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Welche Yogalehrer Ausbildung benötigt man für einen Job im Yogastudio?

Von Anna, veröffentlicht am 02/09/2018 Blog > Sport > Yoga > Voraussetzungen, um als Yogalehrer an einer Schule unterrichten zu können

„Es gibt die Kunst des Wissens und die Kunst des Lehrens.“ – Cicero

In Deutschland machen 9 % aller Frauen und 1 % der Männer Yoga. Aber nicht jeder hat auch das Zeug dazu, selbst Yogaunterricht zu geben.

Doch was gehört überhaupt alles dazu, wenn man Yoga in einem Yoga-Zentrum oder Yogastudio unterrichten möchte?

Braucht es dazu „nur“ ein Yogalehrer Zertifikat? Was sind die Grundvoraussetzungen?

Finde es in diesem Artikel heraus!

Die Grundvoraussetzungen, um Yogalehrer(in) zu werden

Natürlich muss man als frischgebackener Yogi nicht gleich die schwersten Positionen unterrichten können (wie beispielsweise das Shavasana), aber einige Grundvoraussetzungen gibt es schon.

Diese unterscheiden sich je nach Berufsverband recht deutlich.

Der BDY e.V. erwartet ein Mindestalter von 25 Jahren, gute Allgemeinbildung, Erfahrung mit Menschen und eine mindestens dreijährige Yoga-Praxis, die unter Anleitung eines Yogalehrers stattgefunden hat, bevor er Aspiranten zulässt.

Beim BYV e.V. dagegen sind lediglich Grundkenntnisse der Yoga-Philosophie und in den Asanas vonnöten.

Da heutzutage viele Menschen aus gesundheitlichen Gründen Yoga machen, können Kurse auch von den Krankenkassen bezuschusst werden.

Diese haben ihre eigenen Standards entwickelt, die es zu beachten gilt, wenn man möchte, dass die eigenen Kurse auf diese Weise anerkannt werden.

Außerdem muss man natürlich allgemein bereit sein, sein Leben lang zu lernen und sich auch im Alltag Yoga zu widmen, wenn man Yogalehrer(in) werden möchte!

Warum diese Voraussetzungen? Weil der Beruf des/der Yogalehrenden besonders herausfordernd, intensiv und zeitaufwendig ist. In den ersten Monaten wird die Zeit nur so davonfliegen und Du wirst oft Muskelkater haben.

Wie gut muss ich meinen Körper kennen? Beim Yoga ist es wichtig, den eigenen Körper gut zu kennen. | Quelle: Pexels

Seinen Körper, seine Anatomie zu kennen und theoretische und praktische Kenntnisse zu haben, ermöglicht es, Yoga in aller Sicherheit auszuüben und sich dabei auf folgende Eckpfeiler zu stützen:

  • Pranayama: Dabei konzentriert man sich auf die Atmung und die Fähigkeit, diese bewusst zu kontrollieren.
  • Asana (was „Position“ oder „Körperstellung“ auf Sanskrit bedeutet): die körperlichen Übungen
  • Techniken zur Meditation und Entspannung: um Stress und starke Emotionen in den Griff zu bekommen und volles Bewusstsein zu erlangen

Regelmäßig Yoga zu praktizieren, hilft, die Asanas besser zu verstehen, und versetzt Dich in die Lage, irgendwann vielleicht selbst Yoga unterrichten zu können.

Yoga zu unterrichten heißt auch, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der spirituellen Leidenschaft und dem geschäftlichen Aspekt des Unterrichtens, die Schüler also auch dazu anzuregen, wiederzukommen.

Wusstest Du schon, dass es insgesamt 84.000 Yoga-Positionen gibt? Es gibt also noch viel zu lernen …

Eine weitere Voraussetzung, um erfolgreich Yoga zu unterrichten, ist, sich zu spezialisieren.

So kann man sich zum einen von den Konkurrenten abheben (und neue Welten entdecken) und zum anderen leichter eine Stelle als festangestellter Yogalehrer an einer Yogaschule finden.

Vor allem, wenn man eine weit verbreitete Yoga-Spezialisierung wählt:

  • Ashram Yoga
  • Yogasutra
  • Iyengar Yoga
  • Ayurveda Yoga
  • Hatha Yoga
  • Kundalini Yoga

So kann Dein Yogakurs mehrere Facetten bieten: zwischen traditionellem Yoga und Deiner Spezialisierung.

Du arbeitest mit Deinen Schülern gleichzeitig an geistigen Komponenten und der Willensstärke und dem körperlichen Aspekt (vor allem der Beweglichkeit).

Diese Grundvoraussetzungen werden während der Probezeit genau unter die Lupe genommen, bevor Du eine feste Stelle als Yogalehrer(in) erhältst.

„Diese Ausbildung hat mir geholfen, alle Vorteile und Nutzen von Yoga kennenzulernen. Körperlich war ich völlig erschöpft, aber gleichzeitig so zufrieden mit dieser Art von Therapie, die dank Atemübungen und Positionen ein echtes emotionales Ventil ist! Kein Wunder, dass die Yogalehrer-Ausbildung nicht für jeden etwas ist.“ – frischgebackene Yogalehrerin

An einer Schule Yoga unterrichten – mit oder ohne Diplom

Die Regelungen und Voraussetzungen, um Yogaunterricht geben zu dürfen, unterscheiden sich stark in den unterschiedlichen Ländern – sogar innerhalb Europas.

Ausbildungsgänge zum/zur Yogalehrer(in) werden in Deutschland nur von Berufsverbänden – und nicht gesetzlich/staatlich – anerkannt (also vom BDY und BYV und entsprechend dem internationalen Dachverband Yoga Alliance).

So hat jedes Yoga-Institut entweder einen ganz eigenen Standard (und entsprechende Zertifikate) oder folgt dem Standard einem der Berufsverbände.

Brauche ich eine offizielle Yoga-Ausbildung? Um an einer Yogaschule zu unterrichten, ist eine offizielle Ausbildung sinnvoll. | Quelle: Pexels

Auch wenn es sich empfiehlt, eine offizielle Yoga-Ausbildung zu absolvieren, ist das lange kein Muss.

Es gibt außerdem verschiedene Arten der Ausbildung:

  • Grundausbildung oder Weiterbildung im Rahmen einer langen Ausbildung (2-4 Jahre)
  • Spezial-Ausbildung oder -weiterbildung im Rahmen eines Intensivkurses
  • Aus- oder Weiterbildung im Ausland in Form von Workshops oder Auslandsaufenthalten

Die langen Ausbildungsgänge haben den Vorteil, dass man genug Zeit hat, sich intensiv mit Theorie und Praxis auseinanderzusetzen. Dabei gibt es Gruppenunterricht sowie Praxiseinheiten und Probestunden, sodass man Schritt für Schritt dazulernt.

Folgende Themen werden dabei zwingend behandelt:

  • Hatha Yoga
  • Medizinische Aspekte und Anatomie
  • (indische) Philosophie
  • Meditations-, Atem- und Entspannungsübungen

Die langen Ausbildungen sind relativ aufwändig, sowohl was den zeitlichen als auch den finanziellen Aufwand angeht: Man sollte mit mindestens 1.500 € pro Ausbildungsjahr rechnen und es kommen vielleicht noch weitere Kosten dazu, z. B. Reisekosten oder Kosten für die Yoga-Ausrüstung.

Die Ausbildung zum Yogalehrer ist lang: zwischen 3 und 5 Jahren mit etlichen Stunden an Unterricht, Praktika etc. Man muss also motiviert sein! Nur 65 % ziehen die lange Ausbildung bis zum Ende durch.

Kann man auch an einer Yogaschule unterrichten, ohne eine offizielle Zertifizierung zu haben? Ja, wenn man einen gut gefüllten Lebenslauf im Bereich Yoga im Gepäck hat.

Oder wenn man gezielte Intensivkurse vorweisen kann, z. B.:

  • Einen Yoga-Aufenthalt in Indien oder einem anderen wichtigen Yoga-Land
  • Einen Yoga-Intensivkurs in einer kleinen Gruppe
  • Eine spezielle Weiterbildung, z. B. im Raja Yoga, Yoga Nidra, Power Yoga…

Man kann auch ganz andere Kurse machen und sich vor allem in bestimmten Yoga- und Meditationstechniken spezialisieren oder eher in Richtung Persönlichkeits- oder Wellnesscoach gehen.

Was sind die Alternativen? Mit Kenntnissen in Yoga kann man auch Richtung Wellnesscoach gehen. | Quelle: Pexels

Um an einer Schule zu unterrichten, zählt natürlich zunächst einmal die Erfahrung, aber auch die Fähigkeit, Themen und Techniken gut an Schüler vermitteln zu können und dabei positiv, begeistert, aber gleichzeitig ruhig und ausgeglichen zu sein.

Übrigens: Wenn man Yoga professionell unterrichten will, muss man sich zwangsläufig Gedanken über seinen Status machen. Welcher eignet sich am besten, um an einer Schule zu unterrichten?

Wusstest Du, dass in Deutschland ca. 3,4 Mio. Menschen Yoga machen? Eine Ausbildung zum Yogalehrer kann sich also lohnen!

Welchen Status sollte ich am besten wählen, um Yoga zu unterrichten?

Angestellte(r), Ehrenamtliche(r) oder Friberufler(in): Egal, für welchen beruflichen Status Du Dich entscheidest, das Wichtigste bleibt die Verbindung zu Deinen Schülern!

Um an einer Schule zu unterrichten, spielt nicht nur eine eventuelle Zertifizierung eine Rolle, sondern auch Dein Status. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Angestelltenstatus: Du wirst als Vollzeit- oder Teilzeitkraft an einer Yogaschule angestellt.
  • Ehrenamtliche Arbeit: Du gibst Dein Wissen an einer Schule an ein bestimmtes Publikum weiter (z. B. in Form eines Schnupper- oder Einführungskurses).
  • Freiberufler/Selbständigerwerbend: Du bist als selbständig erwerbend gemeldet und kannst somit Privatkurse anbieten.

Ob Du nun eine Ausbildung machst oder nicht, und egal, welchen Status Du hast: Die Türen der Yoga-Institute und -schulen stehen Dir offen. Doch die Konkurrenz schläft nicht und der Auswahlprozess ist hart.

Die Schule wird sich bei ihrer Wahl auf einige Kriterien stützen, was aber nicht immer ganz objektiv ablaufen muss:

  • Deine Kenntnisse im klassischen Yoga
  • Welche Art von Lehrerausbildung Du absolviert hast
  • Deine Motivation und Überzeugung, Lehrer(in) zu werden
  • Deine Verfügbarkeit
  • Deine Spezialisierung (falls zutreffend)
  • Deine Umsetzung der Lehren der indischen Philosophie im Alltag

Es ist schwierig zu sagen, welcher Status in diesem Fall der beste ist.

Alle Varianten haben Vor- und Nachteile:

  • Als Angestellte(r) profitierst Du von einer sicheren Stelle, unterliegst aber gewissen Einschränkungen (Ausbildungsprogramm, Theoriestunden, vorgegebene Kursabläufe usw.)
  • Als Ehrenamtliche(r) kannst Du Yoga machen und unterrichten, wie es Dir gerade gefällt und genau bei den Projekten mitarbeiten, die Dir am Herzen liegen, erhältst aber in der Regel keine Bezahlung
  • Als Selbständige(r) kannst Du Deine Ausbildungsschule (oder -schulen im Plural) selbst aussuchen, ganzheitlich oder mit einer bestimmten Spezialisierung arbeiten oder eher einzelne Yogis auf ihrem Weg betreuen. Der Nachteil ist allerdings, dass man keine sichere Arbeitsstelle hat, das Einkommen oft stark schwankt und die Arbeitszeiten sehr lang und anstrengend sein können.

Wenn Du keine Lust hast, an einer Yogaschule nach den Regeln anderer zu arbeiten, warum nicht einfach Deine eigene gründen?

Seine eigene Yogaschule gründen

Das ist möglich, wenn man selbständige(r) Yogalehrer(in), also freiberuflich tätig ist.

Du kannst dann in Deinem Tempo und nach Deinen eigenen Vorstellungen Yoga unterrichten.

Dazu sind einige Schritte nötig:

  • Ein Konzept und einen Ort festlegen: Am besten mietest Du dazu Räumlichkeiten, denn Du musst alle Schüler eines Kurses unterbringen können.
  • Eine juristische Form festlegen: Ausbildungsinstitut, Verband, Yogaschule, Yogazentrum, Yogastudio…? – Du musst entscheiden, welche Art von Unternehmen/Organisation Du gründen willst.
  • Für Dich werben: indem Du z. B. Anzeigen schaltest und Deinem Umfeld von Deinem Unternehmen erzählst.

Es ist auch sehr wichtig, dass Deine Yoga-Einrichtung einen eigenen Charakter bekommt: Yoga für Kinder, Yoga für Schwangere, Griechisches Yoga – mach’ Dein Angebot bunter!

Lach-Yoga ist übrigens auch immer mehr im Kommen und zielt darauf ab, den Menschen wieder ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Was ist beim Yoga wichtig? Man sollte bei all der Arbeit nicht vergessen, auch mal selbst zu entspannen! | Quelle: Visualhunt

Übrigens: Über den genauen juristischen Status einer Yogaschule ist sich die Rechtsprechung in Deutschland nicht einig, da freie Berufe und die damit in Verbindung stehenden „Dienstleistungen höherer Art“ per Definition eine „höhere Bildung“, also i.d.R. ein Hochschulstudium, erfordern.

Da man nicht unbedingt studiert haben muss, um ein guter Yogalehrer zu sein, könnte die Yogaschule somit in den „gewerblichen“ Bereich fallen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie empfiehlt deshalb, sich bei seinem lokalen Finanzamt zu erkundigen, wie die juristische Form einer Yogaschule dort gehandhabt wird.

Yoga ist eine körperliche und geistige Disziplin, die eine ganzheitliche Ausbildung erfordert und täglich praktiziert werden muss.

Bescheidenheit ist auch eine große Tugend, die in Deinem Yoga-Studio eine wichtige Rolle spielen sollte.

Das Ziel? Deine Schüler zu einem tieferen inneren Bewusstseinszustand führen, sodass sie jede noch so kleine Vibration ihres Körpers spüren.

Bist Du bereit für diese Herausforderung?

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