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Wie kann ich meinen Nachhilfeschüler am besten fördern?

Von Hannah, veröffentlicht am 31/07/2017 Superprof Blog DE > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Dank Nachhilfe die individuellen Schwierigkeiten von Schülern erkennen und ihr Potenzial stärken

Schülerinnen und Schüler in Deutschland – in der Grundschule, der Mittelstufe oder Oberstufe – sind ihre gesamte Schullaufbahn der kontinuierlichen Benotung ausgesetzt.

Ob die mündliche Mitarbeit, Klausuren, Tests, Präsentationen, soziale Kompetenzen, Gruppenaufgaben oder Hausarbeiten –  jeder kennt den Stress, der mit diesen Anforderungen einhergeht; der eine vielleicht mehr, der andere weniger.

Die Lehrer müssen/wollen/dürfen die Leistungen ihrer Schüler konstant bewerten.

Aber gleichzeitig soll es natürlich vor allem darum gehen, ihnen eine gute Ausbildung zu bieten und breites Wissen zu vermitteln.

Da eine Klasse oft aus 25 bis 30 Schülern besteht, ist es allerdings schwer, auf jeden Einzelnen zu achten und ausreichend auf Stärken & Schwächen einzugehen.

So kann es passieren, dass der ein oder andere einfach in der Masse seiner Klassenkameraden „untergeht“ und die individuellen Stärken eines Schülers verkannt bleiben. Dies wirkt sich oft leider auch negativ auf die Benotung aus.

Und hier kommt Ihr als Nachhilfelehrer ins Spiel!

Denn durch die Individuelle Betreuung während Eures Privaten Nachhilfeunterrichts könnt Ihr Kindern & Jugendlichen die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung bieten, die sie brauchen, um besser lernen zu können.

Dies ist genauso wichtig wie die inhaltliche Hilfe mit dem Lernstoff!

Wenn Ihr es schafft, eine gute Beziehung zu Eurem Schüler aufzubauen, kann dieser bestärkt den Leistungsanforderungen in der Schule trotzen.

Als Nachhilfelehrer habt Ihr vor allem folgende Aufgaben:

  • Die Schwächen des Schülers identifizieren;
  • Im ständigen Austausch stehen, um die Empfindungen des Schülers zu erfahren, und dabei seine oder ihre Interessen kennen lernen und auf diese eingehen;
  • Pädagogische Unterstützung bieten;
  • Mit den Eltern Eures Schülers im Kontakt stehen und den stetigen Austausch suchen;
  • Immer wieder neue Unterrichtsmethoden ausprobieren und an die Bedürfnisse des Schülers anpassen;
  • Feedback vom Schüler einfordern und Kritik annehmen.

Wollt Ihr wissen, wie das konkret aussieht?

Dann lest Euch im Folgenden durch, wie man den Fortschritt seines Nachhilfeschülers am besten fördern kann!

Die Defizite Deines Schülers erkennen

Privater Nachhilfeunterricht zu Hause braucht einige Zutaten, um erfolgreich zu sein:

Zeit, Geduld, Motivation und Gewissenhaftigkeit!

Diese Zutaten müssen von beiden Seiten bereitgestellt werden, aber vor allem natürlich von Euch als Nachhilfelehrer!

Die Kombination dieser Eigenschaften wird es Euch dann auch ermöglichen, die Bedürfnisse Eures Schülers zu erkennen und sie oder ihn in seinem Lernprozess zu unterstützen.

Jede Stunde, die Ihr gemeinsam habt, sollte so konzipiert sein, dass Euer Schüler Euch zuhört, den Stoff versteht und diesen dann selbstständig anwenden kann.

Natürlich hängt dies auch davon ab, was gerade in der Schule ansteht und was das Ziel des Nachhilfeunterrichts ist: Steht gerade ein Abschlussexamen an? Muss ein bestimmter NC erreicht werden, um in einen Studiengang aufgenommen zu werden?

Oder gibt es allgemeine Schwierigkeiten in einem Fach? Bei einem bestimmten Thema? Gab es vielleicht persönliche Probleme oder eine große Veränderung bei dem Schüler, sodass Stoff aufgeholt werden muss? Braucht die Schülerin einen neuen Motivationsschub? Oder eine alternative Form, um zu lernen und sich konzentrieren zu können?

Je mehr Ihr Eure Schüler kennen lernt, desto besser kennt Ihr ihre Situationen und Bedürfnisse.

Desto besser könnt Ihr auch abschätzen, welche Lernmethode passt und welcher Stoff vertieft werden sollte, um Euren Schüler voranzubringen.

Zeit, Geduld und Motivation sind wichtige Eigenschaften bei Nachhilfelehrern! Abwarten und Tee trinken?! Nicht ganz. Man sollte als Nachhilfelehrer allerdings viel Geduld haben! | Quelle: Unsplash

Nachhilfelehrer, Schüler und Eltern: Alle im selben Boot

Nachhilfeunterricht sollte so auf den Schüler zugeschnitten sein, dass er oder sie nachhaltige Fortschritte machen kann. Dabei hilft ständiger Austausch und Feedback über den Verlauf des Unterrichts.

Außerdem gibt es praktische Methoden, um den Wissenstand des Schülers abzufragen und zu überprüfen:

  • Quizze
  • Feedback- und Fragebögen
  • Kleine Tests (Lückentexte, das Verfassen von Geschichten, etc.)
  • mündliches Abfragen
  • Hausaufgabenhilfe
  • Ihr könnt auch den Schüler eine Zusammenfassung schreiben lassen, von dem was er oder sie gelernt hat

Wenn Ihr nicht nur am Ende des Nachhilfeunterrichts solche Übungen macht, sondern nach jedem Kapitel, das ihr gemeinsam durchnehmt, könnt Ihr Euch ein gutes Bild vom Lernprozess Eures Schülers machen.

Es zeigt Euch vor allem auch, wo Ihr Euch selbst als Nachhilfelehrer noch verbessern könnt und wo Ihr Euren Unterricht anpassen solltet.

Eine gute Feedback-Quelle sind außerdem die Eltern der Schüler! Oft sind es ja die Väter oder Mütter, die ihre Kinder zu einem Nachhilfelehrer schicken beziehungsweise diesen zu sich nach Hause einladen.

Sie kennen die Situation der Schüler gut und können Euch wertvolle Informationen liefern: Ist das Kind eher ein visueller Lerntyp, ein auditiver oder kinästhetischer? Was ist ihnen aufgefallen? Macht ihnen etwas Sorgen? War es eine gemeinsame Entscheidung von Eltern und Kind, einen Nachhilfelehrer zu engagieren?

Hier ist es wichtig anzumerken, dass zu besorgte und ambitionierte Eltern auch ein Stressfaktor für die Schüler darstellen können!

Wenn das der Fall ist, ist gute Kommunikation und positives Feedback über die Leistungen Eures Schülers oft ein sicherer Weg, wieder alle mit an Bord zu holen!

Theorie mit Praxis verbinden

Wer Fortschritte erreichen möchte, sollte nicht bei theoretischen Erläuterungen stehen bleiben.

Praktische und alltagsnahe Übungen helfen Eurem Schüler, den Stoff besser zu verinnerlichen und selbstständig anzuwenden.

Zeigt Eurem Schüler an praktischen Dingen, wie zum Beispiel die Schwerkraft funktioniert! Physik ganz praktisch – Ist der Film „Oben“ mit dem fliegenden Haus realistisch? | Quelle: Unsplash

Weist daraufhin, wie nützlich das Gelernte im Alltag sein kann – das erhöht die Motivation!

Oder fördert die Diskussion; denn vielleicht stimmt Euer Schüler nicht gleich mit Euch darin überein, dass die Geschichte des 17. Jahrhunderts oder mathematische Ableitungen alltagstauglich sind.

Verzagt hier nicht – solche Diskussionen führen trotzdem zu der aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema! Fangt dabei am besten mit sehr einfachen Übungen an und steigert das Niveau nach und nach.

Gerade bei Sprachen, aber auch in Mathe oder Deutsch ist es ratsam, sowohl schriftliche als auch mündliche interaktive Übungen in den Privaten Nachhilfeunterricht einzubauen.

Die richtige(n) Unterrichtsmethode(n) finden

Folgende Probleme und Schwierigkeiten tauchen bei Schülern immer wieder auf:

  • Eine gute Balance finden zwischen Hobbies & Entspannung und Zeit für Hausarbeiten & Nachhilfe;
  • Prioritäten setzen und sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten;
  • Rechtzeitig für eine Klassenarbeit lernen;
  • Sich eigene Fristen setzen, um mit der Arbeit rechtzeitig fertig zu werden;
  • Motiviert bleiben und das Ziel im Auge behalten.

Eure Rolle ist es nun – neben pädagogischer und fachlicher Betreuung – den Schülern dabei zu helfen, diese unterschiedlichen Probleme anzugehen. Denn nur so können sie nachhaltig lernen und langfristig eigenständig die Schule bewältigen.

Da jeder Schüler seine eigenen Baustellen hat, solltet Ihr Euren Unterricht auf sie oder ihn maßgeschneidert ausrichten.

Eure Nachhilfestunden sollten am besten so aufgebaut sein, dass Ihr mit dem Schüler bekannten Stoff behandelt und neue Aspekte nach und nach hinzufügt.

Im Deutschunterricht könnte das dann so aussehen:

  • Aspekte aus literarischen Texten raussuchen und in den epochalen Kontext einordnen (Recherche in der Bibliothek, dem Internet oder Lexika)
  • Diese Informationen in Kategorien einteilen, diese analysieren und interpretieren
  • Das Gelernte verstehen, verinnerlichen und auswendig lernen

Oder im Matheunterricht so:

  • Ein Thema analysieren und somit verstehen
  • Lehrsätze & Formeln lösen und deren Lösungsansätze diskutieren
  • Lernen, wie man Textaufgaben strukturiert angeht und versteht

Jeder Schüler hat andere Baustellen, an denen er oder sie arbeitet! Wo liegen die Baustellen Eures Nachhilfeschülers? | Quelle: Unsplash

Bei der Nachhilfe in Fremdsprachen wiederum:

  • Das Hören und Verstehen der Sprache fördern
  • Eurem Schüler mündlich erklären, wie man das Gehörte schreibt
  • Das Gehörte aufschreiben, mündlich wiedergeben oder in einem Text suchen und vorlesen

Um gezielt an den Schwachstellen zu arbeiten, ihr Niveau zu verbessern bzw. seine Motivation zu steigern, solltet Ihr im Rahmen Eures privaten Nachhilfeunterrichts folgende Hilfestellungen geben:

  • Gemeinsam einen „Arbeitsplan“ aufstellen
  • Den passenden Lernrhythmus des Schülers finden und sich anpassen
  • Ihr/ihm Vertrauen und Zuspruch schenken
  • Neugier wecken
  • Auf das eingehen, was der Schüler nicht versteht

Fortschritte unterstützen

Motivations-Boost 

In vielen Fällen ist das Ziel eines Nachhilfeunterrichts, den Schüler so in seinem Lernprozess zu unterstützen, dass sie oder er besser selbstständig lernen kann und immer weniger Hilfestellungen braucht.

Wie geht das?

Indem Ihr an der Motivation des Schülers arbeitet!

Wie schon erwähnt, ist es natürlich Eure Aufgabe, pädagogische und inhaltliche Hilfestellung zu geben. Aber oft ist es vor allem wichtig, in den Kindern und Jugendlichen wieder ihre natürliche Neugierde & Spaß an intellektuellen Fragestellungen zu wecken.

Denn diese sind bei vielen durch hohe Anforderungen und Stress verloren gegangen.

Was kann mir dabei helfen?

  • Nicht-akademische Übungen, die dem Schüler Spaß machen und seine Teilnahme fördern
  • Den Unterrichtsstoff auf ihre Interessen beziehen
  • Die gemeinsame Gestaltung der Stundenpläne und eine ausgewogene Lastenverteilung
  • Regelmäßige Feedbackrunden und Austausch, um zu sehen, was dem Schüler fehlt und ob ein Fortschritt zu erkennen ist

Regelmäßiges Lesen fördern

Regelmäßiges und konzentriertes Lesen will gelernt sein!

Denn es ist das eine, einen Text zu lesen, aber etwas ganz anderes, das Gelesene danach zusammenfassend wiedergeben zu können.

Um was geht es? Was waren die Schlüsselwörter oder -sätze? Was habe ich nicht verstanden?

Versucht, den Lesetyp Eures Schülers herauszufinden – mehr zu dem Thema hier vom Carlsen-Verlag!

Schematisch einen Text lesen und diesen verstehen - Für viele gar nicht so einfach! Konzentriert und effizient Lesen – Ein wichtiges Lernziel in Eurem Nachhilfeunterricht! | Quelle: Visualhunt

Lasst sie oder ihn den vorliegenden Text zunächst überfliegen und dann ein zweites Mal lesen. Dabei sollen sie den Text markieren und sich Notizen machen.

Das Schöne bei privater Nachhilfe zu Hause ist, dass Ihr genau auf Euren Schüler achten und seine Konzentration fördern könnt.

Dabei könnt Ihr feststellen, ob er Fortschritte macht oder Ihr nochmal andere Maßnahmen ergreifen solltet, um ihn oder sie zum Erfolg zu führen.

Gedächtnistraining

Erinnerungsvermögen ist essentiell, um all das Gelernte abrufen zu können! Dabei existieren zwei Arten: das Langzeitgedächtnis und das Kurzzeitgedächtnis.

Wie die Namen schon sagen, sind Informationen, die im Langzeitgedächtnis gespeichert sind, permanenter und viel länger abrufbar als jene, die im Kurzzeitgedächtnis gespeichert sind.

Das Ziel ist es deshalb in Eurer Nachhilfe, das Gelernte in das Langzeitgedächtnis zu befördern!

Denn wir lernen ja nicht nur für die nächste Klausur, sondern fürs Leben, nicht wahr?

Wie kann ich dem Schüler dabei helfen?

  • Damit Informationen im Langzeitgedächtnis landen, müssen sie regelmäßig abgerufen und gebraucht werden. Viele Wiederholungen sind also ratsam!
  • Stellt aber zugleich sicher, dass der Schüler nicht nur auswendig lernt, sondern auch versteht und den Stoff anwenden kann!
  • Gute Organisation ist das halbe Leben! Je besser der Nachhilfeunterricht organisiert ist, desto einfacher ist es, sich den Inhalt zu merken. Wie wäre es also mit einem Ordnersystem, Karteikarten, verschiedenen Farben pro Fach, etc…?

Den Fortschritt auswerten

Zu guter Letzt kommen wir wieder auf einen Punkt zurück, der schon öfter erwähnt wurde und essentiell ist für gute Nachhilfe: Es ist wichtig, herauszufinden, ob Euer Schüler auf Eure Unterrichtsmethoden anspringt!

Oder anders gesagt: Ist er oder sie nach einigen Lerneinheiten erfolgreicher als zu Beginn Eures Unterrichts?

Wie kann man diesen Erfolg messen?

  • Nach jedem Kapitel und abgeschlossenem Thema nehmt Euch Zeit gemeinsam Bilanz zu ziehen. So arbeitet Ihr in einem Team und gebt Eurem Schüler das, was im Schulunterricht oft zu kurz kommt: Seine oder ihre Stimme wird besser wahrgenommen und es kann auf sie eingegangen werden!
  • Lasst Euren Schüler den Inhalt des letzten Kapitels zusammenfassen oder macht kurze Tests und Übungen mit ihm
  • Bleibt im Gespräch mit den Eltern und Eurem Schüler!

Wir wünschen Euch gutes Gelingen beim Nachhilfeunterricht.

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