Es wird geschätzt, dass für Schüler in der Mittelstufe am Gymnasium etwa vier Stunden pro Woche betreute Hausaufgabenhilfe ausreichen, um Effekte sozialer Ungleichheit auszugleichen. 

In der Praxis ist es nämlich schwer, allen Schülern die gleiche Betreuung bei Hausaufgaben zu gewähren. Von Grundschule bis Abitur oder mittlerer Reife steigt der Arbeitsaufwand dabei stetig. Nach einer PISA Studie verbessern sich Schüler aber auch, je mehr sie nach der Schule arbeiten.

In Deutschland beträgt die durchschnittliche für Hausaufgaben aufgewandte Zeit pro Woche etwas weniger als fünf Stunden, was dem Durchschnitt der restlichen OECD-Länder entspricht. Chinesische Kinder verbringen im Vergleich bis zu 14 Stunden pro Woche mit Hausaufgaben!

Also, welche Dauer wird empfohlen, um Schüler nicht zu überfordern und sie gleichzeitig zu fördern?

Hausaufgaben in der Grundschule

In Ländern wie Frankreich ist es gesetzlich gesehen nicht erlaubt, Grundschülern Hausaufgaben zu geben, wobei die Realität natürlich anders aussieht. In Deutschland existieren solche Vorschriften nicht, Lehrer können nach Belieben schriftliche Aufgaben, Gedichte zum Auswendiglernen oder Texte zum Lesen aufgeben. Nichtsdestotrotz soll auch hier ein gewisses Maß gewahrt werden!

Auch Grundschüler brauchen Hausaufgabenhilfe.
Für Grundschulkinder sollten die Hausaufgaben nicht zu lange dauern! | Quelle: unsplash

In den meisten Bundesländern sind 27 oder 28 Stunden pro Woche Unterrichtszeit vorgesehen, bei etwa fünf- bis sechsstündigen Unterrichtstagen. Der typische Tag beginnt um 08:00 Uhr und endet zwischen 13:00 und 15:00.

Zwischen erster und vierter Klasse ändert sich bei diesen, von Schule zu Schule unterschiedlichen, Zeiten nicht vielen.

Zu Hause angekommen variiert die durchschnittliche Dauer der Hausaufgaben aber je nach Alter.

Erste und zweite Klasse

Die ersten beiden Klassen sind für die Grundlagen in Lesen, Schreiben und Rechnen da. Schüler sind nach dem Unterricht bereits ausgelastet, brauchen mehr Ruhe und haben weniger Konzentrationskapazitäten. 

Wir empfehlen, den Kindern nach der Schule und einem kleinen Snack eine Pause zu gönnen (zum Beispiel anderthalb Stunden Spielen) und dann erst wieder auf Hausaufgaben zu sprechen zu kommen.

In der ersten Klasse werden grundsätzlich eher keine Hausaufgaben gegeben, in der zweiten Klasse sind mit bis zu 30 Minuten zu rechnen, etwa Lesen, Schreiben oder Auswendiglernen. Bei so jungen Kindern ist es natürlich essentiell, dass die Eltern ihre Kinder mit den Hausaufgaben  zu unterstützen. 

Wenn Eltern bemerken, dass ihr Kind Schwierigkeiten in der Schule hat, unmotiviert oder müde ist, sollte man in einem entspannten Kontext nachfragen, etwa beim Baden, Abendessen oder während einer Autofahrt. Das kann bei Gedichten und Addition schnell vorkommen, man sollte also auf der Hut bleiben.

Hausaufgaben sollten vom Schüler nicht als lästige Pflicht wahrgenommen werden, sondern eher als herausforderndes Spiel. Um die Motivation aufrecht zu halten ist die ständige Hausaufgabenbetreuung auch so wichtig.

