"Die Art, wie das Lernen in seiner untersten Stufe betrieben wird und wie das Kind sich gewöhnt, es zu betrachten, ist für das Leben häufig entscheidend." - Theodor Waitz

Nach der Hausaufgaben zu machen wird sowohl von Schülern als auch deren Eltern als lästige Pflicht wahrgenommen. Einige Schülern haben das Gefühl, zu viel Hausaufgaben nach der Schule erledigen zu müssen.

Also, was ist zu tun, wenn Ihr findet, dass Eure Lehrer zu viele und zu komplexe Hausaufgaben geben?

Hier unsere Tipps, um mit den Hausaufgaben und dem Unterricht über das ganze Schuljahr hinweg besser umgehen zu können.

Ab wann hat man zu viel Hausaufgaben?

Wenn Euer Kind das Gefühl hat, zu viel Hausaufgaben erledigen zu müssen, solltet Ihr das zwar nicht ohne Nachfrage annehmen, aber Eurem Kind trotzdem vertrauen. Als Jugendliche könnt Ihr selber einschätzen, ob Ihr zu viel Zeit für Eure Hausaufgaben aufwendet (dabei aber natürlich ehrlich mit sich selbst bleiben!).

Hausaufgabenhilfe kann sehr wichtig sein.
Je nach Stufe dauern Hausaufgaben länger oder kürzer! | Quelle: unsplash

Die Frage hängt auch vom Alter des Schülers und seinen schulischen Leistungen ab:

  • In der Grundschule:
    • Meistens keine Hausaufgaben in der ersten Klasse
    • Bis zu 30 Minuten pro Tag in der zweiten Klasse
    • Bis zu einer Stunde pro Tag in der dritten und vierten Klasse
  • In der weiterführenden Schule (Unter- und Mittelstufe):
    • Bis zu 90 Minuten in der fünften und sechsten Klasse
    • Bis zu 120 Minuten in der siebten, achten und neunten Klasse
  • Oberstufe und Abitur:
    • Bis zu 120 Minuten in der 10. Klasse
    • Keine richtige Begrenzung in der 11. und 12. (12. & 13. bei G9) Klasse, aber zwei bis drei Stunden als Richtwert

Wer mehr Zeit für seine Hausaufgaben braucht, als nach diesen Zahlen empfohlen wird, der macht wahrscheinlich zu viel. Aber aufgepasst, bevor Ihr auf die Barrikaden geht, solltet Ihr Euch ein paar Fragen stellen und die Situation mithilfe ein unserer Tipps neu bewerten. Meistens spielen nämlich einige Faktoren eine Rolle, genauso wie mehrere Lösungen möglich sind.

So weit wie möglich vorausplanen

Wenn eine Unterrichtseinheit zu einem bestimmten Thema beendet ist, wartet nicht darauf, dass der Lehrer oder die Lehrerin einen Test ankündigt. Antizipiert ihn lieber und lernt dafür:

  • Euer Kind hat einen Aufsatz geschrieben. Fangt an, ihn zu korrigieren, selbst, wenn der Lehrer es noch nicht verlangt hat.
  • Ihr habt ein Kapitel Geschichte, Biologie oder Physik hinter euch. Strukturiert Eure Unterlagen und geht den Stoff durch, auch wenn Ihr keinen Aufsatz zum Thema schreiben müsst.
Auch Eltern können Hausaufgabenbetreuung leisten.
Für Kinder ist es sehr wichtig, wenn die Eltern ihnen Hausaufgabenhilfe leisten. | Quelle: unsplash

Ihr könnt auch schon damit anfangen, bevor die Einheit beendet ist. Schaut Euch die Inhalte immer abends vor dem Schlafen an, um alles besser zu verinnerlichen. Wenn es dann darum geht, eine Hausaufgabe zu erledigen, müsst Ihr nur noch das wiederholen, was Ihr eh schon gelernt habt. Hilfreich sind außerdem Lernzettel, die Ihr zu jeder Zeit im Schuljahr wieder zur Hilfe ziehen könnt.

Arbeitet am Wochenende vor

Lehrer halten sich meistens zurück mit Hausaufgaben für den nächsten Tag. Meistens haben die Schüler mindestens ein paar Tage, wenn nicht sogar eine Woche, um eine bestimmte Aufgabe zu bearbeiten, Vokabeln zu lernen oder einen Aufsatz zu schreiben.

Anstatt aber bis zum letzten Moment zu warten und die Hausaufgaben kurz vor knapp erledigen zu müssen, solltet Ihr das Wochenende nutzen, um mit Euren Aufgaben für die nächste Woche voranzukommen.

Das fördert die Gelassenheit und verhindert, dass Ihr Euch von den Hausaufgaben überlastet fühlt, da Ihr so an den Abenden nach der Schule nur noch das am gleichen Tag Gelernte wiederholen müsst.

Ihr solltet aber nicht das ganze Wochenende der Schularbeit aufopfern. Ich persönlich habe zu meiner Schulzeit am Gymnasium immer versucht, meine Hausaufgaben Freitags nach der Schule zu erledigen. Dann hatte ich am Wochenende einen freien Kopf! Klar, diese Herangehensweise ist nicht immer möglich, vor allem, wenn Ihr in der nächsten Woche wichtige Klausuren habt und dafür mehr lernen müsst.

Zu viel Hausaufgaben? Vielleicht ist Hausaufgabenhilfe nötig?

Wenn das Kind das Gefühl hat, zu viele Hausaufgaben zu haben, dann benötigt es vielleicht einfach zu lange für einzelne Aufgaben. Und wenn das Erledigen der Hausaufgaben zu lange dauert, dann besitzt das Kind vielleicht nicht die nötigen Grundlagen dafür.

Jedes Kind ist anders, manche brauchen zu bestimmten Zeitpunkten ihrer Entwicklung Hausaufgabenhilfe, um voranzukommen. Wenn die Grundlagen für Mathematik in der sechsten Klasse nicht sitzen, dann kann das Kind später einmal Probleme im Fach bekommen und schlechte Noten riskieren.

Manche Kinder brauchen Hausaufgabenbetreuung.
Hausaufgabenbetreuung kann eine enorme Hilfe für Euer Kind sein! | Quelle: unsplash

Während der Schulferien oder stressfreien Phasen im Schuljahr könnt Ihr eine Hausaufgabenbetreuung oder Privatnachhilfe kontaktieren, um sicherzustellen, dass Euer Kind die bestmögliche Unterstützung bei seinem schulischen Fortschritt bekommt und Herausforderungen meistern kann.

Mit dem Lehrer über das Thema sprechen

Wenn Ihr mit Eurem Kind zu viel Zeit dafür aufbracht, die Hausaufgaben zu erledigen, müsst Ihr irgendwann Stopp sagen können. Hausaufgaben sind sehr wichtig für Schüler, aber sie sollten kein Auslöser von Frust, Streit und mangelndem Selbstbewusstsein werden.

Wenn Ihr beispielsweise eine halbe Stunde dafür braucht, Vokabeln für ein Diktat zu lernen und Eurer Kind beim Abfragen immer noch Probleme hat, macht mit etwas anderem weiter.

Gerne könnt Ihr auch den Lehrer kontaktieren oder eine Notiz schreiben, in der Ihr erklärt, wie viel Zeit Ihr gearbeitet habt, dass es nicht so viel gebracht hat und, dass Ihr Euch nicht mehr sicher seid, was das Problem beheben könnte. Das hat mehr Gewicht als wenn allein der Schüler dem Lehrer erklären muss, dass er die Aufgaben nicht geschafft hat.

Zögert außerdem nicht, eine Hausaufgabenbetreuung um Hilfe zu bitten. Manchmal reicht es, den Betreuer auszutauschen (so dass es vor allem nicht mehr ein Elternteil ist), damit die Kinder mehr Erfolg bei den Hausaufgaben haben.

Wenn Euer Kind aufgrund von einer Lernstörung (zum Beispiel Dyslexie) Probleme in der Schule hat, solltet Ihr auf jeden Fall mit seinem Lehrer darüber reden. Ein Tag in der Schule ist für das Kind nämlich noch viel anstrengender als für Kinder ohne Lernprobleme. Es sollte daher weniger Zeit für die Hausaufgaben aufwenden. Wenn der Lehrer Bescheid weiß, kann man passende Hausaufgabenhilfe bereitstellen.

Zu viel Hausaufgaben: Liegt das Problem vielleicht an der Arbeitsmethode?

Wenn Grundschüler, Gymnasiasten, Realschüler oder Hauptschüler das Gefühl haben, zu viel Hausaufgaben machen zu müssen, kann das auch daran liegen, dass sie keine oder keine gute Arbeitsmethode haben.

Wenn das Kind beispielsweise die Vokabeln für ein Diktat zehnmal abgeschrieben hat und sie immer noch nicht kann, wenn es abgefragt wird, dann funktioniert diese Strategie vielleicht einfach nicht.

Es könnte helfen, die Lernmethoden zu variieren:

  • Laut vorlesen
  • Mit Textmarkern arbeiten schwierige Inhalte hervorheben, unterstreichen oder umkreisen, Merksprüche oder mentale Brücken benutzen. Wichtig ist, dass all das mit dem Schüler geschieht, damit er diese Methoden versteht und auch selber bevorzugt.
  • Mehrmals die Woche bestimmte Inhalte wiederholen

Hier sind noch ein paar hilfreiche Lerntipps:

Diese Tipps lassen sich wirklich auf jedes Thema übertragen. Wenn der Schüler sie in seine Arbeitsweise einbauen kann, helfen sie in jeder Stufe immens, Einheiten besser und effektiver zu lernen.

Regelmäßig arbeiten

Im Video wird es bereits angesprochen, aber noch einmal: Wie bei Profisportlern kommt echter Fortschritt in der Schule nur durch regelmäßige Arbeit. Es ist um einiges effizienter, jeden Tag ein wenig zu arbeiten, als einmal pro Woche viel zu machen. Zu Hause arbeiten umfasst nicht nur schriftliche Hausaufgaben.

Kinder sollten regelmäßig Hausaufgaben machen.
Wer regelmäßig arbeitet, kommt schneller voran! | Quelle: unsplash

Vielmehr beginnt es bereits damit, Einheiten regelmäßig nach der Schule zu wiederholen, ohne sich dabei irgendwelchen Ablenkungen hinzugeben. Wenn Ihr nämlich versucht, den Unterrichtsstoff zu lernen, während Ihr am Smartphone seid, werdet Ihr ziemlich lange brauchen.

Ihr müsst aber nicht direkt nach der Schule wieder an die Arbeit. Viele können sich nach einer kleinen Pause besser motivieren. Gönnt Euch also eine Stunde Pause zum Essen oder zum Abschalten und setzt Euch erst dann wieder an die Arbeit. Der Unterschied in der Konzentration macht sich bemerkbar! Wenn Kinder zwischendurch spielen möchten, brauchen Jugendliche auch wohlverdiente Pausen nach einem langen Tag in der Schule.

Mit diesen Tipps solltet Ihr Eurem Kind besser mit den Hausaufgaben und dem Lernerfolg helfen können!

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus