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Guten Nachhilfeunterricht geben: Wie geht das?

Von Hannah, veröffentlicht am 03/08/2017 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie kann ich gute Nachhilfe geben?

Ihr seid Nachhilfelehrer oder wollt es werden?

Wenn Ihr gerne Euer Gehalt aufstocken möchtet oder neben dem Studium etwas dazuverdienen wollt, habt Ihr hier bei Superprof die Gelegenheit, Eure Expertise als Nachhilfelehrer anzubieten!

Ob als Englisch-Sprachcoach oder Mathelehrer, als Yogatrainerin oder Malmeister – als Privatlehrer könnt ihr bequem und schnell dazuverdienen!

Vor allem für die Lehramtsstudenten unter Euch ist dies – neben dem finanziellen Aspekt – eine gute Übung für Euren späteren Beruf. Besonders bieten sich für Studenten zum Nachhilfe geben München und andere Uni-Städte an.

Außerdem ist die Nachfrage so hoch wie noch nie! Denn immer mehr Schüler in Deutschland nehmen Nachhilfe.

Privat Nachhilfe geben ist allerdings ziemlich anspruchsvoll und benötigt Know-how sowie gutes Handwerk.

Es geht hier nicht nur um das fachliche Wissen, sondern auch um Pädagogische und Organisatorische Fähigkeiten, welche Gute Nachhilfe voraussetzt.

Im Folgenden könnt Ihr erfahren, wie Ihr Euren Nachhilfeunterricht am besten strukturiert und auf was Ihr besonders Acht geben solltet.

Welche Erwartungen hat mein Nachhilfeschüler?

Vor allem die erste Nachhilfestunde mit einem neuen Schüler sollte ganz dafür da sein, herauszufinden, was für Erwartungen Euer Schüler an den gemeinsamen Unterricht hat.

Mit welchem Ziel ist sie oder er zu Euch gekommen? Wo drückt der Schuh?

Bei diesem ersten Treffen wird häufig noch kein Stoff behandelt oder auf inhaltliche Fragen eingegangen.

Es sollte vordergründig darum gehen, sich kennen zu lernen und gemeinsame Ziele zu setzen.

Um dann eine Individuelle Förderung, d.h. einen auf den Schüler und seine Schwierigkeiten zugeschnittenen Nachhilfeunterricht, planen zu können, ist es wichtig, ihm Fragen zu stellen:

  • In welcher Klassenstufe befindet sich der Schüler und welcher Stoff wird gerade durchgenommen? Hier könnt ihr vielleicht auch einen kleinen Test machen, um den aktuellen Wissensstand abzufragen.
  • Braucht sie oder er Hilfe bei der Vorbereitung auf eine Klausur oder Abschlussarbeit? (MSA, Abitur…)
  • Soll die Nachhilfe regelmäßig stattfinden oder lieber eine Art Intensivkurs für beispielsweise zwei Wochen sein?
  • Wo kann der Schüler am besten arbeiten und sich konzentrieren? (zu Hause, in der Bibliothek, in einem Café, in einem Park…)

Nachhilfe geben - dort, wo sich Euer Schüler am wohlsten fühlt! Vielleicht kann sich Euer Schüler ja viel besser an einem neutralen Ort wie einem Café konzentrieren als zu Hause? | Quelle: Visualhunt

Bezieht in diesen Austausch auch die Eltern der Schüler mit ein. Oft sind sie es ja, die Euch zuerst kontaktieren und sich Unterstützung für ihr Kind wünschen.

Was sind ihre Erwartungen? Ist ihnen etwas Bestimmtes aufgefallen? Gibt es vielleicht grade private Umstände, die den Schüler in Beschlag nehmen, sodass schulische Leistungen nachlassen?

Außerdem solltet Ihr auch, soweit es geht, bereits am Anfang in Erfahrung bringen, wo Euer Schüler konkret Probleme hat. Ist es die Konzentration? Oder fällt es ihm schwer, sich Dinge zu merken? Vielleicht leidet er auch an einer Dyskalkulie oder Legasthenie?

Nachdem Ihr all dies besprochen habt, könnt Ihr gemeinsam mit Eurem Schüler eine Art Stundenplan aufstellen, nach dem Ihr euch beim Nachhilfe Geben richtet und in dem Ihr Termine abmacht und Euch auf einen Ort einigt.

Wo genau hat mein Schüler Schwierigkeiten?

Im Laufe der Nachhilfestunden werdet Ihr sicherlich Stärken und Schwächen Eurer Schüler kennen lernen.

Vorsicht: Obwohl Ihr natürlich an den Schwächen arbeiten und Euren Schüler auf diese hinweisen solltet, darf sich dies nicht demoralisierend auf ihn auswirken!

Es erfordert eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl, eine andere Person auf ihre Schwachstellen hinzuweisen ohne dabei eine negative Stimmung zu verursachen.

Und genau das wollt Ihr in Eurem Nachhilfeunterricht vermeiden!

Zu Beginn jeder Stunde könnt Ihr zum Beispiel eine Wiederholung der letzten Stunde machen. So wird die Erinnerung ein wenig aufgefrischt, aber auch der Fortschritt des Schülers hervorgehoben.

Wenn Ihr so auf die Schwierigkeiten Eures Schülers eingeht, könnt Ihr ihn oder sie sicherlich gut durch die gemeinsamen Nachhilfestunden begleiten.

Offenheit, Sorgfalt und Disziplin – das gilt nicht nur im Umgang mit Euren Schülern, sondern auch mit den Eltern!

Denn auch diese brauchen Bestätigung und ein wenig Zuspruch im Zusammenhang mit den schulischen Leistungen ihres Kindes.

Wie identifiziere ich denn nun die Schwachpunkte? Nichts einfacher als das:

  1. Geht eine Unterrichtseinheit gemeinsam durch,
  2. lasst Euren Schüler die wichtigsten Aspekte wiederholen
  3. und bringt ihm dann mit Hilfe von Übungen die Punkte bei, bei denen es noch hapert.

Schnell werdet Ihr erkennen, wo es bei ihm oder ihr immer wieder hakt – zum Beispiel läuft es mit dem Kopfrechnen super, dafür gibt es bei Geometrie immer wieder Schwierigkeiten.

So könnt Ihr Euren Unterricht entsprechend anpassen und den Fokus auf die Baustellen setzen – natürlich ohne sie oder ihn dabei zu entmutigen!

Wie kann ich die Fortschritte meines Schülers bestärken?

Es wird Euch nicht überraschen: Kinder und Jugendliche sind normalerweise nicht sonderlich begeistert, neben der Schule und Hausaufgaben auch noch Nachhilfe zu nehmen.

Neben der Tatsache, dass jeder lieber seiner Lieblingsfreizeitbeschäftigung nachgeht, als extra Büffel-Einheiten einzulegen – was oft ja von den Eltern entschieden wurde –, liegt es vermutlich auch daran, dass Schüler nicht auch noch in ihrer Freizeit an etwaige schulische Misserfolge erinnert werden möchten.

Hier ist es vor allem Eure Aufgabe, das Selbstvertrauen der Schüler zu fördern und sie bestärkt zurück in die Schule zu schicken!

Wie kann ich meinen Schüler am besten bestärken und fördern? Belohnung muss sein! Bestärkt Euren Schüler durch Vertrauen in ihn und seine Leistungen. | Quelle: Unsplash

Es geht beim Nachhilfeunterricht um die Baustellen des Einzelnen – aber natürlich auch darum, die Stärken des Kindes hervorzuheben und ihm so Erfolgserlebnisse zu schenken!

So könnt Ihr Eurem Schüler in seinen starken Fächern beziehungsweise in einzelnen Themen schwierigere Aufgaben stellen als gewohnt und so sein Niveau nach und nach steigern.

Wenn die Teenager merken, dass Ihr an ihren Erfolg glaubt, stärkt das das Selbstwertgefühl und die Motivation!

Natürlich dürfen dabei wichtige Grundlagen – wie Grammatik in Deutsch, bestimmte Daten in Geschichte und Vokabeln in Englisch – nicht vergessen werden!

Wie kann ich meinen Unterricht unterhaltsam gestalten?

In einem Zeitalter wie dem unseren muss Nachhilfe nicht mehr nur mit Stift und Papier abgehalten werden.

Warum nicht die Vorteile des Internets, der allgegenwärtigen Smartphones und Tablets nutzen, wenn Ihr spannende Nachhilfe geben wollt?

Schließlich wird solche Technik ja auch schon länger in Schulen genutzt, wie zum Beispiel mittels interaktiver Whiteboards, Beamer, Laptops, Kommunikation über WhatsApp mit dem Lehrer…

Man kann davon ja nun halten, was man möchte – es kommt nun einmal bei der Mehrzahl von Schülern ziemlich gut an.

Also, warum nicht die moderne Technik nutzen, um Euren Unterricht ansprechbarer zu gestalten?

Manche Nachhilfelehrer bieten inzwischen auch ihre Dienste über Videochat an – so könnt Ihr hier bei Superprof zum Beispiel Englisch von Euch zu Hause aus über Skype unterrichten.

Schon praktisch, oder?

Wenn Ihr Private Nachhilfe zu Hause gebt, könnt Ihr folgende Optionen ausprobieren:

  • Apps auf Eurem Smartphone installieren und dem Schüler zeigen (wie zum Beispiel Vokabeltrainer oder Wörterbücher)
  • Onlinekurse begutachten und empfehlen
  • Youtube Tutorials, Dailymotion Videos o.ä. zeigen (als Einleitung, Visualisierung oder zusätzliche Erklärung)
  • Online Tests durchführen

Hier ist Eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt!

Natürlich sollten Online Kurse, Apps und Ähnliches nur Hilfestellungen sein, die Euren Schüler ansprechen – kein Ersatz für Erklärungen, Fragen und Aufgaben von Euch und schon gar keine Quelle für Ablenkung während des Unterrichts…!

Nur gemeinsam ins Ziel. Nachhilfe sollte eine Teamarbeit sein zwischen Dir und Deinem Schüler! Nachhilfe ist Teamarbeit! Immer ein offenes Ohr für Euren Schüler haben, ist die Regel Nr. 1! | Quelle: Unsplash

Wie kann ich ein aufmerksamer und zielführender Nachhilfelehrer sein?

Alle erfahrenen Nachhilfelehrer werden dies bestätigen: Die Goldene Regel bei der Nachhilfe ist, dem Schüler aufmerksam zuzuhören und auf ihn einzugehen.

Aus diesem Grunde – denn eine individuelle Betreuung ist einfach doch viel wert – stellen die meisten Eltern Nachhilfelehrer ja auch erst ein!

Der Mangel an Aufmerksamkeit, individueller Förderung und Forderung, die sie in der Schule oftmals nicht bekommen, sollte in Eurem Nachhilfeunterricht wieder wettgemacht werden.

Wenn Euer Schüler keine Lust hat, zu lernen und sich querstellt, versucht den Ursprung dieser Blockade zu verstehen.

Um ein guter Nachhilfelehrer zu werden, gibt es verschiedene pädagogische Mittel:

  • Unterhalte dich mit deinem Schüler über seine Sicht auf das Bildungssystem und was er in der Schule erlebt.
  • Versuche, mit seinen Lehrern in Kontakt zu treten und den Dialog anzuregen.
  • Zeige ihm, wie nützlich und alltagstauglich es ist, was er in der Schule lernt.
  • Führe ihm die Vorteile vor Augen, die ein guter Abschluss mit sich bringt.
  • Versuche herauszufinden, was Dein Schüler für Berufswünsche hat und motiviere ihn mit dieser Perspektive!
  • Nimm ihm die Angst, Fragen zu stellen, und stelle sicher, dass Du den Nachhilfeunterricht ganz nach ihm richtest (bzgl. offener Fragen, Tempo, Ort, Zeit,…)

Wenn sich Euer Schüler von Euch begleitet und verstanden fühlt, motiviert ihn oder sie das vermutlich und er/sie ist auch offener, Euch zuzuhören und zu lernen. Dies gilt in besonderem Maße, wenn Ihr Deutsch als Fremdsprache unterrichten möchtet.

Um einen Schüler zu fördern und zu fordern, braucht es also mehr als gutes Fachwissen  – vielmehr pädagogische Fähigkeiten und ein offenes Ohr !

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