Menschen wenden sich aus den verschiedensten Gründen an einem Punkt in ihrem Leben dem Yoga zu. Die einen möchten an ihrer Fitness arbeiten, die anderen möchten sich selbst auf einem tieferen, vielleicht sogar spirituelleren Level begegnen.

Vielen ist zu Beginn ihres Yogaweges gar nicht bewusst, was genau sie suchen. Sie spüren zwar, dass sie irgendetwas in ihrem Leben brauchen, sind sich aber häufig nicht sicher, ob Yoga dieses Bedürfnis stillen kann.

Für einige erscheint Yoga als ein guter Weg, um ein verloren gegangenes inneres Gleichgewicht wiederherzustellen; ein Level des Friedens, dass sie in ihrem aktuellen Leben vermissen.

Und natürlich gibt es auch diejenigen, die darauf schwören, dass Yoga der wahre Weg zu körperlicher Fitness ist. Dabei spielen natürlich ebenso die Ernährung sowie das persönliche Stresslevel eine Rolle.

Häufig sind es vor allem die fitnessaffinen Menschen, die sich dem Power Yoga zuwenden. Doch natürlich geht es auch im Power Yoga und weitaus mehr als nur Kraft, Flexibilität und Ausdauer.

Power Yoga ist eine unheimlich dynamische Yoga Art. Anders als bei anderen Yogastilen gilt es hier nicht, eine Position für eine Weile zu halten, sondern man fließt von einer Haltung in die nächste.

Diese Dynamik bedeutet jedoch nicht, dass das grundlegende Dreigestirn aus Körper, Geist und Seele im Power Yoga ignoriert und durch herausfordernde Übungen ersetzt wird. Vielmehr bietet die yogische Philosophie auch im Power Yoga die Grundlage.

Bevor wir uns also anschauen, wie man Power Yogastunden planen kann – ob für lokalen Yogaunterricht oder einen Yoga Online Kurs –klären wir zunächst, was genau Power Yoga ausmacht.

Was ist Power Yoga?

Anstatt zu definieren, was Power Yoga ist, ist es manchmal einfacher zu sagen, was Power Yoga nicht ist.

Wenn deine Vorstellung von Power Yoga einer lebhaften Praxis wie Zumba oder Pilates ähnelt, liegst du ein wenig daneben.

Denn der fundamentale Unterschied zwischen Yoga und allen anderen Fitnessroutinen – egal von wem, wann und aus welchem Grund diese entwickelt wurden – ist, dass Yoga Kurse in erster Linie eine meditative Praxis darstellen.

Selbst wenn du also im Power Yoga schneller durch einzelne Asanas fließt, als du es in anderen Yogastilen tun würdest, geht es immer noch darum, sowohl deinen Körper als auch deinen Geist zu trainieren.

Was kennzeichnet eine Power Yogastunde?
Power Yogastunden sind schnell und dynamisch, im Fokus steht dennoch die Zentrierung des Geistes | Quelle: Pixabay

Es ist dementsprechend hilfreich, wenn du bereits eine grundlegende Beziehung zwischen Körper und Geist entwickelt hast, bevor du deine erste Power Yogastunde besuchst. Ebenso dienlich sind ein paar Bauchmuskeln und erste Meditationserfahrungen.

Wenn du bereits Erfahrungen mit anderen Yogaarten gemacht hast und dein Verständnis von Yoga erweitern möchtest, hast du mit Power Yoga dazu die Gelegenheit.

Der Begriff Power Yoga entstand in den 1990er Jahren, als der Fitnesswahn auf einem Höhepunkt war. Viele verbinden Power Yoga aufgrund dieser zeitlichen Parallele nun als den Ursprung vom „Fitness Yoga“ – welches dazu beiträgt, dass Yoga von vielen eher als eine Fitnesseinheit gesehen wird und nicht als spirituelle Praxis.

Power Yoga hat seine Wurzeln jedoch im Ashtanga Yoga – einem anderen sehr dynamischen und traditionellen Yoga Stil, bei dem Atem und Bewegung synchronisiert werden.

In einer Ashtanga Yoga Stunde wird eine festgelegte Serie an Asanas praktiziert, welche allesamt für fünf Atemzüge gehalten werden. Power Yoga hält die Übungen weniger lang, häufig nur für einige Momente, und geht dann in die nächste Übung über.

Ebenso wie im Ashtanga Yoga werden Asanas auch im Power Yoga gerne bei ihrem Sanskrit Namen genannt. Deswegen werden auch wir in diesem Artikel die Sanskrit Namen der Übungen verwenden, wenn wir uns dem typischen Power Yoga Stundenaufbau widmen.

Wie ist Power Yoga entstanden?
Der Ursprung vom Power Yoga liegt im traditionellen Ashtanga Yoga | Quelle: Pexels

Während andere Yogastile sich vor allem positiv auf deine Flexibilität auswirken, wirst du im Power Yoga vor allem Kraft aufbauen. Schließlich wirst du in einer Power Yoga Stunde immer wieder dein gesamtes Körpergewicht stemmen und halten.

Eine besondere Rolle spielen im Power Yoga, ebenso wie im Ashtanga Yoga, die sogenannten Vinyasas. Diese dienen Yogis, ihren Energiefluss zwischen einzelnen Haltungen wieder zu balancieren.

Ein typisches Vinyasa besteht aus Chaturanga, Urdhva Mukha Svanasana Hund und Adho Mukha Svanasana.

Falls du mit den Sanskrit Begriffen noch nicht vertraut bist: Dabei handelt es sich um die Bretthaltung, den heraufschauenden Hund und den herabschauenden Hund. Solch ein Vinyasa ist auch elementarer Bestandteil vom Surya Namaskar – dem Sonnengruß.

Wie bereits erwähnt ist ein weiteres Kennzeichen einer Power Yoga Stunde der „Flow“: Es gibt fließende, geschmeidige Übergänge von einer Asana in die nächste. Unter anderem aufgrund dieser Übergänge füllt dich Power Yoga mit besonders viel Energie!

Mit Power Yoga beginnen

Der Aufbau einer Power Yoga Stunde spielt, wie in jeder anderen Yoga Art, eine enorme Rolle, damit du am besten von deiner Praxis profitierst. Wenn du nicht sicher bist, wie du eine Power Yogastunde gestalten sollst, lies dir unsere folgenden Hinweise durch.

Power Yoga ist definitiv kein Yogastil, den man unaufgewärmt praktizieren sollte. Daher startet eine Power Yogastunde mit einigen Übungen zum Aufwärmen.

Dieses Aufwärmen besteht in der Regel aus einigen Sonnengrüßen. Häufig wird zunächst der Surya Namaskar A einige Runden geübt und anschließend weitere Runden vom Surya Namaskar B – einer leicht veränderten Version des Sonnengrußes.

Wie beginnt eine Power Yogastunde?
Im Power Yoga ist es wichtig, den Körper zunächst mit einigen Runden der Sonnengrüße aufzuwärmen | Quelle: Pixabay

Anschließend praktizierst du bis zu 70 verschiedene Asanas – je nach Level und der Länge der Klasse. Die ersten zehn Übungen sind in der Regel die folgenden:

  • Padangustasana
  • Pada Hastasana
  • Trikonasana
  • Parivritta Trikonasana
  • Utthita Parsvakonasana
  • Parivritta Parsvakonasana
  • Prasarita Padottanasana
  • Parscvottonasana
  • Utthita Hasta Padangusthasana
  • Ardha Baddha Padma Uttanasana

Das klingt erst einmal nach einer Menge Sanskrit, aber sobald du mit den Haltungen vertraut wirst und mit Leichtigkeit von einer in die nächste fließen kannst, wirst du auch mit den Namen bald keine Probleme mehr haben!

Die letzte Asana einer Stunde ist stets Savasana, die Schlussentspannung. Du wirst sie dir verdient haben!

Das wichtigste, dass du dir merken solltest, ist, dass du einzelne Haltungen nicht für länger als einen Moment halten musst. Die Idee vom Power Yoga liegt vielmehr darin, in einen Flow zu gelangen und deine Muskeln und Gelenke aktiv zu spüren.

Hier noch einige Worte zur Besänftigung und Vorsicht: Dein Körper muss in den einzelnen Asanas nicht dieselbe Form einnehmen, wie der deines Lehrers. Wenn er das tut, hervorragend – wenn nicht, ist das ebenso völlig ok. Setz dich nicht unter Druck und sei zufrieden an dem Punkt, an dem du jetzt gerade stehst.

Wenn du dich in Haltungen zwängst, die dein Körper noch nicht einnehmen kann, steigt nur die Verletzungsgefahr und der Sinn von Yoga wird verfehlt.

Von Power Yoga profitieren

Zuvor haben wir das generelle Power Yoga Stundenkonzept besprochen. Wusstest du jedoch, dass du mit Power Yoga auch gezielt an bestimmten Körperregionen arbeiten kannst?

Angenommen, du möchtest dich auf deine Bauchmuskeln konzentrieren.

Beginne in Tadasana, der Berghaltung, fließ dann tief in eine stehende Vorbeuge (Uttanasana), von wo du dann in ein Vinyasa startest. Aus deinem herabschauenden Hund, bring dein rechtes Bein nach oben und bring es in eine Linie mit deinem Rücken. Bring dann dein Knie nach vorne zur Nase, setz deinen Fuß ab in einen High Lunge und komm von hier in die Halbmond-Haltung.

Komm anschließend aus einem High Lunge wieder in Uttanasana und mit der nächsten Einatmung zurück ins Stehen. Du endest in der Berghaltung, in der du auch begonnen hast, und führst dieselbe Sequenz anschließend mit deinem anderen Bein durch.

Da Power Yoga auch körperbasiertes Yoga ist, gilt es auch als Hatha Yoga. Im Unterschied zu einer klassischen Hatha Yoga Stunde übst du aber weit mehr Asanas in einer Stunde. Außerdem ist im Power Yoga wichtig, dass du deinen Atem bereits gut kontrollieren kannst. Im Zweifel kann dir dein Lehrer Tipps zur richtigen Atemtechnik geben.

So aufregend, wie sich eine Power Yoga Stunde für manche anhören kann, solltest du ihr dennoch mit einer gewissen Vorsicht begegnen. Denn du benötigst definitiv mehr Muskelkraft als in anderen Yogaarten, wie vielleicht einer Vinyasa Flow Stunde oder passiven Formen wie Yin Yoga.

Power Yoga Stunden zeichnen sich durch ein hohes Tempo aus! Du nimmst eine Haltung in deiner Einatmung ein und fließt in der Ausatmung bereits in die nächste Haltung. Deshalb spielt die richtige Atemweise so eine große Rolle in diesem Yogastil.

Wie profitierst du vom Power Yoga am besten?
Um von Power Yoga zu profitieren, solltest du die Asanas an deinen Körper anpassen und dich stets auf deinen Atem konzentrieren | Quelle: Pixabay

Natürlich kann jede Asana etwas an deine individuellen Bedürfnisse oder Einschränkungen angepasst werden, gerade, wenn du noch ein Power Yoga Anfänger bist. Dein Lehrer hat in seiner Power Yoga Ausbildung verschiedene Alternativen zu jeder Asana gelernt.

Wenn du nach einer längeren Pause zurück in deine Yogapraxis finden möchtest oder vielleicht sogar gerade erst eine Verletzung überwunden hast, solltest du schauen, ob Power Yoga vielleicht eine Nummer zu schnell oder fordernd für deinen aktuellen Zustand ist. Schließlich möchtest du dich nicht verletzen oder deine Heilung hinauszögern.

In einem solchen Fall ist es vielleicht der richtige Moment, Restorative Yoga eine Chance zu geben! Dort kannst du mithilfe von angenehmen, passiven Haltungen zurück zu deiner Form finden.

Viele bezeichnen „Power Yoga“ übrigens als eine Fehlbezeichnung. Denn zwar ist definitiv einiges an Kraft für diesen Yogastil notwendig, dennoch entzieht dir die Praxis nicht jedes bisschen Energie und Kraft, das du besitzt – so wie manche Cardio Routinen es tun können.

Die Kraft des Power Yogas liegt vielleicht darin, dass es dir Auftrieb geben kann…

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Miriam