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Das solltet Ihr über humanistische Fotografie wissen

Von Lea, veröffentlicht am 21/01/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Humanistische Fotografie: Ursprung und prägende Namen einer Bewegung

In der Kunstgeschichte hat es zahlreiche Trends und Bewegungen gegeben. Dadaismus, Surrealismus oder Impressionismus in der Malerei – aber auch die Fotografie hat eine Geschichte.

Landschaftsfotografie, Modefotografie…Es gibt zahlreiche verschiedene Arten, ein Foto zu machen.

Einige bekannte Fotografen haben sich von der Masse abgesetzt und den Stil der humanistischen Fotografie geschaffen. Die Fotografen des 20. Jahrhunderts haben die Emotionen und Menschen in ihrem täglichen Leben festgehalten. Einige der heute bekanntesten Fotografien entstammen der humanistischen Fotografie.

Lest hier alles, was Ihr über den Fotografie Stil wissen müsst.

Was ist eigentlich humanistische Fotografie

Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau, Robert Capa – sagen diese Namen Euch etwas?

Das liegt vielleicht daran, dass Ihr schon einmal in einer Ausstellung über humanistische Fotografie wart.

Humanistische Fotografie ist ein ursprünglich französischer Trend, der alle Fotografen umfasst, die sich dem Menschen in seinem täglichen Leben widmen.

Die humanistische Fotografie hat also hauptsächlich ein Subjekt: den Menschen. Fotos aus diesem Trend stellen den Menschen in den Vordergrund, so wie er jeden Tag lebt, ohne Posen und irgendetwas künstliches. Die Künstler versuchen, die Emotionen der Personen, die sie fotografieren, wiederzugeben.

Diese Bewegung, auch poetischer Realismus oder human interest genannt, stammt ursprünglich aus Frankreich. Für Fotografen wie Cartier-Bresson oder Capa ist das Umfeld des Subjektes ebenso wichtig, wie das Subjekt des Fotos selbst. Schließlich gibt einem das Umfeld viele Informationen über die Personen, die fotografiert werden: ihr Wohnort, ihr Beruf, ihre Hobbies…

Die Fotos halten häufig Momente auf der Straße oder in den Pariser Bistros fest. Liebe, Kindheit, Leiden, Handwerker, Slums, andere Kulturen, Menschen auf der Straße, die großen Pariser Festivals…Es gibt unendlich viele Themen, doch jedes Mal suchen die Fotografen in ihren Fotos das, was uns menschlich macht.

Sie suchen den gemeinsamen Nenner der Menschlichkeit.

Man verstellt sich nicht. Die humanistische Fotografie zeigt Menschen so wie sie leben. | Quelle: Pixabay

Zu diesen Fotografen gehören:

  • Cartier-Bresson,
  • Doisneau,
  • Izis,
  • Ronis,
  • Van der Elsken,
  • Lorelle,
  • Sougez,
  • Ichac,
  • René-Jacques.

Einige der Fotografen arbeiteten für die Presse oder sogar für Dichter, wie z.B. Pierre Mac Orlan, Blaise Cendrars, Francis Carco, oder Jacques Prévert.

Die humanistische Fotografie ist der Kriegsfotografie und der journalistischen Fotografie in einigen Aspekten sehr nah. Die ersten Fotografie Agenturen entstanden in dieser Zeit und verkauften Fotos an die bekanntesten Zeitungen in der ganzen Welt.

Informiert Euch auch über die zeitgenössische Fotografie…

Wie ist die humanistische Fotografie entstanden?

Ihr wisst nun, worum es sich bei humanistischer Fotografie handelt. Aber wann und wie ist sie entstanden?

Der französische Fotograf Henri Cartier-Bresson beschrieb:

« Das Objekt des Fotos ist der Mensch, der Mensch und sein so kurzes, so gebrechliches, so bedrohtes Leben. ».

Dieses Zitat stammt aus den 1930er Jahren. Besonders nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde jedem die Bedeutung seiner Worte jedoch erst so richtig bewusst. Denn zu dieser Zeit entstand die humanistische Fotografie. Die Menschen hatten echte wirtschaftliche und materielle Probleme. Besonders in Frankreich, wo der Staat sich gezwungen war, Hilfe für den Wiederaufbau von den USA zu erbitten, war die Lage ernst.

In dieser Situation konzentrierte sich die humanistische Fotografie darauf, die kleinen Freuden des Lebens, weit weg von all den Kriegsproblemen, hervorzuheben. Sie sollte außerdem die Ungerechtigkeiten dieser Zeit illustrieren.

Die Menschen zeigten sich damals so echt wie nie zuvor. Die humanistische Fotografie ist nach dem Krieg entstanden. | Quelle: Pixabay

Doch wieso entstand diese Bewegung in Frankreich?

Ganz einfach, wegen eines Fotos, das weltberühmt wurde: Der Kuss von Robert Doisneau.

Dieses Foto zeigt zwei Verliebte, die sich mitten auf der Straße küssen. Es gilt heute als das berühmteste Foto der Welt. 1950 wurde es zunächst im Magazin Life veröffentlicht und ist noch heute ein Symbol für das Lebensgefühl in Paris zu dieser Zeit.

Mit diesem Foto könnt Ihr in Eurem Fotografiekurs die Regeln für humanistische Fotografie verstehen: alltägliche Gewohnheiten der Menschen in ihrem natürlichen Umfeld zeigen. Aufgrund dieses Fotos gilt die humanistische Fotografie heute als französische Bewegung. Weltweite Bekanntheit erlangte sie durch die Ausstellung The Family of Man von Edward Steichen in New York 1955.

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Die großen Namen der humanistischen Fotografie

Mehrere Persönlichkeiten haben die Geschichte der Fotografie und den humanistischen Trend stark beeinflusst. Wir stellen Euch jetzt die größten Fotografen dieser Zeit vor.

Robert Doisneau

Er ist der Schöpfer der humanistischen Fotografie. Robert Doisneau (1912-1994) ist einer der bekanntesten französischen Fotografen. Sein Foto Der Kuss ist das Symbol für die humanistische Fotografie.

Seine Fotos sind immer schwarz-weiß und zeigen häufig Schulkinder oder Pärchen, die sich küssen. Hauptsächlich in den Straßen stellen die Protagonisten der Fotos das alltägliche Pariser Leben der Zeit dar. Die Fotos stecken voller Leben, Nostalgie und Poesie und noch heute hat Robert Doisneau viele Bewunderer.

Willy Ronis

Willy Ronis (1910-2009) gehört zu den Repräsentanten der humanistischen Fotografie, die er als „Blick des Fotografen, der gerne Mensch ist“ beschreibt.

1979 erhielt er den größten französischen Preis für Fotografie und 1981 den Prix Nadar für Fotobücher. 1953 war er Teil der Exposition Five French Photographers mit Brassaï, Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau und Izis, die im MOMA in New York stattfand. Als einer der Gründer der humanistischen Fotografie hat er sich einen großen Namen gemacht.

Lernt etwas über den Menschen an sich. Humanistische Fotos werden heute in vielen bekannten Museen ausgestellt. | Quelle: Pixabay

Édouard Boubat

« Ich denke, die Fotos, die uns gefallen, wurden aufgenommen, als der Fotograf es geschafft hat, sich komplett zurückzuziehen. Wenn es eine Anleitung gäbe, wäre es sicherlich diese. »

Édouard Boubat (1923-1999) war viele Jahre lang Fotograf für das Magazin Réalité und gehört ebenfalls zu den großen Namen der humanistischen Fotografie. Seine Fotos waren Portraits der Nachkriegsgesellschaft. Er wurde als Friedensbotschafter bezeichnet und gehört zu den bekanntesten Fotografen, die man kennen sollte.

Izis

Izis (1911-1980) hieß eigentlich Israelis Bidermanas und war französischer Fotograf und Foto Journalist mit litauischem Ursprung. Seine Werke wurden zunächst in der Zeitung Regards der kommunistischen Partei Frankreichs veröffentlicht.

Izis publizierte zahlreiche Reportagen der humanistischen Fotografie in Israel, Portugal und England. Jean Cocteau, Colette, Édith Piaf, und Grace Kelly waren alle je mindestens einmal auf seinen Fotos zu sehen.

Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson (1908-2004) gilt als einer der größten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Er war Mitbegründer der weltbekannten Fotoagentur Magnum Photos.

Seine Werke wurden häufig für die Presse genutzt, was ihm einen Status als Fotojournalist verschaffte. Er liebte Reportagen in den Straßen und machte Momentaufnahmen, ohne groß eine Szene vorzubereiten.

So gut wie all seine Fotos sind spontan entstanden.

Die Agentur Magnum Photos

Wenn man über humanistische Fotografie spricht, darf die Fotoagentur Mangum Photos nicht fehlen.

1947 wurde sie von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David Seymour gegründet und war die erste Agentur für Foto-Journalismus. Die Fotografen teilten sich die Arbeit nach geographischer Zone auf. Cartier-Bresson war für Indien und den Orient zuständig, Capa für die USA, Rodger für Afrika und Seymour für Europa.

Es war eine ganz neue Art, die Arbeit als Fotograf zu organisieren. Die Fotos der Agentur sollten ein Weltbild mit möglichst vielen Subjekten veranschaulichen: Familie, Religion, Krieg, Armut, Hunger…Der Mensch war offensichtlich das Herzstück all der Fotos.

Ein tolles Foto... Humanistische Fotografie zeigt die Menschen häufig bei der Arbeit. | Quelle: Pixabay

Die Zusammenarbeit ermöglichte es den Fotografen, ihre Subjekte und ihre Art zu arbeiten selbst auszuwählen. Eine seltene Freiheit für die damalige Zeit. Die Fotos wurden in Magazinen und Zeitschriften veröffentlicht, darunter Life und Paris Match.

Das Erbe der humanistischen Fotografie

Mit Büros in Paris, New York, London und Tokio existiert die Fotoagentur Magnum noch immer und vereint um die 60 Fotografen, die Ihr sicher in einem Fotografie Kurs kennenlernen werdet.

Sie arbeiten für die Presse, Werbung und NGOs. Die Grenze zwischen Fotojournalismus und humanistischer Fotografie verschmilzt also noch immer. Alle Fotos der Agentur halten die ein oder andere Art des alltäglichen Lebens ihrer Zeit fest. Mit Freuden, Kriegen, Hobbys und Arbeit können die Fotografen der Agentur mit humanistischer Fotografie ein Zeugnis ihrer Zeit ablegen.

Erfahrt etwas über Menschen vom anderen Ende der Welt. Menschen auf der ganzen Welt werden durch humanistische Fotografie vereint. | Quelle: Pixabay

Noch heute widmen sich viele Fotografen und Foto Journalisten der humanistischen Fotografie. Die größten Fotos werden regelmäßig in bekannten Zeitschriften und Zeitungen publiziert. Schließlich hilft einem die humanistische Fotografie dabei, Menschen auf der ganzen Welt zu verstehen.

Auch die kulinarische Fotografie ist übrigens eine der beliebtesten Richtungen der Fotografie…

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