“Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.” - Erich Kästner

Du möchtest gerne Computerkurse anbieten und hast bereits Deine ersten Schüler gefunden? Jetzt gilt es, sich mit dem Kursinhalt auseinanderzusetzen und die Informationen den Schülern zugänglich zu machen.

Als Nachhilfelehrer musst Du Schüler mit verschiedensten Profilen unterrichten. Das Zauberwort: Personalisiertes Lernen

Genau darin liegt auch der Unterschied zwischen normalem Gruppenunterricht und privater Informatiknachhilfe. Du kannst Dich auf Deine Schüler einstellen und ihre Bedürfnisse und ihr Niveau in Deinem Kurs berücksichtigen.

Einführung in und Beherrschung von Büroautomatisierung, Computerprogramming, Office-Suite (Word, Excel, Powerpoint, Indesign...),, Computersicherheit, Verwaltung von Computersystemen, Webentwicklung…

Die Themen, die in einem Informatikkurs behandelt werden können, sind vielfältig. Aber die Kursvorbereitung wird Dir am Anfang etwas Zeit abverlangen. Erstmal geschafft, kannst Du die entwickelten Hilfestellungen und Methoden verwenden, um Deinen privaten Informatikkurs ansprechend zu gestalten.

Die Bedürfnisse der Schüler evaluieren

Erster Schritt in der Kursvorbereitung: Die Bedürfnisse Deines Schülers untersuchen.

Dafür ist im Allgemeinen die erste Unterrichtseinheit da. Mit dem Schüler oder, im Falle eines Minderjährigen, seinen Eltern, sollte hier bestimmt werden, was die Kursziele sind.

Dafür könntest Du beispielsweise einen Bogen vorbereiten, auf welchen Du die wichtigsten Punkte notierst. Es kann auch nützlich sein, Deine künftigen Schüler für Informatiknachhilfe einen Test machen zu lassen, um ihr Niveau zu kennen.

Nutze die erste Unterrichtsstunde für eine Bestandsaufnahme.
Die erste Unterrichtseinheit eignet sich hervorragend dafür zu erfahren, was für Kenntnisse Dein Schüler bereits hat. | Quelle: unsplash

Egal ob anhand einer praktischen Übung oder einer Wissensabfrage, hierdurch kannst Du einen personalisierten Kursrahmen erstellen und Dich präzise auf Die Schüler einstellen. Es ist auch wichtig, regelmäßig eine Bestandsaufnahme davon zu machen, wo Fortschritte erzielt wurden, wo noch Schwierigkeiten bestehen und wo Verbesserungen möglich sind.

Diese erste Bestandsaufnahme, egal ob in Person oder während eines Online-Kurses, ist auch die erste Möglichkeit, sich mit dem Schüler auszutauschen und ihn besser kennenzulernen. So kannst Du seine Probleme beim Lernen, aber auch seine Vorlieben und persönliche Projekte erfahren.

Wenn Du einen Computerkurs anbieten möchtest, der auf Einsteiger ausgerichtet ist, solltest Du am Anfang auch abchecken, welche Materialen Deinen Schülern zur Verfügung stehen.

Die notwendige Ausrüstung für einen Informatikkurs

Abhängig vom Kurstyp, den Du anbieten möchtest, solltest Du Deinen Schülern bestimmte Materialien zur Verfügung stellen. Klar, als IT-Lehrer besitzt Du selber einen Computer, sowie jegliche für den Kurs notwendigen Zusatzgeräte und Softwareprogramme.

Das ist aber bei Deinen Schülern nicht unbedingt der Fall. Um jedoch mitarbeiten, üben und selbstständig werden zu können, müssen auch sie die notwendige Ausrüstung haben.

Einige Schüler werden einen PC besitzen, während andere mit einem Mac arbeiten. Es gilt außerdem festzustellen, ob die notwendige Software auf den Computern bereits installiert ist. Wenn nein, liegt es an dir, Deinen Schülern dabei zu helfen, die Software herunterzuladen und zu installieren.

Zu einem guten IT-Kurs gehört auch die richtige Software
Am Anfang solltest Du sicherstellen, dass Dein Schüler die notwendigen Programme hat. | Quelle: unsplash

Je nachdem worum es in Deinem Kurs geht, kannst Du Deinen Schülern kostenfreie oder zahlungspflichtige Programme anbieten. Hier ein paar Beispiele:

  • Office-Suite (Word, Excel, Powerpoint), für Mac und PC verfügbar, aber zahlungspflichtig
  • Adobe-Suite (ebenfalls zahlungspflichtig), für Diejenigen, die sich mit Fotobearbeitung und Grafikdesign probieren möchten
  • Es gibt Open-Source-Software, die online heruntergeladen werden kann und eine gute Lösung für Schüler ist, die nicht in kostenpflichtige Software investieren können. Wer als Nachhilfelehrer Informatik unterrichten möchte, sollte sich hier auskennen und seine Schüler beraten können.
  • Programmiersprache zum Programmieren: Hier gibt es einige Optionen (Java, Python, C+, Visual Basic, HTML…)

Dies sind die Grundlagen, die Du brauchen wirst, um einen guten Start mit einem neuen Schüler zu erwischen und konstruktiv arbeiten zu können.

Didaktische Unterstützung im Informatikkurs

Zur Kursvorbereitung gehört auch die Vorbereitung von unterstützenden Materialien. Nicht nur, um dem Schüler die Themen gut zu erklären, sondern auch, um ihn mit Unterlagen zu unterstützen, die er selbstständig zur Wiederholung und Übung nutzen kann.

Für einen vollständigen Informatikkurs solltest Du die Dokumente für den eigenen Gebrauch vorbereiten, die dem Niveau des Schülers entsprechen. Im Internet finden sich hier zahlreiche Ressourcen, die es Dir ermöglichen, Dokumente für alle Schwierigkeiten herunterzuladen.

Du kannst dafür spezialisierte Webseiten aufrufen, wie zum Beispiel:

Schau Online nach, um Arbeitsblätter zu Themen wie Programmiersprachen zu finden
Um komplexe Themen wie Coding zu vermitteln, wirst Du zusätzliche Arbeitsblätter brauchen! | Quellen: unsplash

Hier findest Du nach Themen sortierte Arbeitsblätter, die Dir in Deinem Kurs helfen können:

  • Programmieren
  • IT-Sicherheit
  • Verwaltung
  • UML-Objekt-Analyse
  • Datenbankverwaltung
  • Computernetzwerke
  • Rechnerarchitektur
  • Softwareentwicklung
  • Webprogrammierung

Deine unterstützenden Materialien sollten an das Niveau und das Alter Deiner Schüler angepasst sein. Powerpoints können im Kurs eine große Hilfestellung sein, vor Allem für den Bereich der Informatik eignen sie sich sehr.

Computerkurse: Welche praktischen Aufgaben bringen am meisten?

Um Informatik zu Lernen reichen theoretische Aufgaben und Überlegungen nicht. Die Schüler müssen sich mit den Werkzeugen und den gängigen Lösungswegen der Informatik vertraut machen, um die Theorie anwenden zu können.

Am besten lässt Du Deine Schüler praktisch arbeiten und führst sie so ein Stück näher zur Selbstständigkeit:

  • Sich mit einem Arbeitsplatz vertraut machen
  • Sich an Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen vertraut machen
  • E-Mails verschicken
  • Dateien speichern
  • Einen Computer benutzen können
  • Programmiersprache kennenlernen
  • Im Internet surfen

Egal was das Thema Deines Kurses ist, Du wirst praktische Aufgaben finden oder erfinden müssen, die den Bedürfnissen Deiner Schüler entsprechen. Durch die praktische Arbeit gewöhnen sie sich schneller an den fremden Bereich und verbessern sich dadurch auch.

In jeder Einheit sollten sie die Möglichkeit haben, die bereits behandelten Begriffe noch einmal durchzugehen, aber auch neue Themen zu entdecken. Der Schlüssel des Lernens liegt in der Wiederholung. Ermutige also Deine Schüler dazu, das, was sie in einer Einheit gelernt haben, bis zur nächsten Einheit zu üben. So werden sie schnell Fortschritt machen.

Deinen Schülern dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen, das ist dein Ziel. Egal ob im Einsteiger- oder im Fortgeschrittenenkurs, die Grundlagen müssen dafür immer vorhanden sein. Wie bereits erwähnt, zu einem guten pädagogischen Vorgehen gehört auch eine regelmäßige Bestandsaufnahme des Lernfortschritts.

Das dürften ein paar gute Tipps gewesen sein, aber wenn Du schon selber einen IT-Kurs belegt hast, dürfte Dir das meiste davon zumindest bekannt vorkommen.

Organisiert sein und Onlinekurse per Webcam anbieten

Für Dich als privaten Nachhilfelehrer gibt es eine Möglichkeit, durchgehendes Hin- und Herfahren zu vermeiden. Du könntest Deine Kurse einfach Online stattfinden lassen.

Das ist für die erste Einheit mit einem Schüler vielleicht nicht die beste Option, aber für Schüler, die sich bereits mit den Grundlagen der Informatik auskennen und auch Kommunikationsprogramme wie Skype oder Zoom benutzen können, sieht das anders aus.

Wenn Du keine Lust hast, zu Deinen Schülern zu fahren, kannst Du Onlinekurse abhalten
Nachhilfe muss nicht zwingend in Person stattfinden, auch Videokonferenzen sind eine Option! | Quelle: unsplash

Um Nachhilfe per Webcam anzubieten solltest Du Dich aber vorbereiten und organisiert sein.

Das bedeutet, dass nicht nur Du die passende Ausrüstung besitzen musst, sondern auch Dein Schüler:

  • Eine gute Internetverbindung
  • Eine Webcam
  • Ein Mikrofon zur besseren Verständnis
  • Einen Skype-, Zoom-,.…-Account

Sobald diese Fragen aus dem Weg geräumt sind, könnt Ihr mit dem Kurs loslegen. Wie bereits gesagt, Skype und Zoom eignen sich perfekt für solche Zwecke. Mit solchen Programmen hast Du einige spannende Funktionen zur Verfügung:

  • Videokonferenzen
  • Sprachkommunikation
  • Teilen von Dokumenten
  • Bildschirm Teilen, um Deine Schüler so zu unterrichten, als seien sie direkt neben Dir

Mit Zoom und Skype kann Dich Dein Schüler außerdem einfach zwischen zwei Unterrichtseinheiten kontaktieren, wenn er etwas nicht versteht oder eine Frage hat.

Onlinekurse mit Webcam bieten einige eindeutige Vorteile, sowohl für den Lehrer, als auch den Schüler.

  • Du musst nicht zum Unterrichtsort fahren, sondern kannst einfach Termine vereinbaren. Eine kurze Mittagspause, Wochenende… Alles so, wie es Dir passt. Du brauchst nur einen Computer und eine Internetverbindung
  • Du kannst einen niedrigeren Preis für Deine Informatiknachhilfe verlangen: Dadurch, dass die Anfahrt wegfällt, brauchst Du auch keine Anfahrtskosten auf Deinen Tarif berechnen. Jeder kommt auf seine kosten.
  • Keine geografische Beschränkung: Schüler und Lehrer müssen nicht zwingend aus der gleichen Region kommen. Für spezifische Kurse, die weniger Interessanten haben, findest Du so umso mehr Schüler.

Mittlerweile dürfte klar sein, Einzelnachhilfe bieten eine Unmenge an Möglichkeiten. Am Ende bist Du Chef der Kursinhalte und der Lernmethoden. So kannst Du Dich auch an jeden Schüler anpassen und personalisiertes Lernen ermöglichen, ob beim Inhalt oder dem Kursformat: Intensivkurs, Fernkurs, Weiterbildung, Nachhilfe…

Das Wichtigste ist, diese Vorteile der privaten Nachhilfe zu kennen: Sie ermöglicht es Dir, ein Vertrauen zwischen Dir und Deinen Schülern aufzubauen, das für beide Seiten bereichernd ist. Privatkurse kennen keine Langeweile. Du wirst schnell merken, wie viel Spaß die Arbeit in diesem Bereich macht.

Bevor Du loslegst, schau Dir nochmal an, welche Vorraussetzungen Du brauchst, um private Informatiknachhilfe anzubieten!

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus