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Privatunterricht und die Qualität von Nachhilfe

Von Hannah, veröffentlicht am 14/08/2017 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Nachhilfe & Pädagogik gehen Hand in Hand

Nachhilfelehrer wie Ihr sind gefragt wie noch nie!

Ob über Schulen, Institute oder Online-Plattformen wie unsere Superprof Webseite: Immer mehr Eltern und Schüler suchen Private Nachhilfelehrer für zu Hause!

Da versteht es sich von selbst, dass Nachhilfe geben als Schüler ein begehrter Nebenjob ist.

Doch Nachhilfelehrer ist nicht gleich Nachhilfelehrer!

Neben den unterschiedlichsten Formen an Nachhilfe – Gruppenstunden, Hausaufgabenhilfe, für Studenten oder Schüler – unterscheiden sich die Lehrer (leider) auch oft in ihrer Qualität.

Dies ist nicht überraschend, denn es gehört so einiges an Fachwissen, pädagogischem Fingerspitzengefühl, Menschenkenntnis und Kreativität dazu, um ein guter Nachhilfelehrer zu werden!

Wer dazulernen möchte, sich Tipps für guten Nachhilfeunterricht abholen will oder mehr Anregungen für angehende Privatlehrer braucht, findet im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Elemente für gelungenen Privatunterricht.

Der ideale Ablauf für Nachhilfeunterricht

Unvorbereitet in eine Nachhilfestunde zu gehen ist riskant und kann dazu führen, dass Ihr und auch Euer Schüler den Überblick verliert.

Damit ist niemandem geholfen.

Obwohl Improvisation und Spontaneität definitiv auch wichtig sind, trägt vor allem ein gut vorbereiteter Ablauf enorm zum Erfolg Eures Nachhilfeunterrichts bei.

Wie strukturiere ich nun am besten meinen Privaten Nachhilfeunterricht?

Leider gibt es keine einheitliche Antwort dazu, denn jeder Schüler und Lehrer ist anders und lernt auf seine eigene Art und Weise.

Hier sind sechs Schritte und Grundregeln, die Euch dabei helfen können, Euren Unterricht gut zu strukturieren:

  • Nehmt euch Zeit, die Bedürfnisse der Schüler zu erkennen;
  • Setzt gemeinsam konkrete Kursziele;
  • Passt die Unterrichtsgestaltung an den Schüler an;
  • Unterstütz den Lernprozess, indem ihr den Fortschritt evaluiert;
  • Belohnt die Bemühungen Eures Schülers;
  • Seid offen für Feedback!

Natürlich sind dies nur allgemeine Regeln, die je nach Form der Nachhilfe auch angepasst werden sollten – wie zum Beispiel bei Intensivkursen, Sprachunterricht oder Gruppennachhilfe!

Entscheidend ist allerdings immer die Kommunikation mit den Schülern – und oft auch den Eltern!

Nehmt Euch Zeit, Euren Nachhilfeschüler gut kennen zu lernen! Kommunikation ist das A & O bei der privaten Nachhilfe! | Quelle: Unsplash

Dabei spielt das erste Treffen eine wichtige Rolle, bei dem es noch nicht um die fachliche Hilfe gehen sollte, sondern um das Abstecken von Erwartungen und das gegenseitige Kennenlernen.

Warum braucht mein Schüler Nachhilfe? Warum haben seine Eltern mich kontaktiert? Was soll erreicht werden? Wo gibt es Schwierigkeiten? Sind etwaige Lernprobleme eher inhaltlicher oder eher methodischer Natur?

Nicht nur die fachlichen Kompetenzen sind hier gefragt, sondern vor allem die pädagogischen Fähigkeiten!

Diese ehrliche und offene Kommunikation solltet Ihr im Laufe Eures gemeinsamen Unterrichts aufrechterhalten. Denn sicherlich werdet Ihr Euren Schüler noch besser kennenlernen.

Somit könnt Ihr Eure Unterrichtsgestaltung noch besser an sie oder ihn anpassen.

Dank dieser individuelle Begleitung, Eurem offenen Ohr & Eurer Motivation werdet Ihr bestimmt rasch Fortschritte im Lernprozess des Kindes feststellen dürfen!

Wie kann ich gute Nachhilfe geben?

Diese Frage hängt natürlich eng mit dem vorherigen Punkt zusammen.

Auch hier gilt: Es gibt kein Einheitsrezept mit dem Ihr Euch einen guten Unterricht backen könnt! Allerdings sind so einige Zutaten ausschlaggebend, um ein guter Nachhilfelehrer zu werden.

Die erste Frage, die man sich vermutlich stellen sollte: Bin ich gemacht für diesen Beruf?

Natürlich ist das Fachwissen ein sehr wichtiger Faktor.

Was allerdings genauso wichtig ist, sind zwischenmenschliche Fähigkeiten: Ein offenes Ohr, Geduld, Neugier und Einfühlungsvermögen sind sehr wichtig, wenn Ihr mit einem Nachhilfeschüler zusammenarbeitet.

Denn oft fehlt den Kindern und Jugendlichen positive Aufmerksamkeit, Betreuung und dann folglich die Motivation, an ihren Aufgaben zu arbeiten.

Im Schulalltag können einzelne Schüler in der Masse ihrer Klassenkameraden untergehen – denn ein Lehrer kann nicht auf 30 Kinder gleichzeitig eingehen.

Im Rahmen von Privatunterricht könnt Ihr Eurem Schüler die fehlende individuelle Förderung geben und ihm dabei helfen, wieder Spaß am Lernen zu haben!

Immer mehr Schüler in Deutschland nehmen die Hilfe eines privaten Nachhilfelehrers in Anspruch. Individuelle Betreuung – dafür lohnt sich private Nachhilfe! | Quelle: Unsplash

Stellt Euch – und Eurem Schüler (!) – immer wieder folgende zwei Fragen:

  • Welche Erwartungen hat mein Schüler?
  • Wo genau hat mein Schüler Schwierigkeiten?

Mit diesen Fragen im Hinterkopf könnt Ihr Euren Unterricht dann nach den Bedürfnissen Eures Schützlings ausrichten.

Egal ob Ihr Deutsch als Fremdsprache unterrichten, Mathe Nachhilfe geben oder Musikunterricht erteilen wollt: Es ist immer wichtig, seiner/m Schüler/in genau zuzuhören und die individuellen Bedürfnisse im Unterricht zu berücksichtigen.

Zu guter Letzt hier noch einige wertvolle Tipps zur unterhaltsameren Gestaltung Eurer gemeinsamen Zeit:

  • Installiert Lern-Apps auf Eurem Smartphone und baut diese in die Nachhilfestunde ein (z.B. Vokabeltrainer oder Wörterbücher).
  • Begutachtet Onlinekurse und empfehlt sie Eurem Schüler. Ihr könnt diese auch gemeinsam machen oder als Hausaufgabe mitgeben.
  • Dailymotion Videos oder YouTube Tutorials als Einleitung, Visualisierung oder zusätzliche Erklärung für den Unterrichtsstoff nutzen.
  • Gemeinsam Online Tests durchführen, um Euren Schüler kennenzulernen oder seinen Fortschritt zu evaluieren.

Dank Nachhilfe die individuellen Schwierigkeiten von Schülern erkennen und ihr Potenzial stärken

Auf seine Fehler wird niemand so wirklich gerne angesprochen!

Und Schüler, die den ganzen Tag der Benotung und oft damit verbunden der Kritik ausgesetzt sind, haben verständlicherweise in ihrer Freizeit noch weniger Lust, sich mit ihren Schwachpunkten zu beschäftigen.

Doch gerade um diese geht es ja in der privaten Nachhilfe.

Es geht darum, an den Schwierigkeiten, die die Schüler haben, gemeinsam zu arbeiten. Und für eine solche individuelle Förderung im Rahmen Privater Nachhilfe braucht es ganz besonders viel pädagogisches Fingerspitzengefühl.

Ihr solltet Euren Schüler auf seine Schwachstellen hinweisen und an diesen feilen, ohne sie oder ihn dabei zu demotivieren!

Dabei hilft, abwechselnd auch die stärkeren Fächer und Themen des Schülers zu behandeln, sodass das Selbstbewusstsein des Schülers gestärkt wird und er merkt, dass Ihr an ihn glaubt!

Motivation & Zuspruch sind ausschlaggebende Faktoren im Nachhilfeunterricht! Glaubt an Eure Schülerin – dann tut sie es auch! | Quelle: Unsplash

Doch wie erkenne ich die Schwierigkeiten meines Schülers überhaupt?

Auch hier wird wieder deutlich, dass die gute und offene Kommunikation mit Eurem Schüler das A und O eines erfolgreichen Nachhilfeunterrichts ist!

Außerdem könnt Ihr zu Beginn und im Laufe des Unterrichts immer wieder kleine Tests durchführen. Macht hier aber klar, dass diese nur dazu da sind, um zu erkennen, woran ihr noch gemeinsam arbeiten müsst!

Die Eltern des Schülers sind auch oft gute Ansprechpartner. Bezieht sie in den Dialog mit ein, um ihre Sicht der Dinge zu erfahren.

Sie können ihre Beobachtungen mit Euch teilen, sodass Ihr besser identifizieren könnt, wo Euer Schüler noch mehr Unterstützung braucht.

Wie gehe ich auf diese Schwierigkeiten ein?

Um diese Frage beantworten zu können, muss natürlich der individuelle Fall berücksichtigt werden.

Je nach „Baustelle“ und Charakters des Kindes solltet ihr anders reagieren und Euren Unterricht danach ausrichten.

Folgende Stichpunkte könnten Euch allerdings schon einmal sehr helfen:

  • Verbindet Theorie mit Praxis! Erklärt Eurem Schüler, wo er das Gelernte einsetzen kann. Oder integriert seine Hobbies in gemeinsame Übungen.
  • Motiviert Euren Schüler, indem Ihr an ihn glaubt, ihn bestärkt und auf seine Interessen eingeht! Macht genügend Pausen und geht auch ‚mal gemeinsam an die frische Luft.
  • Integriert Gedächtnistraining & regelmäßige Leseförderung in Euren Unterricht!
  • Bringt Eurem Schüler bei, wie sie oder er sich gut organisiert und ordnet. Erstellt gemeinsame Stunden- und Lernpläne.

Welche Übungen sind für Nachhilfeunterricht ideal?

Gebe ich meinem Nachhilfeschüler Hausaufgaben? Wenn ja, wie viele? Welche Übungen sind für meinen Nachhilfeunterricht wichtig?

Natürlich sind selbständige Aufgaben für den Schüler sehr wichtig, um zu schauen, wie selbstständig sie oder er inzwischen arbeiten kann und wo es noch hakt.

Allerdings können sich die zusätzlichen Hausaufgaben auch kontraproduktiv auswirken, wenn Euer Schüler zum Beispiel mit dem Berg an Aufgaben nicht mehr hinterherkommt.

Wie immer gilt: Achtet hier auf die individuelle Situation Eures Schülers!

Am wichtigsten ist es, Eurem Schüler Übungen zu geben – ob für zu Hause oder während der Nachhilfestunde – mit denen er lernt, effizient und selbstständig zu arbeiten!

Dabei gibt es einige goldene Ratschläge und Übungen, die Ihr mit Eurem Schüler machen könnt:

  1. Struktur & Ordnung

„Ordnung ist das halbe Leben“ – Manchmal stimmen solche alten Weisheiten tatsächlich!

Wenn Euer Schüler lernt, den Überblick zu behalten, seine Unterlagen zu ordnen und eine Struktur in seinen Schulalltag zu bringen, dann gehen ihr oder ihm viele Herausforderungen leichter von der Hand!

Macht zum Beispiel gemeinsam eine To-Do-Liste mit verschiedenen Kategorien (z.B. „Dringend“, „Regelmäßig“ oder „Langfristig“).

  1. Gute Notizen schreiben

Übt mit Eurem Schüler gemeinsam, Mitschriften oder Karteikarten anzufertigen!

Dabei ist es wichtig, dass er seine eigenen Worte benutzt, sich Beispiele aufschreibt und die Notizen kurz & knapp hält!

So hat er gute Erinnerungsstützen für später, aber lernt gleichzeitig auch automatisch den Unterrichtsstoff. Perfekt, oder?

Solche schriftlichen Übungen helfen Eurem Schüler – je nach Lerntyp natürlich mehr oder weniger – das Gehörte zu verinnerlichen.

Vielen Schülern hilft es, das Gehörte im Unterricht in eigenen Worten aufzuschreiben! Karteikarten, To-Do-Listen & Co. können Eurem Schüler dabei helfen, das Gelernte zu verinnerlichen und im Langzeitgedächtnis zu speichern! | Quelle: Unsplash

Übt im Zusammenhang mit diesen schriftlichen Aufgaben auch mündliche Fertigkeiten!

Lasst Euren Schüler zum Beispiel Eure letzte gemeinsame Stunde zusammenfassen oder ihn erzählen, was er heute in der Schule am interessantesten fand!

Schriftliche und mündliche Übungen in der Kombination bewirken, dass Euer Schüler auf allen Leveln lernt und den Stoff so am besten verinnerlicht und in seinem Langzeitgedächtnis abspeichert!

  1. Der beste Zeitpunkt für Hausaufgaben & Wiederholungen

Apropos verinnerlichen: Gebt Eurem Schüler den Tipp, seine Hausaufgaben und Wiederholungen noch am selben Tag zu machen!

So ist das Gelernte frisch und geht ihm leichter von der Hand.

Außerdem hilft es, seine Notizen nochmal vor dem Einschlafen durchzulesen.

Auch ein Power-Nap zwischen zwei Lerneinheiten kann Wunder wirken!

Mit diesen Übungen und Ratschlägen könnt Ihr Eurem Schüler helfen, selbstständig sein Arbeitspensum zu bewältigen.

Wie Ihr sehen könnt, gibt es so einige goldene Regeln, die eingehalten werden sollten, um die Qualität von Nachhilfe zu garantieren. Oder was denkt Ihr dazu?

Wenn Ihr zu den einzelnen Punkten mehr Details erfahren wollt, könnt Ihr gerne unsere jeweils verlinkten Artikel zu den Themen durchlesen!

 

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