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Kann man ohne Kenntnisse in Musiktheorie Pianist werden?

Von Anna, veröffentlicht am 12/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Kann man ohne Solfeggio Klavier Lernen?

Für klassische Klavierstücke ist das Solfeggio Lernen unablässig.

Doch es gibt auch andere Musikgenres wie Varieté, Rock, Jazz oder Soul, die mit ihren Klavierschülern weniger streng sind.

Es ist tatsächlich so, dass man bei diesen Musikrichtungen das Klavierspielen nach dem Gehör, nach dem Gefühl, lernen kann, indem man seine Hände von den Emotionen der Musik über die Tasten leiten lässt.

Das Solfeggio bzw. das Notenlernen hat einen schlechten Ruf: Es wird oft als eintönig, langweilig und stupide bezeichnet.

Das Solfeggio ist eng mit der sogenannten „Kunstmusik“ verbunden, zu der auch die klassische Musik zählt, und ermöglicht das Komponieren, Lesen und Spielen einer Partitur.

So kommt es, dass diese Art der Musiktheorie im Bereich der modernen Musik und Popmusik etwas veraltet wirkt.

So findet man sowohl Hobbymusiker, die auf das Solfeggio schwören, um eine Partitur zu spielen, als auch Profimusiker, die sich auf den Rhythmus verlassen, die die Musik im Blut haben und nach Gehör spielen können.

Beide Methoden haben so ihre Vorteile, aber wir konzentrieren uns heute auf diejenige, die am weitesten verbreitet ist unter den modernen Künstlern und Pianisten.

Gemeinsam wollen wir herausfinden, worin diese Technik besteht, die so einfach, effizienter und spielerischer wirkt, und heutzutage Alt wie Jung begeistert.

Klavierspielen mit Solfeggio vs. Klavierspielen ohne Solfeggio

Da das Klavier hinsichtlich seiner Partituren als eines der kompliziertesten Musikinstrumente gilt, fällt es einigen Personen schwer, das Solfeggio beim Klavierspielen Lernen außer Acht zu lassen.

Doch dieser Ansatz wird bei neueren Lernmethoden, die mit den traditionellen Methoden brechen wollen, immer häufiger infragegestellt.

Braucht man das Solfeggio, um Klavier spielen zu können? Grundkenntnisse im Bereich der Musiktheorie können das Klavierspielen Lernen erleichtern. | Quelle: Visualhunt

Die Vorteile des Klavierspielens mit Solfeggio

Auch wenn es nicht gerade den besten Ruf genießt, hat das Solfège Vorteile, die man nur schwer abtun kann – vor allem dann, wenn man professioneller Musiker werden will.

Wenn man eine Partitur – die schriftliche Form des Solfeggio – lesen kann, weiß man auch Folgendes:

  • Wie schnell man spielen muss.
  • Welche Noten man spielen muss. Diese bilden das Herzstück des Musikstücks.
  • Die Länge der einzelnen Noten.
  • Die Pausen zwischen den Noten.
  • In welchem Rhythmus man spielen muss.
  • Die unterschiedlichen musikalischen Muster.
  • Was Musiktheorie ist: Violinschlüssel, Bassschlüssel, b, Fis…

Das Noten Lesen ist auch unglaublich nützlich, wenn man:

  • …in einer Band, einer Kapelle oder einem Orchester spielen will: Mehrere Musiker und Instrumente zusammenzubringen, ist eine große Herausforderung, wenn man nicht nach Noten spielt.
  • …sein Klavier-Niveau verbessern will: Durch das Solfeggio können sich Musikschüler verbessern und schließlich gut Klavierspielen lernen. Es ist eine Richtschnur mit klaren Spielanweisungen – für erfahrene Musiker genauso wie für Anfänger. So erkennt man schnell seine Fehler, identifiziert leicht seine Schwächen und kann schlechte Angewohnheiten korrigieren.
  • …ein Klaviervirtuose werden will: Je länger man schon Klavierspielen lernt, desto besser kann man seine Fähigkeiten auch auf qualitativer Ebene weiterentwickeln. Erst wenn man technischere Stücke spielt (von Chopin zum Beispiel), merkt man, dass sich all die Mühen des Solfeggio Lernens letztlich doch bezahlt machen.

Wofür ist das Notenlesen nützlich? Wenn man in einer Band oder einem Orchester spielen will, ist das Notenlesen nützlich. | Quelle: Visualhunt

Die Vorteile des Klavierspielens ohne Solfeggio

Klavierspielen ohne Solfeggio zu lernen, bedeutet, seiner Kreativität, seinem Spiel und seiner Art und Weise, sich Musik, Klänge und Töne vorzustellen, freien Lauf zu lassen.

Diese Methode basiert im Wesentlichen auf dem Spielen nach Gehör. Man verlässt sich auf das, was man hört, und seine Intuition.

Sie ist das Herzstück zeitgenössischer Musik, die sich vor allem auf Akkordfolgen stützt – die vom Musiker frei interpretiert werden können – und nicht auf eine Partitur, die man Note für Note spielt, wie es in der klassischen Musik der Fall ist.

Man muss eine Melodie, ein Lied oder – für die Jüngeren unter uns – einen Song also einfach nur hören und kann die Töne dann im Kopf so umwandeln, dass man sie direkt auf die Tasten übertragen kann.

Die modernen Musiker, die diese Methode verwenden, zeichnen sich durch Folgendes aus:

  • Sie können neue Stücke recht schnell lernen. Man denke nur an die Menschen, die auf YouTube Lieder einfach auf dem Klavier covern, ohne jeweils über die Partitur des Stücks zu verfügen.
  • Sie verfügen über eine sehr gute bis herausragende Koordination in beiden Händen.
  • Sie entwickeln die Fähigkeit, ganz einfach und natürlich neue Melodien, Lieder und Musikstücke fürs Klavier zu erdenken.

Es darf nicht vergessen werden, dass das Solfeggio und das Klavierspielen Lernen ohne Solfeggio (was normalerweise als unüberwindlicher Gegensatz betrachtet wird) auch Hand in Hand gehen können, nämlich in einem Lernansatz, der Theorie und Praxis verbindet.

Dies ist zur Zeit übrigens die beliebteste Methode, denn so wird das Erlernen von Musiktheorie sofort für die Praxis nützlich.

Wir wollen darüber jetzt gar nicht lange philosophieren (wie das viele Musiker gerne tun), sondern uns eines einfachen Bildes bedienen:

Es ist so, als würde man zuerst Sprechen lernen (Klavier spielen ohne Solfeggio) und gleich im Anschluss Schreiben lernen (Klavier spielen mit Solfeggio).

26 Künstler, die nie Noten Lesen gelernt haben

Es gibt eine Sache, die die berühmtesten, beliebtesten und kreativsten Künstler, Gitarristen und Pianisten der Welt gemeinsam haben: Das Solfeggio spielt(e) für sie keine Rolle.

Auch wenn das komisch klingen mag: Einige Musiklegenden hatten oder haben nur eine sehr vage, eine unvollständige oder sogar gar keine Ahnung vom Solfeggio.

Kann man im Musik-Business Karriere machen ohne lesen lernen zu können? Einige der erfolgreichsten Musiker gebe an, nie Notenlesen gelernt zu haben. | Quelle: Unsplash

Obwohl sie größtenteils keine Noten lesen konnten, beherrschten sie ihre Instrumente wie kein anderer und machten steil Karriere im Musikgeschäft:

  • Paul McCartney
  • John Lennon
  • Jimi Hendrix
  • Eric Clapton
  • Elvis Presley
  • Stevie Ray Vaughan
  • Django Reinhardt
  • B. B. King
  • Robert Johnson
  • Neil Young
  • Rory Gallagher
  • Jimmy Page
  • Jeff Beck
  • Angus Young
  • Muddy Waters
  • Stevie Wonder
  • Mark Knopfler
  • Keith Richards
  • Albert King
  • Chuck Berry
  • David Gilmour
  • Brian May
  • John McLaughlin
  • Wes Montgomery
  • Pete Townshend
  • Johnny Winter

Sogar der berühmte deutsche Komponist Hans Zimmer gibt an, nie richtig Noten lesen gelernt zu haben.

Dies ist sehr überraschend, wenn man bedenkt, dass Hans Zimmer die Musik für berühmte Hollywood-Blockbuster wie beispielsweise „Rain Man“ oder „Fluch der Karibik“ komponiert hat.

Es gibt sie also auch, diese Klaviervirtuosen, diese talentierten und originellen Musiker, die mit den Regeln der Musik brechen, um letztere weiterzuentwickeln.

Dieser Ansatz ohne Solfeggio, der manchmal als anarchistisch beschrieben wird, ruft hitzige Debatten hervor und ist lange nicht am Ende, erst recht nicht, wenn man an den Aufschwung digitaler Formen von Musikunterricht denkt.

Dank des Internets ist Klavierspielen Lernen heutzutage recht einfach.

Ausnahmen sind natürlich die Werke klassischer Pianistinnen und Pianisten wie:

  • Maurice Ravel.
  • Franz Schubert.
  • Ludwig van Beethoven.
  • Wolfgang Amadeus Mozart.
  • Franz Liszt.
  • Claude Debussy.
  • Robert Schumann.
  • Felix Mendelssohn.
  • Richard Wagner.
  • Martha Argerich.
  • Claudio Arrau.
  • Vladimir Ashkenazy.
  • Daniel Barenboim.
  • Alfred Brendel.
  • Glenn Gould.
  • Myra Hess.
  • Vladimir Horowitz.
  • Stephen Hough.
  • Lang Lang.
  • John Ogdon.
  • Murray Perahia.
  • Maria Joao Pires.
  • Maurizio Pollini.
  • Sergei Rachmaninow.
  • Swjatoslaw Richter.
  • Arthur Rubinstein.
  • Clara Schumann.
  • Jean-Yves Thibaudet.
  • Mitsuko Uchida.

Mithilfe von Noten kann man eine Partitur in allen Einzelheiten lesen. Besonders in der klassischen Musik kommt man um das Solfeggio nicht herum. | Quelle: Visualhunt

Verschiedene Methoden, Klavierspielen ohne Partituren zu erlernen

Die Kivao-Methode

Die Kivao-Methode stammt aus Frankreich und hat zum Ziel, das Notenlesen zu vereinfachen.

Dank der neuartigen Abbildung von Noten ist es nicht mehr nötig, nach dem Namen von Noten zu suchen.

Dieser schnelle Lernansatz beansprucht für sich, „die einzige echte Alternative zum Solfeggio“ und „die erste Tabulatur fürs Klavier“ zu sein, und ermöglicht den Schülern, direkt am Klavier zu lernen.

Mit dieser Methode werden die verschiedenen Anfangsschritte schnell durchgegangen, sodass man sich bald der Praxis widmen kann.

Sie ermöglicht das Erlernen des Klavierspielens in kurzer Zeit und führt den Schüler bis hin zu Mozarts „Türkischem Marsch“.

Dieser Ansatz umfasst 8 Kapitel und wird „evolutionär“ genannt.

Er wird von einem einzelnen Lehrer in personalisiertem Klavierunterricht vermittelt, sodass der Schüler die Grundlagen der Musiktheorie lernt und beim Erlernen der traditionellen Noten geführt und begleitet wird.

Die Methode basiert auf dem bei uns bekannten angelsächsischen Notensystem mit den Noten C, D, E, F usw. (in Frankreich verwendet man normalerweise die Noten Do, Re, Mi usw.) und unterscheidet sich vom klassischen Ansatz des Klavierunterrichts in Musikschulen oder von manchen privaten Klavierlehrern.

Dieser Ansatz erhebt nicht den Anspruch, eine „Wunderlösung“ zu sein, ist aber intelligent ausgearbeitet und ermöglicht:

  • Akkorde zu lernen,
  • seine zwei Hände auf den Tasten in Einklang zu bringen,
  • schnell Stücke auf dem Klavier spielen zu können,
  • die Musikrichtungen, Musikstücke und Musikstile zu spielen, die dem Schüler gefallen.

Die Colin-Methode

Egal, ob man mit dem Klavierspielen anfangen oder sich verbessern möchte: Die (ebenfalls aus Frankreich stammende) Colin-Methode stützt sich auf einen pädagogischen Ansatz, von dem es heißt, er erleichtere das Klavier Lernen.

Durch präzisen und schrittweisen Klavierunterricht, der aus Fingerübungen auf dem Klavier und der Erkennung von Mustern besteht, kann man schnell vom Anfänger zum Fortgeschrittenen werden.

Bei dieser Art, ohne Solfeggio und ohne klassischen Klavierunterricht Klavierspielen zu lernen, verwendet man einfach eine Audio-CD und/oder DVD und lernt:

  • Akkorde.
  • Akkordverlauf.
  • Akkordfolgen mit Melodien.
  • Seine zwei Hände auf den Tasten in Einklang zu bringen, um ein erstes Lied spielen zu können.

Diese Methode verbindet verschiedene Sinne wie den Hörsinn, den Sehsinn und den Tastsinn und bietet eine Reihe an praktischen Übungen, ganz gleich, welche Musikrichtung man spielen möchte (Blues, Rock, Jazz, Boogie, Latin, Varieté, Weltmusik…).

Übrigens lernt man bei diesem Ansatz, indem bekannte Lieder immer wieder abgespielt werden, was diese Art, Klavierspielen ohne Solfeggio zu lernen, spielerisch, unterhaltsam und interaktiv macht.

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