„Tanz ist die Poesie des Fußes.“

– John Dryden

Das stimmt: in Deutschland wird Tanzen zwar als Sport angesehen, aber gleichzeitig als Kunstform.

Eine Kunst, die man lernen muss, um sie zu beherrschen. Wenn ihr gerne Unterricht für Erwachsene und Jugendliche geben und euer Wissen, die Disziplin, eure Leidenschaft weitergeben möchtet, dann habt ihr das Zeug zum Tanzlehrer!

Allerdings kann nicht jeder als Tanzlehrer Kurse anbieten: Um Einzelunterricht zu geben, muss man zunächst einige Schritte durchlaufen, die hier erklärt werden!

Bei Superprof schätzen wir alle Tanzerfahrungen unserer Lehrerinnen und Lehrer, so dass ihr Menschen, die sich für eure Disziplin begeistern, Privatunterricht geben könnt!

Als angestellter oder selbstständiger Lehrer Privatkurse anbieten

Ob Sporttanz oder Standardtanz, ihr könnt alle Tanzformen unterrichten, sogar Foxtrott, Cha Cha Cha oder Hip-Hop.

Aber bevor ihr privaten Tanzunterricht geben könnt, müsst ihr Schüler finden! Und dafür muss man eine Bildungseinrichtung finden oder Hausunterricht anbieten.

Ein Tanzlehrer hat also mehrere Möglichkeiten, Privatunterricht zu geben:

  • Als Angestellter mit einem Vertrag und einer festen Vergütung
  • Als Selbstständiger, der privaten Tanzunterricht anbietet
  • Als Ehrenamt ohne Vergütung

Eine bezahlte Festanstellung ist natürlich die sicherste Lösung, aber auch die einschränkendste, insbesondere wenn es um das Unterrichten von Tanz geht. Ein Vertrag verpflichtet euch dazu, die Forderungen eures Arbeitgebers zu respektieren, was auch das Unterrichten von tänzerischen  Aktivitäten wie Stepptanz, Yoga oder Zumba beinhalten kann. Auf der anderen Seite gibt es viele finanzielle Vorteile.

Man kann Tanzunterricht in vielen Formen geben.
Es sind viele Formen des Tanzunterrichts möglich! |Quelle: Unsplash

Abhängig von eurer Situation gibt es mehrere Möglichkeiten, wie ihr als Angestellter Tanzunterricht geben könnt:

  • Als Lehrer in Vollzeit in einer privaten oder öffentlichen Schule, wo ihr hauptberuflich Tanz unterrichtet
  • Als Aushilfslehrer in einer Schule oder einem Tanzzentrum, wo ihr die Disziplinen unterrichtet, für die Bedarf besteht
  • Als Stellvertreter, zum Beispiel für Sommerkurse und Praktika.

Umgekehrt gibt euch der Status als Selbstständiger die Freiheit, eure Tanzklassen und Schüler, Erwachsene oder Kinder und Jugendliche, zu wählen. Ihr könnt also frei entscheiden, welche Tanzform ihr unterrichten möchtet und ob ihr zusätzliche Aktivitäten, wie Yoga oder Pilates anbietet. 

Wenn ihr Tanzen ehrenamtlich unterrichten möchtet, geschieht das meistens über kostenlosen Privatunterricht, aber die Formate sind sehr unterschiedlich. Dabei kann es sich um Folgendes handeln:

  • Eine Einführungsklasse in die Kunst des Tanzens
  • Ein kostenloser oder teilweise bezahlter Sommer-Tanzworkshop
  • Ein jährliches Projekt, das mit jungen Leuten vorbereitet wird, wie z.B. die Organisation einer Tanzaufführung

Ob ihr angestellt oder selbstständig sind, eines ändert sich nicht: Bevor ihr als Tanzlehrer anfangen könnt, solltet ihr euch über eure Ausbildung und Erfahrungen bewusst sein!

Ausbildung zum Tanzlehrer

Bevor ihr euch überlegt, ob eine Ausbildung zum Tanzlehrer sinnvoll ist, solltet ihr wissen, dass der Beruf des Tanzlehrers in Deutschland nicht geschützt ist, das bedeutet, dass er zu den freien Berufen zählt und es keine keine staatlich geregelte Ausbildung und Abschlüsse gibt.

Je nachdem, wo man anfangen möchte, braucht mal also nicht unbedingt ein Diplom oder Zertifikat jeglicher Art, um Tanzen unterrichten zu können. Oft ist die tatsächliche Erfahrung wichtiger, wie wenn ihr beispielsweise einen Intensivworkshop bei einem berühmten Tänzer absolviert habt.

Aber grundsätzlich hängt die Entscheidung auch davon ab, welche Tanzrichtung ihr unterrichten möchtet. Während im Hip-Hop- und Street-Dance fast schon erwartet wird, dass man sich Schritte und Choreographien selber ausdenkt, ist eine professionelle Ausbildung quasi Pflicht, wenn man Ballett unterrichten möchte.

Es gibt also in Deutschland mehrere Möglichkeiten, Tanzlehrer zu werden:

  • Ausbildung zum geprüften Tanzpädagogen
  • Ausbildung des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands
  • Ausbildung zum Tanzlehrer des Berufsverbands Deutscher Tanzlehrer
  • Ausbildung zum Tänzer an privaten oder staatlichen Akademien
  • Studium in Tanzpädagogik
  • Allgemeines Tanzstudium: Bachelor oder Master in Tanz, Schauspiel & Tanz, Choreographie…

Die Entscheidung, ob eine Ausbildung sinnvoll ist oder nicht, kommt ganz darauf an, auf welchem Niveau und an welcher Art von Schule ihr unterrichten möchtet. Es gibt Tanzschulen, die einen nur mit einem bestimmten Zertifikat einstellen, während andere etwas lockerer sind.

In einer Ausbildung lernt ihr alles, was ihr braucht, um Tanzkurse zu geben.
Eine Ausbildung kann euch darauf vorbereiten, Tanzkurse zu geben. |Quelle: Unsplash

Der Großteil der Ausbildung zum Tanzlehrer beschäftigt sich natürlich mit Musik und Tanz, damit ihr lernt, wie ihr eine Tanzstunde planen könnt. Dafür wird während der Ausbildung aber auch einiges aus den Bereichen Pädagogik, Kreative Arbeit und Organisation unterrichtet, um optimal vorbereitet zu sein.

Wusstet ihr, dass das beliebte Zumba® ein eingetragener Markenname ist und deshalb eine spezielle Ausbildung zum Zumba-Instructor erfordert. Daneben gibt es viele weitere Workshops und Kurse, mit denen ihr eure Fähigkeiten immer verbessern könnt.

In welchem Format könnt ihr Kurse selber anbieten?

Ganz gleich, welchen Tanzstil ihr bevorzugt, Gruppenunterricht ist das gebräuchlichste Format für Privatunterricht. So ist es euch möglich, viele Disziplinen zu unterrichten und für alle zugänglich zu sein, und zwar zu günstigeren Preisen als Einzelunterricht. Folgendes könnt ihr anbieten:

  • Zumba-Kurs
  • Ballettunterricht
  • Bachata-Kurse
  • Hip-Hop-Kurs
  • Tango-Kurs
  • Salsa-Unterricht
  • Argentinischer Tango-Kurs
  • Rockklasse
  • Kizomba-Klasse
  • Und viele andere

Schließlich liegt es an euch, zu entscheiden, welches Publikum ihr unterrichten möchtet. Tanzkurse für Kinder sind zunehmend gefragt: die 9-14-Jährigen interessieren sich vor allem für Rock’n Roll oder auch Hip-Hop. Junge Menschen an klassischere Tanzformen wie Ballett heranzuführen, scheint komplizierter zu sein. Dafür gibt es in diesen Disziplinen internationale Wettbewerbe für Kinder, die auf der Bühne glänzen.

Ihr könnt Paaren den Hochzeitstanz beibringen.
Einige Paare möchten sicher ihren Hochzeitstanz bei euch lernen. |Quelle: Unsplash

Walzer- oder Salsa-Kurse sind bei Erwachsenen, die Privatunterricht suchen, ziemlich beliebt. Die meisten Erwachsenen nehmen Tanzunterricht in Paaren und nicht einzeln. Dies ist zum Beispiel bei Paaren der Fall, die den Walzer tanzen lernen möchten. Das Highlight ist natürlich, wenn ein Paar euch bittet, den Hochzeitstanz zu lernen, wie beispielsweise den Hochzeitswalzer.

Man kann Privatunterricht oder Einzelunterricht zu jeder Zeit, an jedem Ort und auch für alle Schüler geben. Es liegt an euch, den passenden Deckel für euren Topf zu finden!

Wo kann man Privatunterricht geben?

Auch hier hängt alles von eurem Status und euren Wünschen ab. Wenn ihr angestellt seid, müsst ihr euch auf Folgendes einstellen:

  • In einer Tanzakademie oder einer Tanzschule (privat oder öffentlich)
  • In einem spezialisierten Tanzzentrum
  • An einer normalen Schule

Selbstständige oder diejenigen, die Tanzen ehrenamtlich anbieten haben die ganze Welt zur Auswahl: dank eurer Leidenschaft für den Tanz braucht ihr kein Tanzstudio mehr, um euren Schülern das Tanzen beizubringen. Ihr könnt ihnen Privatunterricht zu Hause geben oder eure Zeit in einem Tanzverein verbringen.

Die meisten eurer Schülerinnen und Schüler werden den Unterricht parallel zu ihrem normalen Alltag besuchen wollen: ihr müsst also bereit sein, ihnen eure Energie zu widmen, manchmal bis 21:30 Uhr am Abend.

Je nachdem, wo ihr einen Job als Tanzlehrer annehmt, müsst ihr möglicherweise Intensivkurse, wöchentlichen Unterricht oder verschiedene Kurse und Workshops geben.

Während die meisten Tanzkurse in Deutschland in einem Tanzsaal stattfinden, könnt ihr euren Unterricht in manchen Städten auch im Freien abhalten. Es ändert nichts daran, dass ihr eure Laufübungen auf dem Boden macht!

Gebt den Tanzunterricht, der eurer Leidenschaft entspricht

Salsa oder Tango, Wiener Walzer, kubanische Salsa: Was auch immer eure Einflüsse sind, ihr werdet immer Schüler finden, die Privatunterricht geben, sei es auf Anfänger- oder auf Profiniveau. Außerdem sorgen viele Filme und das Kino, wie Bollywood, dafür, dass immer mehr Menschen spezielle Tänze lernen möchten, wie den indischen oder orientalischen Tanz.

In diesem Fall solltet ihr einen innovativen und interessanten Kurs anbieten. Dafür könnt ihr euch auf pädagogische Hilfsmittel wie Line Dance-Kurse oder Tutorial-Videos verlassen. Dies ist auch für technische Tänze oder Tänze für zwei Personen sehr praktisch, wie z.B. Paartänze oder Leute, die Unterricht im Gesellschaftstanz nehmen.

Sowohl im Tanzstudio als auch auf der Straße kann man Tanzen lernen.
Ob im Studio oder auf der Straße, Tanzen kann man überall lernen. |Quelle: Unsplash

Ob im Rahmen eines kostenlosen Unterrichts für alle Niveaus oder eines privaten Tanzkurses, der erste Kontakt mit eurem Schüler ist entscheidend, um ihm eure Leidenschaft für den Tanz zu zeigen. Die erste Unterrichtsstunde schafft die Grundlage für eine gute Arbeitsdynamik: agiert pädagogisch, aber entschlossen. Bringt euren Schülern eine einfache Choreographie bei, kontrolliert die Fußarbeit, testet die Lernbereitschaft.

Damit man als Tanzlehrer arbeiten und sich einen Namen machen kann, ist es nicht verkehrt, eine erste kostenlose Probestunde anzubieten, damit sich Erwachsene und Kinder gleichermaßen sicher fühlen. Sie können so sehen, dass ihr mit Leidenschaft arbeitet, und werden sich eher für euren Kurs für mehrere Monate anmelden.

Schließlich solltet ihr darauf achten, dass die Schüler sich selbst verwirklichen und ausdrücken können, indem ihr sie in die Realisierung eines langfristigen Projekts einbindet: Organisation einer Tanzparty oder eines Balles, Vorbereitung einer Tanzshow... Alle werden auf das Ergebnis stolz sein.

Nun, worauf wartet ihr noch? Tanzt mit!

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Tanzen?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Elissa

Leidenschaftliche Weltenbummlerin, Köchin und Lebensgenießerin.