“Schnapp Dir ne Kamera. Dreh etwas. Egal wie klein, egal wie kitschig, egal ob Deine Freunde und Deine Schwester die Hauptdarsteller sind. Gib als Regisseur Dich an. Du bist jetzt ein Regisseur. Danach geht's nur noch darum, Dein Budget und Deinen Lohn auszuhandeln.”

– James Cameron

Auch wenn die deutsche Filmindustrie nicht die größte der Welt ist, wir Deutschen lieben es trotzdem, ins Kino zu gehen. Laut der Filmförderungsanstalt erwirtschafteten deutsche Kinos im Jahre 2019 mehr als eine Milliarde Euro, außerdem gab es 118,6 Millionen Kinobesucher. Wir werden mit Blockbustern aus Hollywood, internationalem Programmkino und tollen heimischen Produktionen verwöhnt. Eine Frage stellen sich aber sehr wenige: Was passiert hinter der Kamera?

Mittlerweile kann man unabhängig vom Preis tolle Kameras erwerben, egal ob Kompaktkameras für Einsteiger oder etwas hochwertigere Spiegelreflexkameras (DSLR) mit Vollformatsensoren. Jeder kann sich eine Kamera schnappen und sich an einem kleinen Dokumentarfilm oder einem Sketch versuchen. Vor allem für eine Plattform wie YouTube brauchst Du keine Ausrüstung à la Hollywood.  Aber unter all den Systemkameras ist die Auswahl sehr groß, wir wollen also herausfinden welche Kamera für Videos die beste ist. Los geht's!

Wieso eine Systemkamera kaufen, wenn man filmen möchte?

Heutzutage können wir dank hypermoderner Technik jegliche Aufgaben mithilfe eines Gerätes erledigen. Mit dem Smartphone kann man telefonieren, recherchieren und auch Videos und Fotos mit immer besser werdender Auflösung machen. Um einen Film zu drehen brauchtest Du noch vor gut 20 Jahren unbedingt einen Camcorder, heute reicht dafür Dein Handy… oder eben eine normale Kamera.

Auch mit Digitalkameras kann man Videos drehen.
Heutzutage gibt es einige tolle Kameras zum Filmen! | Quelle: Unsplash

Hobbyfotografen, die es mal mit Videos drehen ausprobieren wollen, greifen immer häufiger zur Digitalkamera, denn sie hat einen großen Vorteil. Vor allem für Vielreisende ist es sehr praktisch, dass man nun nichtmehr eine Kamera und einen Camcorder kaufen muss. Stattdessen dient die Digitalkamera als vielseitiges Tool, das mehrere Aufgaben übernehmen kann.

Diese Vielseitigkeit der Digitalkamera ist vielleicht der Hauptgrund, weshalb sie so gerne gekauft wird.

Es ist wirklich ein Luxus, wenn man ohne Qualität einbüßen zu müssen im Bruchteil einer Sekunde zwischen Fotos schießen und Videos drehen wechseln kann. Ein Luxus, der noch vor einigen Jahren nicht üblich war.

Der zweite große Vorteil der Digitalkamera sollte auch nicht unterschätzt werden: Die Bildqualität ist bei den meisten Modellen atemberaubend! Es hat natürlich einige technische Revolutionen gedauert, bis wir an diesem Punkt angelangt sind. Aber heute kannst Du mit Vollformat- oder APS-C-Sensoren eine höhere Auflösung erreichen als die hochwertigsten Geräte, die die Industrie zu Zeiten unserer Großeltern verwendete.

Trotzdem gibt es einen Unterschied zwischen dem Resultat, das Du mit einer Full-HD fähigen Kamera erreichst und den glanzvollen Aufnahmen, die heute im Kino zu sehen sind. Es sei also angemerkt, dass Dir eine Digitalkamera die geeignete Technik für ein Video auf YouTube bietet, sie aber nicht unbedingt die imposante Atmosphäre eines Blockbusters nachahmen kann.

Digitalkameras haben aber noch einen anderen Vorteil gegenüber von klassischen Camcordern: Die Tiefenschärfe. Diese misst, wie groß der scharfe (fokussierte) Bereich in Deinem Bild ist. Wenn Du die Tiefenschärfe beliebig verändern kannst, ist es möglich, ein Objekt im Vordergrund durch den Fokus scharf zu stellen, während der Hintergrund verschwommen bleibt. Dadurch kannst Du diesem Objekt mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen und ganz Allgemein die Perspektive des Zuschauers kontrollieren. Es ist also eine sehr wirksame Technik.

Du solltest Dir aber bewusst sein, dass es kein Spaziergang ist, den Fokus an einem Punkt zu halten. Klar, für ein unbewegtes Foto ist die Digitalkamera unschlagbar gut. Anders sieht es bei Fotos in Bewegung und Videos aus, denn hier weist sie eine Schwäche auf: Der Autofokus ist bei manchen Modellen noch ausbaufähig, wenngleich er stets verbessert wird, und in Bewegung den manuellen Fokus zu bedienen ist fast unmöglich.

Auch die Tonqualität des internen Mikrophons ist selten studiotauglich. Wir empfehlen definitiv ein externes Mikro zu kaufen, denn auch das schönste Video der Welt ist ohne anständigen Sound nur zweitklassig.

Trotz dieser Ungereimtheiten überwiegen im Endeffekt der Komfort und die tolle Videoqualität der Digitalkamera und diese Argumente sollten bei der Kaufentscheidung nicht unterschätzt werden!

Was macht eine gute Kamera aus?

Es gibt keine perfekte Formel für den Kauf einer guten Kamera. Jeder Benutzer muss seinen Bedürfnissen entsprechend entscheiden, was für ihn ein geeignetes Modell ist. Manche wollen beispielsweise hochkarätige Zeitlupenaufnahmen machen, während andere keinerlei Bedarf dafür haben.

Logischerweise spielt auch Geld eine große Rolle. Das eigene Budget bestimmt, was ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine teure Kamera in jedem Fall die besten Resultate liefern wird, denn das würde die Bedeutung eines hochwertigen Objektivs ignorieren. Du kannst ein kleines Vermögen in eine professionelle DSLR investieren, aber wenn Du kein Geld für ein anständiges Objektiv übrig hast, wird es Dir schwer fallen beispielsweise bei geringem Licht ein gutes Video zu drehen.

Eine Grundregel kannst Du Dir aber merken: Große Sensoren (Vollformat, APS-C…), die in guten DSLRs und Hybridmodellen eingebaut sind, können mehr Licht aufnehmen als kleinere. Solche Modelle kosten aber auch mehr als ihre Kompaktkamerakollegen.

Dann bieten heutzutage viele Digitalkameras die Möglichkeit, Videos in 4K zu drehen, der höchsten gängigen Qualität im Markt. 4K ist aber nicht immer die beste Option, denn die große Datenmenge schränkt ein und einige Bildschirme sind noch nicht in der Lage, 4K-Qualität zu zeigen. Daher reicht Full-HD häufig vollkommen. Kommen wir als zum Kamera Vergleich.

Die besten Kameras für Videos

Die Rangliste der besten Kameras zum Filmen wird von den Marken Fujifilm, Sony, Panasonic, Nikon und Canon beherrscht. Gute Bildstabilität, 4K-Option, austauschbare Objektive und messerscharfe Auflösung, diese Systemkameras haben alles, was das Herz begehrt und bilden die absolute Marktspitze. Natürlich nur, bis eine neue Generation an Digitalkameras geboren wird.

Welche Kamera zum Filmen?
Welche Kameras eignen sich für Videos? | Quelle: Unsplash

Fujifilm X-H1

Dieses Modell von Fujifilm war lange eine der besten Kameras für Videos, denn ihr Preis-/Leistungsverhältnis lässt sich sehen. Das heißt nicht, dass sie billig ist, allein für den Kamerabody (also ohne Objektiv und anderem Kamera-Zubehör für den Videodreh) zahlt man etwa 800 €, aber das ist weniger, als Du für andere Kameras mit ähnlichen Funktionen zahlen musst.

Die X-H1 ist keine klassische DSLR, sondern eine spiegellose Digitalkamera. Sie hat keinen Vollformatsensor, sondern einen etwas kleineren APS-C-Sensor. Die Stärke dieses Modells ist, dass sie selbst bei hoher Lichtempfindlichkeit (ISO) sehr wenig Bildrauschen zeigt.

Mit der ISO kannst Du Dein Bild aufhellen, wenn wenig Licht vorhanden ist und Du keinen Blitz verwenden möchtest. Bei einem sehr hohen ISO-Wert wirst Du ein Rauschen auf Deinem Bild erkennen können, aber bei dieser Kamera kannst Du verglichen mit anderen Kameras einen sehr hohen Wert einstellen, ohne auf viel Bildqualität verzichten zu müssen. Für die Fujifilm X-H1 wird empfohlen, nicht mit mehr als ISO 12 800 zu fotografieren (der höchstmögliche Wert ist ISO 51 200).

Mit starken 24.3 Millionen Pixeln ausgestattet, filmt die Kamera tolle Videos mit 30, 25 oder 24 Bildern pro Sekunde. Außerdem bietet sie eine sehr ausgereifte Bildstabilisierung, die in Situationen mit wenig Licht ebenfalls hilfreich ist.

Wie schon gesagt, solche Vorteile haben ihren Preis und mit Objektiv zahlt man gut und gerne über 1000 € für diese Kamera.

Sony Alpha 7

Durch ihre vor allem für Videos gut geeigneten Modelle hebt sich Sony schon seit einigen Jahren von der Konkurrenz ab. Vor allem ihre erste spiegellose Digitalkamera mit Vollformatsensor wurde sehr gelobt, denn erstmal erreichte die Qualität der kompakteren spiegellosen Kameras die der überlegenen, aber auch größeren DSLRs.

Seit dem Erscheinen der ersten Sony Alpha 7 sind einige neue Modelle der Reihe erscheinen, so wie die Sony Alpha 7R III. Der empfohlene ISO-Wert ist noch höher als der der Fujifilm X-H1, die Sony Alpha 7 kann noch bei einem Wert von ISO 32 000 starke Bilder abliefern. Aber diese wahnsinnig gute Bild- und Videoqualität hat ihren Preis.

Etwa 2000 € solltest Du berechnen, um dieses neuste Modell Dein Eigen nennen zu dürfen, ohne Objektiv. Klar, so eine Investition ist für viele nicht möglich und auch garnicht nötig. Solltest Du aber eine wahre Leidenschaft haben und vielleicht sogar auf professionellem Niveau produzieren wollen, dann ist dies die Kamera für Dich.

Panasonic Lumix GH5S

Diese Systemkamera ist vor allem für ihre starke Videofunktion bekannt und eignet sich daher vor allem für diejenigen, die hauptsächlich mit der Fotokamera filmen wollen und zwischendurch mal ein paar Bilder schießen werden. Die Lumix ist mit 10 Millionen Pixeln ausgestattet und kann 60, 50, 30, 25 oder 24 Bilder pro Sekunde im Videomodus aufnehmen.

Dadurch ist die Panasonic Lumix GH5S perfekt für Liebhaber von hochqualitativen Zeitlupen-Aufnahmen. Darüber hinaus kann man problemlos mit ISO 6 400 filmen oder fotografieren, der Maximale Wert liegt bei ISO 51 200.

Einziges Manko? Im Body der Kamera ist leider kein Bildstabilisator eingebaut, daher sollten Besitzer dieses Modells auf Objektive zurückgreifen, die einen solchen besitzen.

Auch der Preis ist kein Kaufgrund: Allein für den Body zahlst Du etwa 1600 €.

Olympus OM-D E-M1

Kameras von Olympus sind für ihre gute Handhabung und die Qualität ihrer Videos bekannt. Ihre Hybridkameras nutzen einen Micro 4/3 Sensor mit maximaler ISO von 25 600. Außerdem lassen sich Videos in 4K-Qualität und mit 30, 35 oder 24 Bildern pro Sekunde drehen.

Der Anfangspreis dieser Reihe liegt im Internet bei 1600 €. Wer nach günstigeren Angeboten sucht kann auch nach gebrauchten Modellen Aussicht halten.

Nikon D850

Dieses Modell ist verglichen mit stärkeren Konkurrenten recht teuer, aber trotzdem ist die Nikon D850 gut geeignet für Fotoliebhaber, die ab und zu ein paar hochwertige Videos drehen wollen. Die Spiegelreflexkamera kostet ohne Objektiv etwa 2100 €.

Ein Kameravergleich für den schmaleren Geldbeutel

Die besten Kameras zum Filmen sind meist auch die teuersten auf dem Markt. Das heißt aber nicht, dass es keine hochwertigen Alternativen fürs kleine Budget gibt.

Sony DSC-RX100

Diese Kamera hat sich schon bei einigen Backpackern auf langen Reisen bewährt und wir empfehlen sie daher sehr, auch fürs Filmen.

Wenn Du eine handliche und günstige Alternative zu einer DSLR suchst, kauf Dir eine Kompaktkamera.
Kompaktkameras wie diese hier haben zwei Vorteile: Sie sind kleiner als klassische DSLRs und meistens auch günstiger. | Quelle: Unsplash

Intuitiver Fokus, Leichter und kleiner Body, der sich überall verstauen lässt, Videos mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde: Dieses Modell kann vieles, was sonst nur die großen Kameras können, außer vielleicht 4K. Sony hat das Kunststück geschafft, eine Kompaktkamera mit der Qualität einer hochwertigen DSLR herzustellen.

Du kannst die Kamera für etwa 300 € finden.

Mittlerweile sind einige Nachfolgermodelle erschienen (Sony RX100 II, III oder IV), welche eine noch bessere Ausstattung und teilweise sogar 4K anbieten.

Canon G7 X Mark III

Die Canon G7 Mark II ist etwas teurer als das Modell von Sony, dafür bietet sie die Möglichkeit, trotz eines kleinen Gehäuses Videos in messerscharfem 4K zu drehen. Diese Kamera eignet sich für diejenigen Fotografen, die keine Lust mehr auf ein klotziges Gerät haben und ist für etwa 750 € zu haben. 

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus