzutage viele Expert*innen, auf einer Linkshänder Gitarre spielen zu lernen. Andererseits sind immer noch viele Gitarrenlehrer*innen der Meinung, dass es vorteilhafter ist auf einer Rechtshänder-Gitarre zu lernen, da man am Anfang in jedem Gitarrenunterricht sowieso alle Bewegungsabläufe neu lernen muss.

Welches schlussendlich die beste Lösung ist, kann man nicht pauschal sagen. Auch unter den bekanntesten Gitarrist*innen aller Zeiten finden sich Linkshänder, die in Standardhaltung spielen und solche, die eine Lefthand-Gitarre besitzen.

Linkshänder-Gitarren

Die erstmal offensichtlichste und einfachste Lösung: eine Gitarre, die spiegelverkehrt gebaut ist und so die rechte Hand zur Greif-, die linke zur Schlaghand wird.

Es gibt tatsächlich ein immer größeres Angebot an Lefthand-Gitarren auf dem Markt. Leider werden aber noch lange nicht alle Modelle, in all ihren Variationen, in einer linkshändigen Version angeboten. Das liegt ganz einfach daran, dass die Nachfrage nicht groß genug ist. Zudem kann es auch immer wieder vorkommen, dass ausgerechnet Dein Favorit nicht sofort lieferbar ist.

Die meisten bekannten Marken (wie Fender, Gibson und Ibanez) bieten zumindest einige ihrer Modelle auch in einer Left-Variante an. Die Palette erstreckt sich über alle Preisklassen, sodass am Ende doch für alle etwas dabei ist. Du erkennst sie in der Produktebeschreibung daran, dass ein "L" oder "Left" in dem Modell-Namen vorkommt.

Wenn Du Dich also dazu entschiedest mit einer auf links ausgerichteten Gitarre zu lernen, wirst Du vielleicht nicht Dein absolutes Traum-Modell finden. Außerdem ist ein Lefthand-Modell häufig zwischen 10-30% teurer.

In den letzten Jahren, hat sich diesbezüglich vor allem bei den Einsteigermodellen etwas getan und Linkshänder müssen nicht mehr unbedingt mehr für ihre Gitarre bezahlen als Rechtshänder.

Du kannst zum Beispiel Konzertgitarren von Ortega und E-Gitarren von Squire finden, bei denen zwischen Left- und Righthand-Modellen kein Preisunterschied besteht. Auch Harley Benton, die Hausmarke des Versand-Hauses Thomann, betreibt diese faire Preispolitik.

Leider sind mit dem Kauf einer Lefthand-Gitarre noch nicht alle Probleme gelöst. Die meisten Methoden zum Gitarre Lernen sind von Rechtshändern für Rechtshänder geschrieben und es wird, wie so oft, gar nicht erst darüber nachgedacht, dass bei ungefähr 10-15% der Menschen alles spiegelverkehrt funktioniert.

Wenn Du also liest, was Du mit der linken oder rechten Hand tun sollst, aber auf einer Lefthand-Gitarre lernst, musst Du immer umdenken und die Hände vertauschen. Wird von Greif- und Schlaghand gesprochen, fällt das weg.

Die Auswahl für Linkshänder Gitarren ist kleiner.
Bei Left-Gitarren ist alles spiegelverkehrt. | Quelle: Colette O'Connor via Unsplash

Eine weitere Schwierigkeit liegt im Lesen von Griffbildern. Diese sind so gezeichnet, dass man sie ganz einfach versteht und umsetzen kann, wenn man die linke Hand als Greifhand benutzt. Man muss einfach nur von oben aufs Griffbrett schauen und nachmachen, was auf der Grifftabelle abgebildet ist.

Greift man jedoch mit der rechten Hand, wirken sie äußerst unlogisch. Die Denkleistung, die nötig ist, das Abbild auf das Griffbrett zu übertragen ist also deutlich größer und braucht mehr Zeit. Selbst wenn Du nach Gehör Gitarre spielen lernen willst, können solche Grifftabellen hilfreich sein.

Linkshändige Gitarrist*innen haben nun zwei Möglichkeiten. Entweder sie nehmen den Aufwand auf sich, Rechtshänder-Tabellen lesen und umsetzen zu lernen (mit der Zeit wird sich das Gehirn an das Spiegeln gewöhnen und es wird einfacher werden; oder sie arbeiten mit Linkshänder-Tabellen.

Leider sind diese deutlich seltener zu finden. Gerade für fortgeschrittene Gitarrist*innen die nur schnell einen neuen oder alternativen Griff für einen bestimmten Akkord nachschauen möchten, kann das natürlich ärgerlich sein.

Die wichtigsten Linkshänder Gitarrenakkorde für Anfänger geben aber bereits eine gute Basis, von der aus Du andere Akkorde ableiten kannst.

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Die Saiten einer Rechtshänder-Gitarre umgekehrt aufziehen

Es hört sich im ersten Moment nach der einfachsten, billigsten und besten Lösung an: warum nicht einfach alle Saiten einmal ab- und in gespiegelter Reihenfolge wieder aufziehen? Man kann hat eine größere Auswahl an Gitarrenmodellen, muss dafür unter Umständen weniger bezahlen und kann trotzdem mit rechts greifen und mit links die Saiten anschlagen.

Für einen fröhlichen Abend am Lagerfeuer, bei dem man einfach ein paar Akkorde schrammeln und dazu lauthals singen möchte, ist das möglich (aber auch nicht bei allen Gitarren). Um richtig spielen zu lernen ist es aber leider nicht die beste Idee. Denn sie hat einen großen Haken.

Bei einer E-Gitarre oder einer Westerngitarre mit Cut-Away ist es offensichtlich: der Korpus (und teilweise auch die Kopfplatte) ist nicht symmetrisch; Du wirst die Aussparung am Hals oben halten und sie wird ihren Zweck, die hohen Lagen besser erreichbar zu machen nicht mehr erfüllen.

Wenn Du genau hinschaust wirst Du feststellen, dass auch Gitarren mit gleichmäßigem Korpus nicht bis ins letzte Detail symmetrisch sind. An der Brücke laufen die Saiten über die Stegeinlage, die leicht schräg aufgesetzt und nicht an jeder Stelle gleich hoch ist.

Genau gegenüber, am Übergang zwischen Hals und Kopfplatte, liegt der Sattel. Hier führen die Saiten durch kleine Einfräsungen, die sie am richtigen Platz halten. Hinter Sattel und Steg knicken die Saiten leicht nach unten ab. Die Saite kann also nur zwischen den beiden Einlagen frei schwingen. Ihr Abstand definiert somit die Länge der Saite.

Wenn Du Dich bereits etwas mit dem Aufbau der Gitarre auseinandergesetzt hast, weißt Du, dass ein Ton höher wird, je kürzer der schwingende Teil einer Saite ist. Damit Du für jeden Ton die richtige Saitenlänge findest, orientierst Du Dich an den Bundstäben auf dem Griffbrett.

Wird eine Saite gegriffen, wird zusätzlich die Spannung erhöht, was den Ton zusätzlich leicht höher macht. Dieser Effekt wird stärker, je dicker die Saite ist. Würde man nun die Stegeinlage ganz gerade aufsetzen, wäre es unmöglich ein Bundstäbchen so anzubringen, dass es für alle sechs Saiten exakt an der richtigen Stelle ist.

Aus diesem Grund wird die Stegeinlage je nach Gitarrenart mehr oder weniger schräg angebracht. Da bei klassischen Gitarren mit Nylonsaiten der Spannungsunterschied weniger groß ist als bei der Westerngitarre, ist hier die Schräge etwas schwieriger zu erkennen.

Linkshänder können nicht einfach die Saiten einer Rechtshänder Gitarre andersrum aufziehen.
Es gibt einen guten Grund dafür, dass der Steg leicht schräg ist. | Quelle: Alejandro Morelos via Unsplash

Ziehst Du nun einfach nur die Saiten andersrum auf, wird die tiefe E-Saite deutlich zu kurz, die hohe E-Saite zu lang sein und das Verhältnis zwischen Saitenlänge und Bundstäben stimmt nicht mehr; die Gitarre ist nicht mehr bundrein. Du kannst dann noch so gut spielen und alles richtig greifen, es wird immer falsch klingen.

Eine weitere Problemzone ist der Sattel mit den passenden Einkerbungen für jede Saite. Die Basssaiten werden also kaum durch die Kerben für die drei dünnen Saiten passen. Die dünnen Saiten haben außerdem zu viel Spielraum in den dicken Kerben und könnten daher scheppern.

Man kann also nicht einfach eine Rechtshänder- zu einer Linkshänder-Gitarre umbesaiten, sondern man muss sie umbauen. Sattel und Steg müssen ausgetauscht und korrekt angebracht werden. Diese Arbeit braucht einiges an Erfahrung, Präzision und Geduld. Du überlässt sie also am besten einem Gitarrenbauer, was natürlich wiederum etwa kosten wird.

Bei den meisten E-Gitarren geht der Umbau etwas leichter, da die Saitenlänge nicht über eine Stegeinlage, sondern über die Saitenreiter reguliert wird. Diese können ganz einfach mit einem passenden Schraubenzieher verstellt werden. Es muss also eigentlich nur der Sattel ausgetauscht werden.

Jedoch musst Du bedenken, dass dann die Regler auf dem Korpus sowie die Buchse für das Kabel oben sein werden und Dich beim Spielen stören könnten. Das Gleiche gilt auch für den Tremolo-Hebel, falls Du Dich für eine Gitarre mit Vibrato-System entscheidest (zum Beispiel eine Fender Stratocaster).

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Die Gitarre halten wie ein Rechtshänder

Kommen wir zu der „altmodischsten“ Variante für Linkshänder Gitarre spielen zu lernen: sich nicht um die Händigkeit zu kümmern und einfach genauso zu spielen wie Rechtshänder.

Bis weit ins letzte Jahrhundert hinein war es absolut normal, dass Linkshänder umtrainiert wurden und sogar mit der rechten Hand schreiben lernen mussten. Glücklicherweise hat man mittlerweile erkannt, dass dies den Kindern mehr schadet als nützt.

In der Musik sieht es jedoch etwas anders aus. Für das Klavier und die Geige gibt es kaum Linkshändervarianten. Ob dies daran liegt, dass es keine Rolle spielt, welche Hand man wofür benutzt oder einfach noch niemand auf die Idee gekommen ist, entsprechende Instrumente zu bauen, sei dahingestellt.

Linkshänder Gitarren werden immer beliebter.
Heutzutage sind immer mehr Menschen der Meinung, dass die Händigkeit auch beim Gitarre lernen berücksichtigt werden sollte. | Quelle: Neonbrand via Unsplash

Wie bereits ausführlich besprochen, gibt es für linkshändige Gitarrist*innen mittlerweile eine schöne Auswahl an Lefthand-Gitarren. Ob es jedoch ratsam ist ein solches Modell zu wählen oder doch besser „normal“ spielen gelernt wird, darüber wird in Internet Foren, aber auch unter Gitarrenlehrer*innen und anderen Pädagog*innen und Experten heftig gestritten.

Während die Einen dafür plädieren, dass mit der schwächeren Hand niemals die Präzision und Musikalität erreicht werden kann, die von der Schlaghand erwartet wird, führen Andere ins Feld, dass alle Gitarrenanfänger*innen am Anfang Schwierigkeiten damit haben, die Bewegungsabläufe zu lernen und zu koordinieren. Es sei nur eine Frage der Zeit und des Übens, bis auch Linkshänder ihre rechte Hand perfekt führen können.

Selbst, wenn man sich die Erfahrungsberichte von linkshändigen Gitarrist*innen durchliest, kommt man der Antwort auf diese Frage kein Stück näher. Jede Lernmethode hat ihre überzeugten Verfechter und Gegner.

Damit Du für Dich die richtige Entscheidung treffen kannst, habe ich Dir hier eine Liste mit den am Häufigsten genannten Argumenten für beide Positionen zusammengestellt.

StandardhaltungLinkshänder Gitarre
procontraprocontra
es macht keinen Unterschied mit welcher Hand was gemacht wirdlangsamere Lernfortschritte; Motivation kann verloren gehendie schwächere Hand wird nie die gleiche Präzision als Schlaghand erreichen, wie die stärkereunlogische Grifftabellen
man kann sich später jede beliebige Gitarre schnappen und spontan spielendie Händigkeit nicht berücksichtigen ist eine veraltete Haltungdie Händigkeit muss aus psychologischen Gründen respektiert werdenweniger Auswahl bei den Gitarrenmodellen

Schlussendlich muss man anmerken, dass jedes Gehirn anders funktioniert und die Händigkeit noch nicht abschließend erforscht ist. Außerdem haben sich Linkshänder oft schon ihr ganzes Leben lang mit dem Thema auseinandergesetzt und sich auch schon in Situationen wiedergefunden, in denen sie dazu gezwungen waren, ihre rechte Hand zu benutzen.

Die endgültige Entscheidung sollte also eher aus dem Gefühl als über pragmatische Überlegungen erfolgen. Du kannst auch in einem Musikgeschäft beide Versionen einmal ausprobieren, um herauszufinden welche Haltung sich besser anfühlt.

Je wohler Du Dich mit Deinem Instrument fühlst, umso schneller wirst Du im Gitarrenunterricht Fortschritte machen.

Schau am besten gleich einmal auf Superprof, ob es nicht verfügbare Lehrer in Deiner Nähe, z.B. für Gitarrenunterricht Berlin oder Gitarrenunterricht München gibt!

Linkshänder zu sein ist beim Gitarre Lernen kein Hindernis

Wie in vielen anderen Lebensbereichen sind Linkshänder auch beim Gitarre lernen vor einige Fragen und Herausforderungen gestellt, die Rechtshänder nie erleben werden. Das ist aber kein Grund, sich davon abhalten zu lassen.

Mit der richtigen Gitarre und der nötigen Motivation, wirst auch Du schon bald auf der Gitarre improvisieren!

Bei der E-Gitarre müssen Linkshänder nach dem Saiten Vertauschen die Saitenreiter anpassen.
Jimi Hendrix hat's vorgemacht: E-Gitarren können einfacher für Linkshänder umgebaut werden als akustische Gitarren. | Quelle: Dominik Scythe via Unsplash

Unter den besten und bekanntesten Gitarrist*innen aller Zeiten gibt es einige Linkshänder und alle haben ihre ganz individuelle Lösung gefunden.

  • Jimi Hendrix: Die Rocklegende spielte seine Fender Stratocaster mit links. Da es zu seiner Zeit noch kaum Lefthand-Gitarren gab, wählte er die Umbau-Methode. Wenn Du Dir Fotos ansiehst, siehst Du, dass die Mechaniken nach unten zeigen und die Regler, der Tremolo-Hebel und der Kabeleingang seiner Stratocaster auf der oberen Korpushälfte liegen.
  • Mark Knopfler: Auch der der Dire Straits Gitarrist gehört zu den besten seiner Zunft und ist Linkshänder. Bei ihm ist das nur nicht so leicht zu erkennen, denn er hält die Gitarre wie ein Rechtshänder.
  • Kurt Cobain: Um den Nirvana Frontmann ranken sich unzählige Legenden. Eine davon betrifft seine Händigkeit: War er Linkshänder, der mit rechts schrieb? Ein Rechtshänder, der mit links Gitarre spielt? Oder ein Beidhänder? Wir werden es wohl nie erfahren.
  • Iggy Pop: Der „Godfather of Punk“ ist zwar nicht in erster Linie als Gitarrist bekannt, wenn er sie aber spielt, dann left handed. Er greift dafür zu Linkshänder-Gitarren.
  • Elizabeth Cotton: Die einflussreiche Blues und Folk Musikerin wurde 1895 geboren. Als sie sich selbst Gitarre spielen beibrachte gab es für Linkshänderinnen noch keine speziellen Gitarren. Sie drehte deshalb einfach die Rechtshänder-Gitarre um, sodass die tiefste Saite unten ist und die hohe E-Saite oben. Daraus entwickelte sie einen besonderen Spielstil, der bis heute als „Cotton Picking“ bekannt ist.

Um nur einige wenige weitere linkshändige Gitarristen zu erwähnen: Gary Moore, Steve Morse, Tony Iommi, Noel Gallagher, Dick Dale, Albert King und Bob Geldof. Du siehst, Linkshändigkeit ist kein Hindernis, in Gitarre zu lernen und in jedem erdenklichen Stil zu spielen.

Es gibt also keine "Zauberlösung" für Linkshänder: Es ist eine Frage des Feelings und des Willens. Wenn Du wirklich Gitarre lernen willst, gibt es eine Möglichkeit, nichts kann Dich aufhalten oder von Deiner Leidenschaft abbringen. Wichtig ist, dass Du Dich mit Deiner Gitarre wohlfühlst und die für Dich passende Spielweise findest.

Kaufe Dir keine Gitarre im Internet, ohne sie vorher auszuprobieren! Lass Dich nicht verführen, auch wenn Dein Favorit sofort lieferbar sein sollte. Am besten gehst Du zu einem Fachhändler und erklärst ihm Deine Situation und lässt Dir eine Auswahl an Left- und Righthand-Gitarren zeigen oder fragt Deinen Gitarrenlehrer, bei dem Du Gitarre lernst. Nimm Dir Zeit, die verschiedenen Modelle zu vergleichen, bevor Du Dich für eines entscheidest. Wenn Du schon mal vor Ort bist, kannst Du auch gleich da passende Zubehör kaufen und musst nicht lange auf den Versand warten.

Lass Dich nicht zu sehr von all den verschiedenen Meinungen zu dem Thema beeinflussen. Was für jemand anderes perfekt funktioniert, muss nicht unbedingt auch für Dich die beste Lösung sein. Sehe Deine Linkshändigkeit als ein Vorteil, der Dich dazu auffordert, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren.

Viel Spaß beim Entdecken & Finden Deines persönlichen Stils!

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.