„Wenn es geschrieben werden kann, oder gedacht, dann kann es auch gefilmt werden.“

– Stanley Kubrick

Christopher Nolan, Quentin Tarantino, Steven Spielberg… Wer kennt sie nicht, diese legendären Regisseure der größten Hollywood-Blockbuster aller Zeiten? Sie brachten uns Filme wie Inception, Pulp Fiction oder Schindler's Liste. Ihre Methoden werden überall kopiert und unter Filmfans werden sie verehrt.

Aber wie schaffen solche Regisseure es, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf ihre Filme zu ziehen? Anders gesagt: Wie kann ich ein Video drehen, dass wirklich schön ist?

Das Fundament der Kunst ist es zu wissen, wie man mit der Kamera umgeht. Du solltest die Grundlagen rund um Bildstabilisierung, Größe des Sensors, Einstellung, Autofokus, Umgang mit dem Kamera-Zubehör und so weiter kennen, damit Deine Videos gut werden.

Wichtig für jedes Video: Ein Storyboard anfertigen

Ein gutes Video ist nicht auf die schnelle produziert, Improvisation funktioniert kaum. Es ist zwar nicht zwingend notwendig, vor jedem Dreh ein Skript zu schreiben, aber die eigenen Ideen im Groben aufs Papier zu bringen kann den Kopf klären und lässt Dich Deine Konzentration auf den technischen Aspekt des Filmes fokussieren.

Beim Filmen mit einer Digitalkamera ist ein Storyboard hilfreich.
Die Handlung vorher auf einem Storyboard festzuhalten erlaubt es Dir, Dich auf das Wesentliche zu konzentrieren | Quelle: Unsplash

Denn es macht einen großen Unterschied, ob Du mit einem Camcorder oder mit einer Systemkamera filmst. Die Kamera erfordert eine gewisse Planung und Know-How, während das Filmen mit dem Camcorder simpler ist. Auch wenn Du verschiedene Objektive für verschiedene Perspektiven während eines Takes machen möchtest, solltest Du dies im Storyboard einplanen und schnell wechseln, damit die Unterbrechungen nicht zu lange dauern.

Eine gute Strategie ist es, alle Szenen mit einem Objektiv aufzunehmen und erst nach dann das Objektiv zu wechseln und erneut zu filmen.

Mit dem richtigen Objektiv tolle Filme mit Deiner Kamera drehen

Wie gut das Bild eines Films oder Videos ist hängt fast komplett von der Qualität des verwendeten Objektivs ab. Das Objektiv bestimmt außerdem, ob eine Totale oder eine Detailaufnahme gefilmt wird. Diesen Faktor solltest Du also berücksichtigen bevor Du filmst und bestenfalls bevor Du eine Kamera kaufst. Teleobjektiv, Festbrennweite, Weitwinkelobjektiv, die Wahl ist groß und hängt auch vom bestimmten Kameramodell ab. Vor dem Kauf lohnt sich also ein genauer Vergleich der verschiedenen Kameras auf dem Markt.

Denn nicht alle Systemkameras bieten die Möglichkeit das Objektiv zu wechseln (Wie die Kompaktkamera oder die Bridgekamera).

Wenn das bei Deiner Kamera allerdings möglich ist, solltest Du ein lichtstarkes Objektiv kaufen, das am besten auch eine gewisse Zoomfunktion hat. Dadurch kannst Du verschiedene Einstellungen filmen.

Wie bereits gesagt, die Auswahl an Objektiven variiert mit den verschiedenen Kameratypen. Aber welche ist die beste Kamera zum Filmen? Ob Du Dich für eine Spiegelreflexkamera, eine Hybridkamera, eine Bridge oder eine Kompaktkamera entschiedest, ist davon abhängig, wie Du die Kamera benutzen willst. Brauchst Du einen Sucher? Willst Du einen Sensor im Vollformat? Einen verstellbaren Bildschirm? Was ist mit einem Touchscreen? Oder der Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln? Etwas preiswerte Systemkameras (Kompakt, Einstiegs-DSLR) sind vielleicht besser für Diejenigen geeignet, die Gerade mit dem Filmen anfangen.

Entscheidest Du Dich aber für eine hochwertige DSLR oder Hybridkamera, so profitierst Du von einer tollen Auflösung, vielen Möglichkeiten und einer großen Auswahl an Objektiven, die Deine Bilder und Videos auf das nächste Level heben können.

Die Videounterbrechung der Kamera im Blick halten

Beim Filmen mit einer Fotokamera wirst Du bemerken, dass die Aufnahme irgendwann automatisch aufhört. Abhängig vom genauen Modell wirst Du zwischen 5 und 30 Minuten am Stück filmen können. Im Menü der Kamera kannst Du festlegen, wann ein Video automatisch aufhören soll, aber es gibt immer ein Limit, das Du nicht überschreiten kannst.

Das solltest Du beim Dreh im Kopf behalten und Acht geben, dass eine Aufnahme niemals mitten drin abbricht. Es hilft, wenn man kurze Szenen filmt. Ein weiterer Vorteil davon ergibt sich bei der Nachbearbeitung, die so um einiges einfacher ist.

Du solltest außerdem auf keinen Fall vergessen, genug Speicherkarten (meist SD) mitzunehmen. Viele, die zum ersten mal mit ihrer Systemkamera ein längeres Video drehen, vergessen, dass Videos um einiges mehr Speicherplatz brauchen als Fotos. Solche Kameras sind eigentlich nicht dafür gedacht, dutzende Videos abzuspeichern. Von daher lohnt es sich, zur Sicherheit ein paar mehr Speicherkarten zur Verfügung zu haben.

Speicherkarten sind sowieso eine gute Investition, sie sind flexibel einsetzbar und auch fürs Fotografieren notwendig.

Die Kamera zum Filmen stabil führen

Die größte Gefahr beim Filmen ist eine unruhige Hand und ein verwackeltes Bild. Jeder der schonmal mit einer Systemkamera gefilmt hat, weiß, dass es nicht einfach ist, ohne eine Stabilisierung ein gutes Ergebnis zu erreichen.

Ein Stativ wird Dir beim Drehen von Videos sehr helfen
Für Videographen ist das Stativ unverzichtbar! | Quelle: Unsplash

Manche Kameras haben einen eingebauten Bildstabilisator. Ein solcher wird das Wackeln, das beim Filmen mit der Hand entsteht, einschränken. Aber für ein wirklich gutes Video reicht das noch nicht. Wir empfehlen, in ein anständiges Stativ zu investieren. Dadurch wird jede Aufnahme ein Erfolg!

Eine andere Option sind Halterungssysteme wie SteadyCam, mit welchen Du die Kamera bewegen kannst, ohne das das Bild verwackelt. Kleinere Versionen davon werden gerne für GoPros verwendet, können aber auch bei einer Systemkamera helfen.

Sich mit den Einstellungen im Videomodus auskennen

Am Anfang kann es überwältigend sein, sich unter all den Einstellungen im Videomodus zurechtzufinden. Es braucht ein wenig Gewöhnungszeit, aber der Videomodus macht auf jeden Fall ungeheuer viel Spaß.

Sobald man also in den Videomodus geschaltet hat, müssen ein paar Optionen gewählt werden. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit zu entscheiden, ob man in 4K, full HD oder geringerer Qualität filmen möchte. Auch das Bildformat (16/9, 4/3, etc.) wirst Du verändern können.

Eine weitere wichtige Einstellung: Mit wie vielen Bildern pro Sekunde soll gefilmt werden? Du hast meistens die Wahl zwischen 24 und 25 Bildern pro Sekunde, bei einigen Modellen kannst Du auch 50 oder 60 Bilder pro Sekunde einstellen (hilfreich für Zeitlupenaufnahmen).

Zum Schluss solltest Du natürlich auf die Parameter achten, die auch im Fotomodus wichtig sind: Weißabgleich, Belichtung, Filter etc.

Auf das richtige Licht beim Filmen achten

Das Licht: Die wichtigste Variable in der gesamten Gleichung. Ohne Licht kann weder fotografiert noch gefilmt werden. Das Konzept ist immer gleich, egal ob Foto oder Video: Licht und Schatten werden eingefangen und auf einem Filmpapier abgebildet.

Für Dich bedeutet das nur, dass Du wissen musst, wie Licht wirkt, um gute Bilder und Videos zu machen.

Wie kann man ein Video drehen?
Beim Filmen kommt es auf Licht und Schatten an | Quelle: Unsplash

Bei einem Dreh solltest Du beispielsweise nicht gegen die Sonne oder in besonders dunklen Orten filmen. Mit manchen Kameras lässt sich problemlos auch in lichtarmer Umgebung filmen (Mithilfe von Vollformatsensoren, der erhöhte ISO-Werte möglich macht), aber für kleinere Sensoren wie APS-C ist das nicht so einfach. Du brauchst also einen guten Drehort mit genügend Licht, um schöne Videos zu drehen.

Mit einer Fotokamera filmen: Bewegung vermeiden

Wie bereits angemerkt lassen sich mit Fotokameras tolle Videos drehen, zumindest wenn man feste Kameraeinstellungen nutzt. Sobald aber Bewegung ins Spiel kommt (etwa bei Reisen) verschlechtert sich das Ergebnis.

Und woran liegt das? Meistens daran, dass der Autofokus nicht für den Videomodus geeignet ist.

Denn die meisten Modelle haben einen Autofokus, aber der ist vor allem für das perfektioniert, was die Kamera am besten kann: Fotos schießen. Sobald sie bewegt wird, fällt es der Kamera schwer, den Fokus selber zu regeln und so muss man eigenhändig für ein scharfes Bild sorgen.

Glaub mir, diese Aufgabe wird Dir jede Geduld abverlangen.

Daher ist es schlauer, feste Kameraeinstellungen zu bevorzugen und sich das Leben leichter zu machen. Auf diese Art kannst Du auch die Vorzüge der Systemkamera gegenüber des Camcorders besser genießen und Dich beispielsweise darauf konzentrieren, die Schärfentiefe richtig einzustellen.

Auf die Tonaufnahme achten

Es ist fast unmöglich, eine Systemkamera mit wirklich gutem Sound zu finden. Daher empfehlen wir auf jeden Fall in ein externes Mikrofon zu investieren, um den eigenen Videos ein professionelles Flair zu verleihen. Bei den leistungsstarken Modellen kann das Mikro direkt an das Gerät angeschlossen werden.

Aber bei einer Kompaktkamera ist das beispielsweise nicht möglich, weshalb Ton separat aufgenommen und nach dem Dreh mit dem Bild synchronisiert werden muss.

Ein kleiner Tipp: Am Anfang jeder Aufnahme kannst Du einmal in die Hände klatschen, um für die Nachbearbeitung ein Signal für die Synchronisation zu setzen. Ein bisschen so wie die Filmklappe.

Mehrere Einstellungen von einer Szene machen

Für Anfänger, die sich noch nicht so gut mit den Grundlagen der Belichtung und der Kameraführung auskennen, kann das Drehen Schwierigkeiten bereiten. Um sicherzustellen, dass man mindestens eine gute Aufnahme im Kasten hat, sollte man daher am Anfang die gleiche Szene mehrmals aufnehmen.

Das heißt jetzt nicht, dass für jede Szene 50 Einstellungen notwendig sind. Aber zumindest zwei oder drei sollten reichen, böse Überraschungen bei der Nachbearbeitung zu vermeiden.

Klar, bei einem Reisevideo sind mehrere Aufnahmen nicht immer möglich. Denn so geht auch viel Spontaneität verloren. Aber bei einem Video mit Skript solltest Du diesen Rat definitiv nicht vergessen!

Verschieden Perspektiven nutzen

Verschiedene Blickwinkel auf eine Szene aufzunehmen ist ein Rat, der für das Filmen mit Systemkamera und Camcorder gleichermaßen gilt. Mehrere Perspektiven helfen dabei, den Rhythmus des Videos zu kontrollieren und zu variieren. Mit einer Systemkamera sind Aufnahmen in Bewegung außerdem sehr schwierig, was diesen Rat umso wichtiger macht. Du kannst mit mehreren Perspektiven vermeiden, dass Dein Endresultat keine Dynamik hat.

Durch Dynamik garantierst du immerhin auch, dass der Zuschauer Deine volle Aufmerksamkeit hat.

Um Langweile zu vermeiden kannst Du aus mehreren Winkeln filmen.
Verschiedene Perspektiven machen Deinen Film dynamischer | Quelle: Unsplash

Achte aber darauf, dass die Perspektiven, wenn sie nach dem Schnitt hintereinander zu sehen sind, nicht zu wild durcheinander gewürfelt wirken. Der Zuschauer sollte immer wissen, wo die Handlung sich gerade abspielt und was gerade passiert. Daher ist es gut darauf zu achten, dass sich Objekte auf dem Set nicht zwischen den Einstellungen bewegen.

Das sind sie also, die wichtigsten Tipps, um ein toller Regisseur zu werden! Viel Erfolg!

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus