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Russisch – eine schwierige Sprache! Mythos oder Realität?

Von Alice, veröffentlicht am 13/12/2018 Blog > Sprachen > Russisch > Ist Russisch lernen schwer?

Russisch gilt als eine der schwierigsten Sprachen, neben Mandarin und Arabisch.

Die russische Sprache leidet unter ihrem schlechten Ruf und wird nur von wenigen Menschen erlernt. Diese Unpopularität wird durch die komplizierte Grammatik, das unbekannte Alphabet und den ungewöhnlichen Akzent dieser Sprache erklärt.

  • Aber ist Russisch wirklich so schwer, wie alle sagen?
  • Ist es wirklich unmöglich diese Sprache zu erlernen?

Hier unsere Antworten!

So einfach ist Russisch!

Russisch gehört zu den slawischen Sprachen und ist damit Teil der indoeuropäischen Sprachfamilie, zu der auch Spanisch, Französisch und Italienisch gehören.

Man kann sich also gut vorstellen, dass die gemeinsame Geschichte der europäischen Länder auch dazu geführt hat, dass es unter den Sprachen einige Gemeinsamkeiten gibt.

Das russische Alphabet: einfacher als es scheint!

Die Grundlage zum Russischlernen ist natürlich das kyrillische Alphabet.

Auch wenn dieses unbekannte Alphabet auf den ersten Blick etwas abschreckend wirken mag, so ist es doch einfacher zu erlernen, als man denkt.

Das russische Alphabet besteht aus 33 Buchstaben (also nur sieben mehr, als das lateinische Alphabet) und setzt sich wie folgt zusammen:

  • 7 lateinische Buchstaben,
  • 9 griechische Buchstaben,
  • 15 russische Buchstaben,
  • Ein Weichheits- und ein Härtezeichen

Für diejenigen, die Altgriechisch in der Schule gelernt haben, sind die ersten 16 Buchstaben des russischen Alphabets schnell in ein, maximal zwei Stunden zu lernen.

Das kyrillische Alphabet Die russische Schrift unterscheidet sich sehr von unserer. | Quelle: Pixabay

Die Kalligraphie ist auch leicht zu behalten: Cie russischen Schriftzeichen erinnern an unsere großen Druckbuchstaben und sind daher schnell zu reproduzieren. Anders als die Schriftzeichen des Kanji, die je nach Kontext ihre Bedeutung ändern.

Russischlerner können sich entscheiden, ob sie die kyrillische Schreibschrift lernen möchten. So lernst Du die russische Kalligraphie zwar natürlicher und schneller, aber die Druckschrift wirst Du in jedem Fall benötigen, wenn Du am Computer mit einer kyrillischen Tastatur arbeitest.

Russisch Sprache: einfache Regeln

Wie die deutsche Sprache ist auch die russische Sprache bikameral; sie besteht also aus Klein- und Großbuchstaben.

Du könntest also einige Gemeinsamkeiten mit der deutschen Sprache erkennen.

Bei der Konjugation kannst Du beruhigt sein: Die russische Konjugation ist längst nicht so komplex, wie die deutsche.

Es gibt im Russischen lediglich zwei einfache Formen:

  1. Präsens
  2. Präteritum

Und vier Modi:

  1. Indikativ
  2. Imperativ
  3. Gerundium
  4. Partizip

Es gibt, wie im Deutschen, sechs Personalpronomen:

  1. я,
  2. ты,
  3. он,
  4. мы,
  5. вы,
  6. они.

Diese drei Personen im Singular und Plural werden praktisch nicht von Muttersprachlern verwendet, da die konjugierten Verbformen bereits ohne Personalpronomen ausreichend verschieden sind.

Der Rote Platz in Moskau Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 war Russland der Gastgeber. | Quelle: Pixabay

Die Syntax der russischen Wörter ist nicht so schwer: Im Russischen gibt es keinen bestimmten oder unbestimmten Artikel. Alleine die Satzstellung verrät, ob es sich um ein bestimmtes oder unbestimmtes Subjekt handelt.

Man sagt tatsächlich: „Großmutter ist reingekommen“: Großmutter ist in diesem Fall bestimmt und es bedeutet „die Großmutter“. Im umgekehrten Fall sagt man „ist reingekommen Großmutter“ und das Subjekt ist unbestimmt, also „eine Großmutter“.

Auf der Seite Russia Beyond the Headlines sagt die Russischlehrerin Natalja Blinowa:

„Fast alle schwierigen Aspekte der russischen Grammatik sind mit Stufe A2 abgehandelt. Danach ist man frei und kann die Größe und Schönheit der russischen Sprache unendlich genießen.“ (Quelle: Russia Beyond the Headlines)

Es ist ganz leicht, wir haben es Euch gesagt!

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Was sind die Schwierigkeiten der russischen Sprache?

Eine unaussprechliche Sprache

Für Russisch-Anfänger ist das schwierigste die Aussprache!

Im Russischen spielt die Betonung eine wichtige Rolle: Die Betonung der russischen Wörter ändert sich je nach der Wortform, was das Lernen sehr schwierig macht. Um ein wahrer Russisch-Experte zu werden, sollte man also nicht nur das russische Alphabet lernen, sondern auch die internationale Lautschrift (IPA). So kannst Du auch besser mit deutsch-russischen Wörterbüchern arbeiten.

Hier eine kleine Übersicht über die Aussprache des russischen Alphabets:

Kyrillischer BuchstabeAussprache
Аa
Бb
Вw
Гg
Дd
Еje
Ёjo
Жsch
Зz
Иi
Йj
Кk
Лl
Мm
Нn
Оo
Пp
Рr
Сs
Тt
Уu
Фf
Хch
Цts
Чtsch
Ш sch
Щschtsch
ъHärtezeichen
ыy
ь Weichheitszeichen
Эe
Юju
Яja

Die letzten zwei Zeichen des Alphabets (das Härte- und das Weichheitszeichen) geben an, ob der vorangegangene Konsonant weich oder hart ausgesprochen wird. Dieses Konzept ist besonders schwer zu begreifen und einige umgehen diese Regel gekonnt.

Dabei ist die richtige Aussprache unverzichtbar, um von Russen verstanden zu werden.

Hinzu kommt, dass es innerhalb Russlands noch verschiedene Dialekte gibt:

  • Nordrussisch: ein klar ausgesprochenes unbetontes „o“, ein gutturales „g“ und ein hartes „t“ als Verbalendung
  • Mittelrussisch: im Westen ist das unbetonte „o“ ein „o“, im Osten ein „a“
  • Südrussisch: das unbetonte „o“ wird als „a“ ausgesprochen, ein frikatives „g“ und ein weiches „t“ als Verbalendung

Je nachdem, in welcher Region Du also unterwegs bist, wirst Du Muttersprachler treffen, die unterschiedliche Dialekte sprechen. Und wenn Du in Russland lebst, solltest Du wenn möglich alle Dialekte verstehen.

Eine komplexe Linguistik

Wie die deutsche Sprache ist russische Sprache eine flektierende Sprache. Das heißt, russische Wörter ändern ihre Form je nachdem welche grammatikalische Relation sie zu anderen Satzteilen haben. Diese Regeln sind wahrlich zum Kopfzerbrechen!

Im Russischen gibt es sechs Fälle:

  • Nominativ
  • Genitiv
  • Dativ
  • Akkusativ
  • Instrumental
  • Lokativ

Bevor man also etwas sagt, muss man zunächst nachdenken, welche Form das Wort hat. Es ist also ein komplexes linguistisches System, dass Du Dir als Russischschüler aneignen musst. Die meisten Sprachen sind nicht flektierende Sprachen.

Ein weiterer Problempunkt ist die Bildung der Verben.

Auf Russisch gibt es zwei Formen für ein Verb:

  • Der Perfektiv: Dieser beschreibt eine komplett abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit oder eine einmalige oder zukünftige Handlung.
  • Der Imperfektiv: Dieser beschreibt eine Handlung in der Gegenwart, eine sich wiederholende oder eine vergangene, nicht abgeschlossene Handlung.

Ebenfalls in dem Artikel auf Russia Beyond beschreibt eine Übersetzerin ihre Erfahrungen mit der russischen Sprache:

„Ich habe mir bestimmt hundertmal das Lehrbuch mit den kleinen Bildchen vorgenommen, um zu verstehen, wann es ‚prischjol‘ und wann ‚prichodil‘ (beides ‚er kam‘) heißt. Was bedeutet das? Wo ist er jetzt? Ist er geblieben oder schon wieder weg? Fürchterlich.“ (Quelle: Russia Beyond the Headlines)

Was Du ebenfalls beachten musst, sind die Vorsilben, die die Bedeutung eines Wortes stark verändern können.

Man braucht also eine Menge Motivation, um die Sprache Tolstois zu erlernen.

Wie viel Zeit braucht man, um Russisch zu lernen?

Damit Du wirklich gut Russisch sprechen kannst, musst Du alle Grundlagen dieser Sprache beherrschen.

Du solltest folgendes aus dem Effeff beherrschen:

  • Die russische Grammatik
  • Die russische Kultur
  • Russische Ausdrücke
  • Russische Begrüßungsformen
  • Die russische Aussprache
  • Die Lautschrift von russischen Wörtern
  • Das kyrillische Alphabet

Du kannst Dich entscheiden, ob Du Russisch autodidaktisch, also auf eigene Faust lernen willst. So kannst Du die wichtigsten russischen Vokabeln alleine lernen. Du solltest auch wenn Du einen Russischkurs belegst immer wieder in Eigenregie den Stoff wiederholen, damit Du Dir die neuen Wörter besser merken kannst.

Um das kyrillische Alphabet mit der Kalligraphie und Aussprache zu beherrschen, brauchst Du ungefähr einen Monat.

Mit Hilfe von interaktiven Übungen kannst Du auf eine unterhaltsame Art und Weise Russisch lernen. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich, einen Russischkurs zu belegen.

Es gibt viele Möglichkeiten Russisch zu lernen:

  • In einer Sprachschule
  • In der Schule
  • An der Universität
  • In einem Privatkurs

Mit professioneller Unterstützung schaffst Du es, alle wichtigen Grundlagen der russischen Sprache innerhalb von sechs Monaten zu erlernen.

Wie wäre es mit einer Sprachreise nach Russland? Russland ist ein riesiges Land und hat viel zu bieten. | Quelle: Visualhunt

Die beste Methode ist, wie bei allen Sprachen, eine Reise in das jeweilige Land. Während einer Sprachreise in Russland kannst Du komplett in die russische Kultur eintauchen und kannst Deine Russischkenntnisse vor Ort anwenden.

Wenn Du vor Ort bist, brauchst Du ca. ein Jahr, bis Du Dein Russisch so perfektioniert hast, dass Du eine flüssige Konversation mit einem Muttersprachler führen kannst. Wenn Du in Deutschland einen Kurs machst, dann sind es ca zwei bis drei Jahre. Wenn Du Dich mit Muttersprachlern unterhältst wird Deine Aussprache und Deine Betonung besser.

Worauf wartest Du noch? Es gibt viele gute Gründe Russisch zu lernen!

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