“Geld macht nicht glücklich - ebensowenig wie Armut.” - unbekannt

Diese einfache Weisheit lässt sich überall anwenden, auch wenn es um Nachhilfekurse geht. Geld ist vielleicht nicht das einzig Wichtige, aber es zählt trotzdem.

  • Du möchtest private Informatikkurse anbieten?
  • Du fragst Dich, wieviel Geld Du für eine Stunde Nachhilfe verlangen solltest?

Hierbei müssen mehrere Kriterien beachtet werden. Du musst zuerst einen einheitlichen Tarif bestimmen, der diese Kriterien berücksichtigt.

Um also einen angemessenen Preis für Deine private Informatiknachhilfe bestimmen zu können, solltest Du ein paar wichtige Punkte beachten, die Wir Dir hier vorstellen möchten.

Informatiknachhilfe: Den eigenen Preis im Vergleich zur Konkurrenz bestimmen

Sobald Du einen privaten Informatikkurs für Kinder oder Erwachsene anbietest, bist Du in den Nachhilfemarkt eingestiegen.

Das bedeutet nicht, dass Du zuerst eine Marktstudie durchführen musst, um den Preis Deiner Kurse festzulegen, aber trotzdem ist es sinnvoll, sich mit der Konkurrenz in Deinem Bereich auseinanderzusetzen, um sich eine Vorstellung darüber zu machen, was realistische Preise sind.

Informatiklehrstellen bestehen selten nur aus einem Anbieter, Du solltest Dich mit Deiner Konkurrenz beschäftigen.
Du wirst nicht der Einzige Nachhilfelehrer für Informatik in Deiner Umgebung sein. Finde also heraus, was Die Konkurrenz für Preise verlangt. | Quelle: unsplash

Ein Schüler, der nach Informatiklehrstellen sucht, um über Büroautomatisierung oder Programmierung zu lernen, schaut sich logischerweise zu allererst die Profile von verschiedenen Nachhilfelehrern an, bevor er sich entscheidet. Angesichts der Tatsache, dass der Preis ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung ist, liegt es an Dir, ein attraktives Preis-Leistung-Verhältnis anzubieten. 

Wieso sollte ein Schüler 40 € für einen Kurs zahlen, wenn ein anderer Lehrer mit den gleichen Qualifikationen nur 25 € verlangt?

Versuche, Dich in die Lage Deiner künftigen Nachhilfeschüler für Informatik hineinzuversetzen und recherchiere ein wenig auf den gängigen Plattformen. 

Auf Superprof bieten beispielsweise fast 4000 Nachhilfelehrer Kurse in Informatik an. Die Preise fangen bei 9 € pro Stunde an und übersteigen teilweise 60 € pro Stunde.

Deine Recherche sollte also mit einbeziehen, welche Kursinhalte Du vermittle möchtest und in welcher geographischen Lage Du unterrichten möchtest, um so die Nachhilfelehrer zu finden, deren Kurse direkt mit den Deinen konkurrieren könnten.

Wenn Du beispielsweise nach “Einführung Informatik” in Frankfurt suchst, werden Dir 30 Nachhilfelehrer angezeigt, deren durchschnittlicher Tarif etwa 16 € pro Stunde beträgt. Suchst Du hingegen nach “Datenbank”, so findest Du nur einen Lehrer, der für 25 € die Stunde arbeitet.

Je nach der Konkurrenz in Deinem Bereich musst Du es schaffen, Dich von der Masse abzuheben. Das kann entweder durch die Inhalte Deines Kurses oder den Preis geschehen.

Wann sich private Informatikkurse finanziell lohnen

Einen Preis zu bestimmen heißt nicht, dass Du Deine Konkurrenten auf Teufel komm raus unterbieten musst. Um aus Deinen privaten Informatikkursen eine langlebige und lohnende Tätigkeit zu machen, solltest Du die Gesamtkosten, die Deine Nachhilfekurse für Dich bedeuten, berücksichtigen.

Der Preis von einem Informatikkurs für Schüler berechnet sich nicht anhand der Zeit, die Du mit dem Schüler verbringst. Vielmehr solltest Du wie ein Manager denken und alle Kosten mit einberechnen, die durch den Kurs anfallen:

  • Die Vorbereitungszeit für den Kurs (Vorbereitung von unterstützenden Materialen, Korrektur von Aufgaben…)
  • Anfahrtskosten
  • Die Fahrtzeit, die Du benötigst, um zu Deinem Schüler zu gelangen
  • Rückstellungen für erzielte Einnahmen
  • Investitionen in Kursmaterial

All diese Faktoren beeinflussen den Preis eines Informatikkurses. Du solltest sie mit einbeziehen, um sicherzustellen, dass Dein Tarif rentabel ist.

Wie genau sie den Preis Deiner Kurse beeinflussen hängt auch davon ab, ob Du nebenberuflich als Nachhilfelehrer tätig sein möchtest oder eine hauptberufliche Ausübung anstrebst.

In letzterem Fall muss nämlich ebenfalls berücksichtigt werden, dass Deine Schüler tagsüber nicht immer verfügbar sein werden. Dementsprechend musst Du Dich organisieren und sicherstellen, dass trotzdem genügend Einnahmen erzielt werden können. Du kannst zum Beispiel Abendkurse, Kurse am Wochenende, in den Ferien oder Onlinekurse an der Webcam während der Mittagspause anbieten. Deine Schüler sind tagsüber nunmal meistens beschäftigt (Arbeit, Schule…), sodass sie nicht alles unter einen Hut kriegen können.

Informatikkurse: Die Vergütung an den eigenen Standort anpassen

Ein anderes wichtiges Kriterium bei der Bestimmung des Nachhilfetarifs: Der angepeilte Standort. Hier gelten wieder Angebot und Nachfrage, die bestimmen, welche Preise für Deine Einführung in die Informatik angemessen sind. In großen Städten gibt es beispielsweise viel mehr Lehrer als in ländlichen Regionen.

Gleichzeitig findet man hier auch mehr Nachhilfeschüler, die einen geeigneten Lehrer suchen.

Je teurer das Leben in einer Stadt ist, desto teurer wird hier auch die Nachhilfe sein.
Die teuersten Umgebungen für Informatiknachhilfe? Großstädte wie Köln! | Quelle: unsplash

Im Allgemeinen lässt sich festhalten, dass Du in München höhere Preise verlangen kannst als in einer Kleinstadt.

Der einfache Grund dafür ist, dass die Preise sich auch nach den Lebenshaltungskosten einer Region richten und es bekannt ist, dass diese in München oder Hamburg um ein Vielfaches höher sind als in Passau oder Marburg! Die Nachhilfelehrer in München denken also wie Manager und berechnen ihre Preise unter Berücksichtigung der Lebenshaltungskosten, um so die Rentabilität zu sichern.

Wie bereits geschildert solltest Du also nicht nur berücksichtigen, was die Konkurrenz im Allgemeinen verlangt, sondern auch, welche Preise in Deiner Stadt oder Deiner Region üblich sind.

Auch hier hilft Dir Superprof. Eine einfache Suchanfrage zeigt Dir, was für Preise von Deinen direkten Konkurrenten verlangt werden, also von den Nachhilfelehrern in Informatik, die in Deiner Nähe praktizieren.

Hier als kleine Hilfe ein paar beispielhafte Städte und ihre durchschnittlichen Preise für private Informatiknachhilfe:

  • Durchschnittlicher Preis eines Informatiklehrers in München: 27 €
  • Durchschnittlicher Preis eines Informatiklehrers in Köln: 22 €
  • Durchschnittlicher Preis eines Informatiklehrers in Berlin: 16 €

Die Ausnahme bestätigt allerdings die Regel: In Bremen, wo nur sieben Nachhilfelehrer angemeldet sind, liegt der Durchschnittspreis bei 32 €. Hier gilt wieder das bereits angesprochene Gesetz von Angebot und Nachfrage!

Diese Regel gilt nicht nur für Informatikkurse, sondern auch Deutschnachhilfe, Mathematikkurse, Sprachkurse, usw.…

Auch Deine Erfahrung mit Informatik beeinflusst Deinen Tarif

Nun, da Du Dich mit Deiner Konkurrenz und ihren Preisen auskennst, geht es darum, noch genauer auf die Angebote zu schauen. Unter den Profilen von privaten Informatiklehrern findet man verschiedenste Lebensläufe und Erfahrungsstufen:

  • Autodidaktische Informatikfans, die ihre Leidenschaft teilen möchten
  • IT-Studenten, die ihr Monatsbudget etwas aufbessern wollen
  • Berufstätige, die nach zusätzlichen Einkommensmöglichkeiten suchen
  • Freiberufliche in Grafik- oder Webdesign, IT-Entwicklung oder -Programming
  • Experten mit Kenntnis in einem spezifischen Bereich der Informatik
  • Erfahrene Lehrer mit Zertifikat
Ob Du nur Einführungen anbieten möchtest oder Deinen Schülern fortgeschrittene IT-Sicherheit beibringen willst schlägt sich wiederum auf den Preis nieder.
Informatikkurs ist nicht gleich Informatikkurs. Ein wichtiger Faktor bei der Preisbestimmung ist das Niveau! | Quelle: unsplash

Dein Tarif hängt also auch von Deinen Kompetenzen und Deinen Erfahrungen ab. Um Deinen Preis rechtfertigen zu können, sollte Dein Profil vollständig sein und Vertrauen in Deinen potentiellen Schülern wecken:

  • Welchen Bildungsabschluss für Informatik hast Du erlangen (Studium, Fachhochschule, Ausbildung)?
  • In welchen Bereichen hast Du bereits gearbeitet?
  • Welche pädagogischen Fähigkeiten und Erfahrungen hast Du bereits gesammelt?

Damit Deine Schüler den Preis zahlen, den Du forderst, musst Du die nötigen Erfahrungen und Qualifikationen vorweisen können. So steigert sich Deine Glaubwürdigkeit.

Je größer also Deine Fähigkeiten sind und je größer der Kenntnisstand Deiner Schüler, desto höher ist der Preis, den Du verlangen kannst.

Die Preise im Verhältnis zur Kursart, die angeboten wird

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein spezifischer Kurs von hohem Niveau auch einen hohen Preis erlaubt.

Aufgrund der immer tiefer greifenden Bildung sind spezifische Kenntnisse und personalisierte Lehrmethoden notwendig.

Hier liegt auch der Trumpf der privaten Nachhilfe: Der Lernende profitiert von einem Kurs, der auf ihn abgestimmt ist und seine Bedürfnisse berücksichtigt. Dafür ist es aber notwendig, die eigenen Methoden auf den Schüler abzustimmen.

Das ist auch sinnvoll, denn man kann beispielsweise nicht den gleichen Preis für einen Einführungskurs in Informatik und Surfen im Internet verlangen, wie für einen Kurs in IT-Programming und Programmiersprachen.

Deinen Tarif für Deinen Informatik Kurs solltest Du auch danach richten, welche Themen Du abdecken willst.
Ähnlich wie mit dem Kursniveau sieht es auch mit dem Inhalt aus: Verschiedene Inhalte erfordern verschiedene Preise! | Quelle: unsplash

Setze also stimmige Preise fest, die Deinen Kursinhalten entsprechen:

  • Unterstützende Kurse für Gymnasiasten oder Studierende
  • Examensvorbereitung
  • Einführungskurse für Erwachsene aller Zielgruppen und Seniorenkurse
  • IT-Sicherheitskurse
  • Kurse für die Bedienung sozialer Medien
  • IT-Kurse für die Verwendung von Computersoftware und Office-Suit (Excel, Word, PP. Photoshop, Indesign…)
  • Kurse für Softwareentwicklung

Bonus: 5 wertvolle Tipps

Um attraktive Preise anzubieten und gleichzeitig die private Nachhilfe rentabel zu machen, gibt es ein paar nützliche Tipps:

  • Biete eine kostenfreie erste Unterrichtseinheit an. So können Deine Schüler Dich kennenlernen und einen ersten Eindruck über Deinen Kurs und Deine Inhalte bekommen.
  • Fahr die Kurslänge auf 1,5 oder 2 Stunden hoch. Dadurch kannst Du im Verhältnis zu Deiner Arbeitszeit eine geringere Anfahrtszeit berechnen und besser planen.
  • Biete senkende Raten an. So kannst Du Schüler an Dich binden, die wiederum davon profitieren, langfristig von Dir unterrichtet zu werden. Für Nachhilfelehrer steigert sich so die langfristige Sichtbarkeit.
  • Biete Onlinekurse via Webcam an. So senkst Du nicht nur Deine Anfahrtskosten, sondern Du kannst auch Schüler unterrichten, die nicht am gleichen Standort wie Du sind.
  • Unterrichte kleine Gruppen. Dadurch kannst Du Deinen Schülern Rabatte anbieten und Deinen eigenen Stundenlohn verbessern.

Sobald Du erst einmal bestimmt hast, was für einen Kurs Du zu welchem Preis halten möchtest, kannst Du gleich loslegen und Deine Nachhilfe anbieten. Es lohnt sich also über die eigenen Arbeits- und Lehrmethoden nachzudenken und so Jeden Deiner Schüler individuell mit Deiner Nachhilfe unterstützen zu können.

Dann solltest Du Dir auch mal anschauen, wie genau Du Deine Informatiknachhilfe vorbereiten kannst!

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus