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Die wichtigsten historischen Zeitalter Japans

Von Funzi Olga, veröffentlicht am 15/03/2019 Blog > Sprachen > Japanisch > Entdecke die großen historischen Zeiten Japans

Die japanische Nationalgeschichte ist wahrhaftig episch. Sie ist reich an politischen, religiösen, militärischen und kulturellen Ereignissen, die das langfristig geteilte Land schließlich wiedervereint haben.

Wir können die Anfänge der japanischen Zivilisation bis in die Jomon Zeit zurückverfolgen. Sie erstreckt sich von 10.000 bis 300 v. Chr.

Zu jenen Tagen bestand Japan noch aus einem Volk von Fischern und Jägern und Sammlern!

Um 660 v. Chr bestieg der legendären Kaiser Jimmu den Thron, beendete somit das Zeitalter der Götter und machte Platz für die Menschheit.

Die historische Chronologie Japans ist in mehrere Perioden unterteilt, von denen jede die Entwicklung innerhalb des Landes und der Gesellschaft beschreibt.

Die geschichtlichen Perioden werden wiederum in Epochen unterteilt. Sie bezeichnen Zeiträume, die mit den verschiedenen politischen Führern verbunden sind!

Ihr merkt, Japan hat einen komplexen Kalender. Lasst uns zusammen die wichtigsten Geheimnisse enthüllen.

Die Asuka Periode und erste Epochen der Architektur Japans

Die Asuka Periode dauerte vom Mitte des 6. Jahrhunderts bis ca. 710 knapp 150 Jahre an. Sie ist Teil des Yamato Zeitalters, in der sich Japan wieder vereinigte.

Der Name der Asuka Zeit rührt aus den häufigen diplomatischen Reisen des royalen Hofs in der gleichnamigen Stadt.

Der Christemtum wurde in Japan unterdrückt. Schintoismus ist die historische und traditionelle Religion Japans. | Quelle: Jelleke Vanooteghem via unsplash

Das wichtigste Ereignis aus dieser Zeit ist die Einführung des Buddhismus in Japan.

Sie geht zurück auf den König von Baeckje (einem von drei koreanischen Königreichen), der eine Buddha-Statue an den Herrscher von Japan geschickt hat.

Die buddhistische Ansicht gefiel den Schintoisten jedoch nicht, sodass es zu einem Konflikt zwischen den Soga und Mononobe Clans kam.

Der Krieg der Religionen endete mit dem Sieg der Buddhisten über die Anhänger des Schintoismus.

Um 593 kam zum ersten Mal eine Frau in Japan an die Macht, die Kaiserin Suiko.

Die Asuka Periode war darüber hinaus durch die Einführung einer japanischen Kupferwährung in der WadōÄra geprägt.

Dieser Zeit sind noch einige weitere Änderungen und Ereignisse zugeordnet:

  • das System der zwölf Rangstufen
  • die erste japanische Botschaft der Sui in China
  • die erste japanische diplomatische Mission in Tang China
  • Taika-Reformen zur Vereinigung Japans
  • der Jishin-Krieg (ein Nachfolgekonflikt)
  • das Imperium Japans unter Kaiser Tenmu

Auf die Asuka Zeit folgte die Nara Periode von 710 bis 784 nach Chr. Während dieser Zeit wurde Nara zur ständigen Hauptstadt Japans.

Die Nara Zeit wurde wiederum von der  Tenpyō Periode zwischen 729 und 749 nach Chr. geprägt. Hungersnöte und Epidemien suchten das Land heim.

Die Muromachi Ära und Konflikte der Vereinigung Japans

Die Muromachi Ära führt uns in die Zeit zurück bis 1336. Sie folgte nach der Kamakura Ära.

Im Jahr 1333 brach die Regierung, die den Shogun Yoritomo Minamoto eingeführt hatte, zusammen.

Das im Anschluss herrschende Chaos wird heute als Rebellion der Genkō Periode bezeichnet.

In der Zeit der Muromachi, der Engen Ära, waren der Norden und der Süden Japans in zwei Kaiserreiche aufgeteilt.

Es brauchte knapp sechzig Jahre, bis sich diese vereinigten und die Sengoku Periode gebaren.
(Ganz am Rande: Diese Zeit hatte nichts mit einem bestimmten Superkrieger zu tun…)

Der Frieden war allerdings nur von kurzer Dauer. Schon 1467 brach der Onin Krieg aus.

Fast zehn Jahre lang kämpften die Daimyōs um die Macht bis der Krieg schließlich mit dem Zusammenbruch des Ashikaga Shogunats beendet wurde.

So begann ein Krieg um die Territorien Japan, der bis zur Edo-Ära andauerte!

Im Jahr 1543 knüpften die ersten Westmächte Kontakt nach Japan. Es waren die Europäer, allen voran Portugiesen, die Schusswaffen und das Christentum nach Japan brachten.

So begann der Nanban-Handel, ein kommerzieller Austausch zwischen Japan und Europa. Wörtlich bedeutet Nanban „barbarisch“. Dies sei mal so dahingestellt…

Die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts war geprägt von den militärischen Eroberungen des Samurai Nobunaga Oda, der versuchte, Japan gewaltsam zu vereinen.

Tatsächlich gelang es ihm, sein Vorhaben zum Teil durchzusetzen, jedoch mit wenig diplomatischen Methoden. Nicht umsonst wurde er der Dämonenkönig genannt.

Seinen Plan konnte er nicht vollenden, da er von einem Samurai des eigenen Clans verraten worden war.

Um sein Gesicht angesichts dieser Pflichtverletzung nicht zu verlieren, begang Nobunaga Oda den berüchtigten Ehrenselbstmord Harakiri, auch bekannt under dem Namen „Seppuku„.

Samurai Krieger hatten eine stabile Rüstung. Als Samurai bedarf es einer robusten Austattung. | Quelle: pixabay

Nichtsdestotrotz waren die Bemühungen Nobunaga Odas für die Vereinigung Japans nicht umsonst. Sein Nachfolger Hideyoshi Toyotomi setzte seine Arbeit während seiner Amtszeit fort.

Die Ären der Edo Epoche: Ein vereintes Land

Mit der Edo Epoche (1603-1868) endete das japanische Feudalsystem. Auch Ieyasu Tokugawa folgte Hideyoshi Toyotomi und Nobunaga Oda.

Ihm gelang es, Japan letztendlich mit militärischen Mitteln zu vereinen. Der Kaiser dankte ihm und ernannte ihn zum Shōgun, was ungefähr das heutige Amt des Premierminister beschreibt.

Die Regierung wurde so nach Edo, dem heutigen Tokyo, versetzt.

Das Edo Zeitalter war geprägt von historischen Tragödien. Angefangen mit dem Beginn der Hungersnot während der Kan’ei Ära, gefolgt vom großen Edo Feuer der Meireki Ära.

Auch der erneute Ausbruch der Hungersnot während der Hōreki Ära und das schrecklichen Erdbeben in Tokyo während der Ansei Periode zählen in diese Epoche.

Die Konflikte brachten ebenfalls einen Bruch der handelspolitischen und diplomatischen Beziehungen zum Westen um 1639 mit sich.

Nur die Niederlande und einige wenige asiatische Länder konnten nach wie vor mit Japan verhandeln.

Die Beschränkung der außenpolitischen Beziehungen auf wenige Territorien außerhalb Japans, wurde  Sakoku Politik genannt. 

Mit rund 200 Jahren hält Japan den Rekord des längsten Isolationismus in der Weltgeschichte!

Das goldene Zeitalter der Edo Epoche fand während der Genroku Ära (1688-1704) statt. Zu dieser Zeit genoss das Land wirtschaftliche Stabilität und gaben Raum für Kunst, Literatur, Architektur.

So entstand in Japan eine Populärkultur.

Der Kabuki-Stil, der bereits seit dem 17. Jahrhundert existiert und bis dahin hauptsächlich von Frauen praktiziert wurde, entwickelte sich im japanischen Theater.

Er wird charakterisiert durch spektakuläres Schauspiel, helles Make-up und üppigen Dekorationen. Das Geschlecht der Kabuki ist heute Teil des immateriellen UNESCO Weltkulturerbes!

Nach einem weiteren Bürgerkrieg, endete die Edo Epoche 1868 mit der Meiji Restauration. Mit ihr die Amtsmacht des Shoguns zurück auf den Kaiser übertragen.

Die Meiji-Ära des Japanischen Reiches

Die japanische Kaiserzeit begann 1868 mit der Meiji-Ära, einer politischen Wiederherstellung, die zur Öffnung Japans und zum Beginn einer vollständigen Modernisierung des Landes führte.

Meiji bedeutet wörtlich „aufgeklärte Regierung“. So entwickelte sich das feudale System zu einem Industriesystem westlichen Stils.

Japans Geschichte hat zahlreiche Konflikte gehabt. Japans Geschichte ist von vielen Kriegen geprägt. | Quelle: pixabay

Die tiefgreifenden Veränderungen brachte verschiedene soziale, politische und kulturelle Herausforderungen mit sich.

Darunter große industrielle, wirtschaftliche und kommerzielle Fortschritte sowie Neuerungen im Bereich der Landwirtschaft.

Tokyo wurde 1868 offiziell die Hauptstadt Japans, der Yen wurde 1871 eingeführt.

Im selben Jahr wurde Bildung obligatorisch und fester Teil der Meiji-Konstitution, die 1889 verabschiedet wurde.

Insgesamt wurden von der kaiserlichen Regierung neue Richtlinien aufgestellt, um Entwicklung der japanischen Gesellschaft voranzutragen.

Diese Maßnahmen werden als Gokajō no Goseimon, dt. „Fünf-Artikel-Eid„, bezeichnet:

  • Entscheidungen bedürfen die Einbindung der Meinung des Volks und werden in öffentlichen Diskussionen eingeholt
  • Regierungsangelegenheiten werden von Politikern im Konsens geregelt
  • Die Regierung drängt jeden Japaner dazu, „seine Berufung zu erfüllen“
  • Rückschrittliche oder fortschrittshemmende Bräuche werden aufgehoben
  • Die weltweite Suche nach „Wissen“ zur Bereicherung der japanischen Zivilisation wird gefördert

Diese Wissenserweiterung ist charakteristisch für Japan:

„Was die Welt verändert, ist Wissen. Nichts anderes, nichts kann die Welt verändern“ – Yukio Mishima

Die Offenheit gegenüber der Welt impliziert allerdings oftmals auch Konflikte mit dem Nachbarn. So ereignete sich der erste Chinesisch-Japanische Krieg von 1894 bis 1895.

Japan verfolgte zu jenem Zeitpunkt eine Expansionspolitik, nicht nur in Richtung China. Im Jahr 1895 wurde Taiwan annektiert.

Aus denselben Motiven heraus brach ein Krieg mit Russland aus, der von 1904 bis 1905 andauerte.
Im Jahr 1910 wurde schließlich auch Korea an Japan annektiert.

Der Meiji-Ära folgten die Taishō (1912-1926) und Shōwa Ären (1926-1989).

Während des ersten Zeitalters geriet das japanische Volk mit vielen Todesfällen in Berührung, die auf den Zweiten Weltkrieg, Hiroshima und Nagasaki zurückzuführen waren.

Bedauernswerte Folgen einer sturen Expansionspolitik…

1946 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die zur Gründung des heutigen Staats Japan führte.

Die aktuelle Heisei Ära

Seit 1945 zählen wir die kontemporäre Gendai Epoche Japans.

Ziel der heutigen japanischen Regierung sind nun weniger internationale Absichten sondern die Entwicklung im Landesinneren.

Bereits 1945 hatten japanische Frauen das Wahlrecht, was die erste von mehreren darauffolgenden fortschrittlichen Maßnahmen des Landes war!

Im Jahr 1956 trat Japan den Vereinten Nationen bei. Knapp zehn Jahre bevor 1964 zum ersten Mal die Olympischen Spiele in Tokyo und zeitgleich in ganz Asien stattfanden.

Wieder zehn Jahre später, 1974, wurde der japanische Premierminister Eisaku Satō mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Das Japan der Heisei Ära seit 1989 hat sich seit der Thronherrschaft des Kaisers Akihito vollständig gewandelt.

So wie wir es heute kennen, befindet es sich in einer futuristischen Ära.

Japan ist in seiner Geschichte sehr vorangeschritten. Heute ist Japan eine Balance zwischen Zukunft und Tradition. | Quelle: Manuel Cosentino via unsplash

Die Automobilindustrie, Manga Bücher und fortschrittliche Technologien: Diese Elemente verleihen dem Land eine einzigartige Kultur und einen Entwicklungsvorsprung gegenüber dem Rest der Welt.

Die Zukunftsorientierung hindert Japaner keineswegs nicht daran, an traditioneller Kultur festzuhalten und diese anlässlich des Tourismus oder Festivitäten zu zelebrieren.

Die japanische Geschichte beweist, dass ihr Volk sich bewusst Zeit für eine Entwicklung zur Moderne genommen hat, die sie heute besonders herausstechen lässt.

Diese Weisheit spricht somit für sich:

„Wenn du langsam gehst, gehst du länger und gehst deshalb weiter“ – Jiro Taniguchi

Auch wenn die Geschichte zunächst komplex wirkt, ist es ein wahrer Geheimtipp, sich mit ihr auseinander zu setzen, um die heutige Gesellschaft Japans besser zu verstehen.

Taucht mit Superprof in die Geschichte des Fernen Ostens und in die japanische Kultur ein!

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