Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Wie kann ich Yogakurse geben? 

Von Anna, veröffentlicht am 31/08/2018 Blog > Sport > Yoga > Yogalehrer werden: Ausbildung, Zertifikate & Co.

Gib, indem Du die Auswirkungen Deines Seins verstehst. –  Taittiriya Upanishad

Yoga Unterrichten kommt immer mehr in Mode: In nur fünf Jahren ist die Zahl derjenigen, die eine Yoga-Ausbildung absolvieren, um 110 % gestiegen!

Es gibt also ein Verlangen nach dieser Disziplin, die das Wohlbefinden und die Selbstwahrnehmung fördert.

Es gehen zwar viele für eine Ausbildung ins Ausland (insbesondere für Yoga-Workshops in Indien), aber das ist keine Voraussetzung, um Yogakurse geben zu können.

Es gibt auch in Deutschland viele Möglichkeiten für Yogaunterricht, sogar Fernkurse, sodass jeder das Richtige für sich findet.

Hier geben wir Dir einige Tipps und Hinweise, sodass Du die passende Yoga-Ausbildung für Deine Bedürfnisse findest.

Warum Yogalehrer(in) werden?

Yoga ist nicht nur ausgewiesenen Yogis vorbehalten: Schwangere, Kinder oder auch Senioren – quasi jeder kann Yoga machen!

Es ist recht schwierig, in nur einigen Worten zu beschreiben, welche Rolle ein Yogalehrer für seine Schüler spielt:

  • Er ist ein spiritueller Begleiter.
  • Er ist ein Begleiter für das Körperliche und die Haltung.
  • Er ist ein emotionaler Begleiter.
  • Er ist ein Referenzpunkt auf dem Weg zu sich selbst und für die Erreichung des vollen Bewusstseins.

Yogaunterricht kann an verschiedenen Punkten ansetzen, nicht nur bei Yogaübungen an sich:

  • Kenntnisse der Asanas, Bandhas, Mudra und Pranayamas
  • Beherrschung der Atmung, der Emotionen oder des Stresslevels

Dafür muss man sich gut in Anatomie auskennen, wissen, welche Muskeln wie arbeiten und welche davon zur Entspannung oder inneren Meditation nützlich sind.

Deshalb sollte ein(e) Yogalehrer(in) einige unerlässliche Fähigkeiten mitbringen, die ihm/ihr auch bei der Yogalehrer Ausbildung helfen werden:

  • Geduld mit sich selbst und anderen
  • Durchhaltevermögen
  • Einen Sinn fürs Hören, das Herz, den Körper und den Geist
  • Eine Art innere Ruhe, denn Yoga basiert auf sanften Techniken
  • Didaktische Fähigkeiten, um maßgeschneiderte Angebote bieten zu können

Um die richtigen Yogapositionen unterrichten zu können und die Asanas richtig ausführen zu können, brauchen Yogalehrer sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse.

Deswegen ist eine Ausbildung oft notwendig, um als Vollzeit-Yogalehrer arbeiten zu können, auch wenn es unter bestimmten Umständen auch möglich ist, ohne Zertifikat Yogakurse zu geben.

Ein Yogakurs ist aber nicht nur eine Aneinanderreihung verschiedener Positionen, sondern eine ganz eigene Logik, die es zu vermitteln gilt.

Wie kann ich Yogalehrer werden? Es gibt verschiedene Ausbildungsgänge, um Yoga unterrichten zu können. | Quelle: Visualhunt

Bevor Du Dich in die Yoga-Ausbildung stürzt, solltest Du wissen, dass die Berufsbezeichnung „Yogalehrer/in“ in Deutschland nicht gesetzlich geschützt ist.

Es gibt also viele verschiedene Ausbildungsangebote, aber letztendlich kann sich jeder „Yogalehrer(in)“ nennen und Yoga unterrichten, der sich dazu in der Lage fühlt.

Deshalb ist es sinnvoll, eine Ausbildung zu machen, die zumindest von einem der zwei großen Yoga-Berufsverbände anerkannt wird.

Diese heißen: „Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer/innen“, kurz BYV e.V., und „Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland“, kurz BDY e.V.

Doch außer einer Zertifizierung gibt es noch andere Gründe und Zielsetzungen, eine Yogalehrer-Ausbildung zu absolvieren:

  • Seine spirituelle und philosophische Bildung vertiefen
  • Das traditionelle Yoga in den Alltag integrieren
  • Privatkurse geben – von Anfängern bis hin zu erfahrenen Yogis
  • Eine eigene Yogaschule eröffnen

Spätestens jetzt fragst Du Dich bestimmt: Wie kann ich nun aber konkret Yogalehrer(in) werden?

Anerkannte Ausbildungsgänge zum Yogalehrer

Die richtige Yogalehrer Ausbildung zu finden, ist oft eine echte Herausforderung, denn es gibt viele verschiedene Angebote: von der Standardausbildung über Intensivkurse bis hin zu speziellen Aus- und Weiterbildungen.

Da verliert man schnell mal den Überblick.

Im Gegensatz zu normalen Lehrern, die an der Uni oder über spezielle Ausbildungsgänge ausgebildet werden, lernen angehende Yoga-Lehrende an besonderen Instituten oder Zentren.

Eine Ausbildung zum Yogalehrer ist grundlegend, um alle – körperlichen und geistigen – Vorteile des Yoga gut vermitteln zu können.

Es gibt einige Institute, an denen man in Deutschland eine Yoga-Ausbildung machen kann, vor allem, wenn es um die Grundausbildung geht.

Die wichtigsten anerkannten Yoga-Ausbildungen gibt es bei Partnerschulen der zwei großen Berufsverbände BDY und BYV.

Welche Yoga-Ausbildungen sind anerkannt? Die zwei großen Yoga-Berufsverbände definieren Ausbildungsstandards. | Quelle: Pexels

Eine ganzheitliche und umfassende Ausbildung zum Yogalehrer dauert zwischen zwei und vier Jahren und kann meistens (manchmal auch ausschließlich) berufsbegleitend absolviert werden.

In der Regel setzt sich eine solche Ausbildung aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • Präsenzunterricht: Theorie
  • Unterrichtspraktika
  • Eigenstudium zu Hause
  • Workshops und Gruppenarbeit mit regem Austausch

Und was kostet der Spaß?

Das hängt ganz von der Länge der Ausbildung und der jeweiligen Ausbildungsschule ab: Für eine lange Ausbildung (mindestens vier Jahre) zum/zur „Yogalehrer/in BDY/EYU“ muss man mit Ausbildungskosten zwischen 5.800 und 11.000 € rechnen.

Es gibt aber auch die kürzere Variante (etwa zwei Jahre) zur/zum „Yogalehrer/in Basic BDY“. Auch hier variieren die Preise stark je nach Ausbildungsschule, aber mit einem Minimum von ca. 3.500 € sollte schon gerechnet werden …

Auch der andere große Berufsverband, BYV, bietet in zertifizierten Partnerzentren und -schulen eine zweijährige Ausbildung zum Yogalehrer an.

Die Preise variieren ebenfalls je nach Ausbildungszentrum, wobei der Mindestpreis bei 181 € pro Monat, also insgesamt 4.344 € liegt.

Man muss allerdings auch jeweils beachten, was schon alles im Preis enthalten ist (Bücher, Unterkunft/Verpflegung für Praxis-Wochenenden, Ausrüstung …?).

Also wie immer gilt: Gut informieren und Angebote vergleichen, bevor man sich für eine mindestens zweijährige Yoga-Ausbildung verpflichtet!

Hier eine Auswahl an Modulen und Unterrichtsthemen, die in den Basic-Ausbildungsgängen der beiden großen Berufsverbände enthalten sind (eventuell unterschiedlicher Umfang und Gewichtung):

  • Hatha Yoga
  • Medizinische Grundlagen
  • Philosophie
  • Meditations- und Entspannungsübungen

Außerdem gibt es praktische Einheiten oder sogar ganze Wochenendpraktika und -aufenthalte sowie ggf. Wahlpflichtmodule (vor allem bei der Ausbildung vom BDY), sodass man sich entsprechend der eigenen Interessen früh spezialisieren kann.

Wie führe ich Yoga-Positionen richtig aus? Um alle Yoga-Positionen richtig auszuführen, braucht man Kenntnisse in Theorie und Praxis. | Quelle: Pexels

Eine Alternative: Du machst einen Intensivkurs im Ausland (z.B. in Indien oder Indonesien).

Durch solche Auslandskurse taucht man tiefer in die Welt des Yoga ein und bekommt vielleicht sogar Lust, selbst Yogalehrer zu werden. Aber Vorsicht vor unseriösen Angeboten!

Man muss genau unterscheiden:

  • Kurse für Schüler, die sich im Yoga verbessern wollen
  • Kurse für Schüler, die selbst Yogalehrer werden wollen

Außerdem: Meistens werden diese Kurse aus dem Ausland in Deutschland nicht offiziell anerkannt, sondern dienen nur als Erfahrungsnachweis im Lebenslauf.

Man sollte mit Kosten zwischen 450€ und 2000€ für einen solchen Kurs/Workshop rechnen.

Deshalb sollte man sich vorher gut informieren, was genau man für sein Geld geboten bekommt!

Fragst Du Dich, ob es ein Mindestalter gibt, um Yogalehrer(in) zu werden?

Da der Beruf nicht gesetzlich geregelt ist, gibt es kein offizielles Mindestalter. Generell sollte man aber mindestens zwei Jahre Erfahrung vorweisen können, um selbst Yoga unterrichten zu können.

Für die Ausbildungsgänge des BDY muss man sogar mindestens 25 Jahre alt sein und mindestens drei Jahre Yoga-Erfahrung nachweisen können.

Also auch hier gilt: Vorher schlau machen, welche Verbände/Zentren/Schulen welche Voraussetzungen fordern.

Und natürlich braucht man die nötige Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen … Der Weg zur Weisheit ist lang und man lernt sein Leben lang!

Yoga Kurse geben: Vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten

Jetzt bist Du also ausgebildete(r) Yogalehrer(in) und kannst an offiziellen Schulen Yoga unterrichten. Und dann?

Irgendwann musst Du Dich fragen, welche Art von Yogalehrer(in) Du sein willst.

Nach der Grundausbildung, nach der Du Dich „Yogalehrer(in)“ nennen darfst, hast Du vielleicht Lust, Deine Yoga Kenntnisse weiter auszubauen.

Das kann auch sinnvoll sein, um dich auf dem hartumkämpften Markt durchzusetzen und besondere Dienstleistungen anbieten zu können.

Damit wären wir dann im Bereich der Weiterbildung bzw. Spezialisierung angekommen. Dafür sind in der Regel nochmal 2-3 Jahre nötig, wobei es auch Intensivkurse (im In- oder Ausland) zu den verschiedensten Themen gibt.

Eine solche Spezialisierung im Yoga kann beispielsweise sein:

  • Yoga-Therapie
  • Yoga für Kinder
  • Yoga für Schwangere
  • Integrales Yoga
  • Hypno-Meditation

Oder Du möchtest Dich vielleicht einer bestimmten Yoga-Methode widmen:

  • Forrest Yoga
  • Kundalini-Yoga
  • Yoga Nidra
  • Karma Yoga

Solche Weiterbildungen und Spezialisierungen sind eine gute Möglichkeit, sich von der Masse der Yogatrainer abzuheben.

Es gibt in diesem Bereich ein sehr vielfältiges Angebot:

  • Abendkurse
  • Wochenendkurse
  • Gruppenkurse
  • Einzelkurse
  • Fernkurse (über Skype beispielsweise)
  • Intensivkurse/-workshops

Wie kann man sich in Yoga weiterbilden? Ein Kurs im Ausland kann eine gute Möglichkeit sein, sich weiterzubilden. | Quelle: Pexels

Man kann solche Weiterbildungskurse in einem Yogazentrum oder in einer Yogaschule machen.

Am besten schaust Du Dich auf den Weiterbildungsseiten der zwei großen Berufsverbände um, um Dir einen ersten Überblick zu verschaffen:

Oder Du gehst für eine Weiterbildung/Spezialisierung ins Ausland, am besten natürlich nach Indien – die Wiege des Yoga!

„Ich habe eine relativ junge Yogalehrerin, die aber super dynamisch und gleichzeitig ausgeglichen ist. Sie hat eine vierjährige Yoga-Ausbildung absolviert und währenddessen nebenher hier und dort Yogakurse gegeben. Ihre Spiritualität, ihr Weg und ihre Methodik bei den Yogaübungen haben meine Yogapraxis auf jeden Fall sehr bereichert.“ – Yogaschülerin

Sich als Yogalehrer(in) unablässig weiterentwickeln

Es ist grundlegend, jeden Tag Yoga zu praktizieren, um sich als Yogalehrer weiterzuentwickeln.

Dazu gehört auch, regelmäßig bei anderen Lehrern Yoga-Sessions mitzumachen. So erweiterst Du Deinen Horizont, erhältst Inspiration von anderen Techniken und bereicherst Deine Methode.

Außerdem können Yogastunden bei erfahrenen Lehrern Dir dabei helfen, Deine eigene Methode und Arbeitsweise zu finden: Vergleiche die Ansätze vor und während der Sitzung und finde das perfekte Gleichgewicht für Dich.

Plattformen wie Superprof bringen Schüler und Lehrer in Kontakt: Erzähl Deinen Lehrern von Deinem Projekt und der Idee, selbst Yoga zu unterrichten, sie geben Dir sicher gerne wertvolle Tipps!

Wieviel kostet ein Yogakurs bei einem erfahrenen Yogalehrer?

Auf Superprof bewegen sich die Preise für eine Yogastunde in der Regel zwischen 20 € und 60 € pro Stunde, wobei erfahrenere Lehrer eher ab 40 € aufwärts zu finden sind.

Eines muss einem klar sein: Yoga zu erlernen bedeutet, sein Leben lang zu lernen!

Wie jeder Bereich entwickelt sich auch die Yogawelt weiter und die Erwartungen verändern sich laufend. Man muss stets auf dem Laufenden bleiben, denn die Schüler erwarten in der Regel viel, vor allem von Yogakursen zu Hause.

Allein in Deutschland praktizieren 3,4 Millionen Menschen Yoga: also viele potentielle Schüler für Dich, hast Du Dein Zertifikat erst in der Tasche!

Wissensecke: Unterschiedliche Yoga Arten

Wodurch unterscheiden sich Hatha, Ashtanga und Vinyasa?

Alle drei sind traditionelle Formen von Yoga.

Hatha ist eher sanft, während die anderen beiden Arten etwas dynamischer sind.

Wenn Du Unterricht in Yoga für Anfänger geben willst, empfiehlt es sich, sich im Bereich Hatha Yoga zu spezialisieren. (Deswegen ist Hatha Yoga z.B. auch Pflichtbestandteil der Kursprogramme von BDY und BYV.)

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar