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Der Pfad der japanischen Mythologie

Von Funzi Olga, veröffentlicht am 14/03/2019 Blog > Sprachen > Japanisch > Entdecke die Grundlagen der japanischen Mythologie

Ist von Mythologie die Sprache, denken wir meist zuerst an die die griechische oder jene der Römer.

Jedoch wird auch die heutige japanische Gesellschaft von Mythen und Legenden der traditionellen Religion, dem Shintōismus bzw. Shintō, geprägt.

Während der Buddhismus und das Christentum erst allmählich ihren Weg auf den japanischen Archipel fanden, existieren die Traditionen der Shintō Ahnen schon seit langer Zeit.

Sie werden über das ganze Jahr hinweg praktiziert.

Der Glaube an mehrere Götter erlosch und ließ symbolhafte, fantastische Geschichten des alten Japans hinter sich.

Zwischen legendären Samurai, furchteinflößenden Bestien und Prinzessinnen, die gerettet werden müssen ist das Repertoire der  japanischen Mythologie reich an faszinierenden Erzählungen!

Gewährt euch einen Einblick in die japanischen Überlieferungen und Praktiken der Mythologie.
Das Wissen darüber wird euch sicher auf einer Reise nach Japan oder für Kulturkenntnisse nützlich sein.

Shintō: Das Fundament japanischer Göttlichkeit

Die Religionsgeschichte des Shintōismus

Die weit zurückliegenden Ursprünge der Shintō Religion sind sehr vage. Man geht jedoch davon aus, dass sie parallel zur Geschichte Japans existiert.

Es wird geschätzt, dass sie in dem langandauernden Jōmon Zeitalters von ca. 15 000 oder 10 000 v. Chr. bis 300 v. Chr. ihren Ursprung fand.

Die großen Zeitalter der japanischen Geschichte. 

Es habe wohl mehrere Stämme gegeben. Jeder von ihnen hatte seinen eigenes Pantheon und eigene Legenden.

Es ist möglich, dass die Urvorfahren der späteren kaiserlichen Familie, ihre Glaubensgrundlagen zur einzigen offiziellen Religion machten und dem gesamten Volk auferlegten.

Der Shintōismus hat heute Einflüsse aus dem Buddhismus. Durch neue Einflüsse aus China ergänzten sich der Buddhismus und Shintō. | Quelle: JordyMeow via pixabay

Mit den Einflüssen des Buddhismus aus China im 6. Jahrhundert gaben die Japaner ihrer Religion zu Unterscheidungszwecken den Namen Shintō.

Bald vermischten und ergänzten sich die Religionen, woraus das Shintō Kami entsprang.

In Übereinstimmung mit der buddhistischen Lehre, verhalf diese übernatürliche Kraft zur existentiellen Erfüllung.

Zu Beginn der Meiji-Zeit wurde Shintō 1868 zur Staatsreligion. Sie hieß zu jenem Zeitpunkt Kokka Shinto, übersetzt „Shintō Staat“ genannt.

Die Bezeichnung rührt aus dem Umstand, dass der Kaiser aufgrund seiner Herkunft der direkte Nachkomme der Göttin Amaterasu war, von der er die kaiserliche Autorität erhielt.

Schließlich, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden in Japan viele Religionen eingeführt und entfaltet. Nichtsdestotrotz existiert noch heute die Shintō Lehre im modernen Japan.

Wichtige Persönlichkeiten der japanischen Geschichte. 

Die Kernprinzipien der Shintō Lehre

Shintō umfasst eine Reihe von Überzeugungen und Ritualen, zur Anbetung der Kami, den Göttern nach dem Shintōismus.

Sinngemäß lässt sich der Begriff mit dem „Pfad des Kami“ übersetzen.

Shintō ist eine polytheistische Religion, die traditionell noch immer in der japanischen Gesellschaft bei Ritualen und Festlichkeiten praktiziert wird.

Heute gibt es demnach noch mehr als hundert Millionen praktizierende Shintōisten in Japan.

Wie auch in vielen anderen spirituellen Doktrinen, werden Götter nach der japanischen Mythologie durch natürliche Elemente wie Feuer, Wasser, Blitz, Wind, Sonne, Mond etc. dargestellt.

Zum Schutz der Einwohner und als Zeichen der Anbetung wurden damals Heiligtümer für Geister in jedem Dorf errichtet.

Es sei wichtig gewesen, diese zu respektieren, um ihrem Zorn nicht ausgesetzt zu sein.

„Wer an einem Gott festhält, ist seiner Rache nicht ausgesetzt“ – Japanisches Weisheit

So entstanden Kulte, Riten, Institutionen und Doktrinen, die das gesellschaftliche Leben im Land der aufgehenden Sonne bestimmten.

Die Quellen

Es gibt einige Nachschlagewerke, die einen Ansatz zum Nachvollziehen der großen japanischen Mythen liefern. Im Folgenden eine Auswahl.

NameBedeutungBeschreibung
KojikiSammlung alter GegenständeSemi-historischer Text, der das Zeitalter der Menschen nach den Kami erzählt. Es ist das älteste noch existente Buch, das in japanischer Sprache geschrieben wurde
Nihon Shoki der NihongiChroniken von JapanHistorische Darstellung Japans, Ursprüngen der Legende und Dokumentation der kaiserlichen Annalen
RikkokushiSechs nationale GeschichtenTextkorpus der japanischen Geschichte von mythischen Ursprüngen bis ins 9. Jahrhundert. Darunter Nihon Shoki und 5 weitere Sammlungen
FudokiHinweise zu Klima und BodenRegionale Monographien über die Geographie und lokalen Bräuche der jeweiligen japanischen Provinzen
EngishikiVerfahren der Engi-ZeitKompendium der Gesetze und Vorschriften. Enthält Regelungen über die Praktizierung Shintō-Religion
Kogo ShūiSammlung alter GeschichtenHistorischer Bericht des Inbe Clans. Beschreibt die japanischen Mythologie und Nationalgeschichte.

So viel zur guten Dokumentation dieses Themas!

Die Erschaffung der Welt nach Shintō

Ein Universum, das aus dem Nichts erschaffen wurde

Nach der japanischen Mythologie stand am Anfang ein großes Nichts. Ein Nichts, das sich weder durch Fülle noch Leere beschreiben ließ.

Die ungreifbare Materie sei die Grundlage allen Lebens und Dinge gewesen, die existieren sollten. Sie ist die Grundlage der japanischen Kosmogonie.

Der Shintoismus lehrt eine große Leere am Anfang der Existenz. Für viele ist ein großes Nichts am Anfang der Existenz ungreifbar. | Quelle: Liane Metzler via unsplash

Glaubt man dem Shintōismus, so stand im Zentrum der Leere Soul No Minaka Nushi, „der Gott der Augustmitte des Himmels“.

Als Repräsentant der Zeit, des Raumes und der Natur galt er als allmächtig!

Der erste Kami schöpfte zwei weitere Gottheiten: Taka Mi Musubi (Geburt) und Kami Musubi (Wachstum). Sie schufen das Leben inmitten jener Leere.

Aus ihnen entsprangen wiederum knapp zehn weitere Kami, die allesamt Himmel, Erde und Leben repräsentierten.

Aus dieser Generation stamme das wichtigste Paar des Shintōismus: Izanagi und Izanami.

Das erste göttliche Paar

Izanagi galt als schöpferischer Gott, Izanami hingegen sowohl als Schöpferin als auch als Göttin des Todes.

Der Legende nach übergaben ihnen die übergeordneten Kami eine Mission.

Sie erhielten den Amenonuhoko-Speer, mit dem sie die himmlische Brücke an der Grenze zwischen Himmel und Erde passieren konnten, um die Welt zu erschaffen.

Izanagi und Izanami nahmen sich der Mission an und verfolgten diesen Ablauf:

  • Sie tauchten den Speer ins Unbekannte und schufen das Salzwasser
  • Als sie den Speer hinauszogen, perlten Tropfen von der Klinge. Diese wurden zur ersten Insel Onogoro
  • Das Kami Paar ließ sich auf dieser Insel nieder
  • Sie schufen eine himmlische Säule, um Himmel von Erde zu unterscheiden
  • Sie erkannten sich als Mann und Frau und entdeckten, dass sie sich gemeinsam fortpflanzen konnten

Gemäß dem Shintōismus wurden viele Kami aus dieser Vereinigung geboren. Sie fand jedoch ein Ende, als Kagutsuchi, der Kami des Feuers, das Leib seiner Mutter bei der Geburt verbrannte.

Izanami ging nach Yomi, in die Welt der Toten. Ihr Mann versuchte unterdessen, sie wieder zum Leben zu erwecken. Jedoch schaffte er es nicht und befleckte sich mit dieser Tat.

Bei seiner Rückkehr auf die Erde, wusch er sein Gesicht um sich zu bereinigen. Durch den Kontakt des Wassers mit seinem Gesicht wurden den Erzählungen nach die wichtigsten Kami nach ihnen geboren.

Die zentralen Kami der japanischen Religion

Der Begriff Kami bedeutet „derjenige, der an der Spitze steht“ oder einfach ausgedrückt „göttlich“.

Daher wird hier der Begriff der Götter und Göttinnen, nach dem Bild griechischer und römischer Mythologien verwendet.

Im Shintōismus werden eine Unzahl von Kami verehrt. Einige von ihnen besetzen jedoch einen zentralen Platz in den Mythen und üben eine existentielle Funktion für Shintōisten aus.

Amaterasu

Amaterasu war ein weiblicher Kami, die bei Izanagis Kontakt mit Wasser aus dem linken Auge geboren worden sei. Sie wurde als die Göttin der Sonne betrachtet.

Übersetzt bedeutet ihr Name „Große himmelserleuchtende kaiserliche Kami“. Von ihrem Vater wurde sie zur Führung des Himmels verordnet. Sie wurde daher auch die „Hoheit der Weiten des Himmels“ genannt.

Amaterasu erhielt außerdem die Halskette Yasakani no magatama, die heute Teil des japanischen Reichsschatzes ist.

Die Shintōisten glauben an ihre zentrale Rolle, da sie den Menschen Licht bringe.

Erzählungen nach habe sie sich infolge einer Beleidigung durch ihren Bruder Susanoo mehrere Tage lang versteckt, sodass die Welt kein Licht mehr sah.

Es gelang anderen Kami sie aus ihrem Versteck zu locken und die Erde wurde wieder erhellt.

Tsuki-Yomi

Tsuki-Yomi, auch Tsukuyomi genannt, war der Kami, der bei dem Kontakt mit Wasser aus dem rechten Auge des Izanagi geboren wurde.

Er galt als der Gott des Mondes und der Nacht. Mit seiner Schwester Amaterasu lebte er Himmel, wo er von seinem Vater das Königreich der Nacht erhielt.

Susanoo

Susanoo oder Susano-wo war ein weiterer Kami, der beim Kontakt mit Wasser diesmal aus der Nase des Izanagi geboren wurde. Er galt als Gott der Stürme, wurde bezeichnet als der Starke und Leidenschaftliche.

Schon von Geburt an war er ein ausgewachsener Kami mit langen Bart. Von Natur aus mürrisch, zeigte er schnell sein launisches Temperament.

Sein Vater überließ ihm die Gewässer und das Land auf den Meeren, d.h. Insel, Kontinente, etc.

Kami haben den höchsten Stellenwert im Shintōismus. Im polytheistischen Shintōismus werden mehrere Kami angebetet. | Quelle: Amanda Flavell via unsplash

Er war enttäuscht darüber, nicht im Himmel zu sein und beneidete seine Geschwister.

Ein japanisches Sprichwort besagt:

„Der Vogel im Käfig wird von den Wolken träumen.“

Als stürmischer, viriler Krieger kommt Susanoo in vielen Erzählungen vor, in denen er gegen Kreaturen, Dämonen und Menschen kämpfte.

Es sollen seine Nachkommen gewesen sein, die die ersten Kaiser Japans zur Welt brachten.

Eine Unzahl von Göttern

Es ist unmöglich, alle Kami des Shintōismus aufzuzählen. Es sind fast 8 Millionen an der Zahl! Die Tabelle verschafft euch einen Überblick über die zentralen Götter der japanischen Religion:

NameRolle
HachimanKriegsgott und Beschützer des japanischen Volkes
OmoikaneGott der Intelligenz und Reflexion
InariReisgott und Gott der Fruchtbarkeit
Saruta-HikoKami der irdischen Kami und Wächter der Himmelsbrücke
KagutsuchiKami des Feuers
RyujinDrache und Gott der Meere
FujinGott des Windes
TenjinGott der Gelehrten
FutsunushiSchwergott
Kikuri-HimeSchutzgöttin
Ame-no-UzumeGöttin der Morgendämmerung und FeierlichkeitSchutzgöttin
Kushinada-HimeReisgöttin und Susanoos Frau
Toyotama-HimeMutter des ersten Kaisers Jimmu
Uke-MochiNahrungsgöttin
Amatsu-MikaboshiEin bzw. mehrere Kami des Bösen
Enma-ōHöllengott
RaijinGott des Blitzes und Donners

Die bösen Geister des Shintōismus

Der Oni

In der japanischen Mythologie gibt es nicht nur Götter und Helden. Wie in vielen anderen Religionen existieren auch böse Mächte, die die Menschen terrorisieren.

In der japanischen Religion werden sie Oni genannt. Sie sind Kreaturen in menschen-ähnlicher Erscheinung. Tatsächlich ähneln sie jedoch eher Trollen oder Ogern.

Sie werden meist gigantisch und optisch abscheulich dargestellt. Ein Oni kann mit „Dämon“ oder auch „Teufel“ übersetzt werden.

In Legenden sind Oni oft für Katastrophen oder Epidemien der Sterblichen verantwortlich. Zuerst hat man sie als unsichtbare, monströse Geister charakterisiert.

Mit dem Einfluss des Buddhismus nahmen sie allerdings zunehmend anthropomorphe Eigenschaften an. Sie ähneln damit mehr einem Rākshasa hinsichtlich ihres Körperbaus.

Zu den berühmtesten Oni gehören Ibaraki-Doji oder Shuten-Doji.

Onis werden in der populären Kultur häufig in Manga, Videospielen, sowie in der Literatur und Kunst dargestellt.

Sie können Sterbliche jedoch nicht angreifen, solange göttliche Tempel ihnen einen Schutzwall bieten. Kurz gesagt, sind sie die Bösewichte in der japanischen Mythologie!

Kennst du berühmte japanische Persönlichkeiten? Hier sind die Top 10.

Das Yōkai

Yōkai bedeutet wörtlich übersetzt „Geist“ oder „Erscheinung“. Die Bezeichnung wird von Shintōisten für fantastische Kreaturen anderer Mythologien oder schlichtweg bösen Geistern verwendet.

Technisch gesehen kann jeder Oni also auch als Yōkai betrachtet werden. Sie werden dennoch aufgrund ihrer Besonderheiten voneinander unterschieden.

Ein Synonym für Oni ist „Mononoke“, was so viel wie „Monster“ bedeutet.

Der Shintōismus unterscheidet zwischen Gutem und Bösem. Die Oni sind die bösen Geister im Shintōismus. | Quelle: orange31 via pixabay

Die Yōkai haben in der japanischen Mythologie sehr vielfältige Formen, insbesondere in der Tiermythologie. In der nachstehenden Liste sind einige aufgeführt.

  • Kappa, ein Meeresungeheuer. Es ist jeweils zu 1/3 Schildkröte, Ente und Mensch
  • Kitsune, ein Fuchsgeist
  • Tanuki, der Geist eines Waschbärenhundes
  • Bakemono, ein Katzengeist
  • Nekomata, ebenfalls ein Katzengeist
  • Tsuchigumo, der Geist einer Spinne,
  • Obariyon, ein kleiner Elf. Er tauche auf den Schultern von Sterblichen auf
  • Ippon-Datara, ein einbeiniger Zyklop
  • Kodama, ein Waldgeist
  • Chimi bzw. Sudama, ein Berggeist
  • Makami bzw. Okami, der Geist eines Wolfes
  • Inugami, der Geist eines Hundes
  • Onmoraki, ein Monster, das halb Vogel, halb Mensch ist.

Die Yōkai gelten als grundsätzlich bösartig und schelmisch. Ihre Aufgabe sei es, die Unannehmlichkeiten des menschlichen Lebens zu erklären.

Sie können jedoch gleichermaßen jenen, die ihnen begegnen, Glück bringen. Ihre Kräfte sind vielfältig, aber die Metamorphose ist eines ihrer typischen Merkmale. Shintōisten nennen sie daher auch Obake.

Die großen Shintō-Mythen

Das Verschwinden der Sonnengöttin

Kehren wir ein wenig zu den Urgöttern bzw. konkretet zu Izanagi zurück. Nach der Geburt von Susanoo, Amaterasu und Tsuki-Yomi teilte er die Welt in drei Königreiche, die seine Nachkommen teilen würden.

Der Himmel gehörte Amaterasu, die Nacht war für Tsuki-Yomi und das Meer sowie das Land auf ihr wurde von Susanoo verwaltet.

Shintō-Mythen sind prägend fürdie heutige japanische Gesellschaft. Die Shintō-Mythen wurden über Jahrtausende bis ins heutige Japan überliefert. | Quelle: Imansyah Muhamad Putera via unsplash

Susanoo war über sein Erbe enttäuscht, da auch er gerne im Himmel gelebt hätte. Er beschloss, sich ein letztes Mal von seiner Schwester Amaterasu zu verabschieden, bevor er den Himmel für immer verließ.

Der junge Kami war aber gewitzt. Es gelang es ihm, sich durch 3 Kinder, die er mit seiner Schwester zeugte mit dem Himmel zu verbinden.

Doch auch das war ihm nicht genug. Er kehrte in den Himmel ein, um Reissprossen seiner Schwester zu holen.

Sie weigerte sich ihm diese zu geben, woraufhin ihr der zornige Susanoo den blutbedeckten, toten Körper eines Fohlens inmitten des Palastes vor die Füße warf!

Die traumatisierte Amaterasu beschloss daraufhin, in eine Höhle zu flüchten. Somit verschwand jedoch auch die Sonne für geraume Zeit!

Die Kami trafen zusammen, um eine Lösung zu finden, nachdem sich Amaterasu mehrfach geweigert hatte zurückzukehren.

Es war schließlich Omoïkane No Kami, dem eine Idee kam. Mit Hilfe der Tanzgöttin Ame No Uzume gelang es ihnen, die neugierige Sonnengöttin mit einem spontanen Festivität aus dem Versteck zu locken.

Kurz darauf fiel die Strafe für Susanoo. Ihm wurde der Zugang zum Himmel auf Ewig verwehrt, wodurch die Säule in den Himmel für immer gebrochen war.

Auch sein Bart, seine Finger- und Fußnägel wurden abgeschnitten.

Susanoo’s Werdegang

Susanoo, der jetzt auf der Erde festsaß, begann die Welt zu bereisen und sein Königreich zu entdecken. Bald stieß er auf eine Familie irdischer Kamis. Er fand den  Vater in Tränen.

Eine gigantische Drachenschlange, Yamata No Orochi hatt seine  Töchter verschlungen. Nun war Kushinada-hime dran.

Susanoo beschloss die Schlange unschädlich zu machen. Als Preis dafür verlangte er um die Hand der jungen Kami.

Der Vater akzeptierte seine Forderung und der stürmische Kami machte sich auf die Reise. Susanoo stellte acht Fässer von acht mal destilliertem Sake vor die acht Köpfe von Yamata No Orochi.

Das Monster trank viel und schnell. In dieser Zeit nutze Susanoo die Gelegenheit, das Monster in Stücke zu reißen.

Aus dem toten Körper der Bestie barg er das legendäre Schwert Kusanagi, das heute als kaiserlicher Schatz Japans gilt.

„Einerseits ist er das gewalttätige Gegenstück zur Sonnengöttin Amaterasu, andererseits ist er der Held, der die riesige Schlange Yamata No Orochi besiegt und das Mädchen von den Reisfeldern rettet“ – Emilia Gadeleva

Susanoo, Kami des Sturms und der Leidenschaft überreichte seiner Schwester Amaterasu das Schwert, um sich mit ihr zu versöhnen.

Anschließend zog er mit seiner neuen Frau nach Izumo. Zum Bau eines Palastes fehlte es an Holz, sodass Susanoo Haare von seinem Körper riss und sie in den Boden pflanzte.

Aus ihnen wuchsen Zedern und Kampferbäume.

Als der Kami mit seiner Arbeit auf der Erde fertig war, verließ er sie, um sich zu seiner Mutter in Yomi zu begeben.

Vom Kamis zum Kaiser

Susanoo hinterließ Nachkommen auf der Erde, die weiterhin über sein Königreich wachten. Die Abenteuer, die sie erlebten, konnten unterschiedlicher nicht sein.

Die nachstehende Liste fasst die Abstammungslinie Susanoos zusammen.

NameVerwandschaftRolle
OkuninushiUr-Ur-Urenkel von SusanooVollender der Schöpfung der Welt. Gatte der Suseri Hime nach Bestehung von Susanoos Prüfungen. Regiert über die Yomi nach deren "Tod".
TakeminakataSohn von Okuninushi

Besiegte und verjagte einen Takemikazuchi Kämpfer,der ihm seiner Kräfte rauben wollte.
Ame No Oshi Ho Mi MiSohn von Susanoo. Wurde der Amaterasu während des ersten Austauschs anvertraut.Zeugte einen Erdbändiger.
NinighiSohn von Ame No Oshi Ho Mi MiMeister der Erde.
Hiko Ho Ho DemiSohn von NinighiJäger. Verliert den Haken seines Bruders und paart seine Revolte, Vorfahre der Kaiser.
Ho-deriSohn von NinighiFischer. Rebelliert gegen seinen Bruder. Verliert gegen die Wellen von der Meeresprinzessin
JimmuEnkel von Hiko Ho Ho DemiErster Kaiser von Japan

Es heißt, dass die Kaiser Japans beide Nachkommen von Susanoo und Amaterasu sei. So gilt der derzeitige Kaiser von Japan, Akihito, als Mitglied der Dynastie göttlicher Abstammung.

Die Japaner feiern ihre Kaiser. Am Nationalfeiertag Shōwa No Hi am 29. April wird der Kaiser Hirohito würdigt.

Zwischen Riten und Traditionen: das Bestehen der alten japanischen Überzeugungen

Wie bereits erwähnt, ist Shintō in der heutigen japanischen Tradition immer noch sehr präsent.

Die Prinzipien dieser Religion findet sich in japanischen Festen, zu besonderen Ereignissen und in der Familienmentalität wieder.

So basiert zum Beispiel die Ehe auf der Shintō Doktrin.

Sie beinhaltet ebenfalls spezifische Riten des Seijin Shiki, dem Übergang ins Erwachsenenalter und Setsubun, das Ritual zur Ankunft des Frühlings.

Auch das Hina Matsuri, ein Puppenfest, das kleinen Mädchen gewidmet ist, beeinflusst das Familienleben des heutigen Japans.

Die Rituale, die euch im folgenden vorgestellt werden, sind auch heute noch in der japanischen Kultur wiederzufinden und erinnern noch mehr an Shintō.

Tanabata

Tanabata, auch Fest der Sterne genannt, findet während der Natsu Matsuri Festlichkeiten statt. Bei diesen handelt es sich um Feierlichkeiten im Sommer, die normalerweise am 7. Juli oder 7. August stattfinden.

Tanabata würdigt das Treffen zweier Sterne: Orihime bzw. Vega und Hiko-Boshi, auch „Altaïr“.

Diese beiden Sterne treffen nur einmal im Jahr aufeinander und sind ansonsten durch die Milchstraße voneinander getrennt.

Es existieren lauter Erzählungen des Shintoismus. Tanabata ist die Geschichte eines Liebespaars in der japanischen Mythologie. | Quelle: EvgeniT via pixabay

Natsu Matsuri hat seinen Ursprung in China. Durch die Bräuche des Shintōismus werden die Feierlichkeiten in Japan jedoch verändert praktiziert.

Der Legende nach gehen die Ursprünge auf eine Liebesgeschichte zwischen einer Webergöttin und einem menschlichen Hirten zurück.

Die Göttin verliebte sich in den Sterblichen, kam auf die Erde und schenkte ihm zwei Kinder. Die Mutter der Göttin fand ihre Tochter aber und brachte sie zurück in den Himmel.

Daraufhin trennten die Götter Himmel und Erde durch eine unüberwindbare Barriere: Die Milchstraße.

Angesichts des Leids des Liebespaars und ihrer Kinder hätten die Götter Gnade gehabt und schenkten ihnen einen gemeinsamen Tag im Jahr, der heute als Tanabata gefeiert wird.

Zu dem Fest gehören folgende Traditionen:

  • Der Yukata-Port, ein leichter Kimono
  • Dekoration aus Bambusblättern
  • Wünsche auf kleinen Papierzetteln, den Tanzaku. Diese werden an Blättern befestigt, damit die Sterne von Orihime und Hiko-Bishi sie erfüllen, sobald sie aufeinander treffen
  • Das Verbrennen oder ertränken eines Baumes im Fluss um Mitternacht. Auf diese Weise sollen die Wünsche sich mit Sicherheit erfüllen

Eine Liebesgeschichte, die mit einem Fest unter dem Sternenhimmel zelebriert wird.

Hatsumōde

Während des japanischen Neujahrsfestes wird Hatsumōde gefeiert. Er symbolisiert den ersten Besuch des Jahres im Shintō oder buddhistischen Tempel.

Bei diesem Besuch, sind spezifische Richtlinien zu respektieren:

  • Das Ritual muss innerhalb der ersten drei Tage des Jahres durchgeführt werden
  • Es erfolgt eine einmalige Reinigung mit Weihrauch
  • Ein erstes Gebet wird gesprochen, i.d.R für die Gesundheit oder den Wohlstand der Familie
  • Der erste Sake des Jahres wird im Tempel oder zu Hause verkostet
  • Lose mit Weissagungen für das anlaufende Jahr werden gezogen, die Omikuji.

Hatsumōde zieht die überwiegende Mehrheit der japanischen Bevölkerung auch durch soziale Motive für einen Moment der Geselligkeit, des Austauschs und der Feierlichkeiten in die Tempel.

Die alltägliche Praxis des Shintōismus in Japan

 Shintō Schreine

Bei diesen Kultstätten hält es sich um Tempel der Shintō Religion. Sie werden auch „Jinja“ genannt.
Shintōisten verehren einen oder mehrere Kami mit Ritualen oder ebensolchen Bauten und Denkmälern.

Es gibt mehr als 80.000 Schreine in Japan. Ein weiterer Beleg für die zentrale Rolle, die Shintō auf dem Archipel einnimmt!

Am Eingang der religiösen Stätten befindet sich oft ein Torii. Der Begriff beschreibt einen roten Bogen, der den Übergang vom Vorhof zum heiligen Bereich bildet.

Dieser Bereich setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen: Dem Palast des rituellen Tanzes Kagura-Den, der Tempelverwaltung Shamusho, dem Haupttempel Honden und dem Opfergebäude Heiden.

In den Schreinen trefft ihr womöglich auf Kannushi oder Shinkokum, den Priestern, sowie auf ihre Assistenten, den Miko. Der Hohepriester wird Guji genannt.

Die Kami, die mit und in diesen Tempeln am häufigsten geehrt werden, sind Hachiman, Ebisu, Inari, Sakuya, Susanoo, Tenjin oder sogar der sterbliche Ieyasu Tokugawa.

Japanische Reinigungsrituale

Vor dem Betreten der heiligen Stätte ist es üblich, sich mit der Chōzuya im Eingangsbereich zu reinigen.
Sie bezeichnet die Schöpfkelle, zur Reinigung der Hände und des Mundes vor dem Betreten des Schreins.

Rituale haben im Shintoismus einen hohen Stellenwert. Vor dem Betreten der Schreine müssen sich Besucher reinwaschen. | Quelle: Akane Zen via pexels.com

Dieses Ritual heißt Harae und ermöglicht es dem Besucher, sich von seinen Schandtaten rein zu waschen, bevor er sich vor den Göttern präsentiert.

Die aufwendigste Art der Reinigungsrituale heißt Misogi. Die Verunreinigungen, im japanischen „Kegare“ , werden hier durch ein Bad unter einem Wasserfall oder in einem Bach beseitigt.

Es heißt, je mehr Menschen rituellen Gesten nachgehen, desto mehr binden sie sich an Kami und entdecken ihre schlummernden Potenziale.

Ema und Nōsatsu als traditionelle Praktiken der Shintōisten

Im Shamusho kann jeder eine Gebetsanfrage stellen. Sie erfolgt auf einer Holz- oder Papierplakette auf japanisch „Ema“ bzw. „Nōsatsu“.

Die Tafeln enthalten Gelübde und Gebete für die Kami. Sie hängen am Eingang des Heiligtums, auf einem Portikus.

Typischerweise repräsentieren die Ema Pferde, denn Ema bedeutet wörtlich „Bild eines Pferdes“, symbolisch für das Tieropfer an die Kami!

Im Schrein kann man ebenfalls Omikuji erwerben. Es sind kleine Papierzettel mit Weissagungen. Die Worte werden als Vorhersagungen der Götter für die Zukunft des Einzelnen betrachtet.

Die Frömmigkeit im Shintōismus

Shintō deckt 4 Kernsaspekte:

  • Tradition und Familie
  • Liebe zur Natur
  • Körperliche und geistige Reinheit
  • Matsuri: Die Gesamtheit traditioneller japanischer Feste zu Ehren der Kami

Die Werte der japanischen Religion sind im Grunde jene, die aus der Mythologie hervorgehen: Aufrichtigkeit, Tugend und Wissen über die Geschichte der Kami.

Das Nō Theater: Illustration japanischer Legenden

Das traditionelle japanische Theater von Nō ist ein dramaturgischer Stil, bei dem der Bezug zur Geschichte und Mythologie Japans im Vordergrund steht.

Typisch für diesen Stil sind ausgeschmückte Kulissen und prunkvolle Kostüme.

Bei den meisten Stücken handelt es sich um lyrische Dramen. Durch den Fokus auf die Mythologie, erinnert sie in gewisser Weise an die Erzählungen aus dem alten Griechenland.

Eine tanzende Geisha gehört zur japanischen Tradition. Tanzrituale, die Geisha und Theater sind feste Standbeine der japanischen Tradition. | Quelle: patrik671 via pixabay

Die Ursprünge von Nō

Die Ursprünge des Theaters in Japan liegen in Tanzritualen zu Ehren der Kami. Einer dieser spirituellen, theatralischen Tänze ist Kagura.

Durch die Popularisierung verlor Kagura seine rein religiöse Symbolik und gewann umso mehr an Ästhetik.

Zum Beispiel wurden die Tänze im 8. Jahrhundert statt den Kami dem Kaiser dargeboten und galten hauptsächlich als Unterhaltung der Menschen.

Ab 1250 herum wurden diese „Show-Events“ als Dengaku Nō bezeichnet. Es entwickelte sich parallel eine komödiantische Variante mit Sprecheinlagen, die da Sarugaku Nō genannt wurde.

Seit dem 13. Jahrhundert ist Nō somit Teil traditioneller, japanischer Feierlichkeiten, wie wir sie heute kennen!

Spielarten der Dramaturgie

Ähnlich wie in westlichen Theatern ist Nō in mehrere Genres unterteilt.

Die beiden Hauptstile der japanischen Dramaturgie heißen Mugen Nō und Genzai Nō.

Mugen Nō basiert auf Legenden, Mythen und der Darstellung fantastischer Figuren, Genazi Nō hingegen auf realistischen Aspekten aus dem menschlichen Alltag.

Während der Aufführungstage eines Nō Theaterstücks, werden 6 Kategorien präsentiert:

  1. Okina bzw. Kamiuta: „Der Tanz des alten Mannes“ – Ein religiöses Stück
  2. Kami Mono – Das Theaterstück über Kami
  3. Shura Mono – Ein Nō über Krieger
  4. Kazura Mono – Eine Aufführung über Frauen
  5. Die Zatsu Mono – Ein Stück diverser Themen
  6. Oni Mono – Ein Nō der Dämonen.

Die aufgezählten Spielkategorien gehören alle zu den Mugen Nō mit Ausnahme des diversen Stücks, das zum Genzai Nō zählt.

Zwischen Göttern, heroischen Kriegern, mythischen Prinzessinnen und Dämonen ist die japanische Mythologie in der Nō Dramaturgie stark vertreten!

Die wichtigsten Rollentypen im Nō

Eine Nō Theatergruppe besteht zwangsläufig aus mehreren, verschiedenen Rollen. Eine Gruppe umfasst in der Regel 25 Schauspielkünstler, deren wichtigste Rollen folgende sind:

  • Shite – Die Hauptfiguren des Stückes. Sie verkörpern Schauspieler und Tänzer
  • Waki – Das „störende“ Element im Szenario. Es ist das Medium zwischen dem Shite und dem Publikum
  • Tsure – Alle sekundären Charaktere. Sie begleiten die primären Rollen mit Gesang
  • Kōken – Der Lieferant für Requisiten und Ersatz der Shite im Zweifelsfall
  • Kyōgen-Shi – Der Komiker des Stücks
  • Das Ji – Der Chor
  • Tomos – Der Diener oder Gefährte

Die Kunst des Schauspielens wurde unter den künstlerischen Akteuren von Vater zu Sohn unter dem Schutz der Daimyōs und des Shoguns weitergegeben!

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