Es kann schwer sein, die verschiedenen Zutaten und Gerichte aus Mexiko zu verstehen…

In Deutschland gibt es unglaublich viele Läden, wo Ihr Tacos, Burritos oder Nachos bestellen könnt. Aber wie viel haben diese Gerichte überhaupt mit der richtigen mexikanischen Küche gemeinsam?

Weizen Tortillas werden zum Beispiel nur in kleinen Teilen im Norden Mexikos gegessen, sind also auch nicht wirklich traditionell. Weizen wurde schließlich von den Spaniern in der Kolonialzeit nach Mexiko gebracht. Tex-Mex Gerichte, die man häufig in einem amerikanischen Diner finden kann, haben ebenfalls wenig mit mexikanischem Essen gemeinsam, denn alleine schon die Zutaten wie geriebener Käse gibt es zum Teil überhaupt nicht in Mexiko.

Die mexikanische Küche hat ihre Wurzeln in den mittelamerikanischen Traditionen und existiert bereits seit mehr als 9000 Jahren. Die Nahrung der Mayas und Azteken gilt als die traditionelle mexikanische Küche, vor dem Einfall der spanischen Eroberer.

Von den 32 mexikanischen Staaten gelten die südlichen Regionen als diejenigen, in denen die traditionellen Gerichte noch am meisten bewahrt wurden. Der Einfluss der Spanier und die Kolonialisierung konnten die mexikanische Küche nicht von hier vertreiben, und die weite Distanz zur Grenze mit den USA hält die Gerichte von amerikanischen Einflüssen fern.

Einige Gerichte werden in ganz Mexiko gegessen und führen uns bis ins Aztekenreich zurück. Zu diesen Zutaten gehören Mais, Bohnen, Kürbis, Amarant, Chia, Avocados, Tomaten, Kakao, Vanille, Agave, Truthahn, Süßkartoffel, Kaktus und Chili.

Allerdings ist Mexiko ein Land mit großen regionalen Unterschieden. Die vielen indigenen Gruppen, die das Land bewohnen, sind der Ursprung der vielfältigen Gerichte und Zutaten, die die mexikanische Küche ausmachen.

Erfahrt jetzt alles über die mexikanische Küche, bevor Ihr selbst mexikanische Rezepte lernt…

Mais: Der Eckpfeiler der mexikanischen Traditionen

In Mexiko wird fast alles aus Mais gemacht.
Mais ist das Grundnahrungsmittel der Mexikaner. | Quelle: Pixabay

Mexikanisches Essen wäre nicht das, was es ist, ohne eine sehr wichtige Zutat: Mais. Der erste Nachweis für den Anbau dieser Pflanze wurde im Balsas Flusstal im Süden von Zentralmexiko gefunden. Historiker datieren den Anfang der Nutzung von Mais als Speisepflanze auf vor mehr als 9000 Jahren.

Von Mexiko aus wurde Mais in ganz Südamerika verbreitet. Durch ein sorgfältiges Auswahlverfahren verwandelten die Mayas und Azteken die Pflanze, die in der Regel nur einen einzigen Zoll Kolben pro Pflanze produzierte, in die hohen, sperrigen Kolbenpflanzen, die wir heute kennen.

Mais ist heute das größte und am meisten verbreitete Getreide der Welt mit einer Produktion von 1 Milliarden Tonnen im Jahr 2017.

Noch viel wichtiger für uns ist allerdings, dass Mais eine der Hauptzutaten für mexikanische Gerichte ist. Tortillas (auch blandas genannt) werden zum Beispiel aus Maismehl hergestellt und gehören zu so gut wie jedem mexikanischen Rezept.

Auch viele andere mexikanische Gerichte werden mit Mais zubereitet, darunter Tamales, Atole, Tostadas, Gorditas, Quesadillas, Chilaquiles, Enchiladas, Chalupas, Tacos, und Tortilla-Chips.

Mais wird in Mexiko nicht nur gegessen, sondern auch als Getränk zu sich genommen. Dieses Maisgetränk heißt Atole und existiert bereits seit dem meso-amerikanischen Zeitalter. Es wird aus heißem Mais, Masa (Maismehl, das in einem Prozess namens Nixtamalisation bearbeitet wurde), Zuckerrohr, Vanille und Schokolade oder Früchten hergestellt.

Besonders während der Weihnachtszeit ist Atole sehr beliebt und wird häufig zum Frühstück getrunken.

Die Bedeutung von Mais für die Mexikaner geht auf die Mayas zurück, die glaubten, dass Gott den Menschen aus Mais geschaffen hatte. Auch wenn die meisten Mexikaner Katholiken sind (mehr als 80%!), werden noch viele traditionelle Brauchtümer und Glaubensrichtungen in den Dörfern praktiziert.

Daher feiert man in Mexiko jedes Jahr am 29. September den Mais-Tag.

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Guacamole: Eine jahrtausendealte Köstlichkeit

Niemand weiß, wann die Guacamole erfunden wurde. Was jedoch sicher ist, ist, dass Spanier, die im frühen 16. Jahrhundert in Zentralamerika ankamen ein Gericht aus Avocados, Tomaten und Chili serviert bekommen - alles natürliche Zutaten aus der Region.

Wie macht Ihr die Avocadocreme?
Guacamole kommt aus Mexiko und ist überall beliebt. | Quelle: Pixabay

Heute sehen viele Rezepte für Guacamole auch Koriander und Limette vor, zwei weitere regionale Zutaten aus Mexiko. Allerdings wird heute eine andere Art von Avocado für den beliebtesten Dip der Welt verwendet als damals bei den Azteken.

Dank der Guacamole steigen die Verkaufszahlen für Avocados übrigens seit Jahren. In den USA wurden zum Beispiel nur für den letzten Super Bowl mehr als 5.5 Millionen Kilo Avocados zu Guacamole verarbeitet.

Der Name des typisch mexikanischen Gerichts bedeutet übrigens wörtlich übersetzt Avocado („guaca“) Soße („mole“)!

Falls Du wissen möchtest, wie Du dir selber mexikanisch kochen beibringen kannst, erfährst Du in unserem Artikel mehr über Kochschulen, Blogs und Webseiten mit hilfreichen mexikanischen Rezepten!

Mole, Mole, Mole

Wo wir gerade von Mole sprechen, dieses Wort beschreibt eine ganze Reihe an traditionellen Saucen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Es gibt sehr viele verschiedene mexikanische Mole und alle basieren auf vielen regionalen Küchen.

Zwei mexikanische Staaten streiten sich um die Erfindung der Mole: Puebla und Oaxaca, die beide im Süden Mexikos liegen.

Mole Poblano ist eines der bekanntesten Mole Rezepte in Mexiko und gilt als eines der typischsten mexikanischen Gerichte. Es stammt aus Puebla und beinhaltet um die 20 Zutaten. Die beiden wichtigsten Zutaten sind allerdings Chilischoten und Schokolade!

Könnt Ihr Euch die Sauce vorstellen?
Schokolade und Chili sind die Grundzutaten für die Mole Publano. | Quelle: Pixabay

Die Schokolade dient dazu, die Schärfe der Chilis abzuschwächen, und auch wenn sie nicht den Geschmack der Sauce dominiert, gibt sie ihr ihre typische dunkle Farbe. Mole Publano wird meistens mit Fleisch zu besonderen Anlässen gegessen, zum Beispiel Hochzeiten, Geburtstagen, Taufen oder zur Weihnachtszeit. Auch am Cinco de Mayo wird Mole Publano serviert.

Oaxaca, der andere Staat, der sich als Ursprung der Mole sieht, wird auch als „das Land der sieben Molen“ bezeichnet: Mole Negro, Colorado, Amarillo, Verde, Chichilo, Coloradito, und Mancha Manteles.

Mole Negro ist die beliebteste Mole aus Oaxaca und ist sogar noch dunkler als die aus Puebla. Die Zutaten ähneln den für die Mole Poblano, allerdings ist die Mole Negro einzigartig durch den Gebrauch von hoja santa, einem regionalen aromatischen Kraut.

Die Mole Negro wird von Köchen häufig als eines der schwierigsten mexikanischen Rezepte beschrieben.

Wenn Du gerne mehr über den Einfluss der mexikanischen Küche weltweit erfahren möchtest, dann schau in unseren Artikel zu diesem Thema.

Pozole: Die heilige Suppe

Pozole besteht aus Mais (Überraschung!) und wurde von den Azteken und Ureinwohnern in Mesoamerika zu besonderen Anlässen serviert: Die Suppe aus Maiskörnern war für Menschenopferungsrituale reserviert.

Heute ist das natürlich anders und Pozole isst man bei Feiern wie dem Unabhängigkeitstag von Mexiko oder zu Neujahr. Es gibt 3 traditionelle Variationen von Pozole:

  • Weiße Pozole ohne Salsa,
  • Grüne Pozole mit einer Sauce aus Tomaten, Epazote, Koriander, Jalapeños oder Pepitas.
  • Rote Pozole mit einer Sauce aus Chilis, einschließlich Guajillo, Piquin oder ancho.

Zur Pozole werden verschiedene Gewürze und Beilagen gereicht, sodass jeder nach Belieben nachwürzen kann: Zwiebel, Salat, Rettich, Kohl, Avocado, Limetten, Oregano, Tostadas, Chicharrónes oder Chili.

Wusstest Du, dass die mexikanische Küche köstliche Kuchen, Desserts und Süßigkeiten zu bieten hat. Lest jetzt hier Alles über die leckersten mexikanischen Desserts.

Familie, Feste und Essen

Das wichtigsten an traditionellem mexikanischem Essen ist die Rolle, die es in der mexikanischen Gesellschaft spielt. Vom Familienessen zuhause, das meist von den Frauen gekocht wird, bis zur Street Food Kultur und den ganzen Festen, die jedes Jahr stattfinden, hat Essen in Mexiko einen hohen Stellenwert.

Bohnen, Tortillas, Suppe, Brühe und Fleischgerichte mit Sauce sind das Herz jedes traditionellen Gerichtes. Viele einzigartige mexikanische Rezepte werden nur für bestimmte Feiern gekocht.

Zum Dreikönigstag werden zum Beispiel Rosca de Reyes (Königskränze) verkauft. Diese Kränze sind runde Kuchen, in denen eine Figur des Christuskindes versteckt ist. Wer die Figur in seinem Stück findet, gewinnt. Da es sich hierbei um ein christliches Fest handelt, stammt diese Tradition nicht von den Mesoamerikanern. Da die meisten Mexikaner jedoch gläubige Katholiken sind, ist dieses Fest sehr beliebt. Zu den Rosca de Reyes wird übrigens Atole aus Mais serviert.

Das größte Fest in Mexiko ist allerdings ohne Zweifel Dia de los Muertos (Tag der Toten). Diese Festlichkeit gab es schon, bevor im 16. Jahrhundert die Spanier nach Mexiko kamen. Die Azteken feierten am Ende des Sommers für einen ganzen Monat lang ihre Toten.

Am Totentag gibt es gutes mexikanisches Essen.
Bei der Dia de los Muertos werden die Toten in Mexiko gefeiert. | Quelle: Pixabay

Als christliche Missionare den Katholizismus einführten, wurde das Fest auf den 2. November gelegt, als Tag nach Allerheiligen. So werden in diesen Tagen sowohl alte, als auch christliche Elemente gefeiert.

Das Totenfest ist außerdem eine Gelegenheit, die leckersten mexikanischen Gerichte zu probieren und neue Leute kennenzulernen. Frauen kochen für das ganze Dorf oder ihre gesamte Nachbarschaft eine riesige Menge Tamale. Tamale bedeutet „eingewickelt“ und das Gericht besteht aus Maisteig (Masa) und einer Füllung aus Fleisch, Käse oder in einigen Regionen auch Bananen.

Die Azteken füllten die Tamale übrigens mit Flamingo, Frosch oder Hasenfleisch – heutzutage bevorzugen die Mexikaner jedoch weniger exotisches Fleisch wie Schwein oder Huhn, ebenso wie Sauce bzw. Mole. Tamale werden bei der Feier der Toten sowohl als Essen, als auch als Geschenke genutzt.

Pan de Muerto (das Brot der Toten) ist ein süßes Brötchen, das mit knochenförmigen Elementen geschmückt ist. Diese sollen an die geliebten Verstorbenen erinnern. Meistens ist das Brötchen mit Zucker bestreut und in manchen Regionen Mexikos findet Ihr dieses Gericht schon lange vor dem eigentlichen Tag der Toten.

Es ist die Summe all dieser kulinarischen Traditionen, die sowohl mit den präkolumbischen Kulturen verflochten sind, die seit Jahrtausenden in Mittel- und Südamerika bestehen, als auch mit den verschiedenen Bräuchen und Kochtechniken, die von den Europäern eingeführt wurden, die der traditionellen mexikanischen Küche von der UNESCO den Status eines immateriellen Kulturerbes der Menschheit verliehen haben.

Ihr braucht noch ein paar Rezeptideen für Eure nächste Party? Dann haben wir hier ein paar leckere, aber einfache mexikanische Rezepte rausgesucht, die Eure Freunde und Familie auf jeden Fall beeindrucken werden!

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Lea