Dritte und vierte Klasse

Auch in dieser Altersklasse sollten die Hausaufgaben nicht den ganzen Tag eines Schülers definieren. Ähnlich wie in der ersten und zweiten Klasse ist es sinnvoll, das Kind nach der Schule und dem Mittagessen erst einmal etwas Freizeit (vielleicht eine Stunde) zu gewähren.

Schüler der dritten und vierten Klasse brauchen meistens bis zu einer Stunde am Tag für ihre Hausaufgaben.

Die ideale Dauer der Hausaufgaben variiert von Klasse zu Klasse.
Auch in der vierten Klasse sollten Hausaufgaben zeitlich begrenzt sein, eine Stunde ist dabei im Rahmen. | Quelle: unsplash

Auch wenn die Anwesenheit der Eltern noch immer erforderlich ist, sollten Schüler in diesem Alter langsam lernen, selbstbewusst und Schritt für Schritt eigenständig zu arbeiten, um bald alleine die Hausaufgaben zu erledigen. Wenn das Kind Hilfe bei einem Diktat oder einer Rechenübung braucht, sollten die Eltern natürlich trotzdem immer zur Unterstützung dabei sein.

Egal in welcher Grundschulklasse sich das Kind befindet, die Hausaufgaben sollten bestenfalls nie am Wochenende gemacht werden. Das ist natürlich nicht immer möglich und hängt auch vom Lehrer und dem Berufsalltag der Eltern ab. Im Zweifelsfall sollte man eine gewisse Zeit für Samstagmorgen oder Sonntagabend für die Hausaufgaben beiseite legen.

Wieviel Zeit braucht man an der weiterführenden Schule für Hausaufgaben?

Für Schüler der Unter- und Mittelstufe sind Hausaufgaben extrem wichtig. Die fünfte Klasse bringt für ein elfjähriges Kind schließlich eine Menge Veränderungen und einen Bruch mit dem gewohnten Umfeld mit sich. Es wird sich an die neue schulische Umgebung anpassen und die höhere Zahl an Lehrern anpassen müssen.

In der Unter- und Mittelstufe unterscheidet sich die Unterrichtszeit pro Woche je nach Bundesland stark, in Bayern liegt sie zum Beispiel bei 30 Stunden, aufgeteilt auf Fächer: Deutsch, Mathe, Fremdsprachen, Natur und Technik, Geographie, Sozialkunde…

Ein typischer Tag fängt auch hier um 08:00 Uhr an und endet zwischen 13:00 und 17:00 Uhr, inklusive Mittagspausen. 

Dabei handelt es sich nur um den Pflichtunterricht. Wenn der Schüler freiwillige Intensivierungsstunden belegt, ist der Schultag natürlich etwas voller.

Fünfte und sechste Klasse

In der fünften Klasse dauert ein Tag etwa sechs Stunden, danach ist eine Pause von anderthalb Stunden sinnvoll.

Die für Hausaufgaben aufgewendete Zeit sollte nicht mehr als 90 Minuten pro Tag sein. Kinder können auch zwischendurch eigenständig arbeiten, wenn sie zwischen zwei Unterrichtsstunden frei haben.

Auch in der weiterführenden Schule gibt es eine empfohlene Höchstdauer für Hausaufgaben.
In der weiterführenden Schüle ändern sich die Anforderungen an die Schüler! | Quelle: unsplash

Ähnlich sieht es in der sechsten Klasse aus. Die Hausaufgaben sollten auch hier etwa 90 Minuten dauern und können eigenständig bearbeitet werden. Im Vergleich zur fünften Klasse belegen die Schüler nun meistens eine zweite Fremdsprache.

Siebte Klasse

Die siebte Klasse ist zwar noch Teil der Unterstufe, aber hier bahnen sich schon neue Anforderungen an die Schüler an. Die äußern sich eher weniger in neuen Fächern, sondern im Arbeitspensum.

Grundsätzlich sagt man, dass in der siebten Klasse bis zu 120 Minuten Hausaufgaben pro Tag vorgesehen sind. Das hängt natürlich nochmal von den konkreten Lern- und Konzentrationsfähigkeiten der Schüler ab.

Achte und Neunte Klasse

Mit dem Eintritt in die Mittelstufe erreichen die Schüler eine weitere Stufe in ihrer schulischen Laufbahn. Die Pause nach der Schule von anderthalb Stunden ist aber immer noch sinnvoll.

Während der Schulzeit beträgt die für Hausaufgaben aufzuwendende Zeit weiterhin 120 Minuten. Für die Vorbereitung auf bestimmte Prüfungen oder Aufgaben über die Ferien hinweg kann allerdings auch mehr Zeit investiert werden. Mit Abschluss der neunten Klasse erlangt man übrigens automatisch den Hauptschulabschluss.

Wenn der Schüler übrigens Nachholbedarf hat, lohnt es sich, Hausaufgabenbetreuung aufzusuchen, um mit einem Nachhilfelehrer gezielt an bestimmten Themen zu arbeiten.

Hausaufgaben in der Oberstufe

In der Oberstufe ändert sich noch einmal einiges für die Schüler. Zwar bleibt das Umfeld das gleiche, aber man ist nicht länger in den vertrauten Klassen mit eigenen Klassenlehrern, sondern man belegt Kurse mit der gesamten Stufe und hat einen eigenen Stundenplan. Außerdem wird weniger auswendig gelernt und stattdessen kritisches und eigenständiges Denken gefördert.

10. Klasse

Die zehnte Klasse ist bei G8 bereits die Einführungsphase der Oberstufe, bei G9 zählt sie noch zur Mittelstufe. In Bayern sind hier 35 Wochenstunden Unterricht vorhergesehen, mit der Option zu freiwilligen Intensivierungsstunden.

Der Stundenplan sieht dabei ähnlich wie in der Mittelstufe aus, bei sieben Stunden pro Tag beginnt der Unterricht um 08:00 Uhr und endet meistens zwischen 14:00 und 17:00 Uhr, abhängig vom Wochentag.

Die Hausaufgaben zu machen sollte immer noch nicht länger als 120 Minuten pro Tag dauern, wobei das Wochenende auch hinzugenommen werden kann. Für das Abitur zählen die Noten noch nicht, aber die hier getroffene Wahl der Kurse spielt eine große Rolle.

Manche Schüler brauchen auch hier gezielte Förderung, um Anschluss halten zu können.

11. Klasse

Hiermit beginnt die Qualifikationsphase, die Noten zählen also ab der 11. Klasse für’s Abitur. Die Unterrichtszeit beträgt je nach Bundesland etwa 34 Stunde pro Woche und die Schüler müssen immer mehr Zeit investieren, um gute Noten zu erlangen.

Die zeitliche Begrenzung von Hausaufgaben wird außerdem immer lockerer, am Wochenende zu arbeiten gehört ebenfalls zur Norm (vor Allem bei anstehenden Klausuren und Tests).

In der Oberstufe kann es sinnvoll sein, Hausaufgabenbetreuung zu beanspruchen.
Je näher das Abitur rückt, desto mehr Arbeit verlangen die Hausaufgaben! ! Quelle: unsplash

Die Hausaufgaben sollen den Jugendlichen dabei helfen, sich besser auf die Prüfungen vorzubereiten und den Lernprozess zu fördern.

12. Klasse

Bei 34 Pflichtstunden pro Woche bleibt die eigenständige Arbeit zu Hause unerlässlich, um ein erfolgreiches Abitur zu schaffen. 

Es gibt auch hier keine wirkliche Begrenzung für die tägliche Arbeitszeit, aber im Namen der Balance sollten zwei bis drei Stunden ausreichen. 

Die in diesem Artikel benutzten Zahlen sind natürlich an die individuellen Bedürfnisse, Eigenschaften und Ziele der Schüler anzupassen. Wir hoffen, dass sie Euch helfen!

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus