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Mexikanisches Essen auf der ganzen Welt

Von Lea, veröffentlicht am 23/11/2018 Blog > Kunst & Freizeit > Kochen > Die Mexikanische Küche und ihre Verbreitung in der Welt

Auch wenn es gerade zwischen Mexiko und den USA heiß her geht, kann man die enge diplomatische und kulturelle Bindung der beiden Staaten nicht übersehen. Menschen mit mexikanischer Abstammung leben in den Grenzstaaten Texas, Kalifornien und New Mexico seit diese von den Vereinigten Staaten annektiert wurden.

Die Nähe zu Amerika hat Mexiko dabei geholfen, ihre Kultur in die Welt zu verbreiten.

Mit ihren Geschmäckern, Gewürzen und frischen Zutaten wird die mexikanische Küche immer beliebter in Deutschland und liegt inzwischen absolut im Trend. Immer mehr Burrito Shops und Taquerias tauchen auch bei uns auf.

Mexikanisches Essen wurde von verschiedenen Kulturen beeinflusst: Die Spanier brachten Ihr eigenes Essen, als sie die Region eroberten; Afrikanische Sklaven der Spanier brachten Salz mit in die Karibik; Französische und deutsche Einwanderer brachten elaborierte Kochmethoden und Brauereitechniken nach Mexiko.

Diese ständigen Einfluss Wellen erklären, warum die mexikanische Küche die mesoamerikanischen Wurzeln der Mexikaner mit Zutaten von aller Welt vermischt. Die Übernahme mexikanischer Elemente in die amerikanische Ernährung hat diesen Trend auf jeden Fall gefördert, und heute gibt es zahlreiche Gelegenheiten, um mexikanische Lebensmittel mit nicht-einheimischen Zutaten, Techniken und Gerichten zu kombinieren.

Eine kurze Geschichte der mexikanischen Ernährung

Mexikanisches Essen gibt es schon seit tausenden von Jahren. Die frühsten Spuren für mexikanische Gerichte sind 9000 Jahre alt und stammen aus der Zeit der Mayas. Zu dieser Zeit fingen die Menschen an, Mais anzubauen und ihn als Grundnahrungsmittel in der mesoamerikanischen Ernährung einzuführen.

Als die Ur-Mexikaner, also die Einwohner des Tals von Mexiko, das Aztekenreich über den Rest der Region ausbauten, ermöglichten sie eine leichtere Nutzung verschiedener Kochmethoden und deren Integration in den Alltag.

Der Kern der Azteken Küche waren zwar Mais, Bohnen und Kürbis, allerdings wurden schnell weitere Zutaten wie Tomaten, Avocados, Kakao, Vanille oder Agave Teil der Ernährung, dank des ausgebauten Handelsnetzwerkes der Azteken Könige.

Ein paar hundert Jahre später sorgten die spanischen Eroberer für noch mehr Raffinesse in der mexikanischen Küche. Bis zu diesem Zeitpunkt war Fleisch eine Rarität in der mittelamerikanischen Ernährung (abgesehen von wilden Vogelarten), doch die Spanier änderten dies, indem sie die Zucht von Rind, Schwein, Huhn, Ziege und Schaf in Mexiko einführten.

Heute ist Schokolade eine wichtige Zutat in Mexiko. Die Azteken führten Kakao in die mexikanische Küche ein. | Quelle: Pixabay

Im Norden von Mexiko kann man große kalte semi-aride Flächen sehen, die sich perfekt für Viehweiden eignen. Weiter südlich um den nördlichen Wendekreis des Krebses steigen die Temperaturen und es gibt mehr grüne Felder. Noch weiter südlich erwarten Euch Regenwälder und tropische Savannen.

Diese Vielseitigkeit des Landes ist kein Wunder, denn Mexiko ist von Nord nach Süd 3200 Kilometer lang und fast genau so breit von West nach Ost. Mexiko grenzt im Westen an den Pazifik und im Osten an den Golf von Mexiko und die Karibik.

Um die mexikanische Küche im Großen und Ganzen zu verstehen, ist es sehr wichtig, dass man sich die riesigen Unterschiede im Klima und in der Agrikultur der Einheimischen bewusst macht.

Das semi-aride Klima in Norden eignet sich nicht sehr gut für den Anbau von Pflanzen. Hier lebten die Stämme der Tepehuanes, Tarahumaras, Mayos und Yaquis. Aufgrund der harten klimatischen Bedingungen waren sie Jäger und Sammler, bis die Spanier ihnen die Zucht von Tieren zeigten und sich die lokale Küche weiterentwickelte. Hier werden z.B. heute noch eher Weizen Tortillas als Mais Tortillas gegessen, und eine Quesadilla beinhaltet eher amerikanischen Käse als den mexikanischen Queso.

In den südlichen Staaten Oaxaca, Tabasco und Chiapas ermöglichten die verschiedenen Mikro-Klimata das Anpflanzen von Obst und Gemüse über das ganze Jahr hinweg. Die vielen einheimischen Stämme trugen alle zu der reichhaltigen und vielseitigen Küche der Region bei. Essen aus diesem Teil des Landes wird als das authentischste mexikanische Essen angesehen.

In anderen Staaten, z.B. auf der Halbinsel Yucatan, ist die Küche noch sehr viel stärker von den Einflüssen der Maya geprägt. Auch wenn die Kultur von Zentralmexiko und Europa beeinflusst wurde, sind noch viele Kochmethoden wie das Backen im Grubenofen noch immer eine Eigenheit der Region.

Mexikanische Einflüsse in den USA

Tex-Mex

Die US-Mexikanische Grenze wie wir sie heute kennen existiert erst seit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo von 1848, der den mexikanisch-amerikanischen Krieg beendete. Durch diesen Vertrag verlor Mexiko mehr als 55% seines Territoriums, wozu die heutigen US-Staaten Kalifornien, Arizona, New Mexico, Utah, Nevada und Teile von Colorado, Wyoming, Kansas, und Oklahoma gehören.

Viele Mexikaner, die in diesen Teilen des Landes lebten, entschieden sich dafür zu bleiben, auch wenn ihr Land jetzt zu den USA gehörte.

Der Term Tex-Mex wurde das erste mal 1875 verwendet und bezog sich auf die Eisenbahngesellschaft Texas Mexican Railway. Später beschrieb TexMex Texaner mit mexikanischer Herkunft. Erst 1963 wurde der Begriff zum ersten Mal für die Mischung aus mexikanischem Essen mit amerikanischen Zutaten genutzt.

Tex-Mex Menus beinhalten häufig sehr viel Fleisch und werden von einer nicht sehr mexikanischen Zutat bestimmt: geriebenem Käse.

Texas Chili con Carne, Nachos, harte Taco Schalen und Fajitas sind alles Gerichte, die nördlich der mexikanischen Grenze ihren Ursprung haben. Gegen Ende der 80er wurde diese Art der mexikanischen Küche auch in Europa sehr beliebt, als Tex-Mex Fertiggerichte in den Supermärkten erschienen.

Das Essen stammt aus Texas. Die Tex Mex Küche lebt von Käse und Fleisch. | Quelle: Pixabay

Koreanisch-Mexikanische Fusion und die Baja-Med Küche

Die historischen Verbindungen zwischen Kalifornien und Mexiko sind in der lokalen Kultur deutlich spürbar seit der Staat um 1850 in die Vereinigten Staaten eingegliedert wurde.

Heute ist die Hälfte der kalifornischen Bevölkerung lateinamerikanischer Abstammung und fast 30% der Menschen in Kalifornien sprechen Spanisch als Muttersprache. Auch wenn mexikanische Einwanderer und Amerikaner mit mexikanischer Abstammung nicht die einzigen Latinos in Kalifornien sind, stellen sie einen beträchtlichen Anteil der hispanischen Bevölkerung des Golden State dar.

Kalifornien war schon immer ein Land, in dem Einwanderer willkommen waren. In Los Angeles leben seit mehr als 150 Jahren Menschen aus der ganzen Welt unter der amerikanischen Flagge nebeneinander und miteinander. In den späten 2000er Jahren führte dieser Schmelztiegel zu einer neuen Küche: koreanisch-mexikanisch. Auch dank Twitter wurde dieses Essen sehr beliebt in LA.

Die Inspiration zu dieser Fusion Küche stammt von dem philippino-amerikanischen Food Begeisterten Mark Manguera, dessen koreanische Schwiegereltern ihm die koreanische Küche schmackhaft gemacht hatten. Der koreanisch-amerikanische Koch Roy Choi machte seine Vision zu Realität und der Kogi Korean BBQ Food Truck wurde ins Leben gerufen. Hier gibt es Spicy Pork Tacos (Tacos mit Schweinefleisch in scharfer koreanischer Marinade), Kimchi Quesadillas und vieles mehr!

Südlich der kalifornischen Grenze, im mexikanischen Staat Baja California, ist eine weitere kulinarische Bewegung ins rollen gekommen. Hier werden typische Elemente der mexikanischen Küche mit traditionellen Zutaten der mediterranen und asiatischen Küche vermischt.

Aufgrund seiner Lage – mit dem Pazifik im Westen und dem Golf von Kalifornien im Osten – ist Baja California fast eine Insel, was die große Präsenz von Seafood in der Baja Med Küche erklärt. Japanische Fischer, die sich in den 1930er Jahren in diesen Teilen Mexikos niederließen, führten Fisch Tempura ein, die sehr schnell in Tacos gegessen und ziemlich beliebt wurden.

Andere europäische Gerichte, die von mexikanischen Köchen angepasst wurden, beweisen die lokalen Talente und den Einfallsreichtum sowie den Fokus der Baja-Med-Küche auf lokale Produkte und Saisonalität. Zu diesen Gerichten gehört ein Remake des klassischen italienischen Rindfleisch-Carpaccios, das in der Baja Med Version aus extrem dünn geschnittener Roter Beete mit Blauschimmelkäse und Minz-Vinaigrette gewürzt wird.

Mexikanisches Essen in Deutschland

Auch in Deutschland ist die mexikanische Küche inzwischen angekommen und hat sich einen Namen gemacht. Mexikanische Restaurants gehören zu den Top 5 der beliebtesten Länderküchen bei den Deutschen unter 30 Jahren.

Neben den mexikanischen Familien-Restaurants in jeder Stadt gibt es inzwischen immer mehr bekannte Mexikaner. Die Berliner unter Euch kennen sicher den Burrito Shop Dolores, die günstigen Cocktail-Bars Que Pasa oder das Santa Maria, das berüchtigt für seine Tacos ist. Doch auch bundesweite Ketten wie das Sausalitos sind immer gut besucht.

Mexikanisch Essen geht überall. Auch in Deutschland gibt es inzwischen viele mexikanische Restaurants. | Quelle: Pixabay

Egal ob Quesadillas, Burritos, Tacos oder Enchiladas – besonders in deutschen Großstädten kommt der mexikanische Gaumen vollkommen auf seine Kosten!

Und Churros, die wir liebend gerne auf der Kirmes oder dem Weihnachtsmarkt essen, sind nur eines von den vielen leckeren mexikanischen Desserts…

Mexikanische Einflüsse in der japanischen Küche

Japanisches und mexikanisches Essen könnte unterschiedlicher nicht sein. Die japanische Küche setzt auf Finesse, unglaubliche Schneidefähigkeiten und sorgfältig ausgewählte Zutaten, während in Mexiko Gewürze, starke Geschmäcker und sättigende Kohlenhydrate zählen.

Allerdings teilen beide Küchen jahrtausendalte Traditionen, die das Essen beider Länder international beliebt gemacht haben.

In den 1980er Jahren wagte ein japanischer Café-Besitzer den Schritt, die japanische mit der mexikanischen Küche zu vereinen. Matsuzo Gibos Taktik, die in Okinawa basierten amerikanischen Soldaten zufrieden zu stimmen, ging auf – und Takoraisu (Tako Reis) wurde sofort zum Hit!

Der Trend wurde so groß, dass KFC in den 1990er Jahren den Snack ins Menu aufnahm.  

Mexikanisch gibt es auch als Fast Food. Sogar bei KFC gab es den Taco Reis aus der japanisch-mexikanischen Küche. | Quelle: Pixabay

Tacos mit harter Schale aus Reis gab es in Okinawa seit den 1950er Jahren, was die dort stationierten amerikanischen Soldaten an zuhause erinnerte. Taco Reis ist jedoch ein Gericht aus Rinderhackfleisch mit Taco Geschmack, das auf einem Reisbett mit geriebenem Käse, Salat, Tomaten und Salsa Sauce serviert wird.

Da die Japaner besonders beim Essen sehr traditionell veranlagt sind, lag es an amerikanischen Köchen, diese neue Fusion weiterzubringen. Jaburito, ein kleines Restaurant in Las Vegas, ist heute berühmt für seine japanischen Burritos, die die klassische Tortilla durch Nori-Blätter ersetzen, ähnlich wie bei einem Maki Röllchen.

Guacamole, Enchiladas, Tamales und Tostadas sind heute Gerichte und Zutaten, die man überall in Deutschland findet. Mexikanisches Essen gehört heute zu den beliebtesten Küchen bei uns, noch vor Indisch und Französisch!

Macht Euch auf einen lang anhaltenden Trend zu mexikanischen Restaurants, Bars und Imbisse gefasst! Schließlich ist auch der Margarita, ein klassischer Cocktail aus Tequila und Limette aus Mexiko, ein fester Bestandteil jeder Cocktail Karte…

Es wird also Zeit, dass Ihr mexikanisch kochen lernt!

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