"Wenn ich die Geschichte in Worten erzählen könnte, bräuchte ich keine Kamera mit mir herumzuschleppen."

– Lewis Hine

Ob in den USA, Frankreich oder bei uns in Deutschland - Ins Kino zu gehen ist eine weit verbreitete Freizeitaktivität. Einer Statista-Umfrage nach ist in Deutschland der Actionfilm der beliebteste unter allen verschiedenen Genres. Aber egal ob Action, Komödie oder Drama, Filme haben alle den gleichen Zweck uns auf irgendeine Art zu bewegen. Es macht definitiv Spaß und ist ein lohnenswertes Unterfangen, sich als Regisseur zu versuchen und einen eigenen Film zu drehen.

Dafür musst Du allerdings die Grundlagen des Filmes kennen und wissen, was Du beim Filmen beachten musst und wie Deine Kamera den Prozess beeinflussen wird.

Die Unterschiede zwischen Kompakt-, Spiegelreflex-, Hybrid- und Bridgekamera

Jeder der schon einmal eine Kamera gekauft hat kennt es. Egal ob zum Filmen oder Fotografieren, der Kauf einer guten Kamera kann angesichts der endlosen Auswahl eine komplizierte Aufgabe sein. Die größten Hersteller (Sony, Canon, Nikon, Panasonic, Olympus, Fujifilm) bieten allesamt hochwertige Kameras und auch ihre eigenen Objektive. Aber bevor es an die Wahl des Modells geht muss man sich grundlegend fragen: Habe ich den Anspruch ein professioneller Fotograf zu werden oder möchte ich lediglich ein paar schöne Urlaubsvideos für die Familie drehen? Die Antwort bestimmt die Wahl der richtigen Kamera.

Wir suchen gute Kameras zum Filmen.
Was sind gute Kameras zum Filmen? | Quelle: Unsplash

Gleichzeitig werden Kompaktkameras immer leistungsstärker und der Unterschied zwischen ihnen und den professionelleren Spiegelreflexkameras (DSLR) immer kleiner.

Bevor Du Dich für eine Kamera zum Filmen entscheidest, solltest Du die wichtigsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten digitaler Systemkameras kennen.

Für Fotoliebhaber ist die Spiegelreflexkamera das Ideal. Der etwas größere Body der Kamera ist meistens perfekt dafür geeignet, zusätzliche Ausrüstung draufzuschrauben und dadurch mehr Möglichkeiten zu haben: Von verschiedensten Objektiven (Teleobjektiv, Weitwinkel, Festbrennweite…) über externen Batterien, bis hin zu Mikrofonen und vieles mehr - alles findet seinen Platz. Der eingebaute Spiegel wirft das Licht, welches durch das Objektiv eintritt, auf den Sensor, wo dann das Foto entsteht.

Wenn der Benutzer also durch den Sucher schaut, sieht er direkt das echte Bild, das sich vor dem Objektiv befindet.

Hybridkameras und spiegellose Systemkameras haben hingegen keinen Spiegel. Da das Foto nicht vom Spiegel reflektiert wird gelangt es direkt auf den Sensor. Dieser ist jedoch bis zum Auslösen verdeckt, so dass ein digitales Abbild des Bildes erzeugt werden muss, damit der Benutzer durch den Sucher sehen kann, was er fotografieren möchte. Dadurch, dass der Spiegel fehlt, sparen solche Kameras viel Platz ein und sind so meistens kompakter als die klassische DSLR.

Der größte Unterschied zwischen Spiegelreflex und Hybridkamera liegt also darin, wie das Licht aufgefangen und das Bild aufgenommen wird. Denn Unterschiede aus früheren Zeiten sind nicht mehr zwingend. Heutzutage ist es auch bei der spiegellosen Systemkamera üblich, dass man das Objektiv austauschen kann. Bei Bridgekameras ist das wiederum nicht möglich.

Die etwas weniger bekannte Bridgekamera wird von der immer besser werdenden Kompaktkamera abgedrängt. Sie bietet nichtsdestotrotz häufig eine bessere Objektiv-Qualität als Letztere. Die Bridgekamera ähnelt der DSLR in Sachen Bedienung. Ihre Hauptzielgruppe sind allerdings eher Anfänger der Fotografie und Videographie.

Die Kompaktkamera ist ein kleines Gerät, das locker in jede Tasche passt und lange Zeit nur für schnelle Urlaubsfotos genutzt wurde. In den letzten Jahren wurde die Kompaktkamera jedoch immer besser und kann heute mit so manch einer Einsteiger-DSLR mithalten.

Eine hochwertige Kompaktkamera ist außerdem sinnvoller als eine DSLR mit schlechtem Objektiv.

Die verschiedenen Kameraarten unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: Die Größe des Sensors. Der Sensor ist der Teil der Kamera, welcher das eintretende Licht auffängt und daraus ein Bild macht. Er ist das Herzstück des Geräts.

Den größten Sensor haben grundsätzlich Spiegelreflexkameras. Das macht sie zur ersten Option für professionelle Fotografen, denn je größer der Sensor ist, desto besser wird das Licht eingefangen. Dadurch lassen sich selbst in dunklen Umgebungen Fotos mit hoher Auflösung schießen.

Bis vor kurzer Zeit waren Sensoren in Vollformat den DSLRs vorbehalten. Erst in den letzten Jahren begannen die renommierten Hersteller, allen voran Sony, auch Hybridkameras damit auszustatten. Die erste spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor nannte sich Sony Alpha 7 und war ein voller Erfolg.

Die Forscher von Canon, Panasonic, Sony und Co werden also immer weiter daran arbeiten, ihre Kameras zu revolutionieren und immer besser Foto- und Videotechnik zu produzieren.

Mit einer Spiegelreflexkamera Videos drehen

Ob Du eine Spiegelreflexkamera zum Filmen nutzen solltest, hängt davon ab, welches Objektiv du benutzt. In jedem Fall solltest Du wissen, was die Vor- und Nachteile einer solchen Kamera zum Filmen sind.

Mit einer DSLR hast Du eine tolle Auflösung.
Spiegelreflexkameras sind zwar etwas sperrig, bieten jedoch sehr gute Qualität. | Quelle: Unsplash

Der Faktor, der Deine Fotos und Videos am meisten beeinflussen wird ist der Sensor. Aber er ist nicht der einzige Faktor. Auch die Wahl eines guten Objektivs ist wichtig. Denn die Bild- und Videoqualität wird sehr stark vom verwendeten Objektiv abhängen.

Um Videos zu drehen solltest Du beispielsweise nicht in ein Teleobjektiv investieren, außer du möchtest eine Tierdokumentation drehen. Große Objektive können sperrig sein und das Filmen erschweren. Ein Objektiv mit verschiedenen Brennweiten ist trotzdem eine gute Idee. Ein Objektiv mit klassischer 35 - 70 mm Brennweite ist beispielsweise perfekt, denn es ermöglicht Totalaufnahmen, Halbnahe Aufnahmen und bis zu einem bestimmten Grad auch Großaufnahmen.

Aber Achtung! Wenn Du ein professionelles Video machen möchtest solltest Du während einer Aufnahme niemals zoomen.

Deshalb eignen sich auch Festbrennweiten fürs Filmen. Die Qualität solcher Objektive ist sehr hoch und sie erlauben es dem Benutzer, sich mehr auf die Einstellung zu fokussieren, als auf den Zoom.

Festbrennweiten sind meisten auch sehr lichtstark eine Blende, die sich auf f 1.8 oder f 2 öffnet kann sehr hilfreich sein. Diese Objektive kosten meistens dafür einiges mehr aber sie werden die Qualität Deiner Videos verbessern und vor allem bei lichtarmen Situationen aushelfen.

Vor dem Kauf einer DSLR sollte man sich weiterhin bewusst sein, dass das Gewicht des Bodys recht hoch ist. Dazu kommt das Gewicht des Objektivs und schon muss man einen echten Klotz mit sich tragen

Bemerkbar macht sich das dann besonders im Urlaub. Andererseits ist es recht einfach, eine schwere Kamera stabil in der Hand zu halten, was die Aufnahmen ruhiger macht.

Mit einer Hybridkamera Videos drehen

Wer keine Lust hat, im Urlaub den ganzen Tag mit einer sperrigen und schweren DSLR herumzulaufen, sollte sich Hybridkameras anschauen. Ihre Bodys sind um einiges leichter und kleiner und die Qualität hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Vor allem Modelle wie die Sony Alpha 7  oder die Panasonic Lumix Reihe werden immer mehr auch von Profis verwendet. Sie scheint auch in Situationen, wo es wenig Licht gibt und wird dadurch von Videographen wertgeschätzt, egal ob Anfänger oder Profi.

Eine Kamera wie die Sony Alpha 7 liefert tolle Videos.
Hybridkameras sind sehr beliebt wenn es um Videos geht. | Quelle: Unsplash

Genau wie bei Spiegelreflexkameras kannst Du auch die Objektive von Hybridkameras wechseln. Ein Riesenvorteil für einen so kleinen Body.

Wer eine solche Kamera bevorzugt sollte jedoch damit planen, zeitnah in ein anständiges Mikrofon zu investieren. Denn egal wie stark die Auflösung der Videos mittlerweile geworden ist, der Sound, der über das interne Mikrofon aufgenommen wird, ist immer noch nicht ausreichend für die meisten Videoprojekte. Ein Mikro als Zubehör für die Kamera kann jedoch die Kamera wieder sperriger machen.

Auch beim Thema Bildstabilisator solltest Du aufpassen. Einige Modelle haben zwar einen eingebauten Stabilisator im Body, aber das ist nicht immer der Fall. Ein Video ohne Stabilisator zu filmen ist sehr schwer, dass Resultat wird meist verwackelt und unbrauchbar sein. Darauf sollte man also achten, bevor man auf “Aufnehmen” drückt.

Hybridkameras sind also nicht so sperrig wie DLSRs und mittlerweile genauso leistungsfähig, aber der Preis kann ein Nachteil sein. Für die besten Modelle zahlt man etwa 2000 €.

Mit einer Bridge- oder Kompaktkamera Videos drehen

Eine Bridgekamera ist heutzutage nicht unbedingt die beste Kamera für Videos. Du hast nicht die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln und besonders klein sind die Kameras auch nicht.

Anders sieht es bei Kompaktkameras aus, diese haben mittlerweile einen festen Platz im Herzen von Videoliebhabern. Mit hochwertigen Kompaktkameras kannst Du Videos von höchster Qualität und teilweise auch 4K-Auflösung machen und hast gleichzeitig fortgeschrittene Features wie Zeitlupenaufnahmen zur Verfügung.

Ihr größter Vorteil ist natürlich, dass sie überall mitgenommen werden können, ohne das die Kamera zur Last wird.

Stabilisation ist jedoch eine Schwäche der Kompaktkamera, hier wirst Du mit Accessoires wie Stativen nachhelfen müssen.

Sie sind in jedem Fall um einiges günstiger als DSLRs oder Hybridkameras und können jedem Amateur helfen, eine sehr gute Videoqualität zu bekommen.

Wie man eine gute Kamera zum Filmen auswählt

Die Wahl der besten Kamera zum Filmen hängt also hauptsächlich vom verfügbaren Budget, aber auch vom Zweck der Kamera ab.

Wer einfach nur schöne Reisevideos machen möchte, wird mit einer Kompaktkamera gut bedient sein. Für professioneller Videos empfehlen wir eher, eine Hybridkamera oder DSLR zu kaufen, denn hier lässt sich das Objektiv wechseln. Die Auflösung der Kompaktkamera kann bei günstigen Lichtverhältnissen zwar mithalten, aber verschiedene Objektive zur Verfügung zu haben ist Gold wert und bei wenig Licht haben DSLR und Hybridkamera einen Vorteil. Wem das wichtig ist, sollte sich die Sony Alpha 7 oder Mittelklassen-DSLRs von Canon (EOS Reihe) anschauen. Ob es dann eine DSLR wird oder eine spiegellose Kamera, hängt von einigen Detailfragen ab: Was für einen Sucher bevorzugst Du? Hast Du bestimmte Vorstellungen für das Display?

Solltest Du Dich für eine DSLR oder eine Kompaktkamera entscheiden?
Also, mit welcher Kamera wird Dein Video schöner? Mit einer DSLR oder einer Kompaktkamera? | Quelle: Unsplash

Im Endeffekt kommt es aber auch auf Deine Gewohnheit und Präferenzen an. Manche Menschen werden sich für eine DSLR entscheiden, weil sie diese schon gewohnt sind und, weil sie bereits die passenden Objektive haben. Andere werden Lust haben sich an einer Hybridkamera auszuprobieren.

Das beste Preis-/ Leistungsverhältnis wirst Du unter Berücksichtigung Deines Niveaus und Deiner Ziele finden.

Ein paar wichtige Begriffe

Hier noch ein paar Begriffe, die Du kennen solltest, um dich ans Filmen zu machen.

4K

Die meisten Systemkameras sind mit 4K-Videofunktion ausgestattet. Aber Vorsicht, dabei handelt sich es nicht um das gleiche 4K, das im Kino verwendet wird (4096 x 2160 Pixel). Vielmehr geht es um eine verbesserte Version des Full HD, denn es hat das gleiche 16:9 Verhältnis nur mit mehr Pixel (3840 x 2160). Der korrekte Begriff ist 4K UHD.

Autofokus

Der Autofokus ermöglicht es, dass die Kamera von alleine auf ein Objekt fokussiert. Die Kamera wird entweder die Bildmitte oder ein nahes Objekt scharf stellen. Manchmal kann der Autofokus beim Filmen jedoch Probleme bereiten. In solchen Fällen kannst Du versuchen, manuell scharf zu stellen.

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Siad

Student der Poltikwissenschaft, Hobbiefotograf und Kochbegeisterter. Spezialität: Hummus