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Als Freiberufler Yoga unterrichten: Wie komme ich dahin?

Von Anna, veröffentlicht am 02/09/2018 Blog > Sport > Yoga > Als Yogalehrer arbeiten: Schritt für Schritt zur Selbstständigkeit!

„Bei der Zukunft geht es nicht darum, sie vorherzusagen, sondern sie möglich zu machen.“ – Antoine de Saint-Exupéry

Nicht jeder ist für den Beruf des Yogalehrers geeignet, schon allein deswegen, weil es eine große Herausforderung ist: Nur 30 % der angehenden Yogis gehen ihren spirituellen Weg bis zum Ende …

Ob man sich nun umorientiert oder neu in die Yogalehrer-Ausbildung startet: Es braucht einige große Schritte, bis man professionelle(r) Yogalehrer(in) ist.

Schauen wir uns das einmal gemeinsam an …

Pranayam, Sutra oder Ashram? Was ist das Richtige für Dich?

Warum Yogalehrer(in) werden?

Eine eigene Yogaschule eröffnen?

Yogakurse in ganz Deutschland geben?

Yoga-Kurse anbieten, die über die Krankenkassen abgerechnet werden können?

Neue Yogis kennenlernen?

All das sind Gründe, aus denen sich Menschen dazu entschließen, Yogalehrer zu werden.

Privater Yogalehrer wird man aber nicht einfach so von einem Tag auf den anderen.

Yoga ist eine Disziplin, die Körper, Geist und Willensstärke vereint und auf Techniken basiert, die ursprünglich aus der traditionellen indischen Kultur stammen.

Die wichtigsten Pfeiler sind die Atmung und eine gute Selbstkenntnis.

Dieser emotionale Weg kann nur von einem Meister (Yogalehrer/in) an einen Schüler (Anfänger oder erfahrene(r) Yogi) weitergegeben und begleitet werden.

Das Ziel des Yogaunterrichts ist, einen vollkommenen Bewusstseinszustand der Selbstkenntnis und des Wohlbefindens zu erlangen. Die Kunst des Meditierens, der Wunsch, Wissen zu vermitteln – man muss eine große Leidenschaft mitbringen, um erfolgreich Yoga zu unterrichten!

Du denkst, Du kennst alle Yoga-Positionen? Nun, es sind nicht weniger als 84.000 (nur der Gott Shiva kennt sie alle)!

Bevor man Yogalehrer(in) wird, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Bin ich bereit, mich der Kunst des Yoga zu 100 % zu widmen?
  • Habe ich Lust, mich mit dem traditionellen Yoga sowie seinen Unterarten und -methoden auseinanderzusetzen?
  • Habe ich Lust, eine Ausbildung zu beginnen, die im Grunde ein Leben lang andauert?
  • Habe ich die Zeit, neben meinen eigenen Yogaeinheiten meine Gruppen- und Einzelkurse sorgfältig vorzubereiten?

Wenn Du all diese Fragen mit Ja beantwortet hast, kannst Du zur nächsten Fragenliste übergehen: Die Qualitäten, die man mitbringen muss, um Yogalehrer(in) zu werden.

Sie sind einfach, aber grundlegend:

  • Didaktische Fähigkeiten: Wie für jedes Unterrichten, braucht man sie auch im Yoga, um die Schüler bestmöglich begleiten zu können.
  • Beweglichkeit: Um beispielsweise schnell und souverän vom Sonnengruß in die Haupt-Asanas zu kommen.
  • Ein offenes Ohr: für Dich und andere – das gehört zur Spiritualität und der Meditation.

Man braucht viele unterschiedliche Qualitäten, um ein guter Yogalehrer zu werden. | Quelle: Pixabay

Du fühlst Dich also bereit, wie ein tibetanischer Mönch Berge der Weisheit zu erklimmen und mehr über Yoga und damit auch Dich selbst zu lernen?

Das ist ein guter Anfang! Aber auch NUR das, ein Anfang. Jetzt geht es erst richtig los …

Bevor es zum nächsten Schritt gehen kann, muss Du Dir erst einmal überlegen, welchen Status Du als Yogalehrer(in) haben willst:

  • Teilzeit- oder Vollzeit-Yogalehrer(in) an einer (von den Berufsverbänden) anerkannten Yoga-Schule
  • Ehrenamtliche(r) Yogalehrer(in)
  • Selbständige(r) Yogalehrer(in)

N.B.: Für Angestellte gilt in der Regel ein Fixgehalt, als Freiberufler/in legst Du Deine Preise selbst fest.

Eine Yoga Ausbildung entsprechend Deiner Bedürfnisse finden

Jetzt bist Du also bei Schritt 2 angelangt: Eine Yoga-Ausbildung machen, um gegebenenfalls ein Zertifikat zu erhalten, das von einem der zwei großen Yoga-Berufsverbände Deutschlands („Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland“, kurz BDY e. V., und „Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen“, kurz BYV e. V.) anerkannt wird.

Dazu gibt es verschiedene Ausbildungsgänge, wobei die Mindestdauer, um eine Basislizenz zu erhalten, zwei Jahre (berufsbegleitend) beträgt.

Ausführlichere Ausbildungen zur/zum vollständig ausgebildeten Yogalehrer(in) nach den Standards der o.g. Berufsverbände dauern dann mindestens 3-4 Jahre.

Jetzt musst Du Dich also für einen der möglichen Ausbildungsgänge für Yogalehrer entscheiden:

  • Eine Grundausbildung mit den wichtigsten Themen aus Theorie und Praxis (mehr zu den Inhalten findest Du in unserem Artikel)
  • Eine Spezial-Aus- oder Weiterbildung, bei der Du Dich in einem bestimmten Bereich spezialisierst (mehr dazu z. B. auf den Seiten des BDY)
  • Ein modulares Ausbildungsprogramm, das an deine Bedürfnisse angepasst und individualisierbar ist (wie es beispielsweise der BYV anbietet)

Der Vorteil von längeren Ausbildungsgängen (im Gegensetz zu Intensivkursen) ist, dass die Inhalte über einen längeren Zeitraum verteilt werden.

Gemäß dem Standard des BDY wird man z. B. erst einmal auf ein höheres Yoga-Niveau gebracht (mit viel Theorie) und dann kommen Praxiseinheiten dazu.

Es folgt ein sogenanntes Unterrichtspraktikum, bei dem man selbst Stunden vorbereiten und halten muss und bei den Stunden anderer „Lehrlinge“ mitmacht.

Am Ende folgt eine Prüfung mit einem schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil sowie einer praktischen Prüfung.

Das klingt nach einem langen und schwierigen Weg?

Als Yogi lernt man sein Leben lang. | Quelle: Visualhunt

Wusstest Du schon?

Im Durchschnitt hat ein erfahrener Yogalehrer eine Ausbildung zwischen 7 und 14 Jahren durchlaufen und nicht weniger als 20 Workshops oder Yoga-Aufenthalte mitgemacht.

Und wie weit bist Du?

Es gibt aber auch Möglichkeiten zur Weiterbildung in Form von Workshops und Auslandsaufenthalten (z. B. in Indien oder Australien) oder kurze Intensivkurse zu bestimmten Yoga-Arten:

  • Kundalini Yoga
  • Hatha Yoga
  • Mantra Yoga
  • Tantra Yoga
  • Yoga Nidra

Kann man Yoga auch ohne Ausbildung und offizielles Zertifikat unterrichten? Ja, denn in Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Yogalehrer/in“ nicht gesetzlich geschützt. Eine anerkannte Ausbildung ist nur das i-Tüpfelchen für Deinen Lebenslauf.

Und wieviel kostet das Ganze? Sich zum/zur Yogalehrer(in) ausbilden zu lassen, erfordert nicht nur persönlichen, sondern auch einen hohen finanziellen Einsatz!

Im Schnitt muss man mit 1.500 € pro Ausbildungsjahr rechnen, wobei man immer darauf achten muss, was schon alles im Preis enthalten ist (Ausrüstung, Unterkunft & Verpflegung für Praxisaufenthalte …?)

Außerdem muss man stets auf dem Laufenden bleiben, was neue Trends und Erkenntnisse angeht.

Dafür helfen Weiterbildungen sowie die Webseiten der Berufsverbände und Plattformen wie Yogaeasy.

Yogakurse geben: Eigne Dir Deine eigene Unterrichtsmethode an

Nach diesem recht schulischen und theoretischen Schritt der Yoga-Ausbildung (den man kaum vermeiden kann) geht es gleich aufs nächste Level: Jetzt geht es darum, Dir Deine ganz eigene Unterrichtsmethode anzueignen, die im Einklang mit Deiner Persönlichkeit steht.

Ob Du eine offizielle Ausbildung machst oder nicht – Du hast wahrscheinlich eine Hauptart des Yoga, auf die Du Dich spezialisierst und die Du recht bald anfängst zu unterrichten.

Oft sind das umfassende Methoden wie:

  • Iyengar Yoga
  • Green Yoga
  • Ashtanga Yoga
  • Vinyasa Yoga

Außerdem kannst Du Dich nach Zielgruppen spezialisieren: Yoga für Schwangere, Yoga für frischgebackene Mütter (zur Rückbildung) oder Yoga für Kinder.

So kannst Du Dich von anderen Privatlehrern abheben und bestimmte Kundengruppen an Dich binden!

Nelson Mandela pflegte zu sagen: „Ich verliere nie im Leben. Entweder gewinne ich oder ich lerne etwas dazu.“

Das ist doch ein schöner Gedanke für Deine Yoga-Unterrichtsmethode!

Die beste Art, seine Unterrichtstechniken zu verbessern, ist verschiedene Ansätze zu vergleichen.
Dafür kannst Du:

  • Privatstunden bei anderen erfahrenen Yoga-Meistern nehmen
  • Dich in anderen Teilbereichen, wie der Meditation, weiterbilden, um deine Kenntnisse zu vervollkommnen
  • Deine Weggefährten und Schülerinnen und Schüler um Feedback bitten

Als privater Yogalehrer sollte man mindestens zehn Hauptarten des Yoga kennen, nämlich: Hatha, Asthanga, Kundalini, Power, Vinyasa, Bikram, Nidra, Iyengar, Hot und Fly. Von der Technik zur Beweglichkeit ist es nur ein Schritt (oder eine Position)!

Eine Spezialisierung auf bestimmte Kundengruppen kann sinnvoll sein. | Quelle: Pexels

Sei Dir darüber im Klaren, dass man an einer guten Unterrichtsmethode sein Leben lang arbeitet.

Es braucht mehrere Jahre, um ein sehr guter Yogalehrer zu werden.

Mit einer guten Portion Geduld und einer Prise Durchhaltevermögen kannst Du es sicher schaffen!

Letzter Schritt: Für Deine Yoga-Kurse werben!

Du bist jetzt bereit, Yoga zu unterrichten, aber woher die Schüler nehmen? Eine grundlegende Frage für alle frischgebackenen Yogalehrer.

Eine Möglichkeit ist, sich eine sichere Stelle als Yogalehrer/in in einer Yoga-Schule/einem Yoga-Zentrum zu angeln.

Aber das ist nicht die einzige Option:

  • Lokale Vereine oder Kultur- und Jugendzentren suchen oft private Yogalehrer/innen
  • In manchen privaten (vor allem alternativen) oder öffentlichen Schulen werden für ergänzenden Sportunterricht Yogalehrer(innen) gesucht
  • Du kannst es natürlich auch mit privatem Yoga-Unterricht zu Hause versuchen
  • Oder gleich Dein eigenes Yoga-Studio gründen

Nachdem Du entschieden hast, wie und wo Du Yoga unterrichten willst, musst Du für Deine Kurse werben und dabei proaktiv sein!

Folgende Möglichkeiten hast Du:

  • Sorg‘ für Mundpropaganda in Deiner Region
  • Schalte Kleinanzeigen in Printmedien oder online
  • Erstelle Deinen eigenen Yoga-Blog
  • Gründe Deinen eigenen Yoga-Channel auf YouTube
  • Schreib‘ Lifestyle-Artikel über Yoga
  • Melde Dich bei Superprof an & biete Yogakurse in Deiner Stadt an

Private Yogalehrer finden in 80 % der Fälle ihre ersten Schüler über Mund-zu-Mund-Propaganda oder den Klassiker aller Freiberufler: die Visitenkarte!

Oft sind altbewährte Methoden die besten zur Kundenwerbung. | Quelle: Pexels

Unsere Plattform Superprof gruppiert alle Privatlehrer nach Regionen. Dank der Städte-Suche finden Schüler in Deiner Region Dich so leichter.

Manche Yogalehrer(innen) sind auch deshalb erfolgreich in der Schülersuche, weil sie ihre Sichtbarkeit (visibility) im Netz erhöhen. Zum Beispiel über YouTube-Channel oder die sozialen Netzwerke (vor allem Instagram).

Bekannte Yoga-Girls auf Instagram sind beispielsweise:

  • Caitlin Turner alias @gypsetgoddess: Die Amerikanerin hat rund 372.000 Abonnenten und ist damit noch nicht ganz so bekannt auf Instagram. Doch Yogaunterrichtet gibt sie schon seit mehreren Jahren, und das nicht nur in ihrer Wahlheimat Los Angeles.
  • Kerri Verna alias @beachyogagirl: Kerri Verna hat 1 Mio. Abonnenten auf Instagram und ist damit eine der beliebtesten Yogis. Sie unterrichtet seit mehr als 12 Jahren Beach Yoga. Jeden Monat inspiriert sie ihre Follower mit neuen Challenges.
  • Rachel Brathen alias @yoga_girl: Die auf Aruba lebende Schwedin hat über 2 Mio. Abonnenten und ist damit das wohl bekannteste Yoga-Girl auf Instagram. Sie teilt ihr Leben auf Instagram und verarbeitet damit auch ihre Probleme: Von ihrer harten Teenagerzeit über den Selbstmordversuch der Mutter bis hin zum tödlichen Autounfall einer Freundin.

Yogalehrer(in) ist ein schöner Beruf und es muss gleichzeitig auch eine Art Berufung sein, die man in seinem Alltag lebt!

Worauf wartest Du noch? Namaste!

Wissensecke: Freiberufliche(r) Yogalehrer(in)

Wie viel kann man als privater Yogalehrer verlangen?

Auf Superprof liegt der Durchschnitt für eine Stunde Yoga mit einem Privatlehrer etwa bei 40 €.

Doch je nach Ort, Kursart und Erfahrung des Lehrers kann dieser Preis stark variieren.

Hier findest Du mehr Informationen zu Yogakurs-Preisen.

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