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Die kontemporären Fotos der 80er bis heute

Von Lea, veröffentlicht am 16/01/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Zeitgenössische Fotografie: Trends und Künstler

Das Centre Pompidou in Paris, das Museum für Fotografie, Biennalen, Kunstgalerien, temporäre Ausstellungen – zeitgenössische Fotografie hat einen festen Platz an allen wichtigen Orten der internationalen Kunstszene.

Von Silberfotografie bis Digital, von der Fotomontage bis hin zu abstrakten Fotos – viele Künstler haben die Fotografie als Ausdrucks- und Gestaltungsmittel genutzt und tun dies immer noch. Anfang der 1980er Jahre entfernten sich die ersten Fotos von der humanistischen Fotografie (mit Künstlern wie Robert Doisneau) und traditionellen Techniken und die Kunstwerke wurden immer persönlicher.

Fotokunst, große Fotografen, avantgardistische Fotografen, Museum für moderne Kunst…Wir stellen Euch jetzt die größten Meilensteine der zeitgenössischen Fotografie vor.

Was ist zeitgenössische Fotografie?

Moderne Künstler sind manchmal recht schwierig zu beschreiben und zu verstehen. Die Grenze zwischen zwei Trends oder Bewegungen ist häufig sehr verschwommen. Das liegt daran, das der Übergang von einem zum nächsten Trend selten mit einem Mal geschieht. All solche Details lernt Ihr in einem Fotografie Kurs.

Es braucht einiges an Zeit, bis eine neue Kunst Art entsteht. Trends werden außerdem nicht nur von den Künstlern selbst, sondern auch von der Kunstgeschichte beeinflusst. Und damit meinen wir Jahreszahlen! Die zeitgenössische Fotografie beinhaltet Fotos von den 1980er Jahren bis heute aus dem Feld der visuellen und praktischen Kunst.

Die Geschichte der Fotografie kann man insgesamt wie folgt einteilen:

  • 1839 bis 1920: frühe Fotografie,
  • 1920 bis 1980: moderne Fotografie,
  • 1980 bis heute: zeitgenössische Fotografie.

In der Mitte der Achtziger Jahre wurden als zeitgenössische Fotos diejenigen bezeichnet, die sich von klassischen Techniken lossagten. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Fotografie sich zu dieser Zeit endlich einen Status als Kunstrichtung aneignete. Ein großer Moment für ein Fach, das häufig als Dokumentation der Realität, und nicht als Ausdrucksmittel angesehen wurde.

Schon bevor es die digitale Fotografie gab waren Bernd und Hilla Becher die ersten, die Fotografie als konzeptuelle Kunst sahen. Sie sind heute bekannt für Ihre Fotos von Industriegebäuden, die sie mit Kirchen ihrer Zeit verglichen. Dazu nutzten sie allerdings noch die klassischen Fotografie Techniken, um die modernen Gebäude zu fotografieren.

Zahlreiche Künstler haben sich von den Bechers inspirieren lassen, darunter Thomas Ruff und Andreas Gursky.

Mögt Ihr Architektur? Industrielle Gebäude sind Teil der zeitgenössischen Fotografie. | Quelle: Pixabay

Neue Praktiken, ein anderes Verhältnis zur Zeit, neue Techniken – die zeitgenössische Fotografie stellt eine echte Veränderung für Künstler dar und bietet neue Möglichkeiten. Es entstehen neue Konzepte:

  • der Warpantrieb,
  • Fotomontage,
  • Polaroid,
  • neue Materialien,
  • Optische Täuschung,
  • stilistische Erneuerung,
  • künstlerische Mischungen,
  • verschiedene Ursprünge,
  • Technische Künste.

Gursky, Parr, Witkin, Tosani, Matta-Clark, Appelt, Brotherus, viele Fotografen beginnen, das Feld der Möglichkeiten zu öffnen.

Von Deutschland bis nach China, die zeitgenössische Fotografie hat die ganze Welt erobert.

Kontemporäre und plastische Fotografie

Die zeitgenössische Fotografie ist für den Trend zur plastischen Fotografie bekannt.

Seit den 1980er Jahren gehört die Fotografie zu den bildenden Künsten. Es geht nicht mehr bloß darum, ein informatives Foto für die Presse zu schießen. Heute sollen Fotos gut aussehen.

Es entsteht eine Kluft zwischen Künstlern und Fotografen. Der französische Fotograf sieht sich selbst zum Beispiel eher als Maler, als als Fotograf:

« Fotografie ist Journalismus, der Rest ist Malerei. ».

Man unterscheidet also zwischen der Kunstfotografie und der puren Fotografie, auch „straight photography“ genannt. Künstlerische Fotos werden ausgestellt, während normale Fotos als Illustration dienen. Egal welche Form man wählt (Dokumentation, Kunst etc.), ein Foto bleibt ein Mittel zur Diffusion, Analyse und zum Verständnis von dem, was uns umgibt.

Eine gewissen Interpretation von Fotos können wir gar nicht verhindern.

Nicht alles ist nur Dokumentation... Fotografie ist inzwischen zur Kunst geworden. | Quelle: Pixabay

Immer mehr neue Formate entstehen, z.B. die Virtual Reality Fotografie, die Fotografie und digitale Technik vereint. Dieses und ähnliche Formate lernt Ihr sicher in einem Fotografie Kurs kennen. Diese plastischen Fotografen solltet Ihr außerdem kennen:

  • Virginie Boutin,
  • Christian Boltanski,
  • Sophie Calle,
  • Patrick Chauvel,
  • Alain Fleischer,
  • Peter Fischli und David Weiss,
  • Gilbert und Georges,
  • Sacha Goldberger,
  • William Klein,
  • Michel Lagarde,
  • Sandro Miller,
  • Yan Morvan,
  • Pierre und Gilles,
  • Sabine Pigalle,
  • Thomas Ruff,
  • Allan Sekula.

Raymond Depardon und die subjektive Fotografie

Der französische Fotograf und Regisseur Raymond Depardon ist in der zeitgenössischen Fotografie sehr bekannt. 1966 gründete er die berühmte Fotografie Agentur Gamma und schließlich die noch größere Agentur Magnum 1979.

Depardon setzte mit einer besonderen Form der Fotografie einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Fotografie: die subjektive Fotografie. Damit baute er in seinen Werken eine Brücke zwischen Journalismus und Selbstbewusstsein. Die subjektive Fotografie ermöglicht es dem Autor, seine Emotionen zu übertragen. Er ist also nicht nur auf journalistische Tatsachen beschränkt.

Es handelt sich also um eine reine Vision des Künstlers und die Fotografien übertragen eine persönliche Sicht der Welt.

Fotos zeigen Eure Sicht auf die Dinge. Zeigt die Welt durch Eure Augen. | Quelle: Pixabay

Mit seinen Berichten in Chile 1971, in Beirut 1978 und in Glasgow 1980 versuchte der Fotograf festzuhalten, was um die Ereignisse der Zeit herum geschah. Er distanziert sich von den Tatsachen und entfernt sich immer mehr von der humanistischen Fotografie. Übrigens hat Raymond Depardon nur mit einem Camping-Wagen ganz Frankreich durchquert und seine Eindrücke auf dem ganzen Weg fotografiert.

Noch immer gibt es auf der ganzen Welt Ausstellungen zur subjektiven Fotografie und auch von den Werken von Depardon.

Zeitgenössische Fotografie und die bildliche Darstellung

Auch die bildhafte Darstellung hat einen großen Platz in der kontemporären Fotografie, was stark von der Kunstbewegung Pop Art der 60er Jahre beeinflusst wurde.

Mit der Digitalisierung nutzt die Fotografie heute immer mehr Codes, um großformatige Fotomontagen und andere Prozesse zu schaffen. Ähnlich wie einige der schwer verständlichen zeitgenössischen Gemälde aus der Malerei erfordert die Fotowelt heute häufig eine kreative Interpretation durch den Betrachter.

Gilbert & George, ein Londoner Künstlerduo, nutzen die Fotomontage und andere Techniken, um sehr originelle Werke zu kreieren.

Die Fotomontage ist eine spezielle Technik, die sich einer Vielzahl von fotografischen Materialien bedient, wie zum Beispiel Ausschnitten aus Zeitschriften oder selbst gefertigten Fotos. Durch das Zusammenfügen dieser entsteht eine neue Komposition und somit eine neue Aussage.

Vereint mehrere Bilder miteinander. Fotomontage ist ein Teil der zeitgenössischen Fotografie. | Quelle: Pixabay

Fotomontage gehört ebenfalls zur zeitgenössischen Fotografie. Alle Techniken sind erlaubt, selbst die verrücktesten. Diese Art der Fotografie ist der Malerei vergleichsweise nah. Die Künstler erschaffen modifizierte Werke und Fotos bleiben niemals so, wie sie anfangs gemacht wurden, sondern werden vom Künstler verändert.

Diese Art der Fotokunst ist anti-elitär und offen für alle.

Die zeitgenössische Mode Fotografie

„Die Modefotografie ist ein Zweig der Fotografie, bei der Kleidermode meist zum Zwecke der Werbung und des Verkaufs abgebildet wird. In den vergangenen Jahren etabliert sich die Modefotografie zusehends als Kunstform, die in zahlreichen Museen und Galerien als eigenständiger Zweig der Fotografie ausgestellt wird.“

Auch wenn es Modefotografie schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts gibt hat sie sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. Seit den Achtzigern nimmt Werbung einen immer größeren Platz in der fotografischen Landschaft ein.

Große Marken nutzen die Fotografie, um ihre Bekanntheit zu vergrößern.

Nicht mehr nur Werbung... Modefotografie ist Teil der Kunst geworden. | Quelle: Pixabay

Anfang der 2000er entsteht ein neuer Term: Bildermacher. Einige Künstler sehen sich mehr als Image Makers und nicht mehr als Fotografen. Einer der bekanntesten unter ihnen ist Helmut Newton – er gehört auf jeden Fall zu den berühmtesten Fotografen! Der australische Fotograf mit deutschen Wurzeln hat mehrere internationale Stars fotografiert, darunter Cindy Crawford, Claudia Schiffer und Monica Bellucci.

Weitere große Fotografen sind:

  • Terry Richardson,
  • Richard Avedon,
  • Bruce Weber,
  • Inez & Vinoodh,
  • Steven Klein.

Informiert Euch außerdem unbedingt über die kulinarische Fotografie!

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