Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Muss man eine Yogalehrer Ausbildung absolvieren, um Yogakurse zu geben?

Von Anna, veröffentlicht am 17/08/2018 Blog > Sport > Yoga > Kann man ohne Ausbildung Yogalehrer werden?

„Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.“ – George Eliot

In Deutschland praktizieren aktuell ca. 3,4 Mio. Menschen Yoga.

Die Disziplin steht symbolisch für einen ganz bestimmten Lebensstil.

Und jedes Jahr gehen hunderte unter ihnen den nächsten Schritt: Sie werden Yogalehrer(in).

Doch haben sie alle vorher eine Ausbildung mit Zertifikat gemacht?

Die Antwort lautet: Nein! Denn in Deutschland ist weder das Praktizieren noch das Unterrichten von Yoga institutionell reglementiert.

So kann sich eigentlich fast jeder ein „Meister der Weisheit“ nennen …

Welche Möglichkeiten gibt es, Yoga ohne Zertifikat zu unterrichten? Dieser Frage wollen wir in diesem Artikel nachgehen. 

Wann kann man Yoga unterrichten?

„Vereinen“ und „verbinden“: Das heißt Yoga wörtlich übersetzt.

Yogalehrer werden oder eine Yogalehrer Ausbildung machen ist nichts, was man eben mal so nebenbei macht.

In der Regel muss man:

  • mindestens 18 Jahre alt sein,
  • seit mindestens zwei Jahren selbst Yoga praktizieren,
  • den Willen haben, ein Leben lang zu lernen

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für Yoga; jede Schule oder jeder Verband kann seine Zulassungsregeln und Anforderungen für Lehrer frei bestimmen.

In folgenden Strukturen werden Yogalehrer ausgebildet:

  • In Instituten innerhalb des Berufsverbands der Yoga Vidya Lehrer/innen, kurz BYV e. V.
  • In Instituten innerhalb des Berufsverbands der Yogalehrenden in Deutschland, kurz BDY e. V.
  • In vielen weiteren kleineren und größeren Instituten und Zentren für Yoga

Da der Beruf „Yogalehrer“ nicht geschützt ist, kann man aber in zahlreichen Schulen, Zentren, Instituten und als Selbständige(r) auch ohne Zertifizierung Yoga unterrichten.

Dabei kommt es auch auf den Status an:

  • Wenn man angestellt ist, sollte es im Arbeitsvertrag erwähnt sein.
  • Wenn man ehrenamtlich tätig ist, gibt es keine vertraglichen Vorgaben.
  • Wenn man freiberuflich arbeitet, muss es nicht unbedingt im Leistungsvertrag aufgeführt sein.

Yoga machen oder unterrichten ist zu jedem Zeitpunkt, in jedem Alter möglich.

Man muss nur mit Leidenschaft dabei sein, Herausforderungen lieben und die Yoga-Positionen und deren Nutzen in- und auswendig kennen!

Wo kann man sich zum Yogalehrer ausbilden lassen? Eine Ausbildung zum Yogalehrer kann man in unterschiedlichen Zentren absolvieren. | Quelle: Pexels

Wusstest Du schon, dass Yogalehrer in Deutschland ca. zwischen 20 und 68 Jahre alt sind? „Zu alt“ gibt es also nicht!

Übrigens: Die älteste Yogalehrerin der Welt heißt Tao Porchon-Lynch und gibt mit ihren stattlichen 99 Jahren noch Yogakurse! 

Vorsicht: Um ein guter Yogalehrer zu sein, ist es wichtig, Kenntnisse in Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.

In der Regel reicht die eigene Erfahrung aus, um Kenntnisse in beidem zu erlangen, aber eine Yogalehrer Ausbildung kann den Prozess beschleunigen oder das nötige Zertifikat bringen, um an reizvolleren Orten unterrichten zu dürfen.

Ein Überblick über die Yogalehrer Ausbildung(en)

Auch wenn das als selbstverständlich erscheinen mag: Für einen erfolgreichen Yogakurs braucht es Theorie und Praxis.

Du wirst Deinen Schülern keine Asanas beibringen können, ohne auch die spirituelle Auswirkung zu kennen und auch keine sinnvolle Aneinanderreihung von Positionen ohne Kenntnisse in Anatomie und Physiologie.

Da Berufe im Zusammenhang mit Yoga in Deutschland nicht geschützt sind, kann auch allein auf Basis von eigener Erfahrung (ohne offizielle Ausbildung oder Zertifikat) unterrichtet werden.

Trotzdem bringt eine Yoga-Ausbildung viele Vorteile, sowohl für den Lebenslauf als Yogalehrer(in) als auch für den eigenen Erfahrungsschatz.

Es gibt zwei Arten von Ausbildungen:

  • Von den Berufsverbänden (BYV/BDY) anerkannte Ausbildungen und
  • Ausbildungen/Lehrgänge, die in anderen Instituten oder im Ausland absolviert wurden und in den hiesigen Verbänden nicht offiziell anerkannt werden.

Vom Zertifikat über eine Urkunde oder eine Bescheinigung – es gibt viele solcher Dokumente, die man erhalten kann. Das hängt ganz von der jeweiligen Institution ab.

Außerdem gilt es, gesonderte Standards der Krankenkassen zu beachten, wenn man möchte, dass die Yoga-Kurse bei den Krankenkassen erstattungsfähig sind.

Was bringt mir Yoga? Wer Yoga macht, lernt auch zu entspannen. | Quelle: Pexels

Durch eine Ausbildung in einem Yoga-Zentrum oder einer Yoga-Schule kann man Folgendes erreichen:

  • Seine kulturellen und sprachlichen Kenntnisse vertiefen, indem man Texte in Sanskrit liest und/oder sich mit der indischen Tradition auseinandersetzt
  • Durch praktische Einheiten seine Atmung und Konzentration gänzlich beherrschen lernen
  • Seine Schüler zum vollkommenen Bewusstsein hin führen, indem man ihnen die Vorzüge und den Nutzen von Yoga vermittelt
  • Techniken entwickeln, um verschiedenen Arten von Schülergruppen Yoga beizubringen
  • Selbst wertvolle Erfahrungen sammeln, indem man Techniken und Lebensweisen des Orient und des Okzident vergleicht

Es gibt sowohl länger dauernde Ausbildungen zum Yogalehrer (Dauer zwischen 2 und 4 Jahren) – in speziellen Ausbildungsschulen – als auch kurze, intensive Lehrgänge.

Eine lange, vollständige Ausbildung führt zu einer von den Berufsverbänden anerkannten Zertifizierung.

Kürzere Lehrgänge und Ausbildungen bringen oft eine Bescheinigung oder ein Zusatzzertifikat, insbesondere für eine Spezialisierung (z. B. Yoga zur Rückbildung nach einer Schwangerschaft).

Doch seien wir mal ehrlich: Um ein guter Yogalehrer zu sein, braucht man nicht unbedingt eine theoretische Ausbildung, oder? 

Ohne Ausbildung Yoga unterrichten

Wie bereits erwähnt, ist es durchaus möglich, ohne Ausbildung oder Zertifikat Yoga zu unterrichten: Es ist alles eine Frage der Erfahrung.

Manchen angehenden Yogaschülern ist wichtiger, wie viel Erfahrung Du hast, was Dein Lehransatz ist und ob Du vielleicht Workshops bei bekannten Yogameistern mitgemacht hast, und weniger, ob Du ein offizielles Zertifikat oder eine Mitgliedschaft in einem Berufsverband hast.

Letzteres ist meist nur das i-Tüpfelchen.

Was ist Voraussetzung Nr. 1 als Yogalehrer? Als Yogalehrer muss man Yoga zu 100% leben. | Quelle: Visualhunt

Übrigens: Die Entlohnung eines Yogalehrers ohne Ausbildung ist nicht wirklich niedriger als die eines ausgebildeten Lehrers.

Der Durchschnittspreis für eine Unterrichtsstunde mit einem Yogi von Superprof liegt bei rund 40€, wobei die Preise von 20 bis 75€ pro Unterrichtseinheit reichen.

Auch ohne Ausbildung kann man als Yogalehrer einen höheren Preis verlangen, wenn man einen Mehrwert bietet, weil man über viel Erfahrung verfügt, beispielsweise durch:

  • Workshops bei bekannten Yogameistern
  • Lehrgänge im Ausland, vor allem Yogakurse in Indien
  • Regelmäßiges Praktizieren verschiedener Aspekte von Yoga (Yoga und Meditation, Atemtechniken)
  • Erfahrungen mit Yogakursen für verschiedene Zielgruppen (Yoga für Kinder, Yoga für Schwangere)

Um beispielsweise Yoga für Anfänger unterrichten zu können, sollte man ein gewisses Niveau vorweisen können (eventuell durch ein Zertifikat). Dies ist vor allem an offiziellen Yogaschulen notwendig.

Als freiberuflicher Yogalehrer hingegen braucht man kein Diplom o.ä., um Yogakurse geben zu können.

Der große Vorteil dabei? Die Freiheit, sich seine Zeit selbst einzuteilen:

  • Gruppenkurse in Iyengar Yoga
  • Eine Sitzung in Kundalini Yoga
  • Privatunterricht im traditionellen Yoga
  • Maßgeschneiderte Fernkurse per Webcam mit Yogaschülern am anderen Ende von Deutschland
  • Einführung in die Meditation und persönliche Entwicklung

Auf Plattformen wie Superprof kannst Du mit anderen Lehrern oder Schülern in Kontakt treten und geeignete Kurse anbieten oder finden!

Denn die Methodik anderer Lehrer kennenzulernen oder Zusatzausbildungen zu absolvieren, erhöht Deine Glaubhaftigkeit als Yogalehrer(in).

Mein Yogalehrer hatte keinerlei Ausbildung. Wir haben dann mit den Yogastunden begonnen und bald einige Wochen damit verbracht. Es war eine regelrechte Therapie für mich, sowohl für den Geist als auch für den Körper. Erst nach 3 Wochen habe ich gefragt: „Wo wurdest du eigentlich ausgebildet?“ Er antwortete: „In der Schule des Lebens.“ Eine Antwort im perfekten Einklang mit der Philosophie von Yoga!
– Ein Yogaschüler

Du bist neugierig? Dann schau Dir hier gleich einmal an, was aktuell an Kursen für Yoga Berlin, Yoga Bochum, Yoga Regensburg oder in anderen Städten angeboten wird!

Unabhängige und zusätzliche Yoga Ausbildungen

Natürlich bist Du nicht der/die Einzige, der/die Yoga unterrichten will.

Von Konkurrenten abheben kannst Du Dich, indem Du eine oder sogar mehrere Spezialisierungen anbietest.

Das ist das, was man gemeinhin Weiterbildung oder Zusatzausbildung nennt.

Je mehr Du über Yogatechniken in Deutschland und im Ausland weißt, desto eher werden Schüler bei Dir Yoga lernen wollen!

Du könntest Dich zum Beispiel in einem (oder mehreren) der folgenden beliebten Yoga-Spezialisierungen weiterbilden:

  • Yoga für Schwangere (Yoga vor der Geburt)
  • Yoga zur Rückbildung (Yoga nach der Geburt)
  • Ayurvedisches Yoga
  • Yoga für Kinder
  • Yoga für Erwachsene
  • Yoga für Senioren
  • Yoga Online

Oder Du suchst dir eher eine bestimmte Technik oder Methode aus:

  • Iyengar Yoga
  • Yin Yoga
  • Hatha Yoga
  • Ashtanga Yoga
  • Karma Yoga
  • Vinyasa Yoga
  • Natha Yoga

Ein Yogalehrer ist nicht nur ein spiritueller Begleiter, sondern auch eine Art Therapeut, der einen im Alltag begleitet.

Wenn Du Yoga unterrichten willst (auch ohne Ausbildung), musst du mit Leib und Seele dabei und bereit sein, diese begleitende Funktion zu erfüllen.

Übrigens: Auch wenn Yoga-Workshops im Ausland kein offizielles Diplom nach sich ziehen, bringen sie doch viel Erfahrung, was sich wiederum im Lebenslauf gut macht.

Ein Aufenthalt in Indien, der Wiege der Yoga-Kultur, oder in einem anderen Land, in dem es viele Yoga-Anhänger gibt (wie beispielsweise den USA oder Australien), ist eine gute Möglichkeit, sich als Yogalehrer weiterzubilden, auch wenn man dafür kein offizielles Zertifikat erhält.

Helfen Yogakurse im Ausland? Ein Yogakurs in Indien ist eine wertvolle Erfahrung und macht sich gut im Lebenslauf. | Quelle: Visualhunt

Mein spiritueller und emotionaler Ansatz basiert auf mehreren Techniken, insbesondere Atemübungen und Positionen, die die Beweglichkeit fördern. Ich freue mich, dass sich die Ausbildung zum Yogalehrer nicht nur auf einen Aspekt bezieht und ein einziger Yogalehrer mein Coach zum allgemeinen Wohlbefinden sein kann.
– Eine Yogalehrerin

Da Yoga eine gute Selbstkenntnis und positives Denken propagiert, muss man 100% bereit sein, Yoga zu leben – vor allem ohne offizielle Ausbildung.

Letztendlich ist es Deine persönliche Sache, ob Du eine von den Berufsverbänden anerkannte Ausbildung machen willst oder nicht.

Also, bist Du bereit?

Wissensecke: Yogalehrer oder Yogaschüler?

Kann man Yoga unterrichten und gleichzeitig an einer anderen Schule / bei einem anderen Lehrer selbst Yogaschüler sein?

Ja, kann man! Denn die Aus- bzw. Weiterbildung zum Yogalehrer ist ein langer Weg – man lernt sein Leben lang!

Außerdem kann es ja auch sein, dass Du im Yoga Nidra Kurse gibst, Dich aber gleichzeitig im Pranayama weiterbildest, um Deine Entspannungsübungen zu vertiefen.

In dem Fall bist Du dann natürlich gleichzeitig Lehrer und Schüler.

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar