„Ein Fotograf bringt Menschen dazu, für ihn zu posieren. Ein Yogalehrer bringt Menschen dazu, für sich selbst zu posieren.“ – T. Guillemets

Loslassen und die eigene Achtsamkeit zu schulen scheint in Deutschland nie zuvor so beliebt gewesen zu sein, wie aktuell. Überall, in Groß- und Kleinstädten, werden plötzlich Yogaklassen angeboten – die alte indische Lehre hat ihren Platz in unserer westlichen Welt gefunden.

Die verschiedenen angebotenen Yogastile sind mitunter sehr unterschiedlich: Es gibt Ashtanga Yoga, klassisches Hatha Yoga, Bikram Yoga, Yin Yoga, Pre und Post Natal Yoga und und und. Gerade hier im Westen sehr beliebt ist das moderne Vinyasa Yoga.

Doch was genau macht diese Art des Yogas aus, bei der sowohl der Atem als auch muskuläre Anstrengung eine große Rolle spielen?

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Die Ursprünge und Definition von Vinyasa Yoga

Es kann als angehender Yogi sehr hilfreich sein, zunächst die Ursprünge und Grundlagen einer Praxis zu verstehen. So erfährst du, was du in einer Yogastunde erwarten kannst und worauf der Fokus liegt.

Unter Vinyasa wird sowohl eine bestimmte Bewegungsabfolge als auch ein eigenständige Yogastil verstanden.

Vinyasa als Bewegungsabfolge meint die Sequenz der Yogahaltungen vom herabschauenden Hund in die schiefe Ebene – Chaturanga – aufschauender Hund und zurück in den herabschauenden Hund. Die Übergänge von einem in die nächste Haltung werden streng mit dem Atem synchronisiert. Diese Vinyasas werden vor allem im Ashtanga Yoga zwischen einzelnen Asanas praktiziert.

In diesem Artikel soll es aber vertieft um Vinyasa Yoga als eigenen Yogastil gehen.

Vinyasa setzt sich aus zwei Silben zusammen: „nyasa“ und „vi“. „Nyasa“ bedeutet "stellen" oder "platzieren" und „vi“ bedeutet „auf eine bestimmte Weise“. Dies beschreibt sehr gut die Grundidee von Vinyasa Yoga – es geht darum, den Körper auf eine bestimmte Weise zu platzieren bzw. Bewegungen auf eine bestimmte Weise durchzuführen.

Vinyasa Yoga steht für eine sehr fließende Praxis – diese Idee ist nicht neu und wurde bereits von alten indischen Yogis beschrieben. Es geht um ein Eins-werden von Körper und Geist durch eine Vereinigung von Bewegung, Atem und Energieverschlüssen (= Bandhas). Man bezeichnet Vinyasa Yoga daher auch oft als Meditation in Bewegung.

Ursprung von Vinyasa Yoga ist, wie bei allen körperbasierten Yogaarten, das traditionelle Hatha Yoga. Es werden für Hatha Yoga typische Asanas geübt, allerdings werden diese in einer Vinyasa Stunde in der Regel deutlich kürzer gehalten. Die Praxis ist fließender als klassisches Hatha Yoga und kann daher eher mit einem Hatha Flow verglichen werden.

Außerdem ist Vinyasa Yoga eng mit Ashtanga Yoga, auch Ashtanga Vinyasa Yoga genannt, verwandt. Beides sind sehr dynamische Yogastile, die für den Körper herausfordernde Übungen und Bewegungsabläufe beinhalten. Ashtanga nahm seit den 1960er Jahren rasant an Beliebtheit unter Westlern zu, die nach Mysore in Indien reisten, um dort mit dem berühmten Ashtanga Yogalehrer Sri Patthabi Jois zu praktizieren.

Nach diesem Erfolg von Ashtanga Yoga entstanden später in den USA Vinyasa Yoga und das diesem sehr ähnliche Vinyasa Power Yoga. Die essentielle Philosophie von ruhigen, fließenden Bewegungen und Übergängen zwischen unterschiedlichen Asanas wurde vom Ashtanga Yoga beibehalten.

Wie beliebt ist Vinyasa Yoga?
Vinyasa Yoga ist heute einer der beliebtesten Yogastile im Westen | Quelle: Pexels

In Europa begann Vinyasa Yoga in den 1980er Jahren, Aufmerksamkeit zu erwecken. Die Europäer erkannten zunehmend die vielversprechenden Wirkungen der modernen Yogaart: Gleichzeitig Muskeln zu stärken, den Geist zu beruhigen und den Atem zu trainieren.

Vinyasa Yoga ist ein gutes Beispiel, wie die jahrhundertealte indische Yogatradition an den Westen angepasst werden kann, ohne den Kern der traditionellen Yogaphilosophie zu verlieren. So ist es kein Wunder, dass Vinyasa Yoga in Europa und den USA mittlerweile zu den beliebtesten und weitverbreitetsten Yogastilen zählt.

Die Besonderheiten von Vinyasa Yoga

Im Zentrum des dynamischen Vinyasa Yogas steht Synchronisierung – und zwar die Synchronisierung von Bewegung und Atem. Das Ziel ist es, synchron zu deiner Atmung durch die einzelnen Vinyasa Yoga Übungen zu fließen.

Der Unterschied einer schmerzhaften und einer leichten Yoga Pose liegt häufig schlicht darin, wie gut du deine Atmung kontrollierst. Deinen Atem wirklich bewusst zu lenken und die richtige Atemtechnik zu verwenden kann im Yoga metaphorische Berge versetzen.

Daher wird jede Bewegung gezielt mit einer Ein- oder Ausatmung verbunden. Zum Beispiel folgt eine Vorbeuge in der Regel der Aus- und ein Aufrichten der Einatmung. Die Atmung richtig einzusetzen erlaubt es uns, Fortschritte zu machen und Positionen mit weniger Kraft und ohne unnötige Spannung zu halten.

Im Vinyasa Yoga wird üblicherweise die Ujjay-Atmung praktiziert, auch „siegreicher Atem“ oder „Meeresrauschen-Atem“ genannt. Dabei atmest du durch die Nase, verschließt aber leicht die Stimmritze, so dass ein leichtes Rauschen erzeugt wird. Die Länge der einzelnen Atemzüge sollte konstant gleichbleiben – auch oder gerade wenn eine Übung besonders anstrengend ist.

Deine Atmung soll also deine Bewegung führen und die leitende Kraft in deiner Vinyasa Yogapraxis sein, die den Rhythmus kontrolliert und es dir erlaubt, wie ein Balletttänzer durch die Abfolge zu fließen.

Eine Vinyasa Yogaklasse beginnt in der Regel mit einer aufwärmenden Einheit, in der ein Sonnengruß praktiziert wird. Anschließend werden verschiedene Asanas geübt, die fließend miteinander verbunden werden. Die Intensität der geübten Asanas steigt bis zur Mitte der Stunde stetig an und nimmt anschließend wieder ab.

Wie wird Vinyasa Yoga geübt?
Im Vinyasa Yoga werden verschiedene Haltungen fließend miteinander verbunden | Quelle: Pexels

Die meisten Lehrer setzen in ihrer Yogastunde stets einen gewissen Fokus, zum Beispiel Hüftöffner oder Rückbeugen. Dir werden im Normalfall unterschiedliche Varianten einer bestimmten Haltung gezeigt, so dass du diese an dein persönliches Level anpassen kannst. Es gibt aber auch Yogaklassen für verschiedene Level.

Häufig werden auch Meditationselemente und Pranayama-Übungen (=Atemübungen) in eine Yogastunde eingebaut.

Am Anfang wirst du dich wahrscheinlich des Öfteren fragen, wie du bloß auf alles gleichzeitig achten sollst – auf deine Atmung, deine Ausrichtung und die fließenden Übergänge. Doch verlasse dich einfach auf die Ansagen deines Yogalehrers, setz dich nicht unter Druck und sei dir gewiss: Mit genügend Übung wird alles einfacher.

Die Effekte von Vinyasa Yoga

Menschen wenden sich nicht selten der Yogapraxis zu, um ihr Stresslevel in den Griff zu bekommen und gleichzeitig Sport zu treiben. Vinyasa Yoga ist da keine Ausnahme und lässt dich sowohl beinahe jeden einzelnen Muskel spüren und deine Flexibilität verbessern als auch deinen Geist und deine Seele beruhigen.

Die durchdachte Kombination einzelner Yogaposen stärkt deine Muskeln, dehnt Bänder und Sehnen und verbessert dein Gleichgewicht. Die Haltungen unterscheiden sich dabei in ihrer Schwierigkeit und auch der Dauer, wie lange sie gehalten werden. Umso regelmäßiger du übst, desto leichter werden dir jedoch auch irgendwann die anspruchsvolleren Asanas fallen.

Ohnehin musst du nicht gleich das Handtuch werfen, wenn du in der ein oder anderen Übung keine Verbesserung merkst. Lenke deinen Fokus einfach immer wieder auf deinen Atem, denn dieser ist dein wichtigstes Hilfsmittel, um jede Asana irgendwann zu meistern.

Wie wirkt Vinyasa Yoga?
Der Fokus auf den Atem beruhigt deinen Geist | Quelle: Pexels

Gleichzeitig schult der Fokus auf den Atem deinen Geist, lässt diesen ruhiger werden und dich im Hier und Jetzt auf deiner Yogamatte ankommen. Er ist ein bedeutendes Mittel, um Stress zu verringern – eines, dass du auch außerhalb der Yogamatte im Alltag anwenden kannst.

Deine Konzentrationsfähigkeit wird geschult, in dem du deinen Geist während der Yogastunde immer wieder zurück auf den Atem lenkst, wenn dieser wieder abschweift und überlegt, was dein Mattennachbar so treibt oder was du nach der Stunde noch zu tun hast. Dies kann und wird übrigens immer wieder passieren, gerade, wenn du neu im Yoga bist.

Darüber hinaus verbessert eine ruhige und gleichmäßige Atmung dein allgemeines Wohlbefinden und hilft dem Körper sogar beim Entgiften. Durch bewusstes Atmen kannst du dich selbst neu kennen und spüren lernen und ein neues Level der Selbstwahrnehmung erreichen.

Warum Vinyasa Yoga so beliebt ist, liegt außerdem daran, dass du durch die fließenden Bewegungen und die schnellen Übergänge zwischen einzelnen Haltungen schnell in eine Art Flow-Zustand gelangen kannst. Du wirst lernen, durch die Übungen zu fließen, ohne groß darüber nachzudenken – stattdessen bist du ganz bei dir, deiner Praxis und natürlich deinem Atem.

Nicht ohne Grund wird Vinyasa Yoga also als Bewegungsmeditation bezeichnet – und wirkt sich gleichzeitig überaus positiv auf deine Ausdauer, deine Muskelkraft, Flexibilität und allgemeine Gesundheit aus. Du kannst eine Harmonie zwischen Körper und Geist schaffen und dein mentales und spirituelles Wohlbefinden steigern.

Gründe genug, um auf die Matte zu steigen und es mit einem Sonnengruß zu probieren, oder?

Wenn du dich (noch) nicht dazu bereit fühlst, eine reguläre Gruppenstunde zu besuchen, kannst du auch zunächst online auf Portalen wie Superprof nach einem privaten Yogalehrer suchen. Viele der Tutoren bei Superprof bieten die erste Unterrichtsstunde kostenlos an, so dass du auch verschiedene Yogastile testen kannst, um zu entscheiden, welcher dich am meisten anspricht.

Ansonsten bieten die meisten Yogastudios und Fitnesscenter Yogastunden speziell für Anfänger an. Wenn du also denkst, du bist nicht gelenkig genug für Yoga (was ohnehin kein Grund ist, da du nicht übermäßig gelenkig sein musst, um Yoga zu üben) oder du mit der spirituellen Yogalehre aktuell nichts anzufangen weißt, kannst du in diesen Klassen für Beginner die Grundlagen von Yoga erfahren und deine Chakren in Balance bringen. Auch, wenn du nicht daran glaubst.

Wo kann ich Vinyasa Yoga üben?
Vinyasa Yogastunden werden oft für verschiedene Level angeboten | Quelle: Pixabay

Solltest du nicht sicher sein, ob Yoga für dich und deinen Körper geeignet ist, sprich im Zweifel vorab mit deinem Arzt oder einem Yogalehrer.

Falls du feststellst, dass Vinyasa Yoga nichts für dich ist, weil es vielleicht zu dynamisch oder fordernd ist, probiere es zunächst mit ruhigeren Yogastilen wie Hatha Yoga, bevor du dich dem Yoga gänzlich entsagst. Es gibt für jeden die richtige Yogaart und den richtigen Lehrer – und die physischen und geistigen Benefits der indischen Lehre sind mittlerweile unumstritten!

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Miriam