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Die Vor- und Nachteile eines japanischen Tattoos

Von Lea, veröffentlicht am 15/03/2019 Blog > Sprachen > Japanisch > Drachen, Kois und Samurai: Die Tattoo-Kunst in Japan

Laut einer Umfrage von Statista im Jahr 2017 ist jeder vierte Deutsche über 18 Jahren tätowiert.

Eine beeindruckende Statistik. Doch auch wenn bislang Kreuze, Tiere und andere Motive modern waren wird Irezumi, das japanische Tattoo mit seinem ganz eigenen Stil, immer populärer.

In diesem Artikel möchten wir mit Euch die Vor- und Nachteile eines japanischen Tattoos besprechen und Euch dazu erklären, was ein japanisches Tattoo überhaupt ist.

Was ist ein japanisches Tattoo?

Bei einem Aufenthalt in Japan, im Internet oder aber direkt im Tattoo Studio – irgendwo seid Ihr dem japanischen Tattoo begegnet und interessiert Euch jetzt dafür.

Irezumi ist eine besondere Kunstform, die in Japan wie im Westen immer beliebter wird. Vielleicht sprecht Ihr sogar in Eurem Japanisch Sprachkurs darüber…Aber was macht ein japanisches Tattoo eigentlich aus?

Irezumi bedecken einen Teil oder den ganzen Körper mit Formen und strichen, die eine bestimmte Bedeutung haben. Diese Bedeutungen könnt Ihr in einem Japanischkurs lernen. Die Tattoos können am Arm, am Rücken, auf der Brust oder an anderen Körperstellen liegen.

Japanische Tattoos haben eine spannende Geschichte, die Ihr unbedingt kennen solltet, bevor Ihr Euch tätowieren lasst.

Die traditionellen japanischen Tattoos wurden von den ersten Einwohnern Japans, den Ainus, eingeführt. Fischer, Jäger und Handwerker tätowierten sich, um sich von bösen Geistern zu beschützen aber auch aus ästhetischen und sozialen Gründen.

Jedes Zeichen hat tatsächlich eine gesellschaftliche Bedeutung.

Frauen zum Beispiel tätowierten sich von den Mundwinkeln bis an die Wangen um zu zeigen, dass sie verheiratet waren. Männer tätowierten sich, um die Zugehörigkeit zu einem Klan zu zeigen.

Japanische Tattoos sind groß. Nicht jeder Japaner traut sich bis heute, seine Tattoos offen zu zeigen. | Quelle: VisualHunt

Die ersten Berichte über die Tätowierungen der Ainus stammen von den Chinesen. Allerdings waren diese Beschreibungen und Kommentare nicht gerade positiv, was zu einer eher negativen Einstellung gegenüber japanischen Tattoos führte. Ein schlechter Ruf, der durch die Einführung des Buddhismus in Japan verstärkt wurde.

Tattoos waren fortan negativ behaftet. Man sah sie als Strafe und Zeichen von Kriminalität an. Noch heute sind Tattoos in Japan nicht vollständig akzeptiert. Tätowierte Japaner verstecken ihre Körperkunst häufig, um keine sozialen Nachteile zu erleiden. Traditionell wurden die Tattoos von den Yakuza und der Bürgerklasse bevorzugt, ein weiterer Grund dafür, dass Tätowierungen noch heute nicht von der japanischen Gesellschaft angesehen werden.

Auch moderne Tätowierungen sieht man in Japan nur selten. Bei einer Reise nach Japan könnt Ihr Euch selbst davon überzeugen, dass einige öffentliche Einrichtungen tätowierten Personen den Eintritt verweigern. Ein wahrer Kulturschock!

Tattoos aus Japan: Eine besondere Form der Kunst

In Deutschland gibt es rund 7.000 legale Tattoo Studios. Es ist also heutzutage gar kein Problem mehr, sich bei uns tätowieren zu lassen. Ein klarer Beweis für das Interesse der Deutschen an Tattoos.

Dabei gibt es inzwischen keine besondere Art von Mensch mehr, die Tattoos bevorzugt. Vom Rocker bis zum Bankier kann heute jeder Tattoos tragen. Allerdings sollte man sich unbedingt viele Gedanken darüber machen, bevor man sich tätowieren lässt.

Tebori, die traditionelle Tattoo Kunst aus Japan

Die schönen japanischen Tattoos begeistern immer mehr Menschen. Man sollte sich jedoch bewusst machen, dass die traditionelle japanische Technik namens Tebori sehr lang und schmerzhaft ist.

Um die Tinte unter die Haut zu bringen, nutzen die traditionellen Tätowierer einen Bambusgriff, an dem die Metallnadeln befestigt sind. Heute wird auch ein Metallgriff genutzt. Die Größe der Nadeln variiert je nach Größe des Tattoos. Es wird Tinte aus Kohle, gemischt mit Farbpigmenten verwendet.

Die Verwendung dieser Technik kann Monate oder sogar Jahre dauern. Die verwendeten natürlichen Materialien stellen jedoch ein geringeres Risiko für die Gesundheit der tätowierten Menschen dar als moderne Technologien. Die Tätowierer erlernen diese Technik über mehrere Jahre hinweg.

Die Auszubildenden Tätowierer folgen einem Tattoo Meister, um die Techniken, Arten von Tine und Motive kennenzulernen. Die Muster sind häufig sehr komplex und benötigen viel Training. Der japanische Tattoo Meister heißt Horitoshi.

Aber keine Sorge! Wenn Ihr Euch tätowieren lassen wollt, gibt es allerdings nicht nur die schmerzhafte traditionelle Methode. Tatsächlich ist es relativ selten, dass ein moderner Tätowierer diese japanische Methode anwendet. Mit modernen Methoden ist das Tätowieren einfacher, günstiger und weniger schmerzhaft.

Bedeutungsvolle Motive

Der Koi Karpfen ist typisch Japanisch. Der Karpfen ist ein typisches Symbol für ein japanisches Tattoo. | Quelle: VisualHunt

Heutzutage wählen die meisten Menschen ein Motiv, das eine besondere Bedeutung für sie hat, oder aber ein Symbol, das ihnen aus ästhetischen Gründen gut gefällt.

In der Geschichte der japanischen Tattoos haben die Motive eine bestimmte Bedeutung. Man wählt seine Tattoos nach dem Sinn der Symbole aus. Der Koi Karpfen ist in Japan z.B. ein Symbol für Mut. Die Kirschblüte steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit.

Ein japanisches Tattoo: Gute oder schlechte Idee?

Auch wenn japanische Tattoos immer beliebter werden, sollte die Entscheidung, sich auf japanische Weise tätowieren zu lassen, wohl überlegt sein. Japanisches Tätowieren ist kein Extremsport, allerdings solltet Ihr die wichtigsten Informationen kennen, bevor Ihr Euch dafür entscheidet.

Schwer zu verstecken

Japanische Tattoos sind keine kleinen Blumen am Knöchel, die man für ein Bewerbungsgespräch leicht verbergen kann.

Die Besonderheit am japanischen Tattoo liegt darin, dass es eine gesamte Körperpartie bedeckt und beinahe kein Stück haut dieser Partie frei lässt. Die Motive sind außerdem sehr farbenfroh, weshalb die Tattoos noch mehr ins Auge springen, als einfache schwarze Striche.

Ihr merkt, es ist schwierig, ein japanisches Tattoo zu verbergen. Selbst wenn einige unter Euch womöglich nicht den Sinn darin sehen werden, sich ein Tattoo stechen zu lassen, um es anschließend zu verstecken (was verständlich ist), ist die Zukunft immer ungewiss.

Auch wenn die Menschen immer offener werden, kann ein Tattoo in seltenen Fällen zwischen Euch und Eurer Karriere stehen. Auch aus persönlichen Gründen möchten manche Menschen ab und zu ihr Tattoo lieber verstecken.

Der Ursprung der Tinte

Früher waren die Farben der traditionellen japanischen Tattoos natürlichen Ursprungs und stellten somit keine große Gefahr für die Gesundheit der Tätowierten dar. Das ist allerdings nicht mehr immer der Fall, besonders, wenn Ihr Euch für moderne Tätowier-Methoden entscheidet.

Man muss zu seinem Japan Tattoo stehen. Japanische Tattoos sind meistens farbig und groß, daher sind sie schwer zu verbergen. | Quelle: VisualHunt

Die Tinte, die unter Eure Haut geraten soll, ist heute zum Großteil chemischen Ursprungs. Ihr solltet Euch also genau über die Herkunft der Farben informieren und Eurem Tätowierer vertrauen, damit Ihr Eurem Körper nicht schadet.

Eine Studie hat vor kurzem ergeben, dass Tattoo Tinte zum Teil z.B. in Lymphknoten geraten kann. Informiert Euch also auf Tattoo Messen oder bei Euren Freunden und Bekannten, um einen zuverlässigen Tätowierer zu finden.

Der Preis für ein japanisches Tattoo

Sich tätowieren zu lassen kann teuer werden.

Umso teurer wird es, wenn Ihr Euch an einen professionellen Tebori Tätowierer wendet, der die traditionelle japanische Tattoo Kunst beherrscht. Diese Methode dauert, wie bereits erwähnt, vergleichsweise lang und ist daher kostspieliger, als moderne Methoden.

Doch auch bei einem klassischen Tätowierer solltet Ihr Euch vorher Gedanken über den Preis machen. Japanische Tattoos bedecken schließlich eine große Fläche. Daher werden viel Tinte und Zeit gebraucht.

Die Vor- und Nachteile für ein japanisches Tattoo sind denen für klassische Tattoos recht ähnlich. Jeder kann nur für sich selbst entscheiden, ob ein Tattoo etwas ist, das man wirklich möchte.

Inspiration für japanische Tattoos finden

Um sich tätowieren zu lassen und es anschließend nicht zu bereuen, sollte man sich vorher genau überlegen, was man sich unter die Haut stechen lässt. Drache, Kirschblüte, Lotusblüte, Karpfen…

Natürlich sollte man sich auch darüber Gedanken machen, an welcher Stelle man sich tätowieren lässt: Brust, Rücken, Unterarm, Hals, Arm, Handgelenk, Bizeps, Bein…Man kann sich auch ein anderes Tattoo stechen lassen, als ein japanisches Irezumi. Ihr könnt das japanische Tattoo z.B. mit einem anderen Stil vermischen.

In jedem Fall ist eine Tätowierung eine langfristige Kunst. Man kann ein richtiges Tattoo nicht einfach so wieder abwaschen, wenn man keine Lust mehr darauf hat. Wenn Ihr Euch noch nicht sicher seid, versucht es vielleicht erst einmal mit einem Henna Tattoo.

Aber wo findet man gute Ideen und Inspiration für ein passendes Tattoo, das man anschließend nicht bereut?

Schaut Euch in der Welt der Tattoos um, sucht nach Fotos im Internet, auf Messen oder in Japan selbst. Mit unseren Tipps findet Ihr schon bald das richtige Tattoo.

Pinterest

Pinterest ist das soziale Netzwerk für Künstler. Hier findet Ihr Fotos nach bestimmten Kategorien sortiert, die ideal als Inspirationsquelle dienen können.

Gebt einfach in die Pinterest Suche einen Term wie „Tattoo Blume“, „Tattoo Japanisch“ o.ä. ein und taucht in die welt der japanischen Tätowierungen ein. Ihr müsst Euch dann nur noch Eure eigene Inspirations-Pinnwand für Euer Tattoo zusammenstellen.

Welches Symbol wollt Ihr Euch stechen lassen? Auf sozialen Medien wie Pinterest und Instagram findet Ihr Inspiration für Euer Tattoo Motiv. | Quelle: VisualHunt

Instagram

Auch bei Instagram dreht sich alles um gute Fotos. Egal ob kleine oder große Tattoos, hier findet Ihr auf jeden Fall ganze Profile, die sich nur dem Thema Japanische Tattoos widmen.

Ihr könnt dann z.B. einem japanischen Tätowierer folgen, um Euch regelmäßig inspirieren zu lassen.

Direkt im Tattoo Studio

Eine klassische und sehr hilfreiche Methode ist natürlich ein Besuch in einem Tattoo-Studio. Hier könnt Ihr Euch nicht nur mit Bildern inspirieren lassen, sondern Euch gleich persönlich beraten lassen und die Preise erfahren. Vielleicht zeichnet der Tattoo-Künstler ja auch mit Euch zusammen ein ganz persönliches Motiv…

Schwarze Tinte oder farbiges Tattoo, der Tätowierer wird Euren Geschmack schnell herausfinden und Euch bei der Wahl helfen. Fragt auch ruhig andere Leute, was ihre Tattoos für sie bedeuten…

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