Medizin zu studieren ist der Traum vieler junger Menschen. Dementsprechend begehrt sind auch die Studienplätze an deutschen Universitäten.

Ein guter Abischnitt reicht schon längst nicht mehr aus, um ohne lange Wartezeit an einer medizinischen Fakultät aufgenommen zu werden. Um über die NC-Quote ein Medizinstudienplatz zu erhalten, braucht man hervorragende Abturnoten.

Ab dem Sommersemester 2020 trat eine neue Verfügung in Kraft, die die Studienplatzvergabe im Fachbereich Medizin neu regelt und über zwei Jahre hinweg schrittweise eingeführt wird. Anstelle der Wartesemester tritt eine zusätzliche Eignungsquote, bei der die Abiturnoten nicht berücksichtig werden.

Können Lateinkenntnisse helfen, schneller an einen Medizinstudienplatz zu kommen? Ist der Nachweis über das Latinum verpflichtend für ein Medizinstudium? Und was bringt Latein im Medizinstudium überhaupt?

In diesem Artikel gehen wir diesen Fragen nach. Zu allererst versuchen wir etwa Ordnung in die Verwirrung um die Begriffe Latinum, kleines Latinum und großes Latinum zu bringen. Im Anschluss widmen wir uns dem Thema „Latein im Medizinstudium“.

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Was ist das Latinum?

Der Begriff Latinum ist die Abkürzung für „examen latinum“ – lateinische Prüfung. Es handelt sich also um einen offiziellen Nachweis über Lateinkenntnisse.

Bereits wurde 1979 in den meisten Bundeländern das KMK-Latinum, eine Vereinbarung der deutschen Kultusministerkonferenz, eingeführt, das die früher üblichen Qualifikationen großes Latinum und kleines Latinum abgelöst hat. Trotzdem tauchen die beiden Begriffe immer wieder auf, was für Verwirrung sorgen kann.

Wird einfach nur von Latinum gesprochen kannst Du davon ausgehen, dass damit das bundesweit anerkannte KMK-Latinum gemeint ist. Tatsächlich bieten nach wie vor einige Bundesländer weiterhin eine großes und oder kleines Latinum an. In diesen Fällen wird, das KMK-Latinum als „normales“ oder „mittleres“ Latinum bezeichnet.

kleines Latinum
Latinum
Latinum
großes Latinum
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Latinum
großes Latinum
Latinum
Nordrhein-WestfalenBaden-WürttembergBremenBayern
ThüringenMecklenburg-Vorpommern HamburgBerlin
Rheinland-PfalzNiedersachsenBrandenburg
SaarlandSachsen-AnhaltHessen
Schleswig-HolsteinSachsen

In der Regel wird ein Latinum im Schulunterricht erworben und im Abschlusszeugnis ausgewiesen. Erreichen kannst Du es, indem Du während einer festgelegten Anzahl von Schuljahren, den Lateinunterricht besuchst und jeweils mindestens eine ausreichende Jahresendnote (4,0 oder 5 Punkte) erreichst, ohne dass Du eine weitere Prüfung ablegen musst.

Wird Latein anstatt Französisch bereits in der 5. Klasse begonnen und durchgehend besucht, hat man bereits am Ende des 10. Schuljahres ein Latinum in der Tasche. Bei späterem Beginn hängt die Dauer des Lateinunterrichts, von Deinem gewählten Ausbildungsprofil ab.

Die exakten Regelungen können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Informiere Dich am besten direkt bei Deiner Schule, über die Möglichkeiten, ein Latinum zu erwerben.

Mit einem Latinum bist Du in der Lage, lateinische Originaltexte von Autoren wie Cicero, Sallust oder Livius sachlich richtig zu übersetzen. Dazu musst Du nicht nur die lateinische Grammatik beherrschen und über einen ausreichenden Wortschatz verfügen, sondern auch Kenntnisse der römischen Politik, Geschichte, Philosophie und Literatur besitzen.

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Braucht man das Latinum um Medizin zu studieren?

Einer der großen Mythen, der sich rund um das Medizinstudium hartnäckig hält: kein Medizinstudium ohne Latinum.

Während vieler Jahrzehnte, gab es tatsächlich ein Lateinobligatorium für viele Studiengänge, darunter auch Jura und Medizin. Während das Latinum für manche geisteswissenschaftliche und sprachwissenschaftlichen Studiengänge weiterhin erforderlich ist, wurden Jura und Medizin schon längst aus der Liste gestrichen.

Für ein Medizinstudium brauchst Du also kein Latinum.

Die Zulassungsbedingungen für ein Medizinstudium sind vergleichsweise hart. Der überdurchschnittliche NC und viele Wartesemester, schrecken viele von einer Bewerbung ab. Die Bestimmungen zur Studienplatzvergabe wurden jedoch vor Kurzem geändert und ab dem Sommersemester 2020 über zwei Jahre hinweg schrittweise eingeführt.

Zulassung zum Medizinstudium: NC, Wartesemester, aber kein Latinum.
Das Warten hat ein Ende - neuerdings gibt es eine Zusätzliche Eignungsquote beim Zulassungsverfahren für das Medizinstudium. | Quelle: Jaime Top via Unsplash

Mit der neuen Regelung spielen die Wartesemester keine Rolle mehr im Zulassungsverfahren. Anstelle dessen muss jede Universität mindestens zwei weitere „bedeutsame“ Auswahlkriterien berücksichtigen.

Das kann zum einen ein gutes Ergebnis im TMS (Test für medizinische Studiengänge) sein, mit dem Du Deinen Abi-Schnitt nachträglich aufbessern kannst. Andererseits gibt es neuerdings die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ), bei der die Schulnoten nicht berücksichtigt werden.

Über diese Quote werden zukünftig 10% der Medizinstudienplätze vergeben. Welche Kriterien dabei wie stark bewertet werden, entscheiden die Hochschulen selbst. Dabei kann es sich um eine Ausbildung in einem medizinischen Beruf, außerschulische Qualifikation, Berufstätigkeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder auch um Auswahlgespräche handeln.

Lateinkenntnisse spielen auch hier keine Rolle.

Du musst Dir also keine Sorgen machen, wenn Du Dich für ein Medizinstudium interessierst, aber keinen Lateinunterricht besucht hast. Trotzdem kann man Schüler*innen, die bereits wissen, dass sie später ein Studienfach im medizinischen Bereich belegen möchten, nur empfehlen, Latein bereits in der Schule zu wählen.

Was bringen Lateinkenntnisse im Medizinstudium?

Latein war über einen langen Zeitraum eine Grundvoraussetzung für das Medizinstudium, heute ist das nicht mehr der Fall. Das liegt nicht daran, dass es plötzlich ganz unwichtig geworden wäre, sondern weil mehr an den veränderten Auswahlverfahren und dem Aufbau des Studiengangs.

Die medizinische Terminologie

Nach wie vor ist die lateinische Sprache in der Medizin präsent. Besonders in der Anatomie werden hauptsächlich lateinische Fachbegriffe verwendet. In der klinischen Medizin wird ein latinisiertes Griechisch verwendet. Das bedeutet, dass die Wortstämme aus dem Altgriechischen stammen, jedoch den Regeln der lateinischen Grammatik und Aussprache folgen.

Die medizinische Terminologie folgt festgelegten Regeln nach einem internationalen Standard. So sind beispielsweise Diagnosen oder Wirkstoffe in Medikamenten unabhängig von der gesprochenen Sprache unmissverständlich widergegeben werden.

Kein Latinum mehr, dafür ein Terminologie Kurs.
Medizinstudenten müssen einen Terminologie Kurs belegen. | Quelle: Robina Weermeijer via Unsplash

Zu Beginn der 1970er Jahre wurde in Deutschland das Latein Obligatorium für ein das Medizinstudium abgeschafft und durch das Fach „medizinische Terminologie“ ersetzt. In diesem Terminologie Kurs zu Beginn des Studiums, wirst Du also direkt in der Uni alle notwendigen Grundlagen lernen.

In diesem Kurs wirst Du nicht nur Vokabeln auswendig lernen, sondern auch einige grundlegende Kenntnisse der lateinischen Grammatik erwerben. Insbesondere die Deklination von Substantiven und Adjektiven, sowie die Steigerungsformen der Adjektive sind in der medizinischen Terminologie von großer Bedeutung.

Wenn Du bereits in der Schule den Lateinunterricht besucht hast, wird Dir das deutlich leichter fallen. Deine Grammatikkenntnisse werden bereits umfassender sein, als in diesem Kurs erwartet wird und auch einige der Vokabeln werden Dir bereits bekannt vorkommen.

Viele Medizinstudent*innen berichten zwar, dass der Terminologie Kurs das einfachste Fach und die leichteste Prüfung im ganzen Studium sei. Auch ohne Vorkenntnisse in Latein, musst Du davor also keine Angst haben.

Bedenke jedoch, dass zu Beginn Deines Studiums vieles neu sein wird. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und in das eigenständige Lernen, wie es an der Universität erwartet wird, muss man sich erst etwas gewöhnen. Vielleicht bist Du zum Studieren sogar von Deinen Eltern weg in eine andere Stadt gezogen und kümmerst Dich zum ersten Mal selbst um alles, was im Alltag so ansteht.

Diese Umstellung kann sehr aufregend und toll sein, aber manchmal auch etwas überfordernd. Spätestens in diesem Moment wirst Du dankbar sein, wenn es ein Uni Fach gibt, in dem Du Dich etwas zurücklehnen kannst. Lateinunterricht in der Schule kann Dir also den Einstieg in das Medizinstudium erleichtern.

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Im Lateinunterricht lernt man mehr als nur Latein

Auf dem Weg zum Latinum werden natürlich Grammatik und Vokabeln gebüffelt und geschichtliche und philosophische Hintergründe der Texte kennengelernt. Angewandt wird das alles beim Übersetzen von Texten. Hierbei erwirbst Du weitere Kompetenzen, die im Studium hilfreich sein können.

Latein ist für Medizin nicht mehr verpflichtend aber hilfreich.
Im Latein Unterricht erwirbst Du Kompetenzen, die im Medizinstudium hilfreich sein können. | Quelle: National Cancer Institute via Unsplash

Das Übersetzen lateinischer Texte erfordert einiges an Konzentration und Aufmerksamkeit. Einerseits muss man sehr genau hinschauen, um die grammatikalische Struktur eines Satzes zu entschlüsseln. Andererseits sollte man in der Lage sein, den Originaltext vor seinem kulturellen und historischen Hintergrund zu betrachten.

Für eine korrekte Übersetzung, müssen also Zusammenhänge erkannt und richtig gedeutet werden. Dies ist eine der wichtigsten Grundlagen für wissenschaftliches Arbeiten. Wenn Du durch den Lateinunterricht bereits erste Erfahrungen damit gemacht hast, wird Dir das auch im Medizinstudium von Nutzen sein.

Es gibt also keinen Grund, Schüler*innen vom Lateinunterricht abzuraten. Wenn Du die Schule bereits ohne Latinum angeschlossen hast und Dich jetzt auf einen Studienplatz für Medizin bewerben möchtest, ist das aber auch kein Problem.

Du möchtest, doch lieber Latein studieren? Auch dafür haben wir Dir alle wichtigen Informationen zusammengestellt.

Wenn Du vor Beginn der Ausbildung Lust hast, Dich etwas tiefer mit der lateinischen Sprache zu befassen, kannst Du jederzeit einen Lateinkurs besuchen, oder privaten online Lateinunterricht nehmen. Du musst aber das Latinum nicht nachholen, die notwendigen Grundkenntnisse werden Dir im ersten Semester in der Uni vermittelt werden.

Ob mit oder ohne Latein: viel Erfolg bei Deinem Medizinstudium!

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